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Als Wind wird im Orgelbau und Drehorgelbau die vom Balgwerk oder vom Gebläse erzeugte Druckluft bezeichnet.

Der Druck des Orgelwindes wird in mm Wassersäule (1 mmWS = 9,807 Pa) gemessen, üblich sind etwa 50–100 mm. Früher baute man auch besonders scharf klingende sogenannte Hochdruckregister mit bis zu 2000 mm Winddruck.

Balgwerk und Gebläse


Mit Hilfe eines Speichers (Magazinbalg), dessen bewegliche Decke mit Gewichten oder durch Federdruck belastet ist, wird die angesaugte Luft leicht komprimiert und ein konstanter Druck aufgebaut. Der Wind gelangt dann über meist hölzerne Windkanäle zu den Windladen. In den meisten modernen Orgeln wird der Wind mit einem elektrischen Gebläse erzeugt. Dieser ist teilweise so konstant, dass lediglich kleine Schwimmerbälge nötig sind um auch beim Spielen einen gleichmäßigen Winddruck zu erhalten.

Windkanal


Der Wind wird durch Windkanäle vom Magazinbalg zu den Windladen geführt. Die Windkanäle sind meist aus Holz gefertigt. Sie müssen so gebaut sein, dass sie den Wind möglichst ohne Druckverlust und ohne größere Strömungsverwirbelungen zum Bestimungort führen. Es muss auch darauf geachtet werden, dass in ihnen keine nach außen dringenden Strömungsgeräusche entstehen.

Windstößigkeit


Als Windstößigkeit bezeichnet man den Effekt von unbeabsichtigten Winddruckschwankungen beim Orgelspiel.

Der Nebeneffekt der Windstößigkeit sind hörbare Stimmungsschwankungen bis hin zum Versagen einzelner (auf eine stabile Windversorgung angewiesener) Pfeifen wie etwa Zungenpfeifen. Dieses Phänomen tritt überwiegend bei historischen Orgeln des Barock (und deren Nachbauten) auf. Bei romantischen Orgeln ist Windstößigkeit weitestgehend nicht bekannt. Die Windstößigkeit führte unter anderem dazu, daß in den 1960er unsd 1970er Jahren das sogenannte „Äqualverdopplungsverbot“ gelehrt wurde – beim Registrieren von Literatur des Barock sollten keine zwei Register einer Fußtonzahl gleichzeitig benutzt werden. Aus heutiger Sicht ist diese Ansicht allerdings als überholt zu betrachten.

Knallwind


Knallwind ist ein künstlich erzeugter kurzer Druckwind zur Optimierung der Konzentrizität der Raumlinienstärke, Längenkraft und Dissonanzstärke bei Zungenregistern. Vor dem Einbau wird ein Zungenregister mit dem Knallwind beschickt, der ca. doppelt soviel Winddruck hat wie der normale im Magazinbalg gespeicherte Wind.

Siehe auch


Orgel

 

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