| Wappen | Karte |
|---|---|
| Coa de-Wiesbaden.svg | Karte Wiesbaden in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 203,90 km² |
| Einwohner: | 274.865 zzgl. ca. 12.000 amerikanische Staatsbürger knapp 286.000 (30. September 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.348 Einwohner je km² |
| Höhe: | 115 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 65001 - 65207 (alt: 6200) 55240 - 55246 (alt: 6502) 55247 - 55252 (alt: 6503) |
| Vorwahlen: | 0611, 06122, 06127, 06134 |
| Geografische Lage: | |
| Kfz-Kennzeichen: | WI |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 14 000 |
| UN/LOCODE: | DE WIB |
| Stadtgliederung: | 26 Stadtbezirke |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Schloßplatz 6 65183 Wiesbaden |
| Offizielle Webseite: | www.wiesbaden.de |
| E-Mail-Adresse: | pressereferat@wiesbaden.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Hildebrand Diehl (CDU) |
| Regierende Parteien: | CDU, FDP, GRÜNE |
Wiesbaden bildet eines der neun Oberzentren des Landes Hessen und zählt ebenso wie Frankfurt am Main, Mainz, Darmstadt, Offenbach am Main und Hanau zu den Kernstädten des Rhein-Main-Gebiets.
Die Einwohnerzahl der Stadt Wiesbaden überschritt im Jahr 1905 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Ihre geographische Lage ist 50° 05' nördlicher Breite und 08° 15' östlicher Länge.
Die Höhenlage der Innenstadt beträgt 115 Meter am Schloßplatz, der höchste Punkt der Stadt befindet sich mit 608 Metern am Rheinhöhenweg, der niedrigste Punkt an der Hafeneinfahrt Schierstein mit 83 Metern.
Das Stadtgebiet hat eine Größe von 204 Quadratkilometern, misst von Nord nach Süd 17,6 Kilometer und von West nach Ost 19,7 Kilometer. Im Norden wird es von ausgedehnten Waldgebieten (27,4% des Stadtgebietes), im Westen von Weinbergen und im Osten von landwirtschaftlich genutzten Flächen (31,1%) umgeben. Von der 79 Kilometer langen Stadtgrenze bildet der Rhein 10,3 Kilometer.
Östlich, aber auch westlich und auf dem Stadtgebiet, erstreckt sich der Rheingau.
Die Stadt Wiesbaden wurde 1945 durch die Militärverwaltung der USA, da der Rhein die Grenze zur französischen Zone mit dem Zentrum der Stadt Mainz bildete, mit der treuhänderischen Verwaltung der rechtsrheinischen Mainzer Stadtbezirke Mainz-Amöneburg, Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim. Diese Verwaltung sollte ursprünglich nur temporär sein. Sie besteht jedoch bis heute.
Siehe auch Liste der Stadtbezirke von Wiesbaden.
Zum Einen ist die Mehrzahl der Gebäude der Innenstadt in einer Zeitspanne von nur etwa 60 Jahren entstanden (ungefähr zwischen 1850 und dem Beginn des Ersten Weltkrieges 1914). Für die Stadtplanung waren im Wesentlichen zwei Baumeister verantwortlich: Christian Zais am Beginn des 19. Jahrhunderts und Felix August Helfgott Genzmer zu dessen Ende.
Zweitens zog Wiesbaden in dieser Zeit neben dem kaiserlichen Hofstaat zahlreiche einkommenstarke Gäste an, die ihrem Wunsch nach Repräsentation in der Stadt Rechnung trugen.
Drittens ist die Wiesbadener Innenstadt (Wiesbaden-Mitte) während des Zweiten Weltkrieges weit weniger zerstört worden als die anderer Städte. Der Zerstörungsgrad lag bei ca. 30 %.
Dies führte dazu, dass die Wiesbadener Innenstadt heute ein sehr einheitliches Stadtbild bietet, dessen Gebäude fast alle dem Klassizismus, Historismus und Jugendstil zuzurechnen sind. Ende des 19. Jahrhunderts wurden großzügige Wohngebiete mit aufwendigen Fassaden und Alleen angelegt (wie zum Beispiel das Rheingauviertel und das Feldherrnviertel, das Dichterviertel und das Gebiet um die Wiesbadener Ringstraße). Durch ihren Ruf als Weltkurstadt entstanden in der Innenstadt zudem viele repräsentative öffentliche Gebäude wie das Kurhaus Wiesbaden inklusive Kurpark, das Hessische Staatstheater, die Marktkirche, welche 1853 bis 1862 von Carl Boos als Nassauer Landesdom errichtet wurde, sowie ausgedehnte Parkanlagen wie der Warme Damm, die Reisinger-Anlagen und das Bowling Green. Heute gilt Wiesbaden deshalb als Musterbeispiel des Historismus.
Je weiter man sich von der Innenstadt entfernt, desto mehr wird das Bild der Altbauten durch Häuser der Nachkriegszeit verdrängt. Beispiel dafür ist das Wiesbadener Sauerland, in dem in den 1990er Jahren auf ehemaligem Ackerland mehr als zwanzig Plattenbauten errichtet wurden.
