Das Burgtheater ist ein Bundestheater Österreichs in Wien und eine der bedeutendsten Sprechbühnen Europas. Das Theater wurde ursprünglich k.k. Theater nächst der Burg, dann bis 1918 k.k. Hof-Burgtheater bezeichnet. Häufig wird es kurz „Die Burg“ und die Ensemblemitglieder „Burgschauspieler“ genannt. Es befindet sich am Dr.-Karl-Lueger-Ring im 1. Wiener Gemeindebezirk.
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Geschichte
Das „alte“ Burgtheater am Michaelerplatz
Das ursprüngliche Burgtheater wurde in einem Ballhaus eingerichtet, das Kaiser Ferdinand I. 1540 im unteren Lustgarten der Hofburg erbauen ließ, nachdem das alte Ballhaus 1525 einem Brand zum Opfer gefallen war. Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde dort das Jeu de Paume gespielt, ein Vorläufer des Tennis. Am 14. März 1741 erteilte schließlich Kaiserin Maria Theresia, die nach dem Tod ihres Vater eine allgemeine Theatersperre anordnete, dem „Entrepreneur der königlichen Hofopern“ und Pächter des 1708 errichteten Theaters am Kärntnertor, Joseph Karl Selliers, die Erlaubnis, das Ballhaus in ein Theater umzuwandeln. Gleichzeitig wurde ein neues Ballhaus in unmittelbarer Nähe errichtet, das dem heutigen Ballhausplatz seinen Namen gab.
Im Jahre 1748 wurde das neu gestaltete „Theater nächst der Burg“ eröffnet. 1756 erfolgten größere Umbauarbeiten, wobei unter anderem eine neue Rückwand errichtet wurde. Der Zuschauerraum des alten Burgtheaters war noch eine reine Holzkonstruktion und fasste etwa 1200 Gäste. Die kaiserliche Familie konnte ihre Hofloge direkt von den kaiserlichen Gemächern aus erreichen, mit denen das Burgtheater baulich verbunden war. An der alten Spielstätte am Michaelerplatz wurden unter anderem mehrere Werke von Christoph Willibald Gluck, Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart sowie Franz Grillparzer uraufgeführt.
Am 17. Februar 1776 erklärte Kaiser Joseph II. das Theater zum „Teutschen Nationaltheater“. Er war es auch, der per Dekret anordnete, dass die Stücke traurige Ereignisse behandeln. Viele Stücke mussten deswegen geändert und mit einem "Wiener Schluss" (Happy End) versehen werden, z.B. Romeo und Julia oder Hamlet. Ab 1794 trug das Theater den Namen „k.k. Hoftheater nächst der Burg“.
1798 wurde der Dichter August von Kotzebue zum Leiter des Burgtheater ernannt, aber nach Auseinandersetzungen mit den Schauspielern verließ er 1799 Wien. Unter Direktor Josef Schreyvogel wurde Deutsch statt Französisch und Italienisch als neue Bühnensprache eingeführt.
Am 12. Oktober 1888 fand die letzte Vorstellung am Michaelerplatz statt. Das Burgtheaterensemble übersiedelte in die neue Spielstätte am Ring. Das alte Burgtheater musste dem Michaelertrakt der Hofburg weichen. Die Pläne hierfür fertigte Joseph Emanuel Fischer von Erlach bereits knapp 200 Jahre vor dem Abriss des alten Burgtheaters an.
Das neue Gebäude am Ring
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Das „neue“ Burgtheater am Ring gegenüber dem Rathaus wurde im neubarocken Stil von Gottfried Semper (Grundriss) und Karl Freiherr von Hasenauer (Fassade) entworfen, die bereits das Kaiserforum in Wien gemeinsam geplant hatten. Die Bauarbeiten begannen am 16. Dezember 1874 und zogen sich 14 Jahre hin, in denen sich das Architektenduo zerstritt. Bereits 1876 zog sich Semper auf Grund gesundheitlicher Probleme nach Rom zurück und ließ Hasenauer seine Ideen alleine realisieren, der sich im Streit der Architekten vor allem für ein prachtvoll ausgestaltetes Bauwerk eingesetzt hatte.
