Eine gute Bebilderung ist für jeglichen erklärenden Text geradezu unerlässlich. Es lockert außerdem den Artikel auf. Manche Abbildungen vermögen es auch, komplexe Beschreibungen zu verdeutlichen. In der Wikipedia sind Bilder, Grafiken und Karten willkommen.
Jede Abbildung sollte in einer Bildunterschrift erläutert werden, außer wenn es selbsterklärend ist. Selbstverständlich ist es auch zulässig, vom Text aus auf Bilder zu verweisen (z.B. „siehe Abb. 5“).
Gerade in Lexikonartikeln zum Themengebiet Geschichte ist eine sorgfältige Auswahl der Bilder und ihre präzise Beschriftung von allergrößter Wichtigkeit. Dies wird in der Wikipedia bislang allzu häufig übersehen. In der Geschichtsdarstellung existieren nicht nur Fälschungen, sondern auch idealisierte Darstellungen.
Wenn Bilder als Quellen aber ernst genommen werden sollen, ist die Absicherung eines quellenkritischen Bewusstseins unerlässlich. Gustave dore crusades mourzoufle parleying with dandolo.jpg Geschichtsbilder, also Bilder, die ihren Gegenstand aus der Vergangenheit nehmen, stehen immer in einem bestimmten Entstehungskontext. Ein Historiengemälde aus dem 19. Jahrhundert, das uns eine Szene aus dem Vierten Kreuzzug zeigt, sagt uns zumeist wenig über das Mittelalter, aber viel über die zur Zeit seiner Entstehung vorherrschenden Vorstellungen vom Mittelalter. Gerade diese im 19. Jahrhundert so beliebten Historienbilder dienten häufig der verherrlichenden Erinnerung bzw. der historischen Legitimation der Gegenwart oder Zukunft. Im Gegensatz zum sogenannten Ereignisbild liegt ihre Intention nicht in der nachrichtlichen Beschreibung des Dargestellten, sondern in dessen Übertragung und Steigerung ins Symbolhafte. Zur Blütezeit der Historienmalerei gehörten Prachtbände wie der Bildersaal deutscher Geschichte zum beliebten Schmuck bürgerlicher Wohnzimmer. Die Bilder selbst erfreuten sich einer heute kaum mehr nachvollziehbaren Popularität und prägten stark das nationale Selbstbewusstsein.
Wenn diese Art von Bildquellen heute überhaupt noch in einem Lexikonartikel zu dulden ist, dann doch eher zur Erläuterung ihrer Wirkungsabsicht und nicht zur Bebilderung von Ereignissen. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, gehört unter ein Bild wie das oben kritisierte eine Bildunterschrift, die den Leser darüber aufklärt, um welche Art von Bild es sich hier handelt, also im vorliegenden Fall etwa: „Dandolo verhandelt mit Alexios V. Murtzouphlos. Stark romantisierende Darstellung des französischen Grafikers Gustave Doré aus dem 19. Jhd.“. Besser wäre es allerdings, wenn dem Artikel ein eigener Abschnitt zur Rezeptionsgeschichte spendiert würde. Darin kann dann stehen, warum Doré solche Grafiken erstellt hat, was er damit bezwecken wollte und in welcher Tradition er damit stand. Zu empfehlen ist deshalb, solche Bilder gänzlich aus Texten über das Mittelalter herauszuhalten, zumindest wenn die Wikipedia als Enzykopädie einem gewissen qualitatitven Mindeststandard genügen will.
Phantasiebilder sollten vermieden werden, es sei denn dass sie von künstlerischer Bedeutung sind. Wenn sie dennoch in Artikeln verwendet werden, dann nur mit einer entsprechenden Bemerkung.
Dieser Abschnitt beruht auf einem Diskussionbeitrag von Frank Schulenburg *
Die Auflockerung von Text durch Piktogramme und sonstige Sinnbilder sollte kein Selbstzweck sein, sondern der Verständlichkeit dienen. Ein Piktogramm kann leicht die Bedeutung eines Textes verzerren, einengen oder gegenteilig beeinflussen. So ist z. B. davon abzuraten, in einem Städteartikel Angaben über eine Religionsgemeinschaft mit einem halbwegs entsprechenden Symbol zu schmücken. Auch die oft verwendeten Verkehrspiktogramme halten kritischer Befragung oft nicht stand: Dampflok für Bahnverkehr, Autobahnschild für den gesamten Straßenverkehr etc.
Andererseits kann z. B. das Wappen einer Partnerstadt als deutlicher optischer Anker sinnvoll sein.
Alles in allem geben Piktogramme im Text selten einen wirklichen Informations-Mehrwehrt, belasten aber im Gegenzug die Wikimedia-Server sowie die Leitung des einzelnen WP-Lesers, schaffen typographische Probleme (angefangen bei den Zeilenabständen bis hin zur Konsistenz untereinander), sind schwierig zu pflegen und sehen außer bei sehr durchdachter Gestaltung und Auswahl schnell unseriös und einer Enzyklopädie unangemessen aus. Sie sollten nicht leichthin benutzt werden, nur um den Text aufzulockern; Zwischenüberschriften tun meist einen besseren Dienst.
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