Im Bereich des Historischen Fünfecks ist das alte Zentrum der Stadt zu finden. Hier lässt sich noch der unregelmäßige Grundriss der Straßen erkennen. Mittelpunkte sind hier der Schloßplatz (siehe Sehenswürdigkeiten) sowie der Mauritiusplatz. Das enge Bergkirchenviertel im Nordwesten des Historischen Fünfecks liegt auf einer Anhöhe.
Der Bereich um das Historische Fünfeck bis zur Ringstraße (1. Stadtring) wurde als schachbrettartige Anlage der umliegenden Straßen und Plätze vom Stadtbaumeister Christian Zais geplant. Dies betrifft neben den Stadtteilen im Westen (Westend, auch Feldherrnviertel) und der südlichen Innenstadt auch den Kurbezirk im Nordosten. Herausragende städtebauliche Elemente sind hier neben dem Ensemble um das Bowling Green die Wilhelmstraße, die Rheinstraße, die Bahnhofsstraße, die Adolfsallee und der Luisenplatz.
Die Ringstraße und Bereiche außerhalb dieser sind als geschwungene Straßenzüge vorwiegend als Alleen angelegt und lassen die Handschrift des Stadtbaumeisters Felix August Helfgott Genzmer erkennen. Hier finden sich Beispiele prachtvoller Bürgerhäuser des Historismus (siehe auch Rheingauviertel, Feldherrnviertel, Dichterviertel, sowie Ringstraße). Hervorzuheben sind hier der Sedanplatz, der Blücherplatz mit der Blücherschule, der Gutenbergplatz mit der Gutenbergschule sowie die Ringkirche, Lutherkirche und Dreifaltigkeitskirche.
Außerhalb dieser geschlossenen Bebauung schließen sich an den Hängen der Talmulde ausgedehnte Villengebiete an, die ebenfalls im ausgehenden 19. Jahrhundert entstanden. Dies betrifft das Nerotal und seine Umgebung, den Philippsberg nördlich der Emser Straße, den Stadtteil Sonnenberg und das so genannte Villengebiet Ost, östlich von Wilhelmstraße und Friedrich-Ebert-Allee.
Im Südosten der Innenstadt (um Gustav-Stresemann-Ring und Berliner Straße) entstanden seit den 1950er Jahren moderne Verwaltungsgebäude.
Bemerkenswert ist, dass sich im eigentlichen Innenstadtgebiet von Wiesbaden so gut wie keine Industrie oder ausgedehnte Gewerbegebiete befinden. Eine Ausnahme bildet lediglich der Bereich um die Mainzer Straße, welcher mit dem Hochhaus "Mainzer 75", diversen Autohäusern, ehemaligen Fabriken und Restaurants von Fast-Food-Ketten sowie Elektronikmärkten eines der wenigen Gewerbegebiete in der Nähe der Wiesbadener Innenstadt darstellt.
Landwirtschaft wird in nahezu allen Außenbezirken betrieben. Frauenstein ist mit den Weinlagen "Herrnberg", "Homberg" und "Marschall" das Zentrum des Wiesbadener Weinbaus und zählt auch landschaftlich bereits zum Rheingau. Weinlagen gibt es außerdem in Kostheim ("St. Kiliansberg", "Steig", "Weiß Erd"), Schierstein ("Dachsberg" und "Hölle") und Dotzheim ("Judenkirsch").
Die Haupt-Industriegebiete befinden sich in den südlichen Stadtteilen am Rhein, wie in den ehemaligen Rheinufer- und Hafenorten Schierstein und Biebrich sowie den ehemaligen Mainzer Vororten Amöneburg, Kastel und Kostheim. Kleinere Industriegebiete finden sich in den östlichen Vororten Erbenheim und Nordenstadt, deren wirtschaftlicher Vorteil die direkt an den Stadtteilen vorbeilaufende Bundesautobahn 66 ist.
Mehrere Gebiete der innenstadtnahen Außenbezirke werden bzw. wurden als US-Militärstützpunkt genutzt. Als Wohngebiete für die amerikanischen Streitkräfte des Militärflugplatzes Erbenheim dienen auch heute noch die nordöstliche gelegenen US-amerikanischen Housings Aukamm, Crestview und Hainerberg Village. Aus dem Camp Pieri in Dotzheim und dem Camp Lindsey (heute: Europaviertel) in der westlichen Innenstadt sind die Amerikaner 1993 abgezogen. Diese ehemaligen Kasernen werden seitdem zivil genutzt und wurden in den 1990ern mit einer Vielzahl moderner Eigentumswohnungen bebaut. Auf dem ehemaligen Camp Lindsey befinden sich heute eines der drei Wiesbadener Standorte des Bundeskriminalamts, die Volkshochschule sowie mehrere städtische Behörden, zum Beispiel das Einwohnermeldeamt. In den Gebäuden des "Camp Pieri" befindet sich heute eines der Studierendenwohnheime der Fachhochschule.
