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Wilhelm Emil Messerschmitt (* 26. Juni 1898 in Frankfurt am Main; † 15. September 1978 in München) war ein deutscher Flugzeugkonstrukteur und Unternehmer. Er gilt als ein Pionier der Luftfahrt.

Leben


'Willy' Messerschmitt wurde 1898 in Frankfurt am Main als Sohn von Elsie Fellerer und des Weinhändlers und Kunstmalers Pius Ferdinand Messerschmitt (* 30 Mai 1858 in Bamberg - † 29. Oktober 1915 in München-Solln) geboren. Nach der zweiten Verehelichung der Mutter zog die Familie nach Bamberg. Sein Stiefvater war der amerikanische Kunstmaler und Münchner Akademieprofessor Carl von Marr. Unmittelbar nach seinem Abitur wurde Messerschmitt 1917 zum Militärdienst im Ersten Weltkrieg eingezogen.

1920er Jahre - Aufbruch in eine neue Ära

Nach Kriegsende studierte er von 1918 bis 1923 Ingenieurwissenschaften an der Technischen Universität München und gründete noch während seines Studiums die Messerschmitt Flugzeugbau GmbH in Bamberg, die neben Segelflugzeugen das Sportflugzeug "M 17" und das motorisierte Verkehrsflugzeug "M 18" entwickelte. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit nahm er ab 1930 einen Lehrauftrag an der Technischen Hochschule München wahr.

Mitte September 1925 suchte Messerschmitt dringend einen Geldgeber, um das Leichtflugzeug M17 mit einem Motoren ausstatten zu können. Theo Croneiß, Jagdflieger im 1. Weltkrieg und der ältere Bruder von Carl Croneiß, Messserschmitts Testpilot, war Chef der Sportflug GmbH Ober- und Mittelfranken, einer Tarnfirma der Reichswehr. Croneiß bemerkte in einem Gasthaus, wie Messerschmitt mit einem interessierten Finanzier verhandelte. Messerschmitt ging dabei so weit, dass er bereit war, auf alle seine Patentrechte zu verzichten. Während einer Gesprächspause überreichte ihm Theo Croneiß einen Scheck in Höhe von 4.000 Reichsmark und bewahrte ihn somit vor einer Aufgabe seiner unternehmerischen Selbständigkeit. Croneiß sollte Messerschmitts erster und einziger Freund bleiben. Später wurde er Direktor in den Regensburger Messerschmitt-Werken.

Ab 1927 arbeitete sein Unternehmen mit der Bayerische Flugzeugwerke AG zusammen, das von einer Finanzgruppe um Freiherr Michel-Raulino übernommen worden war. Im Zuge dieser Kooperation wurde Messerschmitt 1926 in den Vorstand berufen und erhielt die Position des Chefkonstrukteurs. Nachdem infolge der Weltwirtschaftskrise und unternehmerischer Fehlentscheidungen Messerschmitts die Bayerische Flugzeugwerke AG Konkurs ging, wandelte er sie zusammen mit seiner Messerschmitt Flugzeugbau GmbH in die Messerschmitt AG um.

In dieser Zeit lernte er Lilly Stromeyer, eine geborene Freiin von Michel-Raulino und Tochter des Finanziers Michel-Raulino aus der Bamberger Tabakdynastie * kennen, die allseits "Die Baronin" genannt wurde. Sie selbst verhalf ihm später mehrmals mit Bürgschaften in Millionenhöhe aus finanziellen Notlagen. Nach dem 2. Weltkrieg legalisierten sie ihre Beziehung und heirateten.

NS-Diktatur und 2. Weltkrieg

1934 entwarf er den von der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Jäger "Me 109". 1937 wurde Messerschmitt zum Professor berufen. Während der nationalsozialistischen Herrschaft war er durch die Produktion von Kampf- und Jagdflugzeugen maßgeblich am Zweiten Weltkrieg beteiligt; er entwickelte die "Me 209 und die "Me 262", das erste serienproduzierte Flugzeug mit Turbinen-Luftstrahltriebwerk.

