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Wilhelm Heinrich Solf (* 5. Oktober 1862 in Berlin; † 9. Februar 1936 in Berlin) war ein deutscher Politiker und Gouverneur von Samoa, Reichsaußenminister, sowie erster Botschafter Deutschlands in Japan nach dem Ersten Weltkrieg.

Nach Erlangung des Abiturs im Jahre 1881 studierte er indische Philologie, Sanskrit und Philosophie in Berlin, Göttingen und Halle. Während seiner Zeit an der Göttinger Georg-August-Universität schloss er sich der Studentenverbindung Landsmannschaft Verdensia an. Im Wintersemester 1885/86 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Danach arbeitete Solf für ein Jahr an der Universitätsbibliothek in Kiel. Dort diente er auch bei der Marineinfanterie. Ab dem 10. Dezember 1888 arbeitete Solf zwei Jahre lang für das Auswärtige Amt. Ab dem Frühjahr 1891 schrieb sich Solf erneut ein und studierte an der Universität Jena Jura. Dieses erneute Studium schloss er im September 1896 ab. 1898 kam er, wieder im Dienste des Auswärtigen Amts, als Richter nach Daressalam (damals in der Kolonie Deutsch-Ostafrika). Im Spätherbst 1898 gelangte Solf nach Samoa und wurde am 1. März 1900 erster Gouverneur von Samoa. 1918 war er Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, sozusagen der damalige Außenminister. 1920, nach dem Ersten Weltkrieg, wurde Solf zum ersten Botschafter Deutschlands in Japan, nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen, ernannt.

1930 erhielt Solf den Doktortitel durch die theologische Fakultät der Universität Göttingen. Ihm wurde eine Briefmarke von Samoa gewidmet.

Nach seinem Tode im Jahr 1936 trafen sich in der Berliner Wohnung seiner Frau Johanna Kritiker und Gegner des NS-Regimes, die mehrheitlich aus dem diplomatischen Korps des Auswärtigen Amtes und damit aus dem direkten Umfeld Wilhelm Solfs stammten. Der sogenannte „Solf-Kreis“ hielt Kontakt zur militärischen Opposition, war aber nicht an konkreten Umsturzplänen beteiligt.

Werke


  • Grammatik der Sanskrit-Sprache, aus dem Englischen übersetzt von Franz Kielhorn und Wilhelm Solf, Berlin 1888
  • Wilhelm Solf: Kolonialpolitik: mein politisches Vermächtnis, Berlin 1919

Literatur


  • Eberhard von Vietsch: Wilhelm Solf. Botschafter zwischen den Zeiten, Tübingen 1961
  • Hermann Graml: Artikel „Solf-Kreis“, in: Lexikon des deutschen Widerstandes, hrsg. von Wolfgang Benz / Walter H. Pehle, Frankfurt/Main 1994, S. 298–300, ISBN 3-10-005702-3
  • Birthe Kundrus:Das Reichskolonialamt zwischen nationalem Geltungsbewusstsein und Weltbürgertum. Die Staatssekretäre Friedrich von Lindequist und Wilhelm Solf. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hg.) „... Macht und Anteil an der Weltherrschaft.“ Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast-Verlag. Münster 2005, ISBN 3-89771-024-2

Weblinks


Mann | Deutscher | Geboren 1862 | Gestorben 1936 | Samoa | Staatssekretär (Deutsches Reich)

Wilhelm Solf | Wilhelm Heinrich Solf

 

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