Windows XP (interner Codename in der Entwicklungsphase: Whistler) ist ein Betriebssystem der Firma Microsoft. XP steht dabei für „eXPerience“ (engl. für Erfahrung, Erlebnis). Interpretiert man XP als griechische Buchstaben Chi und Rho (engl. ausgesprochen Cairo), ergibt sich eine Anspielung auf den Codenamen von Windows NT 5.0, das ursprünglich die Heim- und Profivarianten von Windows verschmelzen sollte.
Die auffälligste Neuheit in Windows XP ist die neue Benutzeroberfläche „Luna“, die im Auslieferzustand eine farbenfrohere Desktop-Oberfläche bietet, als dies bisher bei Windows der Fall war. Es steht aber wahlweise auch eine modifizierte Version der alten Oberfläche zur Verfügung („klassisch“).
Windows XP gibt es in mehreren Varianten:
Anders als in den vorherigen Windows-Versionen gibt es keine Server-Version von Windows XP. Die Serverprodukte zu Windows XP sind in der „Windows Server 2003“-Produktfamilie zusammengefasst. Allerdings war offenbar eine Serverversion in Planung, denn mittels eines in der Computerzeitschrift c't beschriebenen Hacks lässt sich das System so manipulieren, dass es intern „glaubt“, ein Serversystem zu sein. Das erlaubt Anwendern, Serversoftware wie z. B. die Windows Server Update Services zu installieren. Als Name gibt Windows dann an fast allen Stellen "Microsoft Code Name Whistler Server" aus, es kommt jedoch in Folge zu einer Vielzahl an Fehlermeldungen.
Die einzelnen Windows-Server-2003-Versionen gliedern sich in „Standard Edition“, „Enterprise Edition“, „Datacenter Edition“, „Web Edition“ und "Small Business Server", wobei die Datacenter Edition ausschließlich als OEM-Lizenz in Verbindung mit entsprechender Hardware erhältlich ist.
Um Benutzern das Installieren entsprechender Sicherheitsupdates zu erleichtern, stellt der Hersteller seit Windows ME eine Funktion zur automatischen Aktualisierung per Internet (automatische Updates) zur Verfügung. Dies erweitert die bisherige Strategie der Verbreitung von Service Packs und Hotfixes durch manuelles Herunterladen. Der automatische Prozess erleichtert und erhöht die Verteilung entsprechender Updates und kann in drei Stufen angepasst werden (Bestätigung des Downloads, Bestätigung der Installation, vollautomatisch), wird aber dennoch von vielen Benutzern vollständig deaktiviert, da sie dem Hersteller Microsoft beispielsweise in Bezug auf Datenschutz nicht vertrauen.
Siehe auch:
Eine Verteilung durch Dritte kann sicherheitstechnische Risiken erhöhen, etwa durch die Gefahr einer Infektion mit Malware.
Der Hersteller versucht diesen Verteilungsweg durch entsprechende Vertragsformulierungen einzudämmen, allerdings ist die rechtliche Wirksamkeit solcher Klauseln ungewiss. Dies hängt vor allem vom Privat- und Verbraucherschutzrecht des jeweiligen Landes ab.
Neben Spielen sind noch einige spezialisierte Büroanwendungen von international weniger bekannten Unternehmen sowie Schulsoftware nicht ohne weitere Konfiguration ohne Administratorrechte benutzbar, ein bekanntes Beispiel dafür ist „Lexware Quicksteuer 2005“. Ähnlich wie bei PC-Spielen kann man sich auch hier abhelfen; so muss dem Eingeschränkten Benutzer Schreibzugriff auf den Ordner, in dem Lexware die Datenbank für Quicksteuer einrichtet, sowie auf den Ordner, in dem Projekte gespeichert werden, gestattet werden. Dies ist aber nur nach einem Windows-Neustart im abgesicherten Modus möglich.
Werden jedoch alle Anwendungen im Sicherheitskontext eines Administratorkontos ausgeführt, so hat auch Schadsoftware (Viren, Würmer, Trojaner, Spyware, Adware, usw.) alle Möglichkeiten, Veränderungen am System vorzunehmen. Oftmals werden diese Veränderungen so umgesetzt, dass der Anwender des befallenen Computers diese gar nicht bemerkt (z. B. wird eine Schadsoftware als System-Dienst eingerichtet und dann automatisch ständig ausgeführt). Dann kann die Schadsoftware beispielsweise den befallenen Computer verwenden, um ferngesteuert durch den Autor der Schadsoftware andere Systeme anzugreifen. Man spricht davon, dass der Computer zum Bot wird. So werden z. B. die meisten Werbe-E-Mails von solchen Bots aus versendet, ohne dass der Besitzer dies auch nur ahnt.
