Wiener Neustadt ist die größte Stadt des Industrieviertels in Niederösterreich, 50 km südlich von Wien. Sie ist Statutarstadt und Verwaltungssitz des Bezirkes Wiener Neustadt-Land.
Geschichte
Bevölkerungs- entwicklung
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| Datum | Einwohner
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| 1869 | 20.619
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| 1880 | 22.048
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| 1890 | 25.040
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| 1900 | 28.700
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| 1910 | 32.874
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| 1923 | 36.956
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| 1934 | 36.798
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| 1939 | 39.344
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| 1951 | 30.559
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| 1961 | 33.845
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| 1971 | 34.853
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| 1981 | 35.006
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| 1991 | 35.134
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| 2001 | 39.208
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Das steirische Fürstengeschlecht der Traungauer starb im Jahre 1192 aus. Die
Babenberger erbten dann das Herzogtum
Steiermark mit der
Grafschaft Pitten (das sind ungefähr die heutigen Bezirke Wiener Neustadt und
Neunkirchen). Bis in das
16. Jahrhundert blieb die Grafschaft Pitten steirisch.
Der Babenberger Herzog Leopold V. konnte 1194 aufgrund des Lösegeldes, das er für den englischen König Richard Löwenherz erhielt, die Neustadt (Nova Civitas) ausbauen. Anfangs diente sie vor allem als Grenzfestung gegen Ungarn. Der Stadt wurden wichtige Privilegien erteilt, um ihr Gedeihen zu fördern.
Im 15. Jahrhundert erlebte Wiener Neustadt eine Blütezeit, da Kaiser Friedrich III. sie neben Graz als Residenz nutzte. Die Wappenwand an der Burg zeigt ihn inmitten der Wappen seiner Besitzungen. Auch sein Sohn Maximilian I. hielt Hof in Wiener Neustadt, wo er auch in der St.-Georgs-Kathedrale seine letzte Ruhe fand.
Im Jahre 1469 wurde auf Betreiben Friedrichs III. das Bistum Wiener Neustadt gegründet, welches aber aufgrund des Widerstands der für Niederösterreich zuständigen Bischöfe von Passau nur für die Stadt selbst zuständig war und nicht zum Landesbistum ausgebaut werden konnte.
Nach einer fast zweijährigen Belagerung der Stadt durch die Ungarn unter König Matthias Corvinus wurde Wiener Neustadt, auf ungarisch Bécsi Újváros, im August 1487 erobert. Der König schenkte den Wiener Neustädtern aufgrund ritterlicher Traditionen einen Prunkpokal, den so genannten Corvinusbecher. Erst 1490 gelang es König Maximilian I., seine Vaterstadt zurückzuerobern.
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Im 16. Jahrhundert verlor Wiener Neustadt den Status einer Residenz und büßte an Bedeutung ein. Ihre Funktion als Bollwerk gegen Türken und Kuruzen erfüllte sie auch weiterhin.
Erst 1751 erlangte Wiener Neustadt wieder größere Bedeutung, als Maria Theresia beschloss, in der kaiserlichen Burg ein adeliges Kadettenhaus einzurichten. Die Theresianische Militärakademie nahm 1752 den Unterricht auf und besteht mit nur kurzen Unterbrechungen bis heute.
Ab dem 17. Jahrhundert setzte sich langsam die Bezeichnung „Wienerische Neustadt“ und schließlich Wiener Neustadt durch, vor allem um eine Unterscheidung zu den anderen gleichnamigen Orten im Kaiserreich zu bieten.
Im Jahre 1768 erlitt Wiener Neustadt schwere Schäden aufgrund eines Erdbebens. Die Burg, die beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen wurde, benötigte einen Wiederaufbau, der nach den Plänen des Baumeisters Nikolaus Pacassi erfolgte.
