Unter Wirtschaftswachstum versteht man die relative Änderung der Wirtschaftskraft einer Volkswirtschaft von einer Periode zur nächsten. Als Maßstab dient in Deutschland normalerweise das Bruttoinlandsprodukt (BIP) oder das Bruttonationaleinkommen (früher Bruttosozialprodukt bzw. BSP).
Das Wirtschaftswachstum ist in Deutschland aufgrund seiner angenommenen Wichtigkeit als eine Grundbedingung im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (StWG) rechtlich verankert, auch wenn es schlecht erzwingbar ist.
Es gibt Unterschiede in der Berechnung des Wirtschaftswachstums in verschiedenen Regionen, weshalb die Werte international nicht problemlos miteinander verglichen werden können.
Intensives Wachstum liegt nur vor, wenn das Pro-Kopf-Einkommen steigt.
Die Wachstumstheorie hat zahlreiche Modelle zum Wirtschaftswachstum hervorgebracht. So z. B.
Die drastischsten Szenarien sind bislang nicht im befürchteten Ausmaß eingetreten. Am deutlichsten wahrnehmbar ist wohl die globale Erwärmung, die nach gegenwärtigem Stand des Wissens maßgeblich aufgrund des zunehmenden Kohlendioxidgehalts der Atmosphäre durch menschlichen Einfluss mitbestimmt wird - die aber von den Autoren der Studie bei der Erstellung der Szenarien noch nicht einmal berücksichtigt worden ist.
In zwei weiteren Publikationen, "Die neuen Grenzen des Wachstums" von 1992 und "Limits to Growth: The 30-Year-Update" von 2004 errechneten die Autoren weitere Szenarien mit aktualisierten Daten. In der jüngsten Publikation spielt besonders das Konzept des ökologischen Fußabdrucks sowie die Vorstellung von Überschreitung und Kollaps ("overshoot and collapse") eine große Rolle. Danach befindet sich die Erde derzeit in einem Zustand der Überbeanspruchung, der nicht lange aufrecht erhalten werden kann und der auch bei konsequent eingeführten Umweltstandards je nach Szenario wahrscheinlich zwischen 2040 und spätestens 2100 zu nicht kontrollierbaren Rückgängen an Produktion, Lebenserwartung, Wohlstand und Bevölkerungszahl führen wird. Um dieses Szenario zu verhindern wurde das Konzept der nachhaltigen Wachstumsrücknahme entwickelt, welches konkrete Maßnahmen vorschlägt um einen Kollaps zu vermeiden.
Kritiker des Club of Rome verweisen hingegen darauf, dass Wohlstand den Menschen die Möglichkeit gibt, sich
In der Wirtschaftsgeschichte spricht man von einem gravierenden Umbruch, den man mit der neolithischen Revolution (von der Jäger- und Sammlergesellschaft zur Agrargesellschaft) und der industriellen Revolution vergleicht.
Durch den Wandel zur postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft gibt es bei vielen Menschen Zweifel, ob Wachstumsraten wie im 20. Jahrhundert langfristig möglich sind. Wachstum ist erst seit der Entstehung der Industriegesellschaft ein deutlich spürbares Phänomen. In der Agrargesellschaft war Wachstum noch kaum spürbar. Langfristiges Wachstum liegt primär nach einer Theorie an der Rationalisierung bzw. dem technischen Fortschritt. Der technische Fortschritt spielt aber bei Dienstleistungen und Wissensproduktion Wachstumskritikern zufolge nicht so eine grosse Rolle wie in der Industrie.
Auf der anderen Seite scheint die Wissensgesellschaft auch Fortschritte bei Dienstleistungen und Wissensproduktion zu ermöglichen - immer mehr Informationen und Leistungen können immer schneller abgerufen, genutzt und gesteigert werden. Das wirkt sich teilweise auch auf Produktionsprozesse aus, wenn neue Märkte immer schneller gesättigt werden. Dauerte es noch 50 Jahre bis das Festnetz-Telefon vom Luxusartikel zum Standard in den meisten Haushalten avancierte, schaffte das GSM-Handy ähnliches in 10 Jahren. Mithin scheint das zunehmende Tempo des technologischen Fortschritts auch zunehmendes Wachstum zu ermöglichen, bis hin zu einem Phänomen namens Technologische Singularität.
