William Pierce Rogers
(* 23. Juni 1913 in Norfolk, New York - † 2. Januar 2001 in Bethesda, Maryland) war ein amerikanischer Politiker, der zwei amerikanischen Präsidenten als Minister diente.
Jugend
Rogers wuchs nach dem Tod seiner Mutter bei seinen Großeltern in Canton, New York auf.
Er besuchte die Colgate University in Hamilton, New York, und die Cornell Law School in
Ithaca, New York, wo er
1937 einen Abschluss erreichte. Von
1938 bis
1942 arbeitete er für den New Yorker Staatsanwalt Thomas E. Dewey an der Bekämpfung des
organisierten Verbrechens.
1942 trat er in die amerikanische Marine ein und diente auf dem Flugzeugträger "USS Intrepid (CV-11)". An Bord dieses Schiffes erlebte er 1945 die Schlacht um Okinawa. Bei Kriegsende war er Lieutenant Commander.
Politik
Als Mitarbeiter des
US-Senats untersuchte er die Dokumentation der Untersuchung des
Komitees für unamerikanische Aktivitäten des
Repräsentantenhauses gegen
Alger Hiss im Auftrag des damaligen Kongressabgeordneten
Richard M. Nixon. Er kam zu dem Ergebnis, dass Hiss gelogen hatte und riet Nixon den Fall weiter zu verfolgen.
1950 wurde Rogers Partner in der New Yorker Anwaltskanzlei Dwight, Royall, Harris, Koegel & Caskey.
Er arbeitete in dieser Kanzlei wenn er gerade nicht im Staatsdienst war. Die Kanzlei wurde später in Rogers & Wells bzw. Clifford Chance Rogers & Wells umbenannt. Noch bis wenige Monate vor seinem Tod arbeitete er im Washingtoner Büro der Kanzlei.
Justizminister
Unter dem Präsidenten
Dwight D. Eisenhower wurde er
1953 zunächst stellvertretender Justizminister ("Deputy Attorney General").
1957 wurde er Nachfolger von Herbert Brownell, jr. als Justizminister ("Attorney General").
Er blieb während der gesamten Präsidentschaft ein enger Berater Nixons - jetzt
US-Vizepräsident, besonders während dessen Wahlspendenskandals
1952, der zu Nixons berühmter
Checkers speech im Fernsehen führte.
Außenminister
In der Amtszeit von Richard M. Nixon als amerikanischer Präsident war er vom
22. Januar 1969 bis zum
3. September 1973 Außenminister. Rogers Einfluss als Außenminister war eher gering, da der Präsident die Außenpolitik vor allem vom
Weißen Haus aus steuern wollte. Die wichtigsten außenpolitischen Entscheidungen während Rogers Amtszeit wurden vor allem vom damaligen Sicherheitsberater
Henry A. Kissinger gestaltet.
Dazu gehört die Öffnung gegenüber der
Volksrepublik China, die Verhandlungen zur Beendigung des
Vietnamkriegs sowie die Abrüstungsgespräche mit der
Sowjetunion.
Der
1970 auf Grundlage der
Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates vorgelegte
Rogers-Plan zur Beendigung des Konflikts zwischen
Israel und seinen arabischen Nachbarn nach dem
Sechstagekrieg von
1967 wurde nie ernsthaft verhandelt. In gleicher oder ähnlicher Form wurde er in den Jahrzehnten seitdem immer wieder unter anderen Namen vorgelegt ("Fahd-Plan", "Reagan-Plan" etc.).
- Kissinger beschreibt in seinen Memoiren das Verhältnis zwischen dem Präsidenten und Rogers trotz oder gerade wegen ihrer langjährigen Freundschaft als sehr kompliziert. Rogers sei auf seine Aufgabe als Außenminister kaum vorbereitet gewesen und Nixons Ehrgeiz habe darin bestanden, Rogers von allen wichtigen Entscheidungen fernzuhalten.
Die letzten Jahre
Nach dem Katastrophe der
Raumfähre Challenger am
28. Januar 1986 leitete er die
Rogers-Kommission zur Untersuchung des Unglücks. Die Kommission, der auch die Astronauten
Neil Armstrong und
Sally Kristen Ride angehörten, warf der
NASA schwere Versäumnisse hinsichtlich der Sicherheit des
Space Shuttle-Programms vor.
Am
2. Januar 2001 starb Rogers an Herzversagen. Er wurde auf dem
Nationalfriedhof Arlington begraben.
Literatur
Weblinks
Zitate
- Sag so wenig wie möglich während du so tust als seist du wach (engl. "Say as little as possible while appearing to be awake") nach einer Sitzung.
Mann | US-Amerikaner | Außenminister (USA) | Justizminister (USA) | Geboren 1913 | Gestorben 2001
William_P._Rogers | William P. Rogers | ויליאם_פירס_רוג%27רס