1785 veranlasste Kaiser Joseph II. die Transferierung des Bistums von Wiener Neustadt nach St. Pölten. In Folge wurden alle Klöster in Wiener Neustadt mit Ausnahme des Zisterzienserstiftes Neukloster und des Kapuzinerklosters aufgehoben. In den frei gewordenen Gebäuden wurden Manufakturen eingerichtet, die den Grundstein für die Industrie in Wiener Neustadt bildeten. War es zunächst Textilindustrie, folgten zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Papierfabrik, eine Zuckerfabrik und eine Tonwarenerzeugung.
Der Wandel zur Industriestadt begann mit der Eröffnung der Südbahn von Wien bis Wiener Neustadt im Juni 1841. Schon im folgenden Jahr wurde eine Lokomotivfabrik gegründet, aus der schließlich die Wiener Neustädter Lokomotivfabrik hervorging. Neben anderen Fabriken, die sukzessive entstanden, errichtete ab 1899 die Fa. Austro-Daimler (eine Tochter der deutschen Daimler-Werke) in einer ehemaligen Maschinenfabrik eine große Fahrzeugfabrikation.
Die Industrialisierung bewirkte starken Zuzug von Arbeitskräften, sodass Wiener Neustadt in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts die zweitgrößte Stadt Niederösterreichs (nach Wien) war. Äußeres Zeichen der gestiegenen Bedeutung war die Verleihung eines eigenen Statuts im Jahr 1866, das nach Wahlen im Jahr 1868 in Kraft trat.
Im Jahre 1909 wurde im Norden der Stadt ein Flugfeld errichtet. Bereits 1911 wurden in Wiener Neustadt die erste österreichische Flugwoche abgehalten. Das Wiener Neustädter Flugfeld diente den Flugpionieren Igo Etrich, Karl Illner und Adolf Warchalowski für ihre Flugversuche und war das erste offizielle österreichische Flugfeld.
Im Ersten Weltkrieg war Wiener Neustadt auf Grund seiner Industriebetriebe ein Zentrum der Rüstungsindustrie.
Am 10. Juni 1916 forderte ein Tornado 32 Tote und 228 Verletzte; der Sachschaden war beträchtlich.
Die Folgen der Niederlage der österreichisch-ungarischen Monarchie im Ersten Weltkrieg führten zu einem Niedergang der Industrie. Mangels Nachfrage im klein gewordenen Wirtschaftsraum Österreich mussten die großen Fabriken schließen; die Flugzeugproduktion musste auf Grund des Friedensvertrags von Saint Germain aufgegeben werden. Die Weltwirtschaftskrise tat ein Übriges.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde in Wiener Neustadt kriegswichtige Industrie angesiedelt. Bereits 1940 produzierten die Wiener Neustädter Flugzeugwerke ein Viertel der Gesamtproduktion der Messerschmitt-109-Jagdflugzeuge.
In den Rax-Werken, der ehemaligen Wiener Neustädter Lokomotivfabrik, wurde hier ab 1943 auch mit der Montage von A4-Raketen begonnen. Aufgrund dieser Konzentration von Kriegsindustrie und der britischen moral bombing Strategie wurde die Stadt im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig mit rund 50.000 Bomben in Schutt und Asche gelegt. Damit war Wiener Neustadt praktisch komplett zerstört, da von den damals 3.000 Gebäuden nur 18 unversehrt blieben.
Für den Wiederaufbau rief 1946 die Stadtverwaltung die Bevölkerung zum freiwilligen Arbeitseinsatz auf, um tausende Tonnen Schutt aus der Stadt zu entfernen. Als 1955 Österreich durch den Staatsvertrag seine Souveränität wiedererlangt hatte, war auch der Wiederaufbau der zerstörten Stadt großteils abgeschlossen.
Siehe auch: Geschichte Niederösterreichs.
Wiener Neustadt in der Fremde
Eine Insel im
Franz-Josef-Land wurde Wiener Neustadt (
ostrow Winer Nejstadt) genannt, auf der die höchste Erhebung (620 m ü.
NN) dieser Inselgruppe liegt.
