William Vacanarat Shadrach Tubman (* 29. November 1895 in Harper; † 23. Juli 1971 in London) war von 1944 bis 1971 Präsident von Liberia.
Später studierte er bei Privatlehrern Jura und wurde Bezirksstaatsanwalt. Er schloss sich der True Whig Party an, die 1860 als Whig Party gegründet, Liberia bis auf die Zeit von 1871 bis 1878 immer regiert hatte. Wie für Angehörige der von freigelassenen amerikanischen Sklaven abstammenden Oberschicht Liberias üblich machte er gleichzeitig in Verwaltung und Politik Karriere. 1923 und 1929 wurde er jüngstes Mitglied des zehnköpfigen Senats. Seit 1928 wirkte er auch als Laienprediger der Methodistenkirche. 1930 waren der damalige Präsident Charles D. B. King, sein Vizepräsident Yancy und indirekt auch Tumbam als Yancys Anwalt in einen Sklavereiskandal verwickelt, der vom Völkerbund untersucht wurde. Alle traten zurück, Tubman wurde aber 1934 wieder in den Senat gewählt. 1937 bis 1943 war er stellvertretender Vorsitzender des Obersten Gerichtshofes. Mit Hilfe des scheidenden Präsidenten Edwin Barclay wurde er 1944 Präsident.
Während seiner Regierungszeit wurde er in der liberianischen Gesellschaft zu einer umstrittenen Persönlichkeit, von den einen verehrt und den anderen gehasst. Dies lag wohl vor allem daran, dass Liberia sich unter seiner Regierung mehr Veränderungen hatte unterwerfen müssen, als im gesamten Jahrhundert davor.
Zu seinen wichtigsten politischen Zielen hatte er die wirtschaftliche Liberalisierung des Landes (Open Door Policy), sowie die Verbesserung der Beziehungen zwischen den eingeborenen Liberianern und den Ameriko-Liberianern, also den Nachfahren amerikanischer Sklaven, die die Oberklasse in Liberia bildeten (National Unification Policy). Gerade letzteres hatte schon mancher seiner Vorgänger zu seinem politischen Ziel erklärt. Die Normalisierung der Beziehungen zwischen diesen beiden Bevölkerungsgruppen hatte sich bisher in der liberianischen Geschichte als schwieriges Unterfangen erwiesen.
Seine Regierungszeit dauerte 27 Jahre an, womit er das Land länger als jeder andere Präsident vor oder nach ihm regierte.
Tubman aber war fest davon überzeugt, dass Liberia sich nicht aus eigener Kraft wirtschaftlich entwickeln würde, weshalb er ein absoluter Fürsprecher der Liberalisierung war, was ihm von seinen Gegnern den Vorwurf einbrachte, er würde das Land an Ausländer verkaufen. Im Jahre 1955 verübten sie ein Attentat auf ihn, das er allerdings überlebte.
Aller Kritik zum Trotz konnte sich das Land während seiner Regierung nicht wenigen eindrucksvollen wirtschaftlichen Errungenschaften rühmen. Während des Investitionsbooms der 1950er Jahre hatte Liberia nach Japan sogar das stärkste Wirtschaftswachstum weltweit.
Als Tubman starb, hinterließ er das Land mit der größten Handelsflotte und den größten Gummiplantagen der Welt. Das Land war zu Afrikas Hauptexporteur von Eisenerz geworden. Weltweit war Liberia sogar drittstärkster Eisenerzexporteur. Während Tubmans Regierungszeit waren in Liberia mehr als eine Milliarde US-Dollar aus dem Ausland investiert worden. Darin waren die größte Auslandsinvestition Schwedens seit 1945 enthalten, wie auch die bis dahin größte deutsche Investition in Afrika.
Mann | Liberianer | Präsident (Liberia) | Geboren 1895 | Gestorben 1971
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