Andererseits muss sich hohes Wachstum von Wissen, Produktion und Dienstleistungen nicht unbedingt in hohem Wirtschaftswachstum niederschlagen, da neue Märkte oft von sehr wenigen Menschen bedient werden können, alte Märkte der Rationalisierung unterliegen, und entsprechender Fortschritt demzufolge mit relativ konstanten Umsätzen einhergehen kann.
Die Goldene Regel der Akkumulation besagt, dass die BIP-Wachstumsrate gleich der Verzinsung des Produktionsfaktors Kapital sein sollte, also gleich der Profitrate oder gleich dem (langfristigen) Zinssatz. Die Differenz zwischen der Rate des Wirtschaftswachstums und dem herrschenden kurzfristigen oder langfristigen Zinssatz für verschiedene Länder ist in den Abbildungen dargestellt. Demnach lagen bis Ende der 70er Jahre die Zinssätze eher zu niedrig, ab den 80er Jahren eher zu hoch.
"Stetiges und angemessenes Wachstum" ist neben einem außenwirtschaftlichen Gleichgewicht, niedriger Arbeitslosigkeit und niedriger Inflation ein Eckpunkt des "magischen Vierecks", das im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967 verankert ist. Diese Bedingungen sollen der deutschen Wirtschaftspolitik einen Rahmen stecken und zu ausgelasteten Produktionsfaktoren führen.
Welche Wachstumsrate "angemessen" ist, lässt sich nicht pauschal festsetzen. Ein Wachstum von knapp 3% wird jedoch unter Wirtschaftswissenschaftlern als nötig angesehen, um langfristig die Arbeitslosigkeit abzubauen und auf das natürliche Niveau zurückzuführen. Diese Annahmen beruhen auf dem Okunschen Gesetz, der einen empirischen Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit ermittelte. Über die Phillips-Kurve können diese Werte mit der Inflation verbunden werden; jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen.
"Stetiges" Wirtschaftswachstum bedeutet, dass die kurzfristigen Konjunkturschwankungen um den langfristigen Wachstumspfad so weit wie möglich vermieden werden sollen. Rezessionen sollen durch staatliche Intervention abgeschwächt und Boomphasen durch Haushaltskonsolidierung eingeschränkt werden. Diese Wirtschaftspolitik wirkt antizyklisch und wurde entscheidend durch den Keynesianismus geprägt.
Das Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik Deutschland beträgt durchschnittlich etwa 2-3%. In den letzten Jahren hat es jedoch stark nachgelassen. Im Jahre 2004 betrug das reale Wirtschaftswachstum Deutschlands 1,6%.
Das Durchschnittswachstum aller westlichen Industrieländer betrug 1,5% im gesamten 20. Jahrhundert.
Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik scheint dort recht erfolgreich zu sein, wo noch viele Investitionen zu tätigen sind, die von der Wirtschaft mangels einziehbarem Gewinn nicht getätigt werden - also z. B. Straßenbau. Marktwirtschaft mit geringen Subventionen scheint dagegen unter allen anderen Bedingungen recht positive Resultate zu produzieren, wenn auch mit Schwankungen. Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik hat dagegen bislang noch nicht mit besonders hohem Wachstum aufwarten können, hat dafür aber Vorteile im sozialen Bereich.
Demokratie, Markt und Wettbewerb scheinen sehr nützlich dabei zu sein, schädliche Extreme in alle Richtungen zu reduzieren und gelten daher vielerseits als wichtige Voraussetzungen für dauerhaftes angemessenes Wirtschaftswachstum.
Die Beschäftigungsschwelle liegt in Deutschland bei rund 2% Wirtschaftswachstum. Durch die sogenannten Hartz-Reformen wird von den meisten Ökonomen ein Absinken der Beschäftigungsschwelle erwartet. Grund dafür ist die Annahme, dass durch die Reform auch entstehende unattraktivere Stellen angenommen werden.
Ein zentrale Rolle spielt das Wirtschaftswachstum in der Theorie der Freiwirtschaftslehre, nach der dem Kapitalismus ein Zwang zum Wachstum innewohne. Die Freiwirtschaftslehre spielt jedoch heute kaum eine Rolle mehr.
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