Im Wettersteingebirge liegt auf 2209 m Seehöhe die Wiener Neustädter Hütte, die vom Österreichischen Touristenklub unterhalten wird.
Konfessionen
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Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 62,3 % der Einwohner römisch-katholisch und 7,6 % evangelisch. 6,1 % bekennen sich zum Islam und 2,2 % zur orthodoxen Kirche. 18,2 % sind ohne religiöses Bekenntnis.
Bistum
Wiener Neustadt war über mehrere Jahrhunderte ein eigenständiges
Bistum. Heute ist es nur mehr ein
Titularbistum, welches traditionell an den
Militärbischof Österreichs vergeben wird.
Siehe auch: Bistum Wiener Neustadt und Liste der Bischöfe von Wiener Neustadt
Heutige Gebetshäuser
Heute hat Wiener Neustadt zehn
römisch-katholische
Kirchen inklusive der
Propstei- und Hauptpfarre zum Dom. Die weiteren Kirchen heißen St. Leopold, Teilgemeinde Erlöserkirche, Teilgemeinde Schmuckerau, Teilgemeinde Josefstadt, St. Jakob (Kapuzinerkirche), Herz Mariä, Neukloster (inklusive der beiden Seelsorgestationen Gartenstadt und Friedenssiedlung), St. Anton und Georgs-Kathedrale in der Burg zu Wiener Neustadt.
Wiener Neustadts Gläubige haben weiters noch eine Evangelische Kirche und jeweils eine Niederlassung der Zeugen Jehovas, der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, der Neuapostolischen Kirche und der Union Islamischer Kulturzentren in Österreich.
Politik
Gemeinderat
Von den 40 Mandaten des
Gemeinderats entfallen auf Grund der Gemeinderatswahl vom 6. März 2005 auf
SPÖ 26,
ÖVP 10,
Grüne 2,
FPÖ 1 und WNAktiv 1.
Stadtsenat
Der Stadtsenat besteht aus folgenden Mitgliedern:
- Bürgermeister Bernhard Müller (SPÖ), zuständig für Finanzen und Wirtschaft;
- 1. Vizebürgermeister Wolfgang Trofer (SPÖ), Wohnung und Immobilien;
- 2. Vizebürgermeister Dr. Christian Stocker (ÖVP), zuständig für Bauen;
- Manfred Fenz (ÖVP), zuständig für Schulwesen;
- Karin Kaiser (ÖVP), zuständig für Auszeichnungen, Volkshochschulen und Stiftungen;
- Horst Karas (SPÖ), zuständig für Markt, Veterinärwesen, Sport und Beschaffung;
- Gabriele Puschnig (SPÖ), zuständig für Soziales und Jugend;
- Dieter Kraupa (SPÖ), zuständig für Fremdenverkehr, Verkehr, Beteiligungen an Unternehmungen;
- Mag. Isabella Siedl (SPÖ), zuständig für Kultur, Archiv und Museum;
- Dr. Evamaria Sluka-Grabner (SPÖ), zuständig für Gesundheit;
- Wolfgang Mayerhofer (SPÖ), zuständig für Umwelt und Wirtschaftshof.
Wirtschaft
In Wiener Neustadt wurden 2001 2.302 Arbeitsstätten gezählt, an welchen insgesamt 25.377 Personen beschäftigt waren.
Industrie:
Verkehr
Bahn
Wiener Neustadt ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt Österreichs. Es ist Schnittpunkt mehrerer
Eisenbahnlinien (
Südbahn,
Mattersburger Bahn,
Aspangbahn, im Anschluss an die äußere Aspangbahn die
Wechselbahn,
Pottendorfer Linie,
Gutensteinerbahn,
Schneebergbahn) mit einem Umschlag von ca. 20.000 Reisenden und 400 Reisezüge pro Tag.
Von Wiener Neustadt aus werden zahlreiche Zielbahnhöfe erreicht:
Puchberg am Schneeberg,
Gutenstein,
Deutschkreutz,
Sopron,
Wien,
Pottendorf,
Graz, aber auch
Budapest und
Pécs.