Indes schuf der bekannte Wiener Maler Gustav Klimt gemeinsam mit seinem Bruder Ernst Klimt und mit Franz Matsch zwischen 1886 und 1888 die Deckengemälde in den beiden Stiegenhäusern des neuen Theaters. Die drei übernahmen diese Aufgabe nach ähnlichen Auftragsarbeiten in den Stadttheatern von Fiume und Karlsbad sowie im Bukarester Nationaltheater. In der Feststiege auf der dem Café Landtmann zugewandten Seite des Burgtheaters bildete Gustav Klimt die Künstler des antiken Theaters in Taormina auf Sizilien, im Stiegenhaus auf der „Volksgarten“-Seite das Londoner Globe Theatre und die Schluss-Szene aus William Shakespeares „Romeo und Julia“ nach. Über dem Eingang zum Zuschauerraum ist Der Eingebildete Kranke Molières zu entdecken. Im Hintergrund verewigte sich der Maler in Gesellschaft seiner beiden Kollegen. Kaiser Franz Joseph I. gefielen die Deckengemälde so sehr, dass er den Mitgliedern der Künstlerkompanie von Klimt das Goldene Verdienstkreuz verlieh.
Das neue Gebäude wurde nach dem Vorbild der Dresdener Semperoper gebaut. Über dem Mitteltrakt befindet sich eine Loggia, die von zwei Seitenflügeln eingerahmt wird, und aus einem Bühnenhaus mit Giebeldach und einem Zuschauerhaus mit Zeltdach geteilt wird. Über dem Mittelhaus schmückt eine Statue von Apollon die Fassade, der zwischen den Musen für Drama und Tragödie thront. Über den Haupteingängen befinden sich Friese mit Bacchus und Ariadne. An der Außenfassade rundherum sind Portraitbüsten der Dichter Calderon, Shakespeare, Molière, Schiller, Goethe, Lessing, Halm, Grillparzer, und Hebbel zu bewundern. Die Masken, die ebenfalls hier zu sehen sind, weisen auf das antike Theater hin, außerdem schmücken allegorische Darstellungen die Seitentrakte: Liebe, Hass, Demut, Herrschsucht, Egoismus und Heroismus. Obwohl das Theater seit 1919 den Nahmen Burgtheater trägt, ist die alte Aufschrift K.K. Hofburgtheater über dem Haupteingang immer noch vorhanden.
Nachdem am 12. Oktober 1888 die Abschiedsvorstellung am Michaelerplatz stattgefunden hatte, wurde bereits tags darauf das neue Theaterhaus mit Grillparzers Esther und Schillers Wallensteins Lager eröffnet. Das Burgtheater wurde zunächst auf Grund seines prachtvollen Aussehens und der technischen Neuerungen wie elektrischer Beleuchtung von den Wienern gut aufgenommen, doch bald wurde Kritik an der schlechten Akustik laut. 1897 erfolgte schließlich ein Umbau des Zuschauerraums, um die Akustikprobleme zu mindern. Das neue Theater wurde zu einem wichtigen Treffpunkt des Gesellschaftslebens und zählte schon bald zu den „Heiligtümern“ der Wiener.
1922/1923 wurde das Akademietheater als Kammerspielbühne an das Burgtheater angeschlossen.
Das Burgtheater in der Zeit des Nationalsozialismus
Die nationalsozialistischen Ideen hinterließen auch Spuren in der Geschichte des Burgtheaters. 1937 und 1938 erschienen im Adolf Luser Verlag zwei stark
antisemitisch geprägte Bücher des Theaterwissenschaftlers
Heinz Kindermann über das Burgtheater, in denen er unter anderem den „jüdischen Einfluss“ auf das Burgtheater analysierte. Am 14. Oktober 1938 wurde zum 50-jährigen Eröffnungsjubiläum des Burgtheaters eine
Don-Carlos-Inszenierung von
Karl-Heinz Stroux gezeigt, die die Ideologie Hitlers bediente. Die Rolle des Marquis Posa spielte derselbe Ewald Balser, der ein Jahr zuvor in einer anderen Don-Carlos-Inszenierung (von
Heinz Hilpert) am Deutschen Theater in derselben Rolle mit dem Satz Richtung
Joseph Goebbels’ Loge wetterte:
„Geben Sie Gedankenfreiheit!“. Der Schauspieler und Regisseur
Lothar Müthel, der zwischen 1939 und 1945 Direktor des Burgtheaters war, inszenierte 1943 den
Kaufmann von Venedig, in dem
Werner Krauß den Juden Shylock in einem sehr ungünstigen Licht darstellte. Derselbe Regisseur inszenierte nach dem Krieg Lessings Parabel
Nathan der Weise.
Adolf Hitler selbst besuchte während des
NS-Regimes nur einmal, im Jahr 1938, das Burgtheater, später weigerte er sich aus panischer Angst vor einem Attentat.
