| Wissenschaftlicher Name
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| Trochilus polytmus
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| Linnaeus 1758
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Der Wimpelschwanz (Trochilus polytmus), auch Jamaika-Kolibri oder Rotschnabel-Jamaikasylphe genannt, ist ein Kolibri, der nur in Jamaika vorkommt. Dort wird er auch Doctor Bird genannt.
Merkmale
Wimpelschwanzmännchen sind an den dunklen, bis zu 17
cm langen
Schwanzfedern und dem grün, schwarz und blau schillernden
Gefieder zu erkennen. Ihr langer
Schnabel ist leuchtend rot. Die
Kopf-Rumpf-Länge beträgt normalerweise 25 cm und ihr
Gewicht liegt bei 5 Gramm. Das
Weibchen ist kleiner, hat einen dunkelrot bis braunen Schnabel und eine weiße Unterseite, während Rücken und Kopf braun gefärbt sind. Wimpelschwänze schlagen etwa 30 bis 75 mal in der Sekunde mit ihren
Flügeln. Das Männchen wird im Flug von einem lauten Summton begleitet, da die vorbeiströmende Luft die Schwanzfedern in
Schwingungen versetzt. Ihr
Rufton ist ein lautes "tie-tie-tei".
Lebensweise
Die jamaikanischen Kolibris sind auf ihrer Insel überall heimisch, allerdings halten sie sich mit besonderer Vorliebe in lichten Gebieten auf Meereshöhe auf. Sie sind sehr
territorial und verteidigen ihre
Reviere mit ihren spitzen Schnäbeln gegen jeden Vogel, der versucht, in ihr Gebiet einzudringen. Trotz seiner langen Schwanzfedern kann das Männchen sehr gut fliegen. Sobald er gelandet ist, wirkt der Vogel allerdings relativ plump. Der Wimpelschwanz kann
Energie sparen, indem er in den
Torpor (Starrezustand) fällt, wobei er seine Körpertemperatur an seine Umgebung anpasst. Dadurch verlangsamt er die lebensnotwendigen Funktionen auf ein Minimum.
Balz und Brutbiologie
In der
Brutzeit, die meistens vor oder nach der
Regenzeit (Oktober oder Mai) stattfindet, sammeln sich die Männchen in kleinen Gruppen und versuchen mit ihren schillernden
Farben die Aufmerksamkeit der Weibchen zu erregen. Nach der
Paarung sammelt das Weibchen Fäden,
Baumwolle,
Haare,
Farne und klebrige
Spinnennetze, um das Nest zu bauen. Dorthinein legt sie zwei weiße, längliche
Eier, welche sie 14 bis 19 Tage bebrütet. Sobald die Jungen geschlüpft sind, muss das Weibchen sehr viel
Nahrung für die Jungen besorgen. Sobald es genug gesammelt hat, kehrt es zum Nest zurück und würgt den Jungvögeln das Futter direkt in die
Kehle. Während der ersten Tagen säubert das Weibchen das Nest noch vom
Kot, aber nach kurzer Zeit lernen die Küken, das selber zu erledigen. Die Nestlingsdauer beträgt drei bis vier Wochen, danach sind die Jungen flügge und verlassen das Nest. Manchmal paart sich das Weibchen direkt danach nochmal, so dass es in einem Jahr zweimal brütet.
Ernährung
Die Wimpelschwänze ernähren sich überwiegend von
Nektar, den sie mit der Zunge aus den
Blütenkronen ziehen. Sie können dabei nicht auf den Blüten landen, da diese meist so zart sind, dass sie abbrechen würden. Darum "stehen" sie in ihrem
Schwirrflug direkt vor der Blüte und tauchen ihren Schnabel hinein. Manchmal fressen sie auch
Insekten, die allerdings schwer zu jagen und zu verdauen sind.
Verbreitung und Bedrohung
Wimpelschwänze kommen nur auf
Jamaika vor, der drittgrößten Insel der Großen Antillen. Ihr
Bestand ist relativ stabil; sie profitieren sogar von der Abholzung des Regenwaldes, da sie sich im offenen Land besser zurechtfinden.
1902 wurde eine andere Art entdeckt, die nur im Osten von Jamaika vorkommt und einen schwarzen Schnabel hat: der Schwarzschnabel-Wimpelschwanz Trochilus scitulus wird von manchen Fachleuten als des Wimpelschwanzes bezeichnet.
Literatur
- Helmut Folger: Kolibris. Ihre Lebensweise und Haltung. Ulmer, Stuttgart 1982, ISBN 3-8001-7073-6
Weblinks
Vögel
Green-and-black Streamertail