Straßenverkehr
Auch ein Straßenverkehrsknoten hochrangiger Straßen (
Südautobahn A2 und die
Mattersburger Schnellstraße) ist in Wiener Neustadt.
Folgende ehemalige Bundesstraßen führen durch Wiener Neustadt: Wiener Neustädter Straße (B 17), Gutensteiner Straße (B 21), Puchberger Straße (B 26), Pöttschinger Straße (B 53), Wechsel Straße (B 54) und Leitha Straße (B 60)
Flugverkehr
Die Stadt besitzt je einen zivilen mit der
ICAO-Kennung (Ost, LOAN) und militärischen (West, LOXN)
Flugplatz. Der Westplatz darf von zahlreichen Segelflieger- Motorflieger- sowie Fallschirmspringvereinen mitbenutzt werden. Er ist der größte Grasflugplatz Europas.
Schiffsverkehr
Wiener Neustadt war außerdem Ausgangspunkt des einzigen
Schifffahrtskanals Österreichs, des
Wiener Neustädter Kanals. Dieser Kanal ist allerdings nicht mehr in Betrieb und dient heute zur Erholung (Radfahrweg und Kanufahrten).
Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien
Wiener Neustadt ist eine Schul- und Bildungsstadt, ersichtlich an der großen Anzahl an Bildungseinrichtungen, wie zahlreiche Volksschulen und die Bilinguale-/Sporthauptschule, Musikhauptschule, Wirtschaftshauptschule, Bundesoberrealgymnasium (BORG), Bundesgymnasium Babenbergerring (BGB), Bundesrealgymnasium Gröhrmühlgasse (BRG), Bundesgymnasium Zehnergasse (BGZ), Handelsakademie Wiener Neustadt (HAK),
Höhere Technische Lehranstalt Wiener Neustadt (HTL), Höhere Lehranstalt für Mode und Bekleidungstechnik (HLM), Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (BAKiP), Hauswirtschaftsschule (HLA), Bundesoberstufenrealgymnasium an der Theresianischen Militärakademie (MilRG), Bundesrealgymnasium für Berufstätige (Soldaten) an der Theresianischen Militärakademie (BRGfB) und eine Landesberufsschule.
In Wiener Neustadt befindet sich auch Österreichs erste und größte Fachhochschule für Wirtschaft und Technik, außerdem ist die Stadt Sitz der Theresianischen Militärakademie, der wichtigsten Ausbildungsstätte für Offiziere des Österreichischen Bundesheeres.
Städtepartnerschaften
Wiener Neustadt ist Mitglied des österreichisch-ungarischen Corvinuskreises.
Stadtgliederung
Das gesamte Stadtgebiet bildet die
Katastralgemeinde Wiener Neustadt, jedoch kann eine grobe Einteilung getroffen werden, und zwar in:
Innere Stadt (innerhalb des Rings), Ungarviertel, Musikantenviertel, Gymelsdorfer Vorstadt, Breitenauer Siedlung, Haidbrunner Viertel, Zehnerviertel, Flugfeld, Josefstadt, Badener Siedlung und die Döttelbachsiedlung
Entwicklung des Stadtgebiets
Die letzte Ausweitung der Stadt ist die „Civitas Nova“ ein ehrgeiziges Projekt zur Ansiedlung von Industrie-, Schul- und Handelswesen. Am Areal der Civitas Nova findet sich die Arena Nova, eine Mehrzweckhalle der Superlative, in welcher verschiedene Messen stattfinden, aber auch Konzerte (ZZ Top, X-Mas Gospel, Musicalnights ...) und Sportevents (unter anderem Handball- WM). Weiters wird dort seit 2004 das Rockfestival
Aerodrome abgehalten, das im Eröffnungsjahr mit Bands wie den Red Hot Chili Peppers, Korn und Metallica tausende Fans aus ganz Europa anlocken konnte.
