Windenstart.jpg Beim Windenstart mit Hilfe einer Seilwinde ein Fluggerät (Segelflugzeuge sowie Hängegleiter und Gleitschirme) über ein Seil in eine Höhe von 300 bis 400 Meter über Grund gezogen - abhängig von Schleppstrecke, Wind und Fluggerätetyp. Andere Startarten sind Flugzeugschlepp und Eigenstart.
Bei den Schleppwinden unterscheidet man Abroll- und Aufrollwinden.
Dann fährt das Fahrzeug los und die Seilwinde beginnt, Seil abzuspulen. Da man das Seil von der gebremsten Seiltrommel langsamer abrollen lässt als das Fahrzeug fährt, wird eine voreingestellte Zugkraft auf das Fluggerät ausgeübt. Daraufhin beginnt das Fluggerät aufzusteigen und gewinnt an Höhe.
Begrenzt wird die erreichbare Höhe durch die Länge des Seils und die Länge der fahrbaren Strecke, sowie durch Steigleistung des Fluggeräts und durch die Windstärke.
Lepo.jpg Zur Startvorbereitung wird das Seil mit einem Auto oder Motorrad (in Fliegerkreisen gerne Lepo genannt) auf dem Schleppgelände ausgezogen. Am anderen Ende der zwischen 400m und 2.000m langen Strecke wird das Fluggerät mit einer Auslöseklinke eingehängt. Sobald der Windenfahrer die Winde startet und anfängt das Seil aufzurollen, wird das Fluggerät angezogen. Aufgrund dieser Zugkraft beginnt das Fluggerät aufzusteigen und gewinnt an Höhe. Diese Phase des Windenstartes verlangt vom Piloten und auch vom Windenfahrer besondere Konzentration. Die Beschleunigung liegt beim Schlepp von Segelflugzeugen bei 3-4 Sekunden bis 100 km/h.
Begrenzt wird die erreichbare Höhe durch die Länge der Schleppstrecke, sowie durch die Steigleistung des Fluggeräts und durch die Windstärke.
Den Windenstart unterteilt man in drei Phasen.
Am höchsten Punkt des Schlepps wird das Seil aus der Schleppkupplung (bei den Segelflugzeugen automatisch) ausgeklinkt. Der Pilot kann sie aber auch jederzeit manuell auslösen. Das Kupplungsstück am Seilende fällt dann an einem kleinen Seilfallschirm herunter, während das Seil von der Winde komplett eingezogen wird.
Bei den Gleitschirmen und Hängegleitern wird schon länger mit Kunststoffseilen gearbeitet, da mit geringeren Zugkräften gearbeitet wird.
Ein gerissenes Stahlseil wird während des Flugbetriebs zunächst mit speziellen Seilklemmen provisorisch geflickt ("Nagelstelle") und bei der nächsten Gelegenheit durch Spleißen dauerhaft repariert. Auch gerissene Kunststoffseile werden gespleißt. Dies ist jedoch deutlich einfacher als bei den Stahlseilen und mit wenigen Handgriffen möglich.
Ein Nachteil vom Kunststoffseil ist jedoch, dass es sich leichter an diversen Bauteilen einhaken kann und somit zu ungewollten Schäden führt. Daher muss bei einer Umstellung die komplette Seilführung überarbeitet werden. (Deluxe-Version)
Die Steuerung erfolgt meist manuell, wobei sich auch vereinzelt automatische Steuerungen etabliert haben. So hat u.a. die Segelfluggruppe SFG-Wershofen eine eigene SPS-gesteuerte Motorkontrolle entwickelt, die es erlaubt, jeden Start identisch zu gestalten. Der Windenfahrer wird somit entlastet und braucht nur zur Beobachtung im Führerhaus der Winde zu sitzen. Vor dem Start wird eine gespeicherte Einstellung für verschiedene Flugzeugtypen gewählt und der Wind eingestellt, danach wird der Schleppvorgang eingeleitet und die Steuerung übernimmt bis zum Ausklinken die Kontrolle.
Damit der Windenfahrer das Schleppseil nach dem Ausklinkvorgang schlaufenfrei auf die Seiltrommel aufspulen kann, wird es von einem Seilfallschirm beim Herabfallen abgebremst und dadurch auf Spannung gehalten. Der Seilfallschirm öffnet sich nach dem Ausklinken selbsttätig durch den Fahrtwind, während er wärend des Startvorgangs durch den Zug am Seil straffgezogen wird, und nicht aufgehen kann.
In der Regel erfolgt die Kommunikation zwischen Start und Winde per Telefon oder Funk. Ein übliches Gespräch zwischen diesen Stellen würde lauten: Start: Ein (Flugzeugtyp) (Ein-/oder Doppelsitzig) am ~seil Startklar; Seil anziehen. Winde: Ein (Flugzeugtyp) (Ein-/oder Doppelsitzig) am ~seil ; Seil läuft. Start: Seil straff, Seil fertig. Winde: Straff, Fertig - Windenfahrer leitet Startvorgang ein. Start: frei (Wenn das Flugzeug abgehoben hat) Winde: frei. Start: Seil ab, ende. (Wenn das Flugzeug ausgeklinkt hat) Winde: Seil ab, ende. (Ende des Gesprächs, Windenfahrer zieht das Seil ein)
Wichtig: Es sollte NIE versucht werden, ein Fluggerät mit einem Seil an einer fixen Stelle (z.B. einem Baum) zu befestigen. Durch den 'Lockout-Effekt' besteht Lebensgefahr für den Piloten! Das Fluggerät wird bei zu starker Zugkraft (z.B. durch Windböen verursacht) seitlich ausbrechen und zu Boden stürzen. Fluggeräte wie Gleitschirme oder Hängegleiter sind keine Lenkdrachen und zeigen an einem fixen Seil ein komplett anderes Flugverhalten.
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