Siehe auch Liste Wiesbadener Straßennamen.
Schon den Römern waren die heißen Quellen Wiesbadens bekannt. Sie ließen in ihrer Nähe um 6 bis 15 nach Christus eine Befestigung errichten. Die Quellen wurden erstmals 77 nach Christus im Werk Naturalis historia von Plinius dem Älteren beschrieben. Es entstand eine römische Siedlung mit dem Namen "Aquae Mattiacorum" (lat.: "Die Wasser der Matthiaker", daher die Aufschrift auf dem Wiesbadener Kurhaus "Aquis Matthiacis", d.h. "den Wassern der Mattiaker *"), der auf den Namen des chattischen Stamms der Mattiaker anspielte.
Im Jahre 828/830 erwähnte Einhard, der Biograf Karls des Großen, erstmals den Namen Wisibada (das Bad in den Wiesen).
Um 1170 erwarben Nassauer Grafen Reichsbesitz in und um das heutige Wiesbadener Stadtgebiet.
1232 wurde Wiesbaden vermutlich Reichsstadt. Dies könnte ein Grund für den Befehl zur Zerstörung der Stadt Wiesbaden 1242 durch den Mainzer Erzbischof gewesen sein.
1296 stiftete der römisch-deutsche König Adolf von Nassau das Kloster Klarenthal. Im selben Jahr fand eine vergebliche Belagerung der Stadt durch die Truppen von König Ludwig dem Bayern statt. Plünderungen und Verwüstungen erfassten das Kloster Klarenthal und das Umland.
Während des Bauernkrieges erhoben sich 1525 auch die Wiesbadener und verloren nach ihrer Niederschlagung alle erteilten Privilegien, welche sie erst 1566 zurück erhielten. Mit der Ernennung von Wolf Denthener zum evangelisch-lutherischen Pfarrer wurde 1543 die Reformation in Wiesbaden durchgeführt.
Von 1609 bis 1610 wurde das Alte Rathaus erbaut, das älteste noch heute existierende Gebäude in Wiesbaden. Die meisten älteren Gebäude sind zwei Bränden in den Jahren 1547 und 1561 zum Opfer gefallen.
1744 wurde das Schloss Biebrich Hauptresidenz des Hauses Nassau, 1806 wurde Wiesbaden Regierungssitz und Hauptstadt des Herzogtums Nassau, unter dessen Herrschaft Wiesbadener Männer in den Napoleonischen Kriegen kämpfen mussten. In Wiesbaden steht heute am Luisenplatz ein Denkmal für die nassauischen Gefallenen der Schlacht bei Waterloo im Jahre 1815.
Im 19. Jahrhundert begann Wiesbadens glanzvolle Zeit und ihr Aufstieg zur Weltkurstadt. Sie wurde als Kurbad, Kongressstadt und Verwaltungssitz weiter ausgebaut und erlebte einen großen Aufschwung. Das "Nizza des Nordens" wurde regelmäßig von Kaiser Wilhelm II. zur Sommerfrische besucht und bald als "Kaiserstadt" bezeichnet. Im Gefolge des kaiserlichen Hofstaats kamen zahlreiche Adlige, Künstler und wohlhabende Unternehmer in die Stadt und ließen sich dort nieder. Zahlreiche repräsentative Bauten entstanden, darunter das Kurhaus Wiesbaden mit seiner Spielbank und das Hessische Staatstheater an der Wilhelmstraße.
Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums in der Zeit der Industrialisierung bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Stadt rasch. Die Einwohnerzahl stieg zwischen 1840 (rund 11.650) und 1910 (rund 109.000) um nahezu das Zehnfache. Umfangreiche Stadterweiterungen wurden notwendig, es entstanden zahlreiche neue Stadtgebiete mit repräsentativen Gebäuden im Stil des Historismus, Klassizismus und Jugendstils. Wiesbaden wurde in dieser Zeit durch Millionärsfamilien und Großfirmen, die sich ansiedelten, zur Stadt mit den meisten Millionären Deutschlands.
Wiesbaden_1900.jpg Mit Ende des Ersten Weltkriegs endete Wiesbadens Zeit als populäre Kurstadt. 1918 wurde sie von der französischen Armee besetzt, 1921 wurde das "Wiesbadener Abkommen" über die deutschen Reparationszahlungen an Frankreich geschlossen. 1925 wurde Wiesbaden Hauptquartier der britischen Rheinarmee und blieb es bis zum Abzug der Besatzungsmächte aus dem Rheinland 1930.
Im Zweiten Weltkrieg blieb Wiesbaden von den alliierten Bombenangriffen weitgehend verschont, Der schwere Bombenangriff in der Nacht vom 2. auf 3. Februar 1945 verfehlte aufgrund der schlechten Wetterlage die geplante Wirkung. Am 28. März 1945 wurde Wiesbaden von US-amerikanischen Truppen besetzt. Die rechtsrheinischen Mainzer Vororte Amöneburg, Kastel und Kostheim wurden durch Anordnung der Militärregierung dem Stadtkreis Wiesbaden zugeordnet, welches eine Ursache der heutigen Rivalität zwischen Mainz und Wiesbaden wurde. General Dwight D. Eisenhower gründete das Land Groß-Hessen, Wiesbaden wurde dessen Hauptstadt.
Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 wurde Wiesbaden Landeshauptstadt des neuen Bundeslandes Hessen und Sitz zweier Bundesbehörden: 1953 wurde mit dem Bundeskriminalamt die erste Bundesbehörde in Wiesbaden gegründet. 1956 wurde das Hochhausgebäude für das Statistische Bundesamt in der Nähe des Wiesbadener Hauptbahnhofes fertig gestellt.
Ab dem Jahre 1948 gehörte das Army Airfield in der Nähe von Wiesbaden-Erbenheim zu den acht Versorgungsflughäfen, die über eine Luftbrücke nach West-Berlin in der Zeit der sowjetischen Blockade vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 mit Lebensmitteln versorgten.
Wiesbaden_Rhein_Main-Hallen.jpg Im Jahr 1957 wurden die Rhein-Main-Hallen als Messezentrum eröffnet und in den 1960er Jahren erstanden erste Hochhaussiedlungen am Gräselberg, in Klarenthal und am Schelmengraben. Nach dem sich das ZDF 1961 für Mainz als Hauptsitz entschieden hatte, dort aber noch Räumlichkeiten fehlten, wurde Wiesbaden provisorischer Verwaltungssitz des neuen Fernsehsenders.
Von 1969 bis 1974 wurde die Wiesbadener Fußgängerzone geschaffen. Das erste Teilstück wurde an der Faulbrunnenstraße angelegt, mit der Fertigstellung wurde am 14. September 1974 zum ersten Mal das Schloßplatzfest gefeiert.
Am 2. April 1970 eröffnete die Deutsche Klinik für Diagnostik in der Nähe der Aukamm Housings.
Am 1. Januar 1977 wurden die Orte Auringen, Breckenheim, Delkenheim, Medenbach, Naurod und Nordenstadt im Rahmen der Hessischen Gebietsreform als östliche Vorstädte nach Wiesbaden eingemeindet. Die Bevölkerungszahl stieg um mehr als 20.000 Einwohner.
Im Jahr 2003 entbrannte ein Streit zwischen Politikern und Bürgerinitiativen um den Umzug des Bundeskriminalamtes nach Berlin, der bis heute nicht beigelegt ist.
Seit dem 18. Jahrhundert gab es auch vereinzelt wieder katholische Gemeindeglieder in Wiesbaden, die anfangs der Kirche in Frauenstein eingepfarrt waren. Seit 1791 konnten sie auch in Wiesbaden wieder öffentlich Gottesdienst feiern und 1801 erhielten sie ihr eigenes Bethaus. Später bauten sie sich wieder eigene Kirchen. Sie gehören zur Diözese Limburg, die 1827 für das damalige Herzogtum Nassau neu gegründet wurde. Innerhalb des Bistums Limburg gehören die Pfarrgemeinden der Stadt Wiesbaden (mit Ausnahme der ehemals zur Stadt Mainz gehörigen Gemeinden, welche zum Bistum Mainz gehören) zur gleichnamigen Region Wiesbaden. Heutige Religionsgemeinschaften in Wiesbaden:
Der Verlauf der Einwohnerentwicklung zeigt, dass ein Großteil des Bevölkerungswachstums in der Zeit von der Industrialisierung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges stattfand. Von 1800 bis 1939 wuchs die Bevölkerung von 2.239 Einwohnern auf 191.955 Einwohner. Dies war durch die wirtschaftlich günstige Lage am Rhein und der Nähe zum Ruhrgebiet begünstigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Wiesbadens Bevölkerung vor allem durch die Eingemeindung östlicher Vorstädte und Zuwanderung von Gastarbeitern und Ausländern.