Während des Nationalsozialismus avancierte Messerschmitt zum Wehrwirtschaftsführer und wurde Vizepräsident der Deutschen Akademie für Luftfahrtforschung. 1938 wurde Messerschmitt neben Ferdinand Porsche und Fritz Todt mit dem 1937 von Adolf Hitler neu gestifteten Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet, den er sich mit Ernst Heinkel zur Hälfte (50 000 Reichsmark) teilte.

Nach Differenzen mit der nationalsozialistischen Luftwaffenführung legte Messerschmitt 1942 den Vorstandsvorsitz seines Unternehmen nieder und wurde in das Entwicklungsbüro zurückversetzt. Ursache waren zwei gravierende Mängel, die Messerschmitt selbst durch Verkleinerung des Fahrgestells und durch Verkürzung des Flugzeugrumpfs der Me 210 zu verantworten hatte. Generalluftzeugmeister Udet forderte ihn knapp und höflich zur Änderung dieser Mängel auf, da dies reihenweise Abstürze dieses Flugzeugtyps zur Folge hatte. Udet hielt jedoch dem Druck durch Göring nicht mehr stand und erschoss sich November 1941. Nachfolger wurde Erhard Milch, der schon zuvor für eine Stornierung der Luft Hansa-Aufträge gegenüber den Messerschmittwerken gesorgt hatte. Durch die Entwicklung der Me 262 gewann er jedoch die Begeisterung von Hitler, was Messerschmitt wiederum vor weiteren Angriffen Milchs bewahrte. Der Preis für seine Rehabilitierung war eine Verstrickung Messerschmitts in das Zwangsarbeitersystem der SS, die die todgeweihten Arbeitskräfte zur Produktion der Strahlmaschinen zusammentrieb.

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende 1945 und einer vorübergehenden Internierung wurde er im Entnazifizierungsverfahren 1948 als "Mitläufer" eingestuft und musste zunächst von seinem wichtigsten Lebensziel, dem Flugzeugbau, aus politischen Gründen Abstand nehmen. Bis Mitte der 1950er Jahre ging er Beratertätigkeiten in Spanien und Ägypten nach und ließ in seinem Bamberger Werk Fertighäuser, Nähmaschinen, Bügeleisen und Kabinenroller herstellen.

Ab 1955 baute er wieder für die deutsche Luftwaffe Flugzeuge. Auch für die NATO übernahm er später Aufträge. 1968 fusionierte die Messerschmitt AG auf massiven poltischen Druck mit der Bölkow-Gruppe und wenig später mit der Luftfahrtabteilung des Hamburger Konzerns Blohm. Diese drei Unternehmen bildeten die Messerschmitt-Bölkow-Blohm-Gruppe, kurz MBB genannt, dessen Teilhaber Messerschmitt wurde. Hier plante der Konstrukteur unter anderem einen zivilen Senkrechtstarter, der aber nicht in Produktion ging.

Der Tod seiner Frau Lilly († 1972) stellte eine letzte schwere Zäsur in seinem Leben dar.

Film


  • Lebensträume. Willy Messerschmitt - Flugzeuge für Krieg und Frieden, 45 Min., Dokumentation und Doku-Drama, Buch und Regie: Bertram von Boxberg, Produktion: NDR, Erstausstrahlung: 10. Juli 2006 [http://news.freecity.de/artikel/171086

Literatur


  • Hans J. Ebert, Johann B. Kaiser, Klaus Peters: Willy Messerschmitt, Pionier der Luftfahrt und des Leichtbaues. Eine Biographie. Bonn, Bernard & Graefe 1992
  • Frank Vann: Willy Messerschmitt. First full biography of an aeronautical genius. Sparkford, Stephens 1993

Weblinks


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