Für die Schauspieler und Theatermitarbeiter, die nach dem Reichsbürgergesetz von 1935 als „jüdisch“ eingestuft wurden, wurde rasch Auftrittsverbot verhängt, sie wurden innerhalb weniger Tage beurlaubt, entlassen oder verhaftet. Das Burgtheater-Ensemble leistete zwischen 1938 und 1945 keinen nennenswerten Widerstand gegen die NS-Ideologie, der Spielplan wurde stark zensiert, nur wenige schlossen sich aktiv dem Widerstand an, z. B. Judith Holzmeister (damals auch am Volkstheater engagiert) oder der Schauspieler Fritz Lehmann. Den jüdischen Ensemblemitgliedern wurde zwar zur Emigration verholfen, dennoch wurde ein Schauspieler, Fritz Strassny, in ein Konzentrationslager gebracht und dort ermordet.
Das Burgtheater zu Kriegsende und nach dem Zweiten Weltkrieg
Im Sommer 1944 musste auch das Burgtheater wegen der angeordneten allgemeinen Theatersperre geschlossen werden. Am 1. April 1945, als sich die
Rote Armee Wien näherte, lagerte sich eine militärische Einheit ins Haus ein, und ein Teil wurde als Waffenlager benutzt. Nachdem das Haus am Ring infolge eines Bombenangriffs am 12. April 1945 völlig ausgebrannt war (der Zuschauerraum und die Bühnen wurden unbrauchbar, aber zum Glück blieben wie durch ein Wunder die Deckengemälde und Teile des Foyers beinahe unbeschädigt), zog das Burgtheater in das Asylquartier
Ronacher um, das von vielen Burgschauspielern als „Exil“ verstanden wurde. Diesen Spielort wählte der neu ernannte Direktor
Raoul Aslan aus, der sich besonders engagiert einsetzte. Die erste Vorstellung nach dem
Zweiten Weltkrieg war am 30. April 1945
Sappho von
Franz Grillparzer, in der Inszenierung von
Adolf Rott aus dem Jahre 1943. Auch andere Produktionen aus der NS-Zeit wurden wieder aufgenommen. Das Akademietheater konnte bespielt werden (die erste Aufführung war am 19. April 1945
Hedda Gabler, eine Inszenierung von Rott aus dem Jahre 1941) und auch im
Redoutensaal fanden Vorstellungen statt. Aslan ließ das Ronacher im Sommer umbauen, weil die Bühne für klassische Aufführungen zu klein war. Am 25. September 1945 konnte auf der vergrößerten Bühne Schillers
Jungfrau von Orleans gespielt werden.
Die ersten Neuinszenierungen sind mit dem Namen von Lothar Müthel verbunden:
Jedermann und
Nathan der Weise, in beiden spielte Raoul Aslan die Hauptrolle. Die Inszenierung des
Kaufmanns von Venedig von Müthel zu NS-Zeiten schien in Vergessenheit geraten zu sein.
Eine große Freude für das Publikum bereitete die Rückkehr der 1938 aus dem Ensemble vertriebenen Else Wohlgemuth auf die Bühne. Sie trat nach sieben Jahren Exil im Dezember 1945 in Klara Biharys Die andere Mutter im Akademietheater auf.
1951 öffnete das Burgtheater das erste Mal seine Pforten, allerdings nur der linke Seitenflügel, wo die Feierlichkeiten zum 175-jährigen Bestehen des alten Burgtheaters stattfanden.
1948 wurde für den Wiederaufbau ein Wettbewerb ausgeschrieben: Josef Gielen, der damals Direktor war, tendierte zuerst dazu, einen modernen Entwurf zu unterstützen, nach dem das Theater in ein modernes Rangtheater hätte umgebaut werden sollen. Schließlich stimmte er dann aber doch für das Projekt von Michael Engelhardt, dessen Plan konservativer, aber auch kostengünstiger war. Der Charakter des Logentheaters wurde weitgehend berücksichtigt und beibehalten, die zentrale Hof-Loge wurde allerdings durch zwei Ränge ersetzt, und durch eine neue, schiefe Deckenkonstruktion im Zuschauerraum wurde die Akustik, die Schwäche des Hause, deutlich verbessert.
Am 14. Oktober 1955 kam es unter Adolf Rott zur Wiedereröffnung des restaurierten Hauses am Ring, aus diesem Anlass wurde Mozarts Eine kleine Nachtmusik gespielt. Am 15. und am 16. Oktober folgte die erste Aufführung (aus Platzgründen als Doppelpremiere) im neu renovierten Theater: König Ottokars Glück und Ende von Franz Grillparzer, inszeniert von Adolf Rott. Wenige Monate nach Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags war die Wahl gerade dieses Stückes äußerst symbolträchtig. Unter Rott und seinem Nachfolgern – Ernst Haeussermann bzw. Gerhard Klingenberg – wurde der klassische Burgtheaterstil und das Burgtheaterdeutsch für die deutschen Bühnen endgültig richtungweisend.