Im Jahre 2002 betrug der Anteil der Einwohner ohne deutschen Pass 17,5% und lag damit deutlich niedriger als die jeweiligen Anteile in Frankfurt (26,4%) und in Offenbach (31,2%). Allerdings ist der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Wiesbaden seit 1980 (11,3%) um etwa 55% gestiegen.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner | - | 1521 | 192 | - | 1629 | 915 | - | 1699 | 730 | - | 1722 | 1.329 | - | 1800 | 2.239 | - | 1. Dezember 1840 ¹ | 11.648 | - | 3. Dezember 1861 ¹ | 20.800 | - | 3. Dezember 1864 ¹ | 26.600 | - | 3. Dezember 1867 ¹ | 30.100 | - | 1. Dezember 1871 ¹ | 35.500 | - | 1. Dezember 1875 ¹ | 43.700 | - | 1. Dezember 1880 ¹ | 50.238 | - | 1. Dezember 1885 ¹ | 55.454 | - |
|---|
| Jahr | Einwohner | - | 1. Dezember 1890 ¹ | 64.670 | - | 2. Dezember 1895 ¹ | 74.133 | - | 1. Dezember 1900 ¹ | 86.111 | - | 1. Dezember 1905 ¹ | 100.953 | - | 1. Dezember 1910 ¹ | 109.002 | - | 1. Dezember 1916 ¹ | 90.310 | - | 5. Dezember 1917 ¹ | 86.555 | - | 8. Oktober 1919 ¹ | 97.566 | - | 16. Juni 1925 ¹ | 102.737 | - | 16. Juni 1933 ¹ | 159.755 | - | 17. Mai 1939 ¹ | 170.354 | - | 31. Dezember 1945 | 172.083 | - | 29. Oktober 1946 ¹ | 188.370 | - |
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| Jahr | Einwohner | - | 13. September 1950 ¹ | 220.741 | - | 25. September 1956 ¹ | 244.994 | - | 6. Juni 1961 ¹ | 253.280 | - | 31. Dezember 1965 | 260.331 | - | 27. Mai 1970 ¹ | 250.122 | - | 31. Dezember 1975 | 250.592 | - | 31. Dezember 1980 | 274.464 | - | 31. Dezember 1985 | 266.623 | - | 25. Mai 1987 ¹ | 251.871 | - | 31. Dezember 1990 | 260.301 | - | 31. Dezember 1995 | 267.122 | - | 31. Dezember 2000 | 270.109 | - | 30. September 2005 | 274.865 |
|---|
- bgcolor="#efefef" | Jahr | Orte | Zuwachs in ha | - | 1. Oktober 1926 | Biebrich (Stadt) | 1299 | - | 1. Oktober 1926 | Schierstein | 943 | - | 1. Oktober 1926 | Sonnenberg | 834 | - | 1. April 1928 | Bierstadt | 922 | - | 1. April 1928 | Dotzheim | 1827 | - | 1. April 1928 | Erbenheim | 1127 | - | 1. April 1928 | Frauenstein | 1065 | - | 1. April 1928 | Heßloch | 154 | - | 1. April 1928 | Igstadt | 726 | - | 1. April 1928 | Kloppenheim | 539 | - | 1. April 1928 | Rambach | 992 | - |
- bgcolor="#efefef" | Jahr | Orte | Zuwachs in ha | - | 1. April 1928 | Georgenborn (1939 wieder ausgemeindet) | ? | - | 10. August 1945 | Mainz-Kastel und Mainz-Amöneburg ¹ | 1.332 | - | 10. August 1945 | Mainz-Kostheim ¹ | 953 | - | 1. Januar 1977 | Auringen | 312 | - | 1. Januar 1977 | Breckenheim | 640 | - | 1. Januar 1977 | Delkenheim | 743 | - | 1. Januar 1977 | Medenbach | 447 | - | 1. Januar 1977 | Naurod | 1099 | - | 1. Januar 1977 | Nordenstadt | 773 |
Neben dem Gericht gab es seit dem 15. Jahrhundert auch einen Rat. Die Bürgermeister erhielten in preußischer Zeit den Titel Oberbürgermeister. Heute wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk gewählt. Die ebenfalls vom Volk zu wählende Stadtverordnetenversammlung umfasst seit der letzten Kommunalwahl 81 Sitze, die sich wie folgt verteilen:
| CDU | SPD | GRÜNE | FDP | REP | LiLi | BLW | Gesamt | |
| 2006 | 29 | 25 | 10 | 7 | 4 | 3 | 3 | 81 |
| 2001 | 30 | 28 | 8 | 10 | 4 | 1 | - | 81 |
Die Stadtfarben Blau/Gelb stammen noch aus der Zeit des Herzogtums Nassau, deren Residenz Wiesbaden lange Zeit war. Die heutige Form des Wappens wurde 1906 amtlich festgelegt.
Wiesbaden ist Patenstadt der heimatvertriebenen Karlsbader (seit 1953).
In der Innenstadt gibt es 26 heiße Quellen mit Temperaturen zwischen 46 und 66 °C. Mit einer Ergiebigkeit von etwa 2 Millionen Litern täglich ist Wiesbaden damit das bei weitem ergiebigste deutsche Heilbad (zum Vergleich: an zweiter Stelle steht Baden-Baden mit 800.000 Litern täglich). Schon seit der Zeit der Römer sind in der Stadt Bäder in Betrieb und bis heute sind einige Quellen öffentlich zugänglich, wie zum Beispiel der Kochbrunnen (66 °C), der mit alleine fast 500.000 Litern täglich die ergiebigste Quelle ist. Das römisch-irische Kaiser-Friedrich-Bad wird durch die Adlerquelle (64,4 °C, 167 l pro Minute) versorgt. Ebenso wird das städtische Thermalbad im Aukammtal aus natürlichen Quellen gespeist. Daneben gibt es private Badehäuser, heute in der Regel Hotels, die Thermalbäder betreiben (Badehaus Rose, Schwarzer Bock, Goldenes Ross, Bären und Nassauer Hof). Neben dem Kochbrunnen gibt es noch einige weitere öffentliche Trinkhallen wie den Bäckerbrunnen (49 °C, 65 l pro Minute) und Wiesbadens 27. Quelle, den Faulbrunnen (14 °C, 27 l pro Minute), der seinen Namen Schwefelverbindungen mit ihrem typischen Geruch verdankt, aber wegen seiner geringen Temperatur nicht als Therme bezeichnet wird.
Besucher wie Johann Wolfgang von Goethe, Fjodor Dostojewski, Richard Wagner, Alexej von Jawlensky oder Johannes Brahms haben wegen der Quellen und der Spielbank in Wiesbaden Station gemacht.
Nach dem Ersten Weltkrieg, als Wiesbaden seinen Ruf als Weltkurstadt verlor, wurde der bis dahin vorherrschende Kurbetrieb als Amüsementbetrieb auf die klinifizierte Kur umgestellt. Heute gibt es zahlreiche Kur- und Spezialkliniken. Die bekannteste ist die Deutsche Klinik für Diagnostik (DKD).
Das kulturelle und vor allem das gastronomische Leben in Wiesbaden wird von Wein und Sekt mitgeprägt, was die Stadt in dieser Hinsicht von anderen Großstädten abhebt.
ESWE Bus.jpg-Bus]]Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen Busse der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH sowie andere Unternehmen. Wiesbaden war die erste deutsche Stadt, die ihren Verkehrsbetrieb komplett von Straßenbahn auf Busse umgestellt hat. Auch die Busspur ist eine Wiesbadener Erfindung. Von hier aus verbreitete sie sich über die ganze Welt.
Wiesbaden ist an das S-Bahn-Netz Rhein-Main angeschlossen. Der Hauptbahnhof ist Endhaltestelle der S-Bahn-Linien S 1, S 8 und S 9 aus Richtung Frankfurt am Main. Außerdem führt von Wiesbaden aus die rechte Rheinstrecke über Rüdesheim am Rhein bis nach Koblenz sowie die Ländchesbahn über die Vororte Erbenheim, Igstadt und Auringen/Medenbach nach Niedernhausen und von dort aus weiter nach Limburg an der Lahn. An Sonn- und Feiertagen verkehren auf der 1983 stillgelegten Aartalbahn nach Bad Schwalbach und Hohenstein die Museumszüge der Nassauischen Touristikbahn. Weiterhin ist Wiesbaden seit der Fertigstellung der Neubaustrecke Frankfurt/Rhein-Main - Köln an das ICE-Netz angeschlossen und damit seit 2002 wieder ein Fernbahnhof. Alle Linien im Wiesbadener und Mainzer Stadtgebiet sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) zu benutzen. Für Verbindungen aus dem und in das Gebiet des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbunds (RNN) kann auch dieser Tarif bis Wiesbaden angewendet werden.
Vor einigen Jahren wurde eine Wiesbadener Stadtbahn als Ergänzung zum Busliniennetz als Idee eingebracht. Dieses Projekt fand sowohl Befürworter als auch Gegner. Einige Parteien sprachen sich in der Stadtpolitik für dieses Projekt aus. Die Firma ESWE plante, die Stadtbahn bis zum Ende des Jahrzehnts zu verwirklichen. Momentan wird das Projekt von der Mehrheit im Stadtrat abgelehnt.
Wiesbaden ist aber auch als Sitz von Filmverbänden und -institutionen von überregionaler Bedeutung. So befindet sich die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) ebenso in der hessischen Landeshauptstadt wie die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) oder die Filmbewertungsstelle (FBW). Ebenso die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, die einen Großteil des deutschen Filmerbes verwaltet, pflegt und erhält sowie das Archiv des Deutschen Filminstitutes.
Direkt im Wiesbadener Landtag unterhält der Hessische Rundfunk ein Fernseh- und Hörfunkstudio. Außerdem ist dort die Redaktion des TV-Politmagazins "de facto" untergebracht. Nicht weit vom Landtag entfernt betreibt der private Radiosender Hit Radio FFH sein Landtagsstudio.
Daneben sind zahlreiche Verlage in der Stadt ansässig (unter anderem Deutscher Genossenschafts-Verlag, Verlag Dr. Th. Gabler, Westdeutscher Verlag und Vieweg)
In Wiesbaden erscheinen die Tageszeitungen "Wiesbadener Kurier" und "Wiesbadener Tagblatt".
An der direkt am Hauptcampus der FH angesiedelten Verwaltungsfachhochschule gibt es weitere 770 Studierende.
Es gibt Überlegungen der privaten European Business School, von Oestrich-Winkel nach Wiesbaden umzuziehen. Als Sitz ist die Söhnlein-Villa am Warmen Damm im Gespräch. Außerdem möchte sie das Fächerangebot ausweiten und sich als Universität anerkennen lassen.
Neben den Universitäten in Frankfurt, Mainz und Darmstadt ist in Idstein die Europa Fachhochschule Fresenius angesiedelt.
Die Größe des Bildungsangebotes zeigt sich in den über hundert staatlichen und privaten Schulen. Neben 40 Grundschulen gibt es 23 Berufsbildenden Schulen, 12 Gymnasien, 7 Realschulen, 7 Hauptschulen, 9 Sonderschulen und 7 Gesamtschulen).
Es stehen in 67 Hotels und Pensionen circa 6.200 Betten zur Verfügung. Die Jugendherberge am Elsässer Platz ist eine der größten in Deutschland und hat 220 Betten. Hinzu kommen noch drei Campingplätze mit 6.400 Gästen beziehungsweise 11.800 Übernachtungen jährlich.
Den östlichen rechtwinkligen Abschluss des Schloßplatzes bildete die 1898 bis 1901 von Felix Genzmer erbaute Höhere Töchterschule. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, ebenso wie der Hauptgiebel des Neuen Rathauses. Südlich von Neuem Rathaus und Marktkirche befindet sich der historische Marktkeller, der von der Marktsäule gekrönt wird.
An der Ostseite der Wilhelmstraße wurde 1860 der Landschaftspark Warmer Damm angelegt. An der östlich von ihm verlaufenden Paulinenstraße steht die Söhnlein-Villa, die wegen ihres Washingtoner Vorbilds auch "Weißes Haus" genannt wird.
Wiesbaden_Kurpark.jpg Am Nördlichen Ende der Wilhelmstraße befindet sich das so genannte Kureck. Mittelpunkt ist das Bowling Green, eine rechteckige Grünfläche mit zwei imposanten Brunnen, die von einem Hufeisenförmigen Gebäudeensemble umschlossen wird: Den Höhepunkt im Osten bildet das 1905 bis 1907 von Friedrich von Thiersch erbaute Kurhaus, in dem u. a. die Spielbank untergebracht ist. Hinter dem Kurhaus erstreckt sich der circa 6,5 Hektar große, nach Vorbild englischer Gärten angelegte Kurpark. Im Norden des Bowling Green stehen die Kurhauskolonnaden, mit 129 m Länge die längste Säulenhalle Europas. Ihr gegenüber die Theaterkolonnaden mit dem 1894 eröffneten Hessischen Staatstheater. Auf der anderen Seite der Wilhelmstraße, gegenüber des Bowling Green, befindet sich ein Denkmal für Kaiser Friedrich III. sowie das Nobelhotel Nassauer Hof.
Ganz in der Nähe des Bowling Greens breitet sich der Kranzplatz mit dem Kochbrunnentempel aus. Der Kochbrunnen ist mit einer Förderleistung von ca. 500.000 Liter/Tag und einer Temperatur von 67 °C die ergiebigste Wiesbadener Thermalquelle. In der ehemaligen Trinkhalle am Westrand des Platzes befindet sich heute ein Restaurant. Um den Platz gruppierten sich einige der Wiesbadener Grandhotels: so des älteste Hotel Deutschlands, der bereits 1486 gegründete "Schwarze Bock", das ehemalige "Palasthotel" – es war das erste überhaupt mit Zimmertelefon – sowie das "Hotel Rose", in dem seit September 2004 die Hessische Staatskanzlei residiert.
Die Adolfsallee sowie deren Verlängerung, die Adolfsstraße, führt auf den klassizistischen Luisenplatz. In der Sichtachse an seinem Kopfende steht die katholische St. Bonifatius-Kirche in neogotischem Stil mit ihren beiden 68 m hohen Türmen. Sie wurde von 1844 bis 1849 erbaut. Am Luisenplatz, der 1984 mit einer Tiefgarage versehen und nach historischem Vorbild wieder angelegt wurde, ist auch das Hessische Kultusministerium angesiedelt. Der Waterloo-Obelisk erinnert an die in den Befreiungskriegen 1815 gegen Napoleon gefallenen Nassauer.
Am Südrand des Luisenplatzes verläuft die Rheinstraße nach Westen auf die 1892 bis 1894 von Johannes Otzen erbaute Ringkirche mit ihrem 65 m hohem Zwillingsturm zu. In diesem Bau wurde erstmals das revolutionäre "Wiesbadener Programm" umgesetzt, welches für den evangelischen Kirchenbau in Deutschland bis zum 1. Weltkrieg richtungsweisend war. An der Rheinstraße steht auch die Hessische Landesbibliothek mit 600.000 Bänden und historischem Lesesaal, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie die Hauptverwaltung der Nassauischen Sparkasse.
Die Bahnhofstraße verbindet das Neue Rathaus und die Marktkirche am Schloßplatz mit dem Hauptbahnhof. Der Kopfbahnhof mit 10 Gleisen und seinem 40 m hohen Uhrturm in rotem Sandstein entstand 1904 bis 1906 im Stil des Neobarock. Am Bahnhof beginnt auch die um 1900 angelegte, baumbestandene und mit prächtigen Fassaden versehene Ringstraße. An deren Ecke zur Moritzstraße steht das Landeshaus, welches heute das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung beherbergt.
Die Burg Sonnenberg im Stadtteil Sonnenberg stammt aus dem 13. Jahrhundert und erhebt sich auf einem Hügel inmitten eines engen Tals. Von ihrem Turm aus kann man gut die größtenteils noch erhaltene Stadtmauer von Sonnenberg erkennen.
Der Schiersteiner Hafen in Wiesbaden-Schierstein mit seiner Regatta-Strecke bietet eine schöne Hafenpromenade mit mediterranen Flair, welche liebevoll auch "Schiersteiner Riviera" genannt wird. Beim alljährlich im Juli stattfindenden Hafenfest mit abschließendem Feuerwerk wird auch ein Drachenboot-Rennen ausgerichtet.
Wiesbaden-biebrich-schloss.jpg mit seinem Park]] In Wiesbaden-Dotzheim ist ein Endbahnhof der Nassauischen Touristikbahn, die auf der Strecke der Langenschwalbacher Bahn, auch "Aartalbahn" genannt, einen Museumsbahnbetrieb unterhält. Die Bahnstrecke von Wiesbaden nach Diez steht als technisches Denkmal unter Schutz und ist mit etwa 60 km wohl das längste Denkmal Deutschlands.
Das barocke Biebricher Schloss entstand 1700 bis 1750 als Residenzschloss der Nassauischen Herzöge direkt am Rheinufer in Wiesbaden-Biebrich. Im angrenzenden, 50 ha großen und im Stil englischer Landschaftsgärten mit See und Burgruine angelegten Schlosspark findet jedes Jahr an Pfingsten das traditionelle Pfingst-Reitturnier (Dressur- und Springreiten) statt.
Am nordwestlichen Stadtrand von Wiesbaden, schon im Waldgebiet des Taunus, ist der Tier- und Pflanzenpark Fasanerie ein beliebtes Ausflugsziel. Von hier aus sind auch Wanderungen auf den Schläferskopf mit seinem Aussichtsturm möglich.
Im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Amöneburg liegt die Fossilienfundstätte Mosbacher Sande mit rund 500.000 Jahre alten Fossilien aus dem Eiszeitalter.
Im Stadtteil Mainz-Kastel steht die aus dem frühen 19. Jahrhundert stammende Festung Reduit. Sie beherbergt das Museum Castellum mit Exponaten aus mehreren Epochen der Lokalgeschichte, unter anderem aus der Römerzeit.
Ebenfalls in Mainz-Kastel ist im Museum Römischer Ehrenbogen das Fundament des "Germanicus-Bogens" zu sehen. Dieser Ehrenbogen war im Jahr 19 n. Chr. zum Gedenken an den Feldherrn Germanicus Julius Caesar, Sohn des Drusus, erbaut worden und war über 20 Meter hoch und mehr als 12 Meter breit.
Des Weiteren bietet der Taunus mit seinen bewaldeten Höhenzügen Gelegenheit zum Wandern und Radfahren. Sehenswert sind auch die Fachwerk-Städte Idstein und Eppstein sowie Hochheim am Main. Über das Sommerhalbjahr immer an Sonn- und Feiertagen erschließt die oben schon erwähnte Aartalbahn mit musealen Fahrzeugen den Taunus für Ausflügler und Wanderer. Erreichbar sind vom Bahnhof Wiesbaden-Dotzheim aus derzeit die Stationen Chausseehaus, Eiserne Hand, Hahn-Wehen, Bleidenstadt, Bad Schwalbach, Breithardt und Hohenstein.
Das Taunus-Wunderland zwischen Wiesbaden und Bad Schwalbach ist ein Freizeitpark für Kinder und Jugendliche.
Auch die Großstädte Frankfurt am Main und Mainz sind mit der S-Bahn bequem zu erreichen.
Der Fußballverein SV Wiesbaden spielte lange im hochklassigen Amateurfußball. Seine Heimspiele trägt der SVW im Stadion an der Berliner Straße aus. Weitere wichtige Fußballvereine Wiesbadens sind die SG Germania Wiesbaden, der Biebricher FV 02, der FSV Schierstein 08 sowie der etliche Sparten umfassende Großverein TuS Dotzheim. Die SpVgg. Nassau Wiesbaden ist eine Hochburg des Wiesbadener Jugendfußballs.
Neben etlichen Fans von Eintracht Frankfurt existiert in Wiesbaden trotz der Rivalität der beiden Städte eine große Fangemeinde des 1. FSV Mainz 05.
Die Damenmannschaft des 1. VC Wiesbaden spielt derzeit in der ersten, die Herren des TuS Eintracht Wiesbaden in der zweiten Volleyball-Bundesliga.
Das wahrscheinlich wichtigste sportliche Ereignis ist das alljährlich stattfindende Pfingst-Reitturnier im Biebricher Schlosspark.
In Wiesbaden gibt es außerdem recht viele Schützenvereine. Aus dem Schützenverein Biebrich 1864 stammen beispielsweise einige Olympiateilnehmer und Sieger. Auch kommen aus diesem Verein die derzeitigen Gau-Meister für Jugend und Junioren im Bereich Pistolenschützen.
Das Kulturzentrum Schlachthof bietet Konzerte, Partys, Poetry Slams und Lesungen für alle Altersgruppen.
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