Wien Musikverein 2004.jpg Der Wiener Musikverein (beziehungsweise das Haus des Wiener Musikvereins) ist ein traditionsreiches Konzerthaus in Wien. In diesem Haus befindet sich der berühmte Große (Goldene) Musikvereinssaal, der als einer der schönsten und am besten klingenden Säle der Welt gilt.
1812 wurde in Wien die Gesellschaft der Musikfreunde von Joseph von Sonnleithner gegründet. Ab 1831 veranstaltete sie Konzerte in einem kleinen Saal am Tuchlauben, der sich mit nur 700 Sitzplätzen bald als zu klein erwies. 1863 schenkte Kaiser Franz Joseph der Gesellschaft das Areal gegenüber der Karlskirche. Mit der Planung wurde der klassizistische Architekt Theophil von Hansen beauftragt. Es sollten zwei Säle werden, ein großer für Orchester- und ein kleiner für Kammermusik
Das Haus wurde am 6. Jänner 1870 mit einem feierlichen Konzert eröffnet, und die Kritik lobte sogleich einhellig die grandiose Akustik des goldenen Saales, dessen Ruhm sich in kurzer Zeit in der ganzen Welt verbreitete. Auch der kleine Saal, der 1937 nach Johannes Brahms benannt wurde, erhielt bald den Ruf, ein idealer Ort für Kammermusik zu sein.
Im Jahr 2002 wurden vier kleinere, unterirdische Säle eröffnet, die für Proben, Konferenzen, Workshops oder Empfänge konzipiert sind und für größtmögliche Flexibilität in der Nutzung mit modernster Technik ausgestattet wurden. Ursprünglich hätte diese Erweiterung vom amerikanischen Musikmäzen Alberto Vilar finanziert werden sollen. Nachdem dieser abgesprungen war, half der austro-kanadische Industrielle Frank Stronach aus.
Der Musikverein ist im historisierendem Stil, nach Vorbildern aus der griechischen Antike gebaut: Säulen, Karyatiden und Giebel-Reliefs lassen die Assoziation zu, hier sei ein Tempel für die Musik errichtet worden.
Der große Saal ist mit einem Deckengemälde von August Eisenmenger und Plastiken von Franz Melnitzky versehen, der kleine wurde erst 1993 wieder in seiner ursprünglichen Form mit roten Säulen und grünen Marmorwänden wiederhergestellt.
Die vier neuen Säle im Keller des Hauses wurden vom Architekten Wilhelm Holzbauer geplant und nach dem jeweils dominanten Grundbaustoff Glas, Metall, Stein und Holz benannt.
Die Gründe für die hervorragende Qualität der Akustik im Goldenen Saal sind zahlreich, umstritten und zum Teil unbeabsichtigte Zufälle: Hansen musste sich auf seine Intuition verlassen, da wissenschaftliche Studien über Raumakustik erst im 20. Jahrhundert durchgeführt wurden.
Abgesehen von den Grundproportionen des Raumes sorgt die Plazierung der Logen, Balkone und Skulpturen für eine ideale Schallstreuung. Unter dem Parkett befindet sich ein resonierender Hohlraum, und die Decke hängt „schwebend“ vom Dachstuhl, anstatt auf Säulen zu liegen; sie kann daher mitschwingen.
Auf dem "Schuhschachtel-Prinzip" (offener Quader) des Goldenen Saals beruht auch die Akustik des Konzerthauses Dortmund, dessen Akustik jedoch erst nach einigen Korrektureingriffen eine ähnliche Qualität bekam. Die Schaffung einer vergleichbar guten Akustik wie im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins war das große Ziel der Dortmunder Bauplanungen.
| Saal | Grundfläche | Höhe | Kapazität |
| Großer Saal | 48,8 x 19,1 m | 17,75 m hoch | 1744 Sitz- und ca. 300 Stehplätze |
| Brahmssaal | 32,5 x 10,3 m | 11 m hoch | ca. 600 Plätze |
| Gläserner Saal/Magna Auditorium | 22 x 12,5 m | 8 m hoch | 380 Plätze |
| Metallener Saal | 10,5 x 10,8 m | 3,2 m hoch | 126 Plätze |
| Steinerner Saal/Horst-Haschek-Auditorium | 13 x ~8,6 m | ~3,3m hoch | 70 Plätze |
Musikverein, Vienna | ウィーン楽友協会 | Wiener Musikverein | Musikverein | 金色大厅
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