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Jeepwillys.jpg Der Willys MB gilt als der Urahn aller so genannten Jeeps. Er wurde aufgrund einer Ausschreibung der US-amerikanischen Armee ab dem Jahre 1940 entwickelt. Die US-Armee suchte damals ein kleines und geländegängiges Fahrzeug, das relativ billig und in großer Stückzahl hergestellt werden konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es dem Vernehmen nach noch kein derartiges Fahrzeug.

Über die Herkunft des Namens Jeep, den sich die Firma Willys-Overland Company in Toledo (Ohio) erst 1950 als Markennamen schützen ließ, gibt es zwei Theorien: Einerseits könnte er sich aus der Bezeichnung General Purpose (= Allzweck) bzw. seine Kurzform GP (sprich: "Dschieh Pieh") ableiten, was sich umgangssprachlich dann in Jeep verwandelte. Andererseits könnte der Name von einer zu der betreffenden Zeit populären Comic-Figur namens "Jeep" abgeleitet worden sein. Wahrscheinlicher ist allerdings die Comic-Theorie, denn die Fahrzeuge wurden weder in der Ausschreibung noch später offiziell von der Army als General Purpose bezeichnet. Lediglich Ford benutzte das Kürzel GP, allerdings war dies ein Ford-interner Werkscode und stand nicht für General Purpose

Der erste Prototyp des späteren Jeeps wurde unter dem Kürzel BRC (für Bantam Reconnaissance Car = Bantam Aufklärungswagen) von der Firma American Bantam Car Company in Butler (PA) entwickelt und hergestellt und bereits im September 1940 der US-Armee übergeben. Der weitere Verlauf der endgültigen Auftragserteilung ist selbst in den USA von vielen Mutmaßungen umnebelt. So sollen beispielsweise die Kopien der Original-BRC-Baupläne von den Militärs ohne die Zustimmung von American Bantam weitergereicht worden sein. Das Verteidigungsministerium bestellte daraufhin je 1500 Testexemplare des Willys MA, des Ford GP und des Bantam BRC (Bantam lieferte tatsächlich ca. 2600 Fahrzeuge und stellte daraufhin die Automobilproduktion ein). Der Willys MA machte aufgrund seines starken Motors das Rennen und die eigentliche Herstellung in großen Stückzahlen wurde bald darauf von Willys-Overland und etwas später auch von Ford übernommen – beide Firmen hatten ihre eigenen Prototypen erst im November 1940 präsentiert. Willys-Overland überarbeitete vor der Massenproduktion nochmals den MA nach Angaben der Army und orientierte sich dabei am Ford GP. Das Ergebnis war der legendäre Willys MB von dem bis Kriegsende nicht weniger als 370.000 Stück produziert werden sollten. Die Ford-Modelle trugen fortan das Kürzel GPW (g=governmental; p=80 inch Radstand; w=Willys-Design) und unterschieden sich nur in kleinen Details vom MB, basierten sie doch auf den Plänen und Vorgaben von Willys. Vom Ford GPW wurden etwa 270.000 Fahrzeuge fertiggestellt. Das inzwischen Jeep genannte Fahrzeug wurde ein großer Erfolg und an vielen Fronten des 2. Weltkrieges eingesetzt.

Das deutsche Gegenstück, der Kübelwagen von Volkswagen, konnte in Punkto Geländegängigkeit nicht mit dem Jeep mithalten, denn erst der VW Typ 128 bzw. 166 verfügte über einen Allradantrieb. Der Willys war unverwüstlich, einfach konzipiert und konnte leicht repariert werden. Der Willys MB hatte 2,2 Liter Hubraum, 60 PS und drei Vorwärts- sowie einen Rückwärtsgang. Der Allradantrieb konnte zugeschaltet werden. Auf Straßen wurde eine Höchstgeschwindigkeit von fast 100 km/h erreicht. Das Fahrzeug wurde im Laufe des Krieges oft modifiziert. Es wurde mit verschiedenen Waffen ausgestattet, wurde für die Hitze der Wüste mit einem separaten Wassertank versehen und konnte mit einem speziellen Ausrüstungssatz auch durch hüfthohes Wasser fahren. Von Ford wurde außerdem noch ein Schwimm-Jeep unter der Bezeichnung GPA (General Purpose Amphibian) gebaut, umgangssprachlich zuweilen Seep (Seagoing Jeep) genannt. Das Fahrzeug basierte auf dem Original-GP, hatte aber einen schwimmfähigen Bootskörper mit Schraubenantrieb als Karosserie. Bis Kriegsende wurden von Willys und Ford zusammen insgesamt fast 640.000 Jeeps hergestellt. Aber auch nach dem Krieg wurde die Erfolgsstory weiter fortgesetzt. Das Fahrzeug wurde für das Militär weiterentwickelt und erhielt als Nachfolgebezeichnung die Bezeichnung M38. Später folgte der M38 A1 (der letzte Jeep im Dienst der US-Army) und das von Ford gebaute Modell Mutt, das mit dem ursprünglichen Jeep allerdings nur noch geringe Ähnlichkeiten hatte und zum Beispiel im Vietnam-Krieg Verwendung fand. Auch den aktuell von den US-Streitkräften eingesetzten Humvee kann man als einen "Nachfahren" des Ur-Jeep ansehen. Auf zivilem Gebiet wurde der Jeep nach dem 2. Weltkrieg ebenfalls sehr populär und in der Land- und Forstwirtschaft der USA eingesetzt. Das erste zivile Modell hatte die Typbezeichnung CJ2A. Es folgte eine Vielzahl von Modellen, bis hin zum legendären CJ 7. Vom französischen Autohersteller Hotchkiss wurde in den 50er-Jahren ein Lizenzmodell unter der Bezeichnung M201 hergestellt. Außerdem wurde der Willys-Jeep in Lizenz von der Firma Mahindra in Indien gebaut. Aus der zivilen Jeep-Produktion von Willys-Overland wurde bald die Automarke Jeep, die heute zum DaimlerChrysler Konzern gehört.

Auch nach über 60 Jahren erfreut sich der Jeep weltweit einer großen Fangemeinde. Restaurierte Modelle des Willys MB sind erst ab etwa 15.000 € zu erhalten.

Das Synonym "Jeep" wurde später zur allgemeinen Gattungsbezeichung eines Fahrzeugtypes und wird heute umgangssprachlich für fast jedes kleinere Geländefahrzeug verwendet.

Weblinks

Willys MB
Baujahr 19401945
Motor 4 Zylinder in Reihe
Hubraum 2.199 cm³
Leistung 60 PS
Rahmen Leiterrahmen
Maximale Geschwindigkeit 100 km/h
Karosserie Offener Viersitzer
Bremsen Trommelbremsen vorne, hinten und am Getriebe

Automobilhersteller | Militärfahrzeug

Willys | Willys-Overland | Willys

 

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