Der Begriff Wirtschaft (Wortbedeutung: "Wert schaffen") umschreibt alle Einrichtungen und Handlungen von Menschen mit dem Ziel, die in der Umwelt vorhandenen Ressourcen und die vom Menschen geschaffenen Ressourcen zur Befriedigung ihrer materiellen und immateriellen Bedürfnisse zu nutzen und zu fördern.
Wirtschaft ist das deutsche Wort für oikonomia (griech.), das im antiken Hellas und Rom die Verwaltung des Haushaltes (Oikos) bezeichnete. Wirtschaft wurde traditionell als übergreifende Bezeichnung für die Verbindung der so genannten Wirtschaftsfaktoren Boden, Rohstoffe, Handel, Arbeit und Kapital verwendet. Moneybillscoins3.jpg
Der Mensch hat schon früh damit begonnen zu wirtschaften. Zum Beispiel waren dies für sesshafte Bauern die Landwirtschaft betrieben. In der Jungsteinzeit begann der Mensch mit Tauschhandel.
Grundlegende Wirtschaftstheorien entstanden im Eindruck der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, so von Karl Marx und Friedrich Engels; Schriftsteller wie Emile Zola und Mark Twain schilderten Wirkungen des Kapitalismus. Anfang des 20. Jahrhunderts beschrieben Max Weber, Rudolf Steiner und Werner Sombart auf kritische Weise die Folgen der Industrialisierung. Die Begriffe Entfremdung und Ausbeutung der Arbeit gehören seitdem zum Grundvorwurf gegen jede wirtschaftliche Entfaltung.
Neben dem insbesondere von Milton Friedman vertretenen Wirtschaftsliberalismus stehen im Mittelpunkt der heutigen Wirtschaftsdiskussion Globalisierung, Ökologie und Massenarbeitslosigkeit sowie die Diskussion um das Grundeinkommen.
Das heutige Stadium der Wirtschaft in den westlichen Industrieländern, das durch eine historisch einmalig hohe Versorgung mit Gütern charakterisiert ist, wird als „postindustriell“, „postmaterialistisch“ und „postmodern“ bezeichnet. Im Zusammenhang mit Erscheinungen wie der sogenannten New Economy und der sogenannten Freeware (Waren und Software, die umsonst abgegeben werden) fanden u.a. in den Werken von Norbert Bolz, Ulrich Beck und Peter Sloterdijk verschiedene umstrittene Interpretationen der heutigen Wirtschaft statt.
Darauf aufbauend wird eine Wirtschaft entwickelt, die bereits vorhandene Güter in andere Güter umwandelt. Dieser Bereich wird als "gewerbliche Wirtschaft" bezeichnet und umfasst Handwerk und Industrie.
Der Bereich der Dienstleistungwirtschaft umfasst ein weites Spektrum an immateriellen Gütern für Industrie und Konsumenten. Hierzu zählen auch die Wirtschaftsbereiche des Handels und die Verkehrswirtschaft. In der modernen Wirtschaft wird zudem oftmals die Informationswirtschaft als neuer, eigenständiger Bereich aufgeführt, der die Versorgung von Organisationen und Menschen mit den richtigen Informationen zur gewünschten Zeit sicherstellen soll. In jüngster Zeit ist daneben der Bereich der Kultur- oder Kreativwirtschaft Gegenstand wirtschaftswissenschaftlicher Forschung und wirtschaftspolitischer Initiativen.
Die Produktionsüberschüsse der Subsistenzwirtschaft wurden dem Tauschhandel zugeführt, z.B. auf einem Markt. Auf der Basis größerer sozialer Gemeinschaften können einzelne Menschen durch Spezialisierung und Arbeitsteilung sich auf die Produktion oder Umwandlung bestimmter Güter konzentrieren und damit ihre Produktivität steigern. Die Befriedigung der Bedürfnisse verlagert sich dabei von der Selbstversorgung auf den gegenseitigen Austausch dieser Güter durch Handel. Das Prinzip dieser Tauschwirtschaft ist die Grundlage für praktisch alle Wirtschaftsformen, die über Subsistenzwirtschaft hinausgehen.
Die meisten modernen Wirtschaftsformen lassen sich grundsätzlich weiter in die Bereiche Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft aufteilen. Die ursprüngliche Naturalwirtschaft ermöglicht den Austausch von Gütern nur zwischen Personen, die gegenseitig über Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse des jeweils anderen verfügen. Die Geldwirtschaft führt das neutrale Tauschmittel Geld ein, das die Suche nach einem geeigneten Tauschpartner erleichtert.
Die Realität zeigt heute in den meisten großen Wirtschaftsnationen einen überwiegenden Anteil an Geldwirtschaft. Dabei ist jedoch in den meisten Fällen auch ein oftmals nicht unbedeutender Teil an Naturalwirtschaft zu beobachten, der auf dem Austausch von gegenseitigen Leistungen basiert. Insbesondere in Vereinen, sozialen Organisationen, aber auch im Bereich der Schwarzarbeit lassen sich noch heute oftmals Tauschgeschäfte ohne Verwendung von Geld feststellen.
Der Bereich der Geldwirtschaft kann zudem grob weiter unterteilt werden in Marktwirtschaft und Planwirtschaft. Dabei überlässt die Marktwirtschaft den Beteiligten das eigenverantwortliche Handeln. Am freien Markt soll ein optimaler Ausgleich zwischen Bedürfnissen und Gütern erreicht werden.
In der Planwirtschaft hingegen soll mit Hilfe einer zentralen Planung die gerechte Verteilung der produzierten Güter entsprechend den ermittelten Bedürfnissen der Menschen erfolgen. Der private Besitz von Produktionsmitteln ist hierbei nicht zulässig.
In der Realität lassen sich in den meisten Wirtschaftssystemen Elemente beider Ansätze finden. So sind auch in den westlichen Dienstleistungsnationen stets einzelne Wirtschaftsbereiche planwirtschaftlich abgedeckt worden, beispielsweise das Postwesen. Auch gelten heute in praktisch allen modernen Wirtschaften die Güter "Sicherheit" und zumindest in großen Teilen "öffentlicher Verkehr" als Aufgabe des Staates und werden zentral verwaltet. Um trotz des planwirtschaftlichen Ansatzes die Vorteile der Marktwirtschaft zur Optimierung des Mitteleinsatzes zu nutzen, wird vermehrt zur Form des regulierten Marktes gegriffen, in dem die Beteiligten weitgehende wirtschaftliche Freiheit genießen, aber gewissen staatlichen Kontrollen, z.B. der Erbringung von Mindestleistungen zu festgelegten Preisen, unterworfen sind.
In Westeuropa ist oftmals von sozialer Marktwirtschaft die Rede. Dieser Begriff wurde weitgehend von Ludwig Erhard, dem ersten deutschen Bundeswirtschaftsminister nach dem Zweiten Weltkrieg und späteren Bundeskanzler, in den 1950er Jahren geprägt.
Die Volkswirtschaftslehre untersucht gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge in der Mikroökonomie als Resultat rationaler Entscheidungen individueller Akteure (Haushalte, Unternehmen) und in der Makroökonomie als Ergebnis des systematischen Zusammenspiels gesamtwirtschaftlicher Aggregate (gesamtwirtschaftliche Nachfrage, Investitionen, Preisniveau etc.).
Die Betriebswirtschaftslehre befasst sich mit dem Verhalten einer wirtschaftlichen Einheit, dem Unternehmen, im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten und Mittel.
Als Begründer der modernen Wirtschaftswissenschaften wird zumeist der Schotte Adam Smith angesehen, der 1776 sein Buch An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations veröffentlichte. Dort kritisierte Smith den bis dahin zumeist vorherrschenden Merkantilismus. Sein weit verbreitetes Werk fand in Großbritannien und den USA große Anerkennung und vermittelte erstmals die Idee einer neuen Wissenschaftsrichtung zur Untersuchung des wirtschaftlichen Handelns. Smith brachte insbesondere bereits existierende Ideen der Gewaltenteilung von Montesquieu und die Ideen des Historikers David Hume über menschliche Motive und Handlungsweisen zusammen.
Die moderne Volkswirtschaftslehre beruht zum einen auf den Untersuchungen und Veröffentlichungen von John Maynard Keynes, der in seinem umstrittenen Werk The Economic Consequences of the Peace die Reparationszahlungen nach dem 1. Weltkrieg als Ruin für die Volkswirtschaft Deutschlands kritisierte. Vor allem seine Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes dominierte über mehrere Jahrzehnte die makroökonomische Diskussion. Neben dieser nachfrageorientierten (keynesianischen) Volkswirtschaftslehre hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend eine angebotsorientierte Orientierung (Monetarismus) Verbreitung und Anerkennung gefunden, die auf den Ökonomen Milton Friedman zurückgeht. Im wirtschaftspolitischen Bereich wurden diese angebotsorientierten Sichtweisen am deutlichsten in England von der Premierministerin Margaret Thatcher (Thatcherismus) und in den USA von dem Präsidenten Ronald Reagan (Reaganomics) umgesetzt.
In den Wirtschaftswissenschaften wird heute meistens davon ausgegangen, dass die Bedürfnisse des Menschen theoretisch unbegrenzt sind. Da die Mittel zur Befriedigung dieser Bedürfnisse jedoch begrenzt sind, können zwangsläufig nicht alle Bedürfnisse befriedigt werden. Die Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse sind also knapp (Prinzip der Güterknappheit), die Wirtschaft umschreibt in dieser Sicht die Aufgabe, die vorhandenen Güter optimal zu nutzen.
"Dauerhafte Entwicklung" bzw. "Nachhaltigkeit" vernetzt folgende Gesichtspunkte:
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