Das heutige Burgtheater
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Gerhard Klingenberg internationalisierte das Burgtheater, er lud bedeutende Regisseure wie
Peter Hall,
Luca Ronconi,
Giorgio Strehler,
Roberto Guicciardini und
Otomar Krejca ein. Klingenberg ermöglichte auch die Burg-Debüts von
Claus Peymann und
Thomas Bernhard (1974 Uraufführung von
Die Jagdgesellschaft). Bernhard war als Nachfolger Klingenbergs im Gespräch, schließlich wurde aber
Achim Benning ernannt, worauf der Schriftsteller mit dem Text
„Die theatralische Bruchbude auf dem Ring (Wie ich Burgtheaterdirektor werden sollte)“ antwortete. Benning, der erste Ensemblevertreter des Burgtheaters, der zum Direktor ernannt wurde, setzte Klingenbergs Weg der Europäisierung mit anderen Mitteln fort, brachte Regisseure wie
Adolf Dresen,
Dieter Dorn oder
Thomas Langhoff nach Wien, blickte mit Aufführungen von Stücken
Václav Havels in den damals politisch abgetrennten Osten und nahm stärker Rücksicht auf den Publikumsgeschmack. Unter
Claus Peymann, der von 1986 bis 1999 Direktor war, kam es wieder zu einer Modernisierung des Spielplans und der Inszenierungsstile, was jedoch bei Teilen des Publikums zunächst auf Ablehnung stieß. Diskussionen entfachte vor allem die Uraufführung von
Thomas Bernhards
Heldenplatz, das sich mit der
Vergangenheitsbewältigung Österreichs auseinandersetzte, aber auch kritisch die Gegenwart – mit Attacken auf die damals regierende
SPÖ – beleuchtete. Bernhard verbot sogar testamentarisch die Aufführung seiner Stücke in Österreich, wogegen sich Peymann aussprach und einen Schaden für das Werk des Autors befürchtete, sollten dessen Stücke ausgerechnet in dessen Heimat nicht gezeigt werden. Zunächst war es durch eine Erlaubnis des Testamentsvollstreckers
Peter Fabjan – Bernhards Halbbruder – immerhin möglich, die bereits im Spielplan des Burgtheaters befindlichen Produktionen weiterzuspielen. Kurz vor seinem zehnten Todestag kam es schließlich zur Neuinszenierung seines Stückes
Vor dem Ruhestand durch den Uraufführungsregisseur Peymann. Die Stücke von Bernhard stehen weiter auf dem Spielplan des Burgtheaters und werden regelmäßig neu herausgebracht.
1993 wurde die Probebühne des Burgtheaters im Arsenal eröffnet (Architekt: Gustav Peichl). Seit 1999 hat das Burgtheater die Betriebsform einer GesmbH. Direktor ist seit 1999 Klaus Bachler.
Jubiläumsjahr 2005
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Im Oktober 2005 feierte das Burgtheater den 50. Jahrestag seiner Wiedereröffnung mit einem Galaabend und mit der Aufführung von Grillparzers König Ottokars Glück und Ende in der Inszenierung von Martin Kušej, die im August 2005 bei den Salzburger Festspielen mit großem Erfolg aufgeführt wurde und für den Nestroy-Theaterpreis für die beste Regie nominiert war, den sie allerdings nicht bekam. Dafür bekam den Preis Michael Maertens (in der Rolle von Rudolf von Habsburg) als bester Schauspieler in diesem Stück. Der Hauptdarsteller Tobias Moretti wurde 2006 für diese Rolle mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring ausgezeichnet.
Am Jubiläumstag, dem 16. Oktober 2005, standen die Räumlichkeiten des Burgtheaters den ganzen Tag für die Besucher offen. Am Tag der offenen Tür wurden Technikführungen angeboten, und man konnte alte Theaterrequisiten auf dem Flohmarkt erwerben. Der 82-minütige Film „burg / privat. 82 miniaturen“ von Sepp Dreissinger wurde auch an diesem Tag zum ersten Mal gezeigt. Der Film enthält einminütige filmische „Standportraits“ von Burgschauspielern und Gastschauspielern, die, ohne ein Wort zu sagen, versuchen, sich mit einem möglichst natürlichen Gesichtsausdruck zu präsentieren. Die erweiterte Variante des „Portraitalbums“ mit 100 Portraits wurde der Saisonvorschau 2006/2007 auf DVD beigelegt.