Auch das kürzlich erbaute Aqua Nova ist hier – ein den neuesten Standards entsprechendes, umfangreich ausgestattetes Hallenbad. Die österreichischen Lotterien haben hier ihren Hauptsitz, die Fachhochschule, das RIZ (Regionales Innovationszentrum), verschiedene Firmen und Büros.
In naher Zukunft wird auf dem Areal auch ein Krebsforschungszentrum für Ionentherapie gebaut, das Projekt Med-Austron
Einwohnerentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl ist Spiegelbild der wirtschaftlichen Entwicklung: Nahm die Bevölkerung von
1869 (erste
Volkszählung) bis
1923 kontinuierlich von 20.619 auf 36.956 zu (wiederholt um mehr als 10 % innerhalb von zehn Jahren), war bis
1934 ein leichter Rückgang (− 0,4 %) zu verzeichnen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wuchs die Bevölkerung wieder um 6,9 %, um bis
1951 (der ersten Zählung nach dem
Zweiten Weltkrieg) um dramatische 22,3 % auf 30.559 zurückzugehen. Die folgenden Jahrzehnte zeigen einen zunächst stärkeren Anstieg (bis
1961 + 10,8 %), der dann bis
1991 wieder fast bis zur Stagnation (+ 0,4 % seit
1981) abfiel. Die letzten zehn Jahre bis
2001 brachten dagegen wieder einen deutlichen Anstieg um 7,1 %; dieser ist deutlicher Zuwanderung (8,5 %) zu verdanken, durch die die negative
Geburtenbilanz (− 1,4 %) ausgeglichen wird.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Wiener Neustadt zog
1996 internationale Aufmerksamkeit auf sich, als unter dem damaligen
Bürgermeister Peter Wittmann (SPÖ) der so genannte "sidewalk - wiener neustadt" des japanischen Künstlers
Tadashi Kawamata rund um einen Häuserblock (das „Grätzel“) auf dem Hauptplatz installiert wurde.
Bauwerke
Der Wiener Neustädter Dom ist ein spätromanisches Bauwerk, welcher 1279 geweiht wurde. Am Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Langhaus mit den Holzstatuen der 12 Apostel ausgestattet.
- Theresianische Militärakademie mit St.-Georgs-Kapelle und Wappenwand:
Die
Militärakademie ist die ehemalige Burg des Landesfürsten bzw. eine Vierturmburg aus dem 13. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurde sie als Residenz des Habsburgers
Friedrich III. ausgebaut. In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die St.-Georgs-Kapelle in den Westtrakt der Burg eingebaut. Es handelt sich dabei um eine gotische Hallenkirche mit wertvollen Glasgemälden und einer Wappenwand. 1459 wurde Kaiser
Maximilian I. in der Burg geboren und 1519 in der St.-Georgs-Kapelle beigesetzt. Maria Theresia bestimmte 1752 die Burg zum Sitz der von ihr gegründeten Militärakademie. Im zweiten Weltkrieg wurde die Militärakademie nahezu völlig zerstört. Die Burg und die St. Georgs-Kathedrale wurden dann nach dem alten Vorbild wiederaufgebaut.
Die Gründung erfolgte ursprünglich 1227 als Kirche und Kloster der
Dominikaner durch eine Stiftung von Herzog
Leopold VI..
Durch den Einzug der
Zisterzienser aus
Rein unter dem Abt
Heinrich Strenberger wurde das Neukloster unter Herzog
Friedrich IV. gegründet.
Eleonore von Portugal, die Gattin von Friedrich III. und Mutter von Maximilian I. wurde
1467 in der Apis bestattet, wo auch drei Kinder des Kaiserpaares bestattet sind. Papst
Pius VI. reist
1782 zu Kaiser
Joseph II. und besuchte dabei auch das Neukloster.
1793 wurde das
Requiem von
Mozart in der Stiftskirche uraufgeführt.
