Wilhelm Maximilian Wundt (* 16. August 1832 in Neckarau (heute zu Mannheim); † 31. August 1920 in Großbothen bei Leipzig) war Physiologe, Philosoph (v.a. Logik und Erkenntnistheorie) und Psychologe. Wundt gilt als Begründer der Psychologie als eigenständige Disziplin.
Er war Mitbegründer des Vereins deutscher Arbeitervereine und Vertreter Heidelbergs in der badischen Ständekammer von 1866 bis 1869.
1874 nahm er eine Stelle als Professor der induktiven Philosophie in Zürich an, um schon ein Jahr später an die Universität Leipzig auf eine ordentliche Professur für Philosophie zu wechseln. Dort gründete er 1879 das erste Institut für experimentelle Psychologie und gab eine Hausschrift aus den dort vollzogenen Arbeiten heraus:
Diese Arbeiten und ihre Verbreitung durch seine Studenten in aller Welt etablierten das Fach Psychologie als Naturwissenschaft. Weitere Studien folgten über Kunst, Sprache, Mythen, Sitten, die in eine Kulturpsychologie der Völker mündeten, woraus sich von 1902 bis 1910 eine 10-bändige Veröffentlichung ergab. Insofern blieb Wundt der philosophischen Psychologie verbunden. Er stand mit anderen bedeutenden Leipziger Gelehrten wie dem Historiker Karl Lamprecht und dem Chemiker Wilhelm Ostwald in engem Austausch, mit denen er das "Positivistenkränzchen" besuchte.
Er knüpft vor allem bei Leibniz' Lehre von der Apperzeption an, überwindet den Assoziationismus und begründet das Prinzip der schöpferischen Synthese. Seine Grundthese ist die Aktualität des Seelischen, die er aus den Prozessen, nicht aber aus den Gegenständen herleitet.
Wundt wurde 1902 zum Ehrenbürger der Stadt Leipzig und 1907 der Stadt Mannheim ernannt. Mit dem Beginn des ersten Weltkriegs 1914 verteidigte er vehement die Position der deutschen Reichsleitung in der Schrift: Über den wahrhaften Krieg, wodurch sein Ansehen in der Gegenwart gemindert wird. Zu seinen Schülern zählen u.a. Ernst Meumann und Hugo Münsterberg.
Ein Sohn Wilhelm Wundts war der deutsche Philosoph Max Wundt (1879 - 1963).
Alle Werke Wundts zu nennen, würden den Umfang eines Enzyklopädieartikel bei weitem sprengen. Der amerikanische Psychologe Boring (1960) bezifferte den Umfang Wundts Bibliografie mit über 490 Werken, die im Mittel 110 Seiten lang sind. Wundt publizierte in 68 Jahren im Schnitt 7 Werke pro Jahr und war damit vermutlich der produktivste Wissenschaftler aller Zeiten. (Quelle Boring, E.G. (1960). A History of Experimental Psychology. 2. Aufl. Englewood-Cliffs: Prentice Hall)
Mann | Philosoph (19. Jh.) | Philosoph (20. Jh.) | Psychologe | Psychologe | Ehrenbürger | Deutscher | Geboren 1832 | Gestorben 1920
Вільгельм Вунт | Wilhelm Wundt | Wilhelm Wundt | Wilhelm Wundt | וילהלם וונדט | Wilhelm Wundt | Wilhelm Wundt | Wilhelm Wundt | ヴィルヘルム・ヴント | Vilhelmas Vuntas | Wilhelm Wundt | Wilhelm Wundt | Wilhelm Wundt | Вундт, Вильгельм | Wilhelm Wundt | Wilhelm Wundt | 威廉·冯特
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Wilhelm Wundt".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world