Des Jubiläumsjahres wurde unter anderem auch mit einem Buch über die Geschichte des Burgtheaters des Theaterwissenschafters Klaus Dermutz gedacht, der seit Jahren Bücher der Reihe edition Burgtheater (vor allem Bücher, die das Œuvre der wichtigsten Regisseure am Burgtheater behandeln) schreibt.
Als Motto dieser Spielzeit diente ein Zitat aus Lessings Minna von Barnhelm: „Es ist so traurig, sich allein zu freuen.“
Der Beitrag des Burgtheaters zum Mozartjahr 2006
Auch des Mozart-Jahres 2006 wurde im Burgtheater gedacht. Da Mozarts Singspiel Die Entführung aus dem Serail 1782 im Hof-Burgtheater uraufgeführt wurde, kam in Zusammenarbeit mit der Wiener Staatsoper eine Neuinszenierung (Regie: Karin Beier) dieser Oper im Mai 2006 zu den Wiener Festwochen auf die Bühne. Die Premiere fand am 1. Mai statt. In den insgesamt 10 Aufführungen singen Diana Damrau, Julia Rempe, Franz Hawlata, Cosmin Ifrim und Daniel Kirch die Hauptrollen, die Sprechrolle von Bassa Selim wird von Nicholas Ofczarek dargestellt. Die Produktion wird von Philippe Jordan dirigiert.
Aktionskunst am Burgtheater
Mittlerweile hat auch
Aktions- und
Performancekunst ins Burgtheater Einzug gehalten. Zwei Ereignisse erregten in der Spielzeit 2005/2006 besonders großes Aufsehen:
Am 19. November 2005 fand am Burgtheater im Rahmen des Orgien-Mysterien-Theaters die Performance 122. Aktion von Hermann Nitsch statt. Die Karten waren bereits am ersten Vorverkaufstag innerhalb von Minuten ausverkauft.
Vom 17. bis 22. Jänner 2006 fand Die 431. animatographische Expedition von Christoph Schlingensief bzw. eine große Veranstaltung von ihm unter dem Titel Area 7 – Sadochrist Matthäus – Eine Expedition von Christoph Schlingensief mit zu besichtigenden Bühneninstallationen statt. Die Aufführung ist seit März auf Grund des großen Interesses ein regelmäßiger Bestandteil des Spielplans. Allerdings verlaufen die Vorstellungen jedes Mal anders.
Sonstige Ereignisse
- Anfang September 2005 wurde im Burgtheater ein MTV-Unplugged-Konzert mit den Toten Hosen aufgezeichnet, das im November sowohl auf dem Musiksender MTV zu sehen war, als auch seither käuflich auf CD und DVD zu erwerben ist.
- In der Nacht auf den 1. Dezember 2005 beschädigte ein Kabelbrand die Kantine des Burgtheaters. Die Flammen konnten aber schnell gelöscht werden, so dass sich der Sachschaden auf 150.000 Euro belief. Die rundum erneuerte Kantine wurde im März 2006 wieder eröffnet.
Die Wiener und „ihre“ Burg
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Das Burgtheater stand für die Wiener schon immer im Rampenlicht. Es galt stets als besonders vornehm, „in die Burg“ zu gehen. Bereits im 19. Jahrhundert gehörten die Gerüchte und die Skandale um die Burgschauspieler zu den beliebtesten Themen der Wiener. In der Burg konnten sich die verschiedenen gesellschaftlichen Schichten (Kleinbürger und Adel) treffen, obwohl ihre Plätze strikt voneinander getrennt waren. Die Burgschauspieler „verbanden“ die zwei Stände und genossen dadurch in Wien früh hohen sozialen Status.
Die Schauspielerin Charlotte Wolter beispielsweise wurde geradezu hysterisch gefeiert, ihre Stimme – der kräftige „Wolter-Schrei“ – war legendär. Später, in den 1940er Jahren, war natürlich das Ehepaar Paula Wessely und Attila Hörbiger Publikumsliebling Nummer 1. „Die Wessely“ wurde von den Damen gern nachgeahmt, ihre Frisur, der „Wessely-Scheitel“, machte Mode. Die Popularität der beiden wurde aber auch zu Propagandazwecken missbraucht, als sie sich für den Vollzug des Anschlusses einsetzten. Die Töchter des Ehepaares, die später alle Schauspieler geworden sind, litten oft unter dem Ruhm ihrer Eltern.
