William Moulton Marston (* 9. Mai 1893 in Cliftondale, Massachusetts, USA; † 2. Mai 1947 in Rye, New York) war ein US-amerikanischer Psychologe, feministischer Theoretiker und Autor von Comics. Er war u.a. gemeinsam mit seiner Frau, Elizabeth (Sadie) Holloway Marston, Schöpfer von "Wonder Woman".
Weiterhin schrieb er Aufsätze und Bücher zu populären psychologischen Themen. Sein bekanntestes Buch ist "Emotions of Normal People", in dem sich Marston mit der Frage beschäftigte, welche Emotionen der normale Mensch zeigt und wie sie sich unterscheiden lassen. Der Begriff "normaler Mensch" sollte die Abgrenzung zu psychisch-kranken gewährleisten. Er stellte fest, dass sich Menschen grundsätzlich in zwei Hinsichten unterscheiden, sie
Bei seinen Untersuchungen stellte er immer wiederkehrende Muster fest, die heute als die 4 grundlegenden Verhaltensdimensionen dominant, initiativ, stetig, gewissenhaft (DISG) bekannt sind.
Seine bekannteste These war, dass es ein männliches Unabhängikeitsbestreben absolut archaisch und gewalttätig sei, und das die gegensätzliche weibliche Taktik, Männer zu verführen (um sie zu halten) eine Unterwerfung unter eine liebende Macht sei. Seine bedenken über die Stereotype von Geschlechterrollen in der Populärkultur drückte er 1944 in einem Artikel im "The American Scholar" aus:
Unter dem Namen Charles Moulton entwickelte er für DC Comics die Serie. "Suprema", wie die Figur zuerst heißen sollte, sollte einerseits "zärtlich, unterwürfig, friedvoll wie alle guten Frauen" sein, und dabei "die ganze Stärke von Superman mit dem Reiz der guten und schönen Frau verbinden". Seine Figur war die Eingeborene eines weiblichen Utopia, die zur einer US-Regierungsagentin wurde und Verbrechen bekämpft. Dabei benutzt neben ihrer übermäßigen Kraft und Beweglichkeit sie ihre Fähigkeiten, Bösewichter durch ihr magisches Lasso dazu zu zwingen, die Wahrheit zu sagen. Ihr Erscheinungsbild, inklusive ihrer silbenen Armreifen, mit denen sie Kugeln abwehrt, war an Olive orientiert.
Im Dezember 1941 trat Wonder Woman zum ersten mal im All Star Comics #8 auf. Dann tauchte sie wieder in Sensation Comics #1 im Januar 1942 auf, und 6 Monate später wurden die Comics mit ihr als Hauptfigur regelmäßig veröffentlicht. Die Geschichten wurden ursprünglich von Marston verfasst, und von dem Zeitungszeichner Harry Peter illustriert.
Marstons Wonder Woman wird oft als ein frühes Beispiel dafür genannt, wie Bondage-Themen in der Populärkultur verarbeitet werden. Physische Unterwerfung taucht immer wieder in Marstons Comics auf. Wonder Woman und ihre Gegener sind oft aneinandergefesselt oder anderweitig physisch eingeschränkt, und ihre Amazonen-Freundinnen ringen gerne und fesseln sich. Diese Elemente wurden von späteren Autoren etwas entschärft. Obwohl Marston den weiblichen Charakter als unterwürfig beschreibt, bezeichnet er die Unterwürfigkeit gegenüber Frauen als noble und möglicherweise weltrettende Praxis, die letztendlich zur Errichtung eines Matriarchats führe. Dabei klammerte er die sexuelle Komponente nicht aus.
Aufgrund geschickter Verhandlungstaktik war Marston möglicherweise der erste Commic-Book-Autor, der einen nennenswerten Anteil Geld aus den Verkäufen von einem großen Verlag bekam. Siegel & Shuster, die Schöpfer von Superman, mussten dafür 1975 einen Rechtsstreit mit DC-Comics führen. Marstons Erben dagegen bekamen kleine Anteile aus allen Verkäufen von allen mit Wonder Woman in Verbindung stehenden Artikeln. Es gab sogar eine Klausel, dass, wenn nicht länger als einen Monat kein Comic-Buch mit Wonder Woman veröffentlicht, alle Rechte an Marstons Familie gehen.
Mann | US-Amerikaner | Feminismus | Psychologe | Geboren 1893 | Gestorben 1947
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