Eine Wildwasseranlage als künstliche Wildwasserstrecke kann zum Trainieren und für Wettkämpfe des Wildwasserpaddelns verwendet werden, u. a. für Kanuslalom, Freestyle, Kanurodeo, Playboating, Wildwasserrennsport (Sprints), Hydrospeed und Rafting.
Die Errichtung künstlicher Wildwasserstrecken ist ein seit 20 Jahren international verstärkt anhaltender Trend.
Die Vorteile einer künstlichen Anlage sind die bessere Kontrollierbarkeit und bessere Sicherungsmaßnahmen. Im Wettbewerb und im Training können künstliche Anlagen für gleichmäßigere Bedingungen sorgen. Sie funktionieren entweder durch Einspeisung aus einem natürlichem Fluss, durch Pumpen, oder über die Tide.
Über veränderbare Einbauten und eine regulierbare Wasserströmung können mehrere Kombinations- und Variationsmöglichkeiten von Hindernissen und Wasserströmung eingestellt werden. Damit lassen sich sehr hohe Schwierigkeitsgrade erreichen, ohne unnötige Gefährdung des Kanuten.
Durch künstliche Anlagen lässt sich die Nutzung natürlichen Wildwassers, insbesondere von unerfahrenen Paddlern vermindern, und dient somit auch dem Naturschutz. Für Wettbewerbe können die Tribünen sowie Zu- und Abfahrt ohne zusätzlichen Naturverbrauch realisiert werden.
Eiskanal Augsburg.jpg in Augsburg]] Eine Wildwasseranlage ist manchmal für die olympische Kanusportart Kanuslalom notwendig, wenn die austragende Stadt keine natürliche Strecke in der Nähe besitzt. Insbesondere müssen für die Olympischen Spiele bestimmte Kriterien erfüllt sein. Diese Kosten waren eine Überlegung, diese Disziplin aus den Olympischen Sportarten zu entfernen.
Neben den Kosten zum Bau einer Anlage fallen beim Betreiben mit einer Pumpe auch hohe Betriebskosten an. Deshalb ist eine hohe Auslastung vonnöten. Ein Freestyler oder Playboater der längere Zeit in einer Welle übt, ist dabei nicht so attraktiv wie möglichst viele Freizeitsportler in einem Raft hinunterzuschicken. Insofern sind sehr aufwendige Anlagen nicht unbedingt die besten Trainingsstätten.
1972 wurde für die Olympischen Spiele der Augsburger Eiskanal gebaut. Für die Bewerbung Leipzigs als Kandidat für Olympia 2012 wurde in Markkleeberg eine Wildwasserstrecke im Leipziger Neuseenland geplant. Trotz des frühen Ausscheiden Leipzigs als Kandidat wird nun nach Sydney mit dem Penrith Whitewater Stadium bei den Spielen 2000 und Athen mit dem Olympic Canoe/Kayak Slalom Centre (Athens) im Helliniko Olympic Complex bei den Spielen 2004 in Markkleeberg die dritte hochleistungsfähige Sport- und Wettkampfanlage der Welt errichtet, die den neuen Richtlinien des Wildwassersports des ICF entspricht.
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