„Die Burg“ geriet manchmal allerdings auch in negative Schlagzeilen. Im Vorfeld der Uraufführung von Thomas Bernhards Heldenplatz 1988 fühlten sich viele Österreicher in ihrer Ehre gekränkt, weshalb die als Protest dagegen gedachte Großaktion von Martin Humer, der Kuhmist vor dem Burgtheater ablud, bei vielen Gefallen fand. Ebenfalls wenig beeindruckt waren viele Wiener von der Performance von Hermann Nitsch im Jahr 2005.
Beerdigungen berühmter Burgschauspieler sind nach wie vor ein gern besuchtes Ereignis, die Wiener lieben „die schöne Leich“. Diese Eigenschaft der Wiener wurde allerdings im musikalischen Stück Pompes Funèbres von Franz Wittenbrink auf der Bühne karikiert. Ein besonders großes Ereignis war im Jahre 1996 die Verabschiedung von Josef Meinrad, zu dem Tausende aus ganz Österreich angereist sind. Meinrad war so beliebt, dass der Platz zwischen dem Burgtheater und dem Volksgarten nach ihm benannt wurde.
Während andere Theater nicht selten ums Überleben kämpfen müssen, scheint die Lust der Wiener, in die Burg zu gehen, ungebrochen zu sein. Die Auslastung des Hauses betrug in der Saison 2005/06 bei 313.000 Besuchern 84 Prozent. Das Einnahmen-Soll wurde um 380.000 € übertroffen, insgesamt wurden sechs Millionen Euro eingespielt. Mittlerweile stammt ein großer Anteil der Schauspieler und der Theatermitarbeiter aus Deutschland oder aus anderen Ländern; dennoch werden viele Burgschauspieler von den Wienern als Wiener akzeptiert und als „ihre Schauspieler“ verehrt. Der Deutsche Michael Heltau ist einer der größten Wienerlied-Interpreten, und Robert Meyer, der aus dem Grenzgebiet von Deutschland zu Österreich stammt, ist einer der beliebtesten Nestroy-Darsteller. Die Schweizerin Annemarie Düringer gehört ebenso zu den Lieblingen des Publikums wie der Deutsche Ignaz Kirchner, und die gebürtige Deutsche Susi Nicoletti galt als die österreichische Schauspielerin schlechthin. Auch die von Claus Peymann nach Wien geholten und anfangs angefeindeten Schauspieler wie Gert Voss und Kirsten Dene sind längst Publikumslieblinge. Eine gute Besetzung (manchmal mit Gastschauspielern) kann bewirken, dass es so gut wie unmöglich ist, für eine Produktion Karten zu bekommen. Die Ottokar-Inszenierung mit „der Orth“, „dem Maertens“, „dem Merkatz“ und „dem Moretti“ oder der Nathan mit „dem Brandauer“ waren monatelang ausverkauft. Die Beiträge im Gästebuch der Burgtheater-Homepage zeugen davon, dass manche Inszenierungen eine richtige Fan-Gemeinde haben. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass die konservativeren Burgbesucher bei einer modernen Inszenierung ihren Unmut während der Vorstellung lautstark ausdrücken.
Bühnentechnik und andere technische Besonderheiten
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Der Zuschauerraum bietet ca. 1.340 Zuschauern Platz (1.175 Sitzplätze) und ist damit einer der größten unter Europas Schauspielhäusern. Das Bühnen-Portal ist 12 m breit und am höchsten Punkt 9 m hoch. Die Schnürböden und Beleuchtungsbrücken befinden sich in 12 m Höhe. Die Bühnenfläche beträgt ca. 1.000 m²
Die Bühne wurde 1954 von der österreichischen Firma Waagner Biro, die auch bei anderen Bühnen- und Opernhäusern Erfahrung besitzt, neu errichtet. Die Hauptbühne ist ausgestattet mit einer Drehzylinderbühne mit einem Durchmesser von 21 m mit vier Versenkungen, die bis 8,8 m abgefahren werden können. Diese Bühne wurde nach den Plänen von Sepp Nordegg errichtet, und ist insgesamt 5 Stockwerke tief. So können die Bilder im Paternoster-Prinzip getauscht werden. Die im Jahr 1994 begonnene Bühnenrenovierung wurde 2004 beendet. Dabei wurde beispielsweise die alte Steuerung durch eine Computersteuerung ersetzt.
Der Eiserne Vorhang des Burgtheaters wiegt 16 Tonnen und kann im Notfall – zum Beispiel bei einem Brand – den Bühnenraum vom Zuschauerraum innerhalb von 20 Sekunden trennen.
