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Wilhelm I. (* 1027/28 in Falaise; † 9. September 1087 im Kloster Saint-Gervais nahe Rouen, Frankreich), auch als Wilhelm der Eroberer (engl. William the Conqueror) und Wilhelm der Bastard (frz. Guillaume le Bâtard) bekannt, war König von England und Herzog der Normandie. Er war der illegitime Sohn von Herzog Robert der Normandie und Herleva (oder „Arlette“), der Tochter eines Gerbers names Fulbert. William_Bayeux.jpg, links und rechts seine Halbbrüder Odo von Bayeux und Robert, (um 1070).]]

Leben


Wilhelm heiratete Mathilde von Flandern, Tochter des mächtigen Grafen Balduin V. von Flandern, mit der er vier Söhne und mindestens fünf Töchter hatte. 1035 folgte Wilhelm seinem Vater als kleiner Junge auf den Herzogsthron und wurde bekannt als Herzog Wilhelm II. der Normandie. Sofort nach seinem Amtsantritt wurde er von seinen Vasallen und benachbarten Fürsten angegriffen. Mit der Unterstützung König Heinrichs I. von Frankreich gegen die aufständischen normannischen Barone 1047 bei Caen in der Schlacht von Val-ès-Dunes konnte er sich am Ende die Kontrolle über die Normandie sichern. Sofort begann er, sein Herrschaftsgebiet durch Angriffe auf benachbarte französische Gebiete auszuweiten. Dabei nutzte er immer wieder erfolgreich die Taktik, Nachschubwege seiner Gegner abzuschneiden und sie so zur Aufgabe zu bewegen.

Während eines Besuchs Wilhelms in England um 1052 soll ihm der kinderlose Cousin seines Vaters und König Eduard der Bekenner den Thron Englands versprochen haben. Als Eduards Schwager Harold, Earl von Wessex, 1064 an der normannischen Küste strandete, konnte Wilhelm ihn gefangen nehmen. (Harold wurde laut Teppich von Bayeux von Graf Guy de Ponthieu gefangengenommen und anschließend an Wilhelm übergeben). Für seine Freilassung versprach Harold, Wilhelms Ansprüche auf den englischen Thron zu unterstützen. Da er dieses Versprechen aber in Gefangenschaft abgab und möglicherweise auch noch auf die Gebeine eines Heiligen schwören musste, war er frei, es zu brechen, da es unter Zwang abgegeben worden war (so die Argumentation Harolds).

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Nach dem Tod Eduards im Januar 1066 beanspruchte nun Wilhelm den Thron, jedoch wurde Harold vom Witenagemot (königlicher Rat) zum König gewählt. Daraufhin holte sich Wilhelm die Erlaubnis Papst Alexanders II., England anzugreifen. Am 28. September 1066 begann er seine Invasion in England und er besiegte König Harold Godwinson am 14. Oktober in der Schlacht von Hastings, wobei dieser durch die gleichzeitige Invasion der Norweger unter Harald dem Hartherzigen im Norden des Landes erheblich geschwächt war. Nach der weitgehenden Vernichtung des angelsächsischen Heeres und dem Tod Harolds auf dem Schlachtfeld war der Weg zur Königswürde frei. Am Weihnachtstag 1066 wurde er in London in der Westminster Abbey gekrönt. Damit begann die Normannische Eroberung. An Wilhelms Sieg wird auf dem Teppich von Bayeux (Detaillierte Darstellung der Schlacht) erinnert.