Es handelt sich hierbei aber nicht um ein prinzipielles Problem. Unter Windows XP (auch Windows 2000 und Windows NT) kann man sehr detailliert Berechtigungen auf Dateien und weitere Systemobjekte (z. B. Registry-Keys, Pipes etc.) vergeben.
Microsoft hatte die DirectX-Routinen entwickelt, die in das System integriert wurden. Diese ermöglichen die Umgehung der Systemservices und des Mikrokernels und damit einen Direktzugriff insbesondere auf die Grafikhardware. Der Programmierer kann daher Anwendungen, insbesondere Spiele, unabhängig von der eigentlichen Hardware entwickeln, die Geschwindigkeit ist aber trotzdem vergleichbar mit derjenigen auf den alten Systemen.
Eine weitere Ergänzung ist ein Kompatibilitätsmodus genanntes Personality, der bei Bedarf Routinen aus älteren Systemen emuliert. Damit soll das Ausführen von Programmen, die an Vorgängerversionen angepasst wurden, ermöglicht werden.
Andere Anwendungen nehmen den vollen Speicherschutz von Windows in Anspruch. Das System ist daher vergleichsweise zuverlässig und stabil.
Windows XP formatiert Partitionen genauso wie bereits Windows 2000 standardmäßig mit dem Dateisystem NTFS5. Für große Festplatten ist es möglich, die Verwaltung im Modus mit 48-bit-LBA zu aktivieren. Es ist auch in der Lage, mit FAT-Partitionen umzugehen.
Dieser Aufbau wird ganz wesentlich durch den Prozess der Hardwarezertifizierung unterstützt. Bei jeder neuen Version des Betriebssystems wird eine umfangreiche Liste kompatibler Hardware (HCL) veröffentlicht. Um in diese Liste aufgenommen zu werden, muss der Hersteller der Hardware in einem umfangreichen Test belegen, dass das Gerät und die eingesetzten Treiber tatsächlich mit Windows kompatibel sind. Wegen der großen Verbreitung von Windows investieren die Hersteller daher viel Zeit und Geld, um in die HCL aufgenommen zu werden. Tatsächlich hat Microsoft seine große Marktmacht dazu genutzt, die Durchsetzung von Hardware Standards wie ACPI, USB und AGP voranzutreiben. Dies ist für den Kunden von großem Nutzen, da er damit aus einer großen Anzahl von Herstellern auswählen kann und trotzdem die Sicherheit hat, dass seine neue Hardware mit der vorhandenen Software auch gut zusammenspielt. Natürlich ist auch dieser Prozess nicht perfekt und so kommt es u. U. dazu, dass als kompatibel klassifizierte Hardware trotzdem Probleme verursacht. Ein wesentlicher Störfaktor ist dabei das in die Jahre gekommene BIOS von Computern. Die BIOS-Landschaft ist recht uneinheitlich und wenig standardisiert. Windows XP ist aber an vielen Stellen noch auf die Funktionen des BIOS angewiesen. Intel hat daher in Zusammenarbeit mit anderen Herstellern einen Nachfolge-Standard für das BIOS entwickelt, das Extensible Firmware Interface ist fester Bestandteil der Itanium-Plattform und wird bereits von Windows Server 2003 Itanium unterstützt, für Windows Vista, den Nachfolger von Windows XP ist eine Unterstützung des EFI auch für die X86- bzw. AMD64-Plattform geplant.
Mittlerweile ist darüber hinaus bekannt geworden, dass die Aktivierung bei Notebooks, deren Hardware nicht so ohne weiteres geändert werden kann, einige dieser Angaben nicht enthalten, wie etwa der Name der Grafikkarte.
Windows XP mangelt es nach Ansicht vieler Experten an Transparenz und Sicherheit. So mussten bereits unzählige Betriebssystemkomponenten durch Updates ausgetauscht werden und die genauen Abläufe sind selbst für Fachleute unverständlich, unter anderem weil sich das System ob seiner „Eigenarbeit“ nicht sehr kommunikativ verhält, oft mit der Begründung seitens Microsoft, zu viele Informationen würden die Benutzer verwirren.
Microsoft versucht jedoch seit geraumer Zeit durch Studien zu belegen, wie transparent sich die Produktaktivierung verhält und wie sie funktioniert. Der deutsche TÜViT hat die Anonymität des Aktivierungsverfahrens „bestätigt“, wobei TÜViT gerade an entscheidender Stelle nicht selbst nachprüfte, sondern den Angaben seines Auftraggebers Glauben schenkte.Gutachten zur TÜVit-StudieDeloitte-&-Touche-Studie zu Produktaktivierung und Datenschutz
Es dauerte nicht lange, bis sich Cracks für die Aktivierung fanden. Die geläufigsten Arten sind und waren:
Eine gewisse Berühmtheit in Insiderkreisen erlangte auch die mit der Buchstabenkombination „FCKGW“ beginnende Seriennnummer, die zusammen mit illegalen Kopien des Betriebssystems bereits 35 Tage vor dessen offizieller Veröffentlichung im Umlauf war. Mit Hilfe dieser Seriennummer ließen sich die ersten Versionen von Windows XP gänzlich ohne Produktaktivierung installieren. In neueren Versionen wird diese Seriennummer als ungültig erkannt. Auch lassen sich damit keine Updates durchführen.