Architektonisch einzigartig und patentiert ist die riesige Luftschleuse, das Belüftungssystem des Theaters, das sich unter dem runden Dach der Luftansaughütte, von den Wienern einfach Schwammerl genannt, auf der Seite des Volksgartens verbirgt und nach den Plänen des Architektenbüros von Ignaz Gridl konstruiert wurde. Die Luft wird durch Filter geblasen, gereinigt und temperiert. Die verbrauchte Luft wird aus dem Zuschauerraum durch das Messinggitter des Kristalllusterkranzes im Zentrum der Saaldecke aus dem Raum ins Freie abgezogen. Den Sog dafür erzeugt der „Blasengel“, eine grüne Engelsfigur mit einem Blasinstrument, die als Wetterfahne auf der Kuppel steht. Diesen Teil des Belüftungssystems kann man am besten im Dachboden (Lusterboden) und auf dem Kuppeldach des Theaters bewundern. Früher standen auf dem steilen Dach des Burgtheaters sogar Duschen und Toiletten (sie wurden gleich beim Wiederaufbau des Theaters nach dem Krieg errichtet), damit die Schauspieler in den Pausen zwischen den Proben ein Sonnenbad nehmen können. Seit 1977 ist es allerdings verboten, und die Anlagen mussten abgetragen werden. Am Dach ist eine Wetterkamera installiert, die bei der Sendung Wetterpanorama Österreich im Fernsehen einen Blick auf die Ringstraße ermöglicht.
Die Souffleure am Burgtheater arbeiten mit Funktechnik, es gibt keinen Souffleurkasten mehr.
Außer den regulären Führungen durchs Haus, die jeden Tag um 15 Uhr auf Deutsch und auf Englisch stattfinden, wird einmal im Monat für Interessenten eine Bühnentechnik-Spezialführung angeboten. Bei Schönwetter ist es möglich, auf das grüne Dach des Theaters hinaufzusteigen und das Panorama zu bewundern.
Die Kostüm-, Requisiten und Bühnenbildwerkstätten des Burgtheaters befinden sich im Arsenal. Sie versorgen nicht nur Burgproduktionen, sondern sie arbeiten auch auf Bestellung für andere österreichische und internationale Bühnen. Außerdem ist es Privatpersonen möglich, Kostüme aus dem Fundus auszuleihen.
Weitere Spielstätten des Burgtheaters
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- Das Akademietheater, in den Jahren 1911 bis 1913 von den Architekten Fellner und Hellmer und Ludwig Baumann erbaut, ist seit 1922 die zweite Spielstätte des Burgtheaters. Es wurde seither umgebaut und bühnentechnisch erneuert.
- Das Kasino am Schwarzenbergplatz gilt als Spielstätte für Gegenwartsstücke und Spezialprojekte. Es wurde unter Direktor Benning am 26. April 1981 als 3. Raum am Schwarzenbergplatz eröffnet und wird seither mit Unterbrechungen (siehe Lusterboden) bespielt. Der gegenwärtige Name stammt aus der Direktion Peymann, die den Raum zunächst nur als Probebühne nutzte.
- Das Vestibül ist die Studiobühne des Burgtheaters und befindet sich unter der dem Café Landtmann zugewandten Feststiege. Das Vestibül wurde in den 1990er Jahren für Aufführungen hergerichtet.
- Der Lusterboden ist eine im Dachgeschoß des Burgtheaters in einer Höhe von 43 Metern befindliche Probebühne. Diesen Raum im Dachboden gibt es seit 1955, er wird unter anderem als Requisitenlager verwendet. Ab dem 16. September 1979 wurde er auch immer wieder für Aufführungen herangezogen (zuerst als 3. Raum – Lusterboden, später nur Lusterboden), dann durch den Raum am Schwarzenbergplatz ersetzt. Als dieser wieder für Proben verwendet wurde, griff man unter Peymann erneut auf den Lusterboden als Aufführungsstätte zurück, von 1986 bis 1993 fungierte der Lustenboden als regelmäßige Spielstätte des Hauses. Seit 1993 verbietet das Veranstaltungsgesetz das öffentliche Bespielen von Theaterräumen, die sich höher als 8 Meter über dem Straßenniveau befinden. Schließlich wurde der Lusterboden nach der Wiedereröffnung des Raums am Schwarzenbergplatz erneut als Probebühne verwendet, wozu er auch gegenwärtig dient.
Kleines Burgtheater-ABC
- Aberglaube: Der natürlich auch anderswo verbreitete spezielle Theater-Aberglaube ist auch im Burgtheater, wo auf Tradition ein besonders großer Wert gelegt wird, anzutreffen, und daraus resultierende Bräuche und Rituale werden stets eingehalten. Viele Schauspieler glauben sogar - mit einem gewissen Augenzwinkern -, dass das Haus einen „Hausgeist“ hat.
