Die Wilhelmstraße ist eine Straße in den Berliner Ortsteilen Mitte und Kreuzberg. Sie war der Sitz wichtiger Regierungsbehörden Preußens und des Deutschen Reiches. Bis 1945 war der Begriff „Wilhelmstraße“ ein Synonym für die deutsche Regierung, ähnlich wie der Quai d'Orsay für die französische und die Downing Street für die britische Regierung stehen.
Die Straße verläuft in nord-südlicher Richtung. Sie beginnt im Norden am Reichstagsufer, kreuzt den Boulevard Unter den Linden an der Ostseite des Pariser Platzes und die Leipziger Straße und endet am Halleschen Ufer nahe dem Halleschen Tores in Kreuzberg.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahmen wichtige Ministerien Preußens ihren Sitz in der Straße. Ab 1871 folgten Regierungsbehörden des Deutschen Reiches. Ausländische Botschaften bauten in direkter Nähe. Nach 1933 richteten sich die Schaltzentralen des Nationalsozialismus an der Wilhelmstraße ein.
Viele Gebäude erhielten während des Zweiten Weltkriegs schwere Schäden durch Bomben oder Straßenkämpfe und wurden nach 1945 von der DDR abgerissen. Zwischen der Behren- und der Voßstraße wurden in den 1980er Jahren Wohn- und Geschäftshäuser in Plattenbauweise vom Typ WBS 70 errichtet. Sie erhielten relativ aufwändige Fassaden, waren ein beliebtes Domizil der DDR-Nomenklatura.
Heute versucht die Stiftung Topographie des Terrors, die Straße unter dem Begriff Geschichtsmeile Wilhelmstraße in ihren historischen Bezügen für die Öffentlichkeit aufzuarbeiten. Auf Initiative des Abgeordnetenhauses von Berlin weist eine ständige Straßenausstellung mit gläsernen Infotafeln auf die Standorte früherer Institutionen hin.
In der Wilhelmstraße befanden sich vor 1945 unter anderem:
Heute befinden sich in der Wilhelmstraße unter anderem:
Die nach 1731 unter den Namen Husarenstraße angelegte Straße wurde um 1740 nach dem 1740 gestorbenen König Friedrich Wilhelm I. umbenannt.
In Verbindung mit dem Ausbau der Berliner Friedrichstadt wurde die Wilhelmstraße verlängert. Diese Verlängerung erhielt 1822 den Namen Neue Wilhelmstraße.
Der in Mitte verlaufende, zur DDR gehörende Straßenabschnitt der Wilhelmstraße und der Neuen Wilhelmstraße wurden 1964 in Otto-Grotewohl-Straße umbenannt (von der Zimmerstraße bis Unter den Linden). Seit 1993 heißt der komplette Straßenzug bis zum Reichstagufer wieder Wilhelmstraße.
Der ehemals an der Straße liegende Wilhelmplatz mit den Denkmälern preußischer Feldherren des Berliner Bildhauers August Kiß existiert heute nicht mehr, er wurde mit DDR-Plattenbauten überbaut.
Straße in Berlin | Reichsfinanzen (Begriff) | Deutsche Geschichte (20. Jh.)
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"Wilhelmstraße (Berlin)".
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