Winnetou (lt. Karl May indianisch: brennendes Wasser) ist eine berühmte Gestalt aus dem gleichnamigen vierteiligen Roman und anderen Werken von Karl May, die im Wilden Westen spielen. Bei dieser Figur handelt es sich um einen fiktiven Häuptling der Mescalero-Apachen. Winnetou verkörpert den edlen, guten Indianer und kämpft mit seiner „Silberbüchse“ auf seinem Pferd Iltschi für Gerechtigkeit und Frieden.
An dem Tag, an dem sie gemartert werden sollen, erfahren die Weißen, dass Old Shatterhand um ihr Leben kämpfen soll. Er muss mit Intschu-tschuna um sein Leben schwimmen. Durch eine List, er stellt sich als vollkommenen Idioten hin, gewinnt Old Shatterhand den Kampf, und die Weißen bis auf Rattler sind frei. Old Shatterhand zeigt Winnetou die Haarsträhne, die er ihm abschnitt, als er ihn im Lager der Kiowas befreite. Danach kommt es zur Blutsbrüderschaft zwischen Old Shatterhand und Winnetou.
Zuvor lähmt Old Shatterhand noch Tangua, den Häuptling der Kiowas, in einem Duell. Tangua hat Old Shatterhand mehrfach beleidigt und kann nun dem Duell nicht mehr ohne Ehrverlust ausweichen. Abwechselndes Schießen auf 100 Schritt Entfernung, Tangua beginnt. Old Shatterhand kündigt an, Tangua nicht töten zu wollen, sondern nur ins linke Knie zu schießen. Da Tangua Old Shatterhand nicht glaubt, stellt er sich seitlich, was zur Folge hat, dass beide Knie zertrümmert werden und Tangua Old Shatterhands Todfeind wird.
Winnetou lehrt jetzt Old Shatterhand alles, was er noch nicht weiß, aber als Westmann braucht. In dieser Zeit verliebt sich Nscho-tschi in Old Shatterhand. Dieser verweist aber auf den christlichen Glauben und die kulturelle Erfahrung, die eine Frau haben müsse, wenn ein Christ sie heirate. Daraufhin wird von Intschu-tschuna beschlossen, dass seine Tochter in den Osten darf, um die Kultur der Weißen zu lernen. Gleichzeitig erhält Old Shatterhand von Intschu-tschuna großzügig die Erlaubnis, unterwegs die unterbrochene Vermessung der Bahnstrecke zu beenden, um seinen Lohn beanspruchen zu können. Um das notwendige Geld für Nscho-tschis Aufenthalt zu besorgen, reiten die Apachen anschließend zum Nugget Tsil, da sie dort eine Goldader kennen. Auf dem Weg zur Fundstätte werden sie von dem Banditen Santer nebst Kumpanen überfallen. Dabei werden Intschu-tschuna und Nscho-tschi getötet. Da Santer nicht gefasst werden kann - nur seine Gehilfen werden von Old Shatterhand erschossen - trennen sich Winnetou und Old Shatterhand. Während Winnetou dem Mörder nachjagt, reitet Old Shatterhand zunächst nach St. Louis und geht anschließend nach Afrika, um mit Sir Emery Bothwell die Gum zu jagen (Band 10 - „Sand des Verderbens“). Winnetou kehrt als neuer Häuptling mit der Silberbüchse seines Vaters zu den Apachen zurück. Karl May Museum Gewehre.jpg
In diesem Band, der als wahre Reiseerzählung betrachtet werden kann, führt es den Ich-Erzähler Old Shatterhand kreuz und quer durch die USA. Zunächst verfolgen er und Winnetou noch den Mörder Santer, müssen sich dann aber trennen, und man erfährt dann wie Old Shatterhand über St. Louis nach New Orleans gelangt, von wo er nach Europa zurück segeln will.
Da er aber kurz nach Verlassen des Hafens in einen Hurrikan gerät und dabei seinen gesamten Besitz verliert, verschlägt es ihn zunächst nach New York, wo er – um sich das Geld für die Überfahrt zu verdienen – einen Job als Detektiv annimmt. Nach mehreren erfolgreich gelösten Fällen, über die man nichts weiter erfährt, wird er damit beauftragt, einen dem Wahnsinn verfallenen Bankierssohn, der einem Betrüger in die Hände gefallen ist, zu seinem Vater zurück zu bringen.