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- Abonnement: Von 1776 bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg existierte kein Abonnementsystem im heutigen Sinne. Es gab die sogenannten Stammsitze. Zur Zeit gibt es 30 verschiedene Abonnements und diverse Zyklen (wie z.B. der Zyklus Nach der Premiere). Das Wahlabonnement berechtigt den Inhaber, zu günstigeren Preisen schon vor dem offiziellen Vorverkaufsbeginn Karten einer gewissen Kategorie zu erwerben. Viele Vorstellungen werden auch im Jugendabo „Theater der Jugend“ angeboten. Für Senioren gibt es ein eigenes Abonnement, bei dem einmal im Monat eine Vorstellung angeboten wird, die früher (um 17 oder um 16 Uhr) beginnt. Das Festabonnement berechtigt den Inhaber, fünf Vorstellungen seiner Wahl an einem vorher festgelegten Tag der Woche (außer Samstag kann man jeden beliebigen Tag wählen) mit großer Preisermäßigung zu besuchen - der Aboinhaber hat bei diesem Abonnement eine fixen Sitzplatz.
- Begräbnis der Ehrenmitglieder: Der Sarg des verstorbenen Schauspielers oder der verstorbenen Schauspielerin wird auf der Feststiege aufgebahrt und anschließend einmal um das Theater herumgetragen.
- Burgtheaterdeutsch: die auf der Bühne des Burgtheaters gesprochene Variante der deutschen Sprache, das Wiener „Bühnendeutsch“, siehe oben.
- Die Burgtheater-Galerie ist eine Sammlung von Künstlerporträts im Foyer, eine Art „Ehrengalerie“.
- Burgtheater-Ring (der Concordia): Der Ring wurde von Jakob Lippowitz, dem Herausgeber des Neuen Wiener Journals, gestiftet und zwischen 1926 und 1934 jährlich an ein Mitglied des Burgtheaters oder an einen Bühnenautor für besondere Verdienste verliehen.
- Der Doyen bzw. die Doyenne (derzeit Michael Heltau und Annemarie Düringer, die der legendären Paula Wessely folgte) des Burgtheaters bleibt lebenslänglich mit der Bühne des Hauses verbunden, genießt also ein Engagement bis zum Tode, d.h. er oder sie kann nicht in den Ruhestand versetzt werden. Diesen Ehrentitel bekommen zwei von den älteren Ehrenmitgliedern des Hauses - meistens sind das die dienstältesten, die schon am längsten Ensemblemitglieder sind -, jeweils eine Dame und ein Herr, die dann die Aufgabe haben, das Haus nach außen zu vertreten. Eine Voraussetzung für diese Auszeichnung ist, dass man zuvor zur Kammerschauspielerin beziehungsweise zum Kammerschauspieler ernannt worden sein muss. Die Auszeichnung wird erst nach dem Tod ihres Trägers weitergegeben.
- Die Ehrenmitgliedschaft gebührt besonders verdienten Künstlern. Die Namen der Ehrenmitglieder werden am Fuß der Feststiege auf der Volksgartenseite in Marmor gemeißelt und für die Ewigkeit festgehalten.
- Der Ehrenring des Burgtheaters wird seit 1. Oktober 1955 in unregelmäßigen Abständen von der Kollegenschaft des Burgtheaters an Ensemblemitglieder verliehen. Diese Auszeichnung wird vom Betriebsrat vorschlagen.
- Ensemblevertreter: Seit 1971 gibt es die Richtlinien für eine Ensemblevertretung des Burgtheaters. Sie haben das Recht, bei Besetzungen und bei der Spielplangestaltung mitzusprechen. Der derzeitige Ensemblevertreter ist Robert Meyer. Das Burgtheater ist allerdings ein typisches Ensembletheater, die meisten Schauspieler sind angestellt, Gäste kommen nur für einzelne Rollen.
- Kartenvorverkauf: Jeden Monat am 20. beginnt der Vorverkauf für die Vorstellungen im nächsten Monat. Wahlaboinhaber haben den Vorteil, bereits ab dem 15. Karten reservieren zu können. Gäste aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland können auch schriftlich oder per Fax Karten reservieren. Es gibt Kontingente für Pädagogen und Jugendliche. Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn kann man die Restkarten zum halben Preis kaufen, und es werden immer Stehplatzkarten zurückgehalten, die ebenfalls vor Vorstellungsbeginn angeboten werden, bei sehr begehrten Vorstellungen kann man jedoch nur jeweils eine Stehplatzkarte pro Person kaufen.Sitzlpan Burgