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Definition "Wissenschaftliche Weiterbildung"


Die "Wissenschaftliche Weiterbildung" umfasst sämtliche Studienangebote, die oftmals nach einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss und nach einer Phase beruflicher Tätigkeit wahrgenommen werden und die im Hinblick auf die Adressatengruppe inhaltlich und didaktisch-methodisch auf Hochschulniveau entsprechend aufbereitet sind sowie das spezifische Zeitbudget Berufstätiger berücksichtigen. Wissenschaftliche Weiterbildung knüpft üblicherweise an berufliche Erfahrungen an, setzt aber nicht zwingend einen Hochschulabschluss voraus. Sie kann abschlussbezogen (z.B. Zertifikat, Zeugnis, Weiterbildungs-Master), oder auch nicht abschlussbezogen sein. Sie ist in der Regel berufsbezogen, kann aber auch einem allgemeinen Erkenntnisgewinn dienen.

Praxis Wissenschaftlicher Weiterbildung


Neben Lehre und Forschung gehört die Weiterbildung zu den gesetzlichen Aufgaben der Hochschulen in Deutschland. Die "Deutsche Gesellschaft für Wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V." (DGWF) nennt mehr als 180 Einrichtungen an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen im Bundesgebiet. Nur wenige Hochschulen - Ursula Bade-Becker von der Universität Bielefeld schätzt ca. 10 bis 15 Prozent - haben diesen Bereich noch nicht erschlossen. Die "Universitäten drängen auf den Markt für Seminare und Trainings", sagt die Geschäftsführerin der Poensgen-Stiftung, Maren von der Fenn. Doch "bis aber die Universitäten vollwertige Spieler auf dem Weiterbildungsmarkt sind, wird dennoch einige Zeit vergehen."

Tatsächlich hat die Zahl der Angebote, die Angebotsvielfalt und die Bedarfsorientierung der Angebote in den letzten 15 Jahren erheblich zugenommen. Dies darf allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass den Weiterbildungsaktivitäten der Hochschulen sowohl gemessen an dem gesamten Spektrum der klassischen Hochschulaufgaben (Lehre, Studium, Forschung) als auch an der absoluten Zahl von Weiterbildungsangeboten in Deutschland und den anderen deutschsprachigen Ländern bis heute noch keine zentrale Bedeutung zukommt. Das gilt ungeachtet der Tatsache, dass Weiterbildung an einzelnen Hochschulen aufgrund jeweils besonderer Umstände inzwischen einen beachtlichen Stellenwert einnimmt oder sogar bestimmend ist (z. B. Technische Universität Kaiserslautern, Donau-Universität Krems).

Der Anteil der Hochschul-Weiterbildungsangebote am Gesamt-Weiterbildungsmarkt ist gering: Nach Angaben im aktuellen, 2006 erschienenen "Berichtssystem Weiterbildung IX - Integrierter Gesamtbericht zur Weiterbildungssituation in Deutschland" ist der Anteil der Hochschulen von vier Prozent (1991-2000) auf zwei Prozent (2003) an allen Teilnahmefällen gesunken (S. 284).

Indes wird das Potenzial, das die Hochschulen mit ihren Weiterbildungsangeboten haben, hoch eingeschätzt: "Der Bedarf an wissenschaftlicher Weiterbildung nimmt zu", sagt Prof. Dr. Peter Faulstich, Lehrstuhl für Erwachsenenbildung/Weiterbildung der Universität Hamburg und Vorsitzender der DGWF. Und: "Zunehmend versuchen die Hochschulen diese Potentiale für die eigene Entwicklung zu nutzen. Ein aktivierender Faktor liegt angesichts drastisch knapper werdender öffentlicher Mittel für die Bewältigung der Kernaufgaben von Forschung und Lehre darin, Weiterbildungsaktivitäten als Instrument der Ressourcengewinnung zu nutzen."

Allerdings führen Expansion und Diversifikation auch zur Unübersichtlichkeit und Undurchschaubarkeit insbesondere auf Seiten der potenziellen Nutzer von Hochschulweiterbildung. Markttransparenz ist deshalb ein Gebot der Stunde. Das gilt im Übrigen für das gesamte Bildungswesen. Datenbanken (s. u. Weblinks) können hier für mehr Markttransparenz führen.

Literatur


Weblinks


Bildung

 

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