Wilhelm Röpke (* 10. Oktober 1899 in Schwarmstedt bei Hannover; † 12. Februar 1966 in Genf) gilt als einer der wichtigsten geistigen Väter der sozialen Marktwirtschaft.
Es folgten ein USA-Aufenthalt als Gastprofessor der Rockefeller-Stiftung, die Berufung an die Universität Graz und 1929 ein Ruf an die Philipps-Universität Marburg, wo er bis 1933 als Ordinarius der politischen Ökonomie tätig war. Als Folge seiner Warnungen vor den Nationalsozialisten wurde das DDP-Mitglied Röpke 1933 von seinem Lehrstuhl vertrieben. Unter dem Decknamen Ulrich Unfried veröffentlichte er Schriften gegen das totalitäre Gesellschafts- und Herrschaftssystem der NSDAP und ging wie andere politisch und religiös Verfolgte im Herbst 1933 ins Exil in der Türkei, wo er an der Universität Istanbul lehrte. Dort entstand sein erfolgreichstes Buch "Die Lehre von der Wirtschaft", welches zur theoretischen Grundlage der späteren wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Publikationen von Wilhelm Röpke wurde. Zum Wintersemester 1937/38 wechselte Röpke nach Genf, um eine ungewöhnlich fruchtbare Tätigkeit als Professor für internationale Wirtschaftsfragen am Institut für Internationale Studien der Universität Genf auszuüben. Ein Doktorand von ihm in Genf war Carl Zimmerer.
Der griffige Satz "Der Gleichgewichtspreis räumt den Markt.", der gesamtwirtschaftlich eine optimale Bedarfsdeckung beinhaltet, stammt von ihm. Mit seinem Wirken gehört der liberale Nationalökonom, der in über vier Jahrzehnten seines Schaffens weit mehr als 800 Schriften veröffentlicht und mit seinem Sachverstand und seiner Überzeugungskraft politische Entwicklungen beeinflusst hat, ohne Zweifel zu jenen Ökonomen, die als Wissenschaftler und politische Berater die Entwicklung im Nachkriegsdeutschland maßgeblich mitgeprägt haben. Er war - so Ludwig Erhard - "im besten Sinne ein Streiter für die höchsten Werte der Menschheit". Sein Lebenswerk gibt auch für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen von heute viele wegweisende Antworten.
Mann | Deutscher | Deutschsprachige Emigration | Ökonom (20. Jh.)
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