William Randolph Hearst.jpeg William Randolph Hearst (* 29. April 1863 in San Francisco; † 14. August 1951 in Beverly Hills) war ein US-amerikanischer Verleger und Medienzar.
Als 1891 sein Vater George Hearst starb, hinterließ er ein Vermögen von 7,5 Millionen Dollar. Mit den neuen finanziellen Möglichkeiten kaufte Hearst 1895 die New Yorker Zeitung Morning Journal und engagierte einige der bekanntesten Journalisten der Zeit und erschloss einen Markt mit mehreren Millionen Lesern. So konkurrierte er mit seinem früheren Mentor Pulitzer, der zu dieser Zeit Verleger der New York World war.
Hearst und Pulitzer, die beide schon vor einiger Zeit erkannt hatten, dass Sensationsnachrichten gute Verkaufszahlen versprechen, veröffentlichten in ihren Zeitungen Berichte und Bilder über die Misshandlung der kubanischen Bevölkerung unter dem Kommando des spanischen General Valeriano Weyler y Nicolau, der Konzentrationslager (campos de reconcentración) einrichten ließ. Solche Bilder hatten die Menschen der damaligen Zeit noch nie in einem öffentlichen Medium gesehen. Die Schlagzeile "Enter the butcher" (Drauf auf den Schlächter) bezog sich auf den spanischen General Weyler und sollte den Krieg psychologisch vorbereiten. Hearsts Zeitungen, die sich anfangs noch gut 77.000 mal verkauften, wiesen nun plötzlich Verkaufszahlen von über einer Million auf. In den Zeitungen wurden Geschichten über kubanische Rebellen (mambí), die gegen die spanische Besetzung kämpften, veröffentlicht. Diese Berichte weckten Sympathien für Rebellen und beeinflussten die Meinungsbildung der Leser stark. Hearst machte kein Geheimnis daraus, dass er nur einen Krieg für die richtige Lösung des Problems hielt. Nun war ein Krieg nicht mehr zu verhindern. Hearst scheute keinen Aufwand, um bessere Geschichten als Pulitzer publizieren zu können. Er begann nun auch, Pulitzers beste Journalisten und Illustratoren abzuwerben. Diese Art, Sensationsnachrichten zu verbreiten, erhielt den Namen "Yellow Press", eine Anspielung auf die regelmäßig zunächst in Pulitzers, dann in Hearsts Zeitungen erscheinenden Comicstrips von The Yellow Kid und das gelbe Zeitungspapier.
Mit dem Vermögen, das er durch die guten Geschäfte während der Spanienkrise und der Eroberungen der Zeitungsmärkte von San Francisco und New York verdient hatte, erweiterte er in den folgenden Jahren sein Unternehmen. So gründete er 1900 die "Chicago American", 1902 den "Chicago Examiner" und den "Boston American", sowie 1904 den "Los Angeles Examiner". Die bedeutete mehr als nur eine Ausweitung seines Imperiums, sondern sollten ihn auch bei seinem größten Ziel unterstützen: Präsident der USA zu werden.
1903 heiratete er die erst 21 Jahre alte Millicent Willson mit der er fünf Söhne hatte. Als Hearsts Mutter 1919 starb, zog er auf die 680 km² große Farm in San Simeon um, die früher seinem Vater gehört hatte. Dort baute er sich für 37 Millionen Dollar ein eigenes Schloss namens "Xanadu" bzw. "Hearst Castle", in dem regelmäßig Partys mit viel Hollywood-Prominenz gegeben wurden, und gab je 50 Millionen Dollar für Immobilien in New York und für Kunstgegenstände aus.
1934 reiste Hearst nach Deutschland, um von Hitler als Freund empfangen zu werden. Nach dieser Reise veröffentlichten Hearsts Zeitungen Artikel gegen den Sozialismus und die Sowjetunion und speziell gegen Stalin. Es erschien eine Artikelserie von Hermann Göring, die aber aufgrund heftiger Proteste schnell wieder aus den Medien verschwand. Einige Gerüchte besagten zu dieser Zeit, dass andere veröffentlichte Propagandatexte direkt von der Gestapo angeliefert wurden.
Hearst wurde 1941 in dem Film Citizen Kane des Regisseurs Orson Welles portraitiert, woraufhin er eine Medienkampagne startete, um dies zu unterbinden. Er konnte jedoch nicht verhindern, dass der Film in den Verleih kam.
In Abstimmung mit Firmengrößen wie DuPont und Anslinger nahmen die Hearst-Zeitungen sehr erfolgreich Einfluss auf das Verbot des Nutzhanfes, welcher 1937 umgesetzt werden konnte.
Hearst starb am 14. August 1951 in Beverly Hills.
30 Jahre lang war Hearst mit der Schauspielerin Marion Davies liiert.
Verleger | US-Amerikaner | Mann | Geboren 1863 | Gestorben 1951
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