Bei der Verfolgung der beiden gelangt er wiederum nach New Orleans, wo er den Westmann Old Death kennenlernt. Dieser erkennt sofort, ohne die Identität des Erzählers zu kennen, warum dieser in New Orleans ist, hält ihn aber, wie sein alter Freund Sam Hawkens, für ein Greenhorn. Ihre Wege trennen sich bald wieder, und Old Shatterhand und der Betrüger begegnen sich. Dieser erkennt aber Old Shatterhand und kann sich noch rechtzeitig wieder in Richtung Rio Colorado absetzen.
Auf dem Weg dort hin treffen sich Old Death und Old Shatterhand wieder, und Old Death gewinnt nun dessen Vertrauen und bietet seine Hilfe an. Bei der Verfolgung kommt es dann zunächst zu einer kurzen Wiedersehen mit Winnetou, der aber gegenüber Old Death, der ihn kennt, so tut, als kenne er Old Shatterhand nicht. Nach einem Konflikt mit Mitgliedern des Ku-Klux-Klans, den die beiden Olds fast im Alleingang lösen, erfahren sie, dass die beiden Gesuchten auf dem Weg nach Mexiko sind. Bei der Verfolgung entdecken sie diese in einem Trupp Komantschen, der seinerseits von den Apachen und Winnetou in eine Falle gelockt worden ist. Old Death, der sowohl mit den Apachen als auch Komantschen befreundet ist, versucht die Komantschen zur Aufgabe zu überreden, scheitert dabei aber, so dass sich die beiden Olds mit weiteren zwischenzeitlich zu ihnen gestoßenen Weißen zu den Apachen absetzen. Leider haben Winnetou und seine Apachen die schon zuvor zu ihnen gewechselten Verfolgten laufen lassen, so dass sich die beiden Olds erneut veranlasst sehen, die Apachen zu verlassen.
Schließlich gelingt es aber doch, die beiden zu stellen, allerdings wird Old Death dabei versehentlich erschossen. Damit endet der erste Teil des 2. Bandes. Der Ich-Erzähler berichtet dann, wie er zurück nach St. Louis reist, dort den berühmten Henry-Stutzen erhält und dann nach Afrika reist. Nach seiner Rückkehr macht er sich auf Winnetou zu suchen, findet ihn auch bald, trennt sich aber dann, um einen Goldtransport zu begleiten. Im dann beginnenden zweiten Teil des Bandes lernt er den Jungen Harry kennen, den er etwas später – gegen seinen Willen – aus dem Inferno einer brennenden Ölquelle rettet. Auf seinem weiteren Weg trifft er dann wieder Winnetou und den berühmten Westmann Old Firehand.
Sie retten einen Zug vor den Ponkas, gelangen in Old Firehands Trapper-Festung, wo Old Shatterhand auch Harry wiedertrifft, der sich als Sohn Old Firehands und Ribannas entpuppt, die auch von Winnetou geliebt wurde (die einzige Parallele zur Filmversion), aber der zu Gunsten seines Freundes Old Firehand auf sie verzichtete (dies und der Tod Ribannas spielt aber vor den in Band 1 und 2 erzählten Geschichten). Nachdem sie – wenn auch unter schweren Verlusten – einen Angriff der Ponkas abgewehrt haben, machen sich Old Shatterhand und Winnetou auf, einen Händler zu suchen, um ihm die von den Trappern erbeuteten Felle anzubieten. Dabei geraten sie vorübergehend in die Gefangenschaft ihres alten Feindes Santer, der sie aber wieder laufen lässt, weil er es auf die Felle abgesehen hat. Santer entgeht aber einer Falle durch eine Dummheit Sam Hawkens, so dass sich am Ende die Wege von Winnetou und Old Shatterhand wieder trennen.
Wieder einmal stiften habgierige Banditen Unfrieden zwischen Siedlern und Indianern. Nicht nur, dass sie die lebensnotwendigen Büffel abschlachten, sie bringen auch den Häuptling der Jicarilla-Indianer Weißer Büffel mit Alkohol dazu, bereits den Siedlern versprochenes Land wieder zurückzufordern. Old Shatterhand und Winnetou sind auf dem Weg zum Gouverneur, als sie von den Banditen, unter ihrem Anführer Rollins, in einem Steinbruch überfallen werden. Glücklich dem Anschlag entronnen, findet Old Shatterhand in Santa Fe heraus, dass hinter den Banditen der habgierige Geschäftsmann Vermeulen steckt, der das Land der Mescalero-Apachen haben will und Rollins zu weiteren Anschlägen auf Winnetou aussendet.
