Windisch ist eine politische Gemeinde im Bezirk Brugg des Kantons Aargau in der Schweiz. Sie ist bekannt als Standort des römischen Legionslagers Vindonissa und des Klosters Königsfelden.
Die Fläche der Gemeinde beträgt 491 Hektaren, davon sind 120 bewaldet und 211 Hektaren überbaut. Die höchstgelegene Stelle ist das 468 Meter hohe Hölzli, die tiefste Stelle ist der Zusammenfluss von Aare und Reuss auf einer Höhe von 328 Metern.
Nachbargemeinden sind Brugg im Westen und Norden, Gebenstorf und Birmenstorf im Osten, Mülligen im Südosten sowie Hausen im Süden. Windisch ist vollständig mit Brugg und Hausen zusammengewachsen.
Vindonissa.jpg]] Koenigsfelden1669.jpg im Jahr 1669]] Die dörflichen Siedlungen, die inmitten der Lagerruinen entstanden, gehörten schon vor dem Jahr 1000 zum Eigenamt, dem ältesten Besitz der Habsburger, deren Stammsitz ca. zwei Kilometer südwestlich von Windisch liegt. Am 1. Mai 1308 wurde König Albrecht unweit des Reussübergangs von seinem Neffen Herzog Johann von Schwaben ermordet. Zum Gedenken an diese Familientragödie stiftete die königliche Witwe Elisabeth ein Kloster, das Königsfelden genannt wurde. Das Kloster, in welchem Klarissen und Franziskaner lebten, erlebte unter Agnes von Ungarn, der Witwe des ungarischen Königs Andreas III., seine Blütezeit. 1397 schenkten die Habsburger dem Kloster das Eigenamt mit sämtlichen dazu gehörenden Herrschaftsrechten.
1415 wurde das Eigenamt ein Untertanengebiet der Stadt Bern und lag damit im so genannten Berner Aargau. Nach Einführung der Reformation im Jahr 1528 wurde das Kloster Königsfelden säkularisiert; Bern wandelte das Eigenamt in die Landvogtei Königsfelden um und übte nun sämtliche Rechte aus, ein Hofmeister übernahm die Verwaltung der ehemaligen Klostergüter. 60 Prozent der Bevölkerung fielen 1667 einer Pestepidemie zum Opfer. Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Windisch gehört seither zum Kanton Aargau.
1799 entstand eine Brücke über die Reuss, welche die Fähre an der Landstrasse zwischen Zürich und Basel ersetzte. 1804 übernahm das neu geschaffene Staatswesen das ehemalige Kloster Königsfelden; seit 1868 dient dieser Gebäudekomplex als Psychiatrische Klinik. 1828 errichtete der „Spinnerkönig“ Heinrich Kunz in Unterwindisch eine grosse Spinnerei, welche durch die Wasserkraft der Reuss angetrieben wurde; damit begann in Windisch das industrielle Zeitalter. Am 15. Mai 1858 wurde die Eisenbahnlinie von Baden her verlängert. Obwohl der Bahnhof auf Windischer Gebiet lag, wurde er nach der Nachbarstadt Brugg benannt. Mit fortschreitender Industrialisierung und Zuwanderung wurden die Flächen zwischen den einzelnen Ortsteilen mit Wohnsiedlungen überbaut.
Trotz des früh erfolgten Anschlusses ans Eisenbahnnetz ging es der Gemeinde finanziell schlecht. 1863 wurde ein 45 Hektaren grosser Teil des Gemeindebannes an Brugg verkauft. Kein sorgfältig überlegter Schritt; heute stehen dort der Bahnhof, ein Einkaufszentrum und mehrere Industriebetriebe. Windisch konnte diesen Bedeutungsverlust durch den Bau der Höheren Technischen Lehranstalt (aus der später die Fachhochschule Aargau) hervorging) wieder wettwachen. 1986 wurde das 2000-jährige Bestehen von Vindonissa/ Windisch gefeiert. Zwischen 1980 und 2000 nahm die Einwohnerzahl um über 12 % ab, hat sich seither jedoch wieder stabilisiert.
Das bedeutendste mittelalterliche Bauwerk ist das Kloster Königsfelden, dessen Bau 1308 auf Initiative der Habsburger erfolgte. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben und diente danach als Sitz der bernischen Landvögte. Seit 1868 wird der Gebäudekomplex als Psychiatrische Klinik genutzt. Der ehemalige Klosterpark und insbesondere die Kirche mit den kunsthistorisch wertvollen Glasgemälden aus dem 14. Jahrhundert machen Königsfelden sehenswert.
Der frühere Bischofssitz ist nicht erhalten geblieben. Um die Wende des 14. zum 15. Jahrhundert entstand die heutige Pfarrkirche, wobei verschiedene Teile eines Vorgängerbaus integriert wurden.
Das Museum Schürhof zeigt Wohnkultur und Gebrauchsgegenstände des Mittelalters, die im Haushalt, in der Landwirtschaft und im Gewerbe eingesetzt wurden.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1736 | 402 |
| 1815 | 661 |
| 1850 | 1287 |
| 1900 | 2389 |
| 1930 | 3585 |
| 1950 | 4363 |
| 1960 | 5377 |
| 1970 | 7444 |
| 1980 | 7598 |
| 1990 | 6915 |
| 2000 | 6650 |
Bei den letzten beiden Wahlen erzielten die Parteien folgende Sitzzahlen:
| Partei | 2001 | 2005 |
|---|---|---|
| SP | 11 | 13 |
| SVP | 10 | 10 |
| FDP | 8 | 7 |
| CVP | 6 | 6 |
| EVP | 5 | 4 |
Auch auf Gemeindeebene finden sich verschiedene Elemente der direkten Demokratie. So stehen der Bevölkerung fakultative und obligatorische Referenden, sowie das Initiativrecht zu.
Die fünf Gemeinderäte der Amtsperiode 2006-2009 sind:
1997 entstand in Windisch aus der Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) die technische Abteilung der Fachhochschule Aargau (ab 2006 Fachhochschule Nordwestschweiz). Bis 2010 sollen alle technischen Fachbereiche der Nordwestschweiz auf dem Gelände zwischen dem Bahnhof Brugg und dem Kloster Königsfelden konzentriert werden; unter dem Projektnamen "Vision Mitte" entsteht dadurch ein Campus für rund 2500 Studierende.
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