Wilhelm herrschte als Reisekönig in seinem von der Normandie bis nach Wales reichenden Imperium. Er führte viele größere Änderungen ein, unter anderem eine fundamentale Prüfung des herrschenden angelsächsischen Rechtssystems, das er mit dem Normannischen verschmolz. Um die Ausdehnung seines Herrschaftsgebietes zu ermitteln, ließ er 1085 das Domesday Book anfertigen, eine Erfassung des gesamten Grundbesitzes in England. Wilhelm enteignete, tötete oder verjagte den eingesessenen Adel oder stufte ihn in einen niederigeren Vasallenstand herab, teilte das so gewonnene Land als Lehen unter normannischen Rittern auf und schuf so die Grafschaften, auf die die heutige Einteilung Englands in Counties zurückgeht. Außerdem entstanden erste feste Ämter im königlichen Haushalt, vor allem Exchequer (Schatzamt) und Kanzlei. Seine Nachfolger, insbesondere Heinrich I., bauten diese Strukturen weiter aus. Wilhelm ordnete den Bau zahlreicher Burgen an, unter ihnen auch den Tower von London. Auch nach der Eroberung der angelsächsischen Gebiete trieb Wilhelm die Herrschaftsexpansion fort: 1072 griff er die Schotten zu Lande und zu Wasser an, 1081 marschierten seine Truppen in Wales ein und stießen bis Cardiff vor. Unter Wilhelms Herrschaft setzte sich eine dünne normannische Herrscherschicht in England fest. Mit den Normannen kam auch die Tradition von Adelsversammlungen, die den König beraten, nach England - Vorläufer der späteren Parlamente

Wilhelm erlag am 9. September 1087 im Kloster Saint-Gervais nahe Rouen (Frankreich) seinen Verletzungen, die er durch einen Sturz vom Pferd bei der Belagerung von Mantes erlitten hatte. (Davon berichtet nur Wilhelm von Malmesbury, der behauptet, Wilhelm habe sich den Sattelknauf in den Bauch gerammt; andere Chronisten wie Orderic Vitalis, die Anglo-Saxon-Chronicle und andere Quellen sagen davon nichts). Auf dem Totenbett verfügte er, dass seine politischen Gefangenen freigelassen werden sollten. Er liegt in der Abteikirche Saint-Étienne in Caën begraben. 1522 wurden seine Knochen aus dem Sarg entfernt. Ihre Größe ließ darauf schließen, dass er ein Mann von enormer Körpergröße gewesen sein muss. Das Grab wurde während der Französischen Revolution zerstört, sodass heute nur noch der Grabstein erhalten ist.

Der Nachfolger Wilhelms wurde 1087 sein jüngerer Sohn Wilhelm II., sein älterer Sohn Robert Curthose wurde Herzog der Normandie. Wilhelms jüngster Sohn Heinrich wurde später ebenfalls noch König von England, da Wilhelm II. ohne einen Erben zu hinterlassen gestorben war.

Liste der Kinder mit Mathilde von Flandern


Es gibt einige Zweifel über die Anzahl seiner Töchter, dennoch sieht die Liste folgendermaßen aus:

  1. Robert II. Curthose (* etwa 1054, † 1135), Herzog der Normandie
  2. Adelizia (oder Alice) (* 1055, † 1065)
  3. Cecilia (* etwa 1056, † 30. Juli 1125)
  4. Richard (* 1057, † etwa 1081), Herzog von Bernay
  5. Wilhelm Rufus (* 1056, † 2. August 1100), König von England
  6. Adela (* etwa 1062, † 8. März 1138)
  7. Agatha (* etwa 1064, † etwa 1080)
  8. Konstanze (* etwa 1066, † 13. August 1094)
  9. Mathilde
  10. Gundrade (* etwa 1053, † 22. Mai 1085)
  11. Heinrich Beauclerc (* 1068, † 1. Dezember 1135), König von England

Literatur


  • Quellen, Vitae:
    • Willemi Malmesbirensis Monachi de Gesta Regum Anglorum; ed. by R.A.B. Mynors, completed by R. M. Thomson and M. Winterbottom, Oxford 1998.
    • William of Poitiers, The Gesta Guillelmi of William of Poitiers; ed. and transl. by R.H.C. Davis, Oxford, 1998.
    • Orderici Vitalis Ecclesiasticae Historiae Libri Tredecim; ed. by Auguste de Prévost (Paris, Société de l’histoire de France, 5 vols, 1838 – 1855); ed. and transl. by Marjorie Chibnall as: The Ecclesiastical History of Orderic Vitalis (Oxford, Medieaval Texts, 6 vols, 1969 – 1980)
    • The Anglo- Saxon Chronicle, A Collaborative Edition, mehrere Bände, Cambridge (D.S. Brewer).
    • Guillaume de Jumièges, Gesta Normannorum Ducum, ed. Marx J., Rouen, Paris, 1914

  • Monographien:
    • David C. Douglas, William the Conqueror, The Norman Impact upon England; London 1964

Siehe auch


Weblinks


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