Zweimal kann Winnetou den Anschlägen nur knapp entkommen. Als Winnetou und Old Shatterhand im Lager der Jicarillos Frieden stiften wollen, bringt Rollins den von ihm ermordeten Häuptlingssohn ins Lager und zeigt als Tatwaffe ein Messer vor, das Winnetou zuvor auf seiner Flucht verloren hatte. Prompt landen die beiden Helden am Marterpfahl der Jicarillos und können in der Nacht nur durch den Einsatz von Sam Hawkens befreit werden. Während Old Shatterhand in Clinton um Hilfe des Gouverneurs telegrafiert, bringt sich Winnetous Stamm bei den Höhlen am Nugget-Tsil in Sicherheit. Bald darauf werden sie auch schon von Rollins und seinen Banditen dort angegriffen. Old Shatterhand kann die gerade noch rechtzeitig eintreffende Kavallerie davor warnen, in einen Hinterhalt der Banditen und Jicarillos zu geraten, bevor ein heftiger Kampf entbrennt. Auf einem Felsvorsprung wehren Old Shatterhand, Sam Hawkens und Winnetou die Banditen ab, während sich Rollins im Rücken anschleicht, um Old Shatterhand aus dem Hinterhalt zu ermorden. Winnetou bemerkt Rollins und wirft sich im Moment des Schusses auf Old Shatterhand dazwischen. Er wird tödlich getroffen. Rollins wird auf seiner Flucht von den Mescaleros getötet.
Unter dem Titel „Die ewigen Jagdgründe“ plante dann 1936 die Wien-Film AG eine weitere Umsetzung des Winnetou-Stoffes, für die der Regisseur Helmut Käutner vorgesehen war. Ein Drehbuchentwurf war allerdings erst 1942 fertig. Für die Hauptrolle war Hans Albers vorgesehen und dieser hatte auch schon seine Zustimmung mitgeteilt. Der Film sollte über fünf Millionen Reichsmark kosten und wurde von Reichsminister Joseph Goebbels 1944 persönlich in „die ewigen Jagdgründe“ geschickt. Fast zeitgleich befasste sich die „Bavaria Filmkunst GmbH“ 1939 mit einer Verfilmung, in der Luis Trenker als Regisseur tätig werden sollte und für die als Hauptdarsteller Herbert Dirmoser von der Felsenbühne Rathen im Gespräch war.
1939 startete dann die „Tobis Filmkunst GmbH“ in Berlin einen weiteren Versuch, an dem der Sensationsdarsteller Harry Piel beteiligt werden sollte. Ein letzter zaghafter Versuch erfolgte 1949 von der Willy Zeyn-Film GmbH, Berlin, in der wiederum Hans Albers als Hauptdarsteller mitspielen sollte.
2001 drehte Michael Herbig den Comedystreifen "Der Schuh des Manitu". Dieser Film ist in weiten Teilen eine Parodie auf die Winnetou-Filme.
Im Roman „Winnetou 1. Teil“ pflegt sie den gefangenen Old Shatterhand und verliebt sich in ihn. Ihr Vater will ihr eine Ausbildung in St. Louis ermöglichen. Auf dem Weg zu einem versteckten Goldlager am „Nugget-Tsil“ werden Nscho-tschi und ihr Vater vom Banditen Santer ermordet.
In der Verfilmung von Winnetou 1. Teil wird Nscho-tschi von der französischen Schauspielerin Marie Versini dargestellt. Diese Rolle wiederholte sie 1966 in Winnetou und sein Freund Old Firehand, der jedoch auf keinem Buch von Karl May basiert.
In der Zeichentrickserie WinneToons werden Abenteuer mit Winnetou, Old Shatterhand und Nscho-tschi aus der Zeit zwischen der Blutsbrüderschaft von Winnetou und Old Shatterhand bis zu den Ereignissen am „Nugget-Tsil“ mit Santer erzählt (diese beruhen allerdings ebenfalls auf keiner Buchvorlage).
Winnetou | Winnetou | Vinnetou | Winnetou | Winnetou | Winnetou | Виннету | Vinetou | Винету
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Winnetou".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world