Ungültige Seriennummern werden beim Windows Update durch ein ActiveX-Applet namens WGA (Windows Genuine Advantage) zurückgewiesen. Da in alternativen Browsern kein ActiveX unterstützt wird, musste man in der Vergangenheit hierzu eine ausführbare Datei namens "GenuineCheck.exe" herunterladen. Sie generierte eine Nummer, die man im Download Center und bei Windows Updates eingeben musste. Diese Nummer wurde aus der Seriennummer und einem Code, der in den Systemeigenschaften einzusehen ist, errechnet. Diese Methode wurde von Softwarepiraten schnell geknackt, indem der Windows-eigene Kompatibilitätsmodus genutzt wurde. Dieses Verfahren wurde durch eine ausführbare Datei namens "legitcheck.hta" ersetzt, die manuell heruntergeladen und ausgeführt werden muss. Mit ihr entfällt nunmehr die manuelle Eingabe einer Nummer.
Windows XP ist auch durch die Integration vieler Benutzeranwendungen, für die es einen gedeihenden Drittanbieter-Markt gab oder gibt, unter starke Kritik und strenge Beobachtung geraten. Solche Anwendungen sind zum Beispiel Media Player (Windows Media Player), Instant Messenger (Windows Messenger) oder die enge Bindung an das Microsoft-Passport-Netzwerk, welches von vielen Computer-Experten als ein Sicherheitsrisiko und eine potentielle Bedrohung der Privatsphäre angesehen wird. Dies wird ebenso als eine Fortführung von Microsofts traditionell wettbewerbsbeschränkendem Verhalten angesehen. Es sollte dennoch beachtet werden, dass Microsoft schon in früheren Windows-Versionen Funktionen von großen Drittanbieter-Märkten wie graphische Dateimanager, den TCP/IP-Stack oder Festplatten-Defragmentierer in das Betriebssystem integriert hat und damit nur geringen Protest ausgelöst hat. Microsoft argumentierte, dass solche Systemwerkzeuge nicht mehr Spezialanforderungen bedienten, sondern in den Bereich allgemeinen Interesses gerückt sind und damit ihre Existenzberechtigung als allgemeine Komponenten des Betriebssystems verdienen.
Die entscheidende Aggressivität Microsofts erkennt man deshalb auch dort, wo diese, andere und zukünftige Komponenten so in das System hineingewebt werden, dass sie nicht mehr trennbar sind (bewusst geschaffene Unmöglichkeit der Deinstallation) und laut Microsoft auch gar nicht mehr trennbar seien.
Microsoft erfüllte nur notdürftig und unwillig Gerichtsanordnungen bezüglich des Internet Explorers und anderer gebündelter Software durch Veröffentlichung eines Service Packs, das die Programmverknüpfungen und Icons zu dieser gebündelten Software entfernt. Es wird kritisiert, dass Microsoft diese Komponenten nicht vollständig entfernt, auch wenn dies technisch möglich sei. Microsoft rechtfertigt diesen Schritt mit der Tatsache, dass Schlüsselfunktionen von Windows von dieser Software abhängen (zum Beispiel das HTML-Hilfesystem und der Windows Desktop).
Ein weiterer Kritikpunkt an Windows XP und seinen Komponenten ist die Übermittlung von Daten an das Unternehmen. Windows sendet auch dann, wenn der Laie alle Bedienmöglichkeiten nutzt, regelmäßig und heimlich Daten an Microsoft. Laut Microsoft handelt es sich dabei um Daten, deren Art veröffentlicht sei, Kritiker bezweifeln dies jedoch. Keine Studie überprüfte bisher, welchen Inhalt diese Datenpakete tatsächlich haben. Kritiker befürchten, dass kaum nur die Daten übermittelt werden, die Microsoft offiziell zugibt; dafür seien die Pakete schlicht zu groß. Gegen eine Darstellung des SPIEGEL im Jahre 2002, dass der Mediaplayer die genutzten Medieninhalte in die USA übermittle, protestierte Microsoft nicht öffentlich.
Es gibt auch extreme Stimmen, die zur Diskussion stellen, ob Windows XP nicht gezielt als Programm zur Datenspionage entwickelt wurde (by design) M$ Windows XP Professional Bugging Device? (eng.)
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