1881 erfolgte die Vereinigung des Neuklosters mit dem
Stift Heiligenkreuz. Der berühmte gotische Marienaltar (
Wiener Neustädter Altar) wurde
1884 an das
Domkapitel von
Sankt Stephan in
Wien verkauft.
- Gotische Arkaden am Hauptplatz
- Reste der Stadtmauer mit Kasematten
- Reckturm:
Der Reckturm ist der nordwestliche Eckturm der Stadtbefestigung, welcher Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Früher wurde er zur Unterbringung von Folterinstrumenten verwendet. Seit 1957 gibt es im Reckturm ein kleines Museum zu besichtigen und seit 1994 eine Ausstellung einer privaten Waffensammlung.
1909/10 wurde der Wasserturm nach den Plänen der Wiener Architekten Theiß und Jaksch errichtet. Der Wasserturm wurde bald zu einem Wahrzeichen der Stadt.
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Die Mariensäule befindet sich am Hauptplatz der Stadt und wurde im Auftrag des Wiener Neustädter Bischofs
Leopold Graf Kollonitsch errichtet. Sie soll an die Hochzeiten 1678 der Schwestern Kaiser
Leopolds I. in der St. Georgs-Kirche der Wiener Neustädter Burg erinnern.
Die "Spinnerin am Kreuz" ist ein eindruckvolles, gotisches Kriegerdenkmal, welches Ende des 14. Jahrhunderts von dem Wiener Neustädter Stadtrichter Wolfhart von Schwarzensee gestiftet wurde. Die "Spinnerin am Kreuz" ist eine 21 m hohe Steinsäule, welche ein Werk des herzoglichen Baumeisters Michael Knab ist.
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- St. Peter an der Sperr (heute Stadtmuseum)
Das ehemalige Kloster der
Dominikanerinnen stammt aus dem 13. Jahrhundert, wurde
1444 den
Dominikanern übergeben und von dem kaiserlichen Baumeister
Peter von Pusica in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts umgebaut. Das Kloster wurde im 16. Jahrhundert, die Kirche im 18. Jahrhundert
säkularisiert.
1966 wurde die Kirche restauriert und dient seither als Ausstellungsraum. Zusammen mit einem Zubau aus den Jahren 1992/93 beherbergt das alte Klostergebäude seit 1994 das sehenswerte Stadtmuseum.
- Kirche und Jesuitenresidenz Sankt Leopold (Vorstadtkirche):
Eine Kirche und ein Pfarrhof wurden 1737-1745 in der Wienervorstadt errichtet und den
Jesuiten übergeben. Gestiftet wurde dieser Bau von der zum Christentum konvertierten türkischen Familie Zungaberg.
Nach Aufhebung des Jesuitenordens im Jahre 1773 diente die Jesuitenresidenz als Militärspital, von 1904 bis 1992 war darin das Stadtmuseum untergebracht, seit 1992 befindet sich in dem barocken Gebäude das Stadtarchiv.
1870 wurde die kleine Lokomotive in der Wiener Neustädter Lokomotivfabrik hergestellt und bis 1966 für innerbetriebliche Transporte verwendet. 1973 wurde sie als Industriedenkmal aufgestellt.
