Unter dem Begriff Wissenschaftsjournalismus versteht man die journalistische Berichterstattung über Resultate und Entwicklungen der Wissenschaften.
Die Aufgabe eines Wissenschaftsjournalisten liegt in seiner Funktion als Mittler zwischen den Wissenschaften auf der einen Seite und dem Medienumfeld bzw. der Öffentlichkeit auf der anderen Seite.
In den großen überregionalen Tages- und Wochenzeitungen umfasst das Ressort Wissenschaft meist die klassische Berichterstattung über Naturwissenschaften, Technik und Medizin, wobei Umfang und Ausarbeitung der Texte sehr unterschiedlich ausfallen.
Im Kern geht es darum, die vorhandenen wissenschaftlichen Daten und Fakten für unterschiedliche Zielgruppen von Lesern und Zuschauern aufzuarbeiten. Dabei darf der Wissenschaftsjournalist durchaus populärwissenschaftlich sein. So hatten in den 1960er Jahren die populärwissenschaftlichen Fernsehsendungen über Astronomie mit Prof. Dr. Heinz Haber große Einschalterfolge beim breiten Publikum.
Auch so beliebte Kindersendungen im Fernsehen wie Löwenzahn wäre ohne Wissenschaftsjournalismus schwer denkbar. Die Wissenschaftsredakteure müssen hierbei ihr Fachwissen als sprachlich fassbare „Wissenschaft für Kinder“ aufbereiten.
Andere deutschsprachige Sendeformate dieses Spektrums sind Quarks & Co (WDR), Abenteuer Wissen mit Wolf von Lojewski und Joachim Bublath (ZDF), Nano (3sat) und Alpha Centauri mit Prof. Dr. Harald Lesch (BR-alpha).
Wissenschaft ist genau und ausführlich, Wissenschaftsjournalismus dagegen immer sehr viel kürzer und zwangsläufig trotz aller Präzision ungenau (was ihm immer wieder vorgeworfen wird). Mit dem Wissenschaftsjournalismus nicht verwechselt werden darf der Fachjournalismus. Ein Journalist, der sich nur mit Sport beschäftigt, ist zwar ein Fachjournalist, aber kein Wissenschaftsjournalist. Wissenschaftliche Fachzeitschriften, die primär Originalbeiträge der Forscher enthalten, gehören nicht zum Wissenschaftsjournalismus.
Der beschränkt sich fast immer auf Naturwissenschaft, Technik und Medizin. Sozialwissenschaftsjournalismus wird im sehr langfristigen Trend englisch als "second class science journalism" oder "garbage science.." (Müll) abgegrenzt: im Vergleich brächten Sozialwissenschaften zuviel Nachrichtenmaterial und dabei viel weniger Nachrichtenwerte zustande, auch wenn sie mit genauer, respektabler Statistik an die Naturwissenschaftlichkeit heranreichen wollen. Der Gegenstandsbereich ließe sich aber mit Datenfriedhöfen gerade für den journalistischen, knappen Zweck nicht abrunden, auch wenn es spannende statistische Trends gibt, wie sie Umfrageforschung zum Beispiel bei politischen Wahlen zeigt. Stichworte beispielsweise bei den Mainzer Tagen der Fernsehkritik im ZDF 2006: Zahlen sind bei immer flüchtigerem Wählerwillen zunehmend gefragt; statt Schweigespirale womöglich Bestätigungsspirale; dagegen "tagesaktuelles Bauchgefühl"...
Die PR argumentiert gern, sie betreibt (Natur-...)Wissenschaftsjournalismus genauso: sehr interessengeleitete, wie die häufige Pharma-PR lässt sich natürlich klar abgrenzen, beispielsweise Öffentlichkeitsarbeit von Universitäten weniger.
In den letzten Jahren haben Wissenschaftssendungen in Fernsehen und Hörfunk sich verändert. Das ist zum einen gewiss dem Konkurrenz- und Innovationsdruck der Medienlandschaft zu verdanken. In der „Informationsgesellschaft“ sind nun Wissenschaftsjournalisten wie die Kollegen anderer Sparten wesentlich stärker am Publikum orientiert: statt sich eher selbst als Wissenschaftler zu sehen. (Vgl. Winfried Göpfert, derzeit wohl am meisten spezialisierter Publizistikwissenschaftler, Berlin in der Fachzeitschrift der Journalist).
(folgt) - sehr langfristig engagiert: Robert-Bosch-Stiftung
- aller drei Jahre von der Frankfurter Dechema mit 10.000 Euro dotierter Achema Wissenschaftsjournalismus-Fernsehpreis (erstmals zum 25. Jubiläum der weitweit grössten Chemie-Messe). 2006 zweitmals an Jörg Moll, für „Der Sprit, der niemals ausgeht“ aus der 3sat-Wissenschaftsreihe „hitec“ (über aus der Rapspflanze gewonnenes Öl, als Biodiesel vermarktet; derzeit Forschungsphase (so bei Mercedes und VW "Diesottos", Prognosen: in Deutschland 20 bis 25% der Treibstoffe sauber aus nachwachsenden Rohstoffen produzierbar, europaweit sogar 40%). Frühere Preisträger: Martin Schneider * Pressetexte
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Wissenschaftsjournalismus".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world