Winglets sind die an den Enden der Tragflächen von Flugzeuge angebrachten Anbauten, die Wirbelschleppen vermindern und damit die Effizienz eines Flugzeugs steigern.
Anordnung
Boeing_737-33A_-_Air_Plus_Comet_-_001.jpg
Diese zeigen entweder
nach oben, wie etwa bei:
- Airbus A330, Airbus A340 oder Airbus A350
- Boeing 727-200 (nachrüstbar), 737NG (nicht serienmäßig, bei 737-600 und 737-900 nicht verfügbar), Boeing BBJ, Boeing 757 (nachrüstbar, bis jetzt nur bei Continental Airlines und Icelandair), Boeing 747-400 und Boeing 787-3 (werden von Boeing wegen ihres fließenden Übergangs Blended Winglets genannt, bis auf die der Boeing 727 und 747, welches klassische "eckige" Winglets sind)
- Bombardier CRJ
- Embraer ERJ 170/175/190/195
- Tupolew Tu-204, Tupolew Tu-214 und Tupolew Tu-334
- Iljuschin Il-96.
Oder sie sind nach oben und unten ausgerichtet, wie etwa bei
Oder sie sind verlängerte, horizontal gepfeilte Flügelspitzen:
R54e.jpg
Funktion und Aufgabe
Boeing 747 Flügel.jpg mit "klassischem" (eckigem) Winglet]]
An der Tragflächenhinterkante bilden sich
Wirbel, da
Luft von der Unterseite der Tragflächen, wo Überdruck vorliegt, um die Tragflächenenden herum nach oben fließt, wo Unterdruck herrscht. Die Wirbel sind an der Flügelspitze am stärksten und rollen sich (je nach Flugzustand) zu einem mehr oder weniger starken Randwirbel auf. Die Wirbel induzieren am Ort des Flügels eine Abwärtsgeschwindigkeit, wodurch der
induzierte Luftwiderstand entsteht. Winglets reduzieren nun den Einfluss dieser Wirbel, indem sie den Randwirbel zerteilen (ein Teil geht am Flügel-Winglet-Übergang ab, ein Teil an der Wingletspitze) und durch ihre Profilgebung nach außen ablenken. Die Gesamtstärke der Wirbel bleibt dabei gleich. Winglets sollen damit den
Treibstoffverbrauch zwischen 5 und 10 Prozent senken.
Zusätzlich verringern Winglets die Abrissgeschwindigkeit, also die Geschwindigkeit, die mindestens vorhanden sein muss, um einen für das Flugzeug nutzbaren Auftrieb an der Tragfläche zu erzeugen.
Winglets müssen für jedes Flugzeug unter Berücksichtigung der Flügelfläche und der voraussichtlichen Fluggeschwindigkeiten angepasst werden. Zum Beispiel entwickelt die zusätzliche umströmte Fläche bei hohen Geschwindigkeiten mehr zusätzlichen Reibungs- und Druckwiderstand, als sie an induziertem Luftwiderstand einspart.
Geschichtliches
Auch wenn der Eindruck entsteht, dass
Winglets eine moderne Erfindung sind, so gab es bereits vor dem zweiten Weltkrieg Fluggeräte mit ähnlichen Flügelendstücken. Die Grundidee der Winglets wurde sogar schon 1897 patentiert.
Im Gegensatz zu diesen ursprünglichen Endscheiben an den Flügeln besitzen heutige Winglets spezielle Profile, was den Effekt deutlich verbessert.
Ursprung und Form
Auch wenn sie anders aussehen, sind Winglets von den Flügelspitzen der
Vögel abgeschaut. Lange Schwungfedern (
Welche auf diesem Foto sehr gut zu erkennen sind), die fächerförming und in der Höhe gestaffelt gespreizt werden, sorgen bei Vögeln für bessere
aerodynamische Eigenschaften. Versuche haben ergeben, dass schlaufenförmige Tragflächenenden, so genannte
Spiroids, eine weitere Treibstoffersparnis von bis zu 10 % ermöglichen.
Die bislang größten Winglets finden sich bei der Boeing 737-800 mit 2,40 Metern Höhe.
Kritische Betrachtung
Relativ unumstritten ist die Meinung unter Aerodynamikern, dass ein optimal entwickelter Flügel keine Winglets benötigt. Dies wird zum Beispiel dadurch gestützt, dass Winglets oft an bestehenden Flugzeugen in späteren Versionen nachgerüstet werden, um die sich nicht mehr auf dem neuesten Stand befindliche Aerodynamik des Flügels aufzuwerten. (Z.B. B737-600/700/800/900, B747-400)
Eine andere kritische Anmerkung:
Die durch das Winglet erzeuge Erhöhung der Streckung des Flügles kann als direkter Grund für den verringerten induzierten Widerstand angesehen werden. Daher hätte auch stattdessen beim Entwurf die Streckung des Flügels erhöht werden können.
Weblinks
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