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Wilhelm Freiherr von Tegetthoff (* 23. Dezember 1827 in Marburg an der Drau (Untersteiermark, damals Kaisertum Österreich, heute Maribor, Slowenien); † 7. April 1871 in Wien) war ein Admiral in der österreich-ungarischen Kriegsmarine.

Leben


TegetthoffLitho.jpg, 1866]] Anton Romako 001.jpg: Admiral Tegetthoff in der Seeschlacht von Lissa, 1878-1880]] Tegetthoff besuchte 1840 bis 1845 das österreichische Marinekollegium in Venedig und wurde dort als Marinekadett ausgemustert. Die Wirren der Zeit um 1848 förderten eine schnelle Karriere. 1854 wurde Tegetthoff zum Kommandanten des Kriegsschooners "Elisabeth" berufen. Zu dieser Zeit wurden die Schiffe, auch die Kriegsmarine intensiv auf die Dampfkraft umgerüstet. 1855 erhielt er das Kommando über einen Raddampfer, die "Taurus", die ihr Einsatzgebiet im Donaudelta hatte. Dort fiel der junge Seeoffizier durch hervorragende Leistungen auch im diplomatischen und organisatorischen Bereich auf. Die weitere Karriere ging sehr flott - bereits 1861 wurde Tegetthoff zum Linienschiffskapitän (entspricht in der Deutschen Marine einem Kapitän zur See, im Heer einem Oberst) befördert. Damit verbunden war das Kommando der österreichischen Flottenabteilung in der Levante. Im deutsch-dänischen Krieg kämpfte er auf der Seite der österreichisch-preußischen Allianz gegen Dänemark. Das Seegefecht vor Helgoland (9. Mai 1864) gegen die Dänen wurde von den Österreichern trotz erheblicher Verluste als Sieg betrachtet. Damit war der Weg frei zur nächsten Beförderung - der erst 37-jährige Offizier wurde zum Konteradmiral befördert und neuer Oberbefehlshaber der österreichischen Flotte, die er anschließend einer gründlichen Neuorganisation und Umstrukturierung unterzog.

Sein Sieg in der Seeschlacht von Lissa am 20. Juli 1866 gegen die italienische Flotte (im preußisch-österreichischen Krieg) machte ihn zu einem Seehelden. Für seine Rammtaktik gegen die überlegene italienische Flotte erhielt er das Kommandeurkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens. 1866 bis 1867 führten ihn Studienreisen nach Frankreich, Großbritannien und in die USA.

Ab 1868 wurde er Chef der Marinesektion im Kriegsministerium. Er reorganisierte in kurzer Zeit, gegen die Widerstände des Generalstabs, die österreichische Kriegsmarine. Seine Innovationen blieben bis zum Untergang der k.u.k.-Kriegsstreitmacht in Kraft.

Tegetthoff erkrankte im Jahr 1871 im relativ jungen Alter von 43 Jahren an einer Lungenentzündung, an der er am 7. April 1871 verstarb. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von St. Leonhard in Graz.

An ihn erinnert eine gut 8 Meter hohe Statue von Carl Kundmann auf einer Gedenksäule an die Seeschlacht bei Lissa auf dem Praterstern am Ende der heutigen Praterstraße im Wiener 2. Bezirk (Leopoldstadt).

Das eigens gebaute Schiff der österreich-ungarischen Polarexpedition von Payer/Weyprecht von 1872-1874, die die Inselgruppe Franz-Joseph-Land entdeckte, wurde ihm zu Ehren Admiral Tegetthoff getauft. Die Stelle der Erstentdeckung trägt den Namen Kap Tegetthoff (Mys Tegetchof).

Literatur


  • Klaus Müller: Tegetthoffs Marsch in die Nordsee. Oeversee, Düppeler Schanzen, Helgoland im deutsch-dänischen Krieg, Verlag Styria, Graz 1991, ISBN 3-222-12007-2
  • Ulrich Schöndorfer: Wilhelm von Tegetthoff, Berglandverlag, Wien 1958
  • Hans Hugo Sokol: Wilhelm von Tegetthoff, OÖ Landesverlag Linz 1952

Weblinks


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