Kulturvereine
- ASB - Stadtchor
- c23 Computerclub
- Christlich Österreichischer Studentenbund LIECHTENSTEIN
- Die fröhliche Spiel- und Kindertanzgruppe Döttelbachsiedlung
- Förderung der Bildungsvorhaben im Vikariat unter dem Wienerwald, Bildungshaus St. Bernhard
- Kammerchor des BORG
- Kaufmännischer Musikverein 'Merkur', gegründet 1884
- Kirchenchor St. Anton
- Kunstverein Süd-Ost
- Jugendchor Cant' allegro
- Jugendkulturzentrum "TRIEBWERK" (U-Musik)
- Musikverein der Bundes-Sicherheitswache Wiener Neustadt
- Privilegiertes uniformiertes Bürgerkorps zu Wiener Neustadt
- Plattform kritische Jugend - sozialdemokratischer Jugendverein
- Stiftschor Neukloster
- Sängerbund 'Die Josefstädter'
- Theater im Neukloster
- Verband österreichischer Amateurphotographenvereine, Fotoklub Volkshochschule Wiener Neustadt
- Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung
- Verein zur Erhaltung der Kunstdenkmäler Wiener Neustadts (Altertumsverein)
- Wiener Neustädter Denkmalschutzverein
- Wiener Neustädter Instrumentalisten
- Wiener Neustädter Kirchenmusikverein
- Wiener Neustädter Künstlervereinigung
- Wiener Neustädter Männergesangsverein
Jugendvereine
Theater
Museen
- Stadtmuseum
- Stadtarchiv
- Flugmuseum "AVIATICUM"
- Industrieviertelmuseum
- Krankenhaus-Museum
- Kurt Ingerl-Gedenkraum
- Mineralogisches Museum
- Reckturm
- Turmmuseum im Dom
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- Fritz Angst, Vizebürgermeister i.R. Reg. Rat
- Hans Barwitzius, Bürgermeister i.R.
- Ingeborg Friebe (Monheim/Rhein), Bürgermeister i.R.
- Arnold Grabner, Nationalratsabgeordneter a.D.
- Mag. Klaus Schneeberger, Klubobmann Landtagsabgeordneter
- Kanonikus Monsignore Prof. Heinrich Hahn
- Kons. Rat Dechant Pater Prior Mag. Johannes Vrbecky
- OSR Hofrat Dr. Hans Wagner, Magistratsdirektor i.R.
Söhne und Töchter der Stadt
- Friedrich II., genannt der Streitbare, letzter Babenbergerherzog
- Maximilian I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
- Leopold Wilhelm von Österreich, Erzherzog
- Joseph Matthias Hauer, Musiker
- Lorenz Luxberger, Bildhauer
- Karl Merkatz, Schauspieler
- Kurt Ingerl, Bildhauer („die geschnürte Frau“)
- Viktor Gernot, Musicaldarsteller und Kabarettist
- Stephan Koren, Politiker und Wirtschaftswissenschafter
- Ferry Porsche, Unternehmer und Ingenieur
- Leopold Ungar, Präsident der Caritas in Österreich
- Michael Stern, Strafverteidiger und Rechtsanwalt
- Kurt Jaggberg, Schauspieler
- Peter Fröhlich, Schauspieler
- Elazar Benyoëtz, Schriftsteller
- Hans Gratzer, Theatermacher
- Michael Haneke, Filmemacher
- Karl Stix, Landeshauptmann des Burgenlandes
- Werner Schlager, Tischtennisweltmeister
- Hans Beirer, Opernsänger /Wagner/Beethoven usw..
Berühmte Schüler, Besucher, Gäste und Gastarbeiter
Sonstiges
Schwerpunktkrankenhaus mit Dialysezentrum
Regelmäßige Veranstaltungen
- Sommerkino
- Firmenlauf
- Hamburger Fischmarkt
- Kärntner Wochen
- verschiedene Messen am Gelände der Civitas Nova unter anderem:
- Apropos Pferd: DIE Pferdemesse
- Wellnessmesse
- Erotikmesse
- Gartenmesse
- Familienmesse
Literatur
- Werner Sulzgruber: Die jüdische Gemeinde Wiener Neustadt Von ihren Anfängen bis zu ihrer Zerstörung. Mandelbaum Verlag, 2005. ISBN 3-85476-163-5
- Sylvia Hahn, Karl Flanner: "Die Wienerische Neustadt". Handwerk, Handel und Militär in der Steinfeldstadt Boehlau Wien,1998. ISBN 3-20598-285-1
- Gertrud Buttlar-Gerhartl: Wiener Neustadt. Geschichte, Kunst, Kultur, Wirtschaft. Braumüller, Wien 1993. ISBN 3-7003-1032-3
Weblinks
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