Heustadlwasser_Vienna_Prater.jpg in den Praterauen]] Prater_vom_Riesenrad.jpg | Wiener Riesenrad DSC02378.JPG | Jantsch_Theater.jpg, zählte mit seinen 1000 Sitzplätzen zu den größten „Filmpalästen“ des Praters]] Kino_Klein_Wien_1905.jpg im Wurstelprater, 1905]] Planetarium02.jpg | Liliputbahn1.jpg | Prater_Monster.jpg
Der Wiener Prater ist eine sehr weitläufige öffentliche Parkanlage im zweiten Wiener Gemeindebezirk (Leopoldstadt), die noch heute zu großen Teilen aus Aulandschaften besteht. Wenn man in Österreich vom „Prater“ spricht, wird häufig nur der bekanntere Vergnügungspark im Prater, der „Wurstelprater“, gemeint. Dieser befindet sich an der Westspitze des Areals und macht flächenmäßig nur einen verschwindend kleinen Teil der gesamten, etwa 6 km² großen Praterlandschaft aus.
Der Name „Prater“ leitet sich wahrscheinlich vom Wort „pratum“ (lat. für „Wiese“) oder das spanische „Prado“ ab, es gibt auch andere, eher unwahrscheinlichere Erklärungen für den Namen.
Da sich immer wieder Wilderer im Prater herumtrieben, wurde das Betreten von Rudolf II. unter Strafe gestellt. Dieses Verbot wurde immer wieder erneut ausgesprochen, da es kaum befolgt wurde. Am 7. April 1766 gab aber Joseph II. den Prater zur allgemeinen Benutzung frei. Er genehmigte auch die Ansiedlung von Kaffeesiedern und Wirten, was der Grundstein zur Entstehung des Wurstelpraters, dem Vergnügungspark, war. Der Prater wurde aber nicht nur zu einem Zentrum der Unterhaltung, sondern auch der Prostitution.
1873 wurde eine Weltausstellung abgehalten. Dazu wurde ein großes Gelände mit Ausstellungshallen angelegt, in dessen Zentrum die Rotunde, die 1937 abgebrannt ist, stand. Heute befindet sich hier das Messegelände.
Der Areal des Praters wurde im Lauf der Zeit an vielen anderen Stellen verkleinert. So entstanden dort Sportanlagen, darunter das Praterstadion (heute Ernst-Happel-Stadion), die Wiener Südosttangente - eine Stadtautobahn, und Industrieanlagen. Nach 1945 wurde der nördliche Teil komplett abgetrennt. Trotzdem ist der Prater auch heute noch ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsgebiet.
Ab 1896, als in der Schaubude von Josefine Kirbes „Lebende Bilder“ präsentiert wurden, noch vor der ersten öffentlichen Filmaufführung, die wenig später statt fand, entwickelte sich im Prater eine rege Kinoszene. Wenige Jahre später existierten bereits fünf solcher Schaubuden, in welche die Laufkundschaft durch „Ausrufer“ gelockt wurde, und man nach Belieben ein- und ausgehen konnte, da keine fixen Vorführzeiten existierten. Erst mit dem Aufkommen längerer Stummfilme wurden die Schaubuden zu theaterähnlichen Gebäuden mit Vorführzeiten. Viele Stummfilme wurden auch gleich im Prater selbst produziert. In der Blütezeit des Stummfilms wurden österreichische und ausländische Produktionen in wahren „Filmpalästen“, zu welchen sich einige der einstigen Schaubuden entwickelten, gezeigt. Ein solcher Fimpalast war etwa das „Kaiserpanorama“. Die in der Österreichischen Filmgeschichte einzigartige Kinoszene fand ihr Ende in den Bombardments von Wien durch die Alliierten 1945, als der Wurstelprater großflächig zerstört wurde.
Heute gibt es neben dem Riesenrad noch andere Praterwahrzeichen: den Calafati und den Watschenmann. Im Gegensatz zu vielen anderen Unterhaltungsparks ist der Eintritt frei und bei den einzelnen Schaustellern zu bezahlen.
Auch in gastronomischer Hinsicht bietet der Wurstelprater eine große Vielfalt, beliebt sind zum Beispiel die Lángos, die an zahlreichen Ständen erhältlich sind und das weltbekannte Schweizerhaus, welches im Jahr 1920 von Karl Kolarik übernommen wurde. Heutzutage ist es vor allem für sein Budweiser Bier bekannt, welches aufgrund des hohen und daher raschen Verbrauchs nicht mit soviel CO2 versetzt werden muss und daher leichter schmeckt. Eine weitere Spezialität ist die Schweinsstelze.
Die Liliputbahn ist eine bemerkenswerte Parkeisenbahn, die auf einem Rundkurs von 3,9 Kilometern Länge das Areal des Wiener Praters befährt. Hierbei überquert sie auch einige für den öffentlichen Straßenverkehr freigegebene Straßen. Die Liliputbahn besitzt eine Spurweite von 381 Millimetern und besteht seit 1928, wobei die Strecke bis 1933 zum Stadion am Wiener Prater verlängert wurde. Als Fahrzeuge stehen 2 Dampfloks, 4 Diesellokomotiven und 4 Personenzuggarnituren zur Verfügung. Die Hauptstation befindet sich nahe des Riesenrades.
Ein weiteres ungewöhnliches kulturelles Erbe, das im Prater steht, ist die Republik Kugelmugel, ein „Staat“ mit einem einzigen Einwohner und einem einzigen Haus - einem Kugelhaus. Der „Präsident“ des Staates, Edwin Lipburger, erbaute das Haus Anfang der 70er-Jahre im niederösterreichischen Katzelsdorf und meinte, da sein Haus nur auf einem Punkt ruhe, und ein Punkt keine räumliche Ausdehnung habe, befände es sich in einem staatsfreien Raum und könne seine eigene Republik ausrufen. Später wurde seine „Republik“ in den Wiener Prater verfrachtet und steht dort heute noch, trotz verschiedenster Bemühungen der FPÖ, sie zu entfernen.
Im Prater gibt es weiters auch ein Planetarium sowie das Pratermuseum.
Eine ähnliche, aber wesentlich kleinere Einrichtung, stellt in Wien-Favoriten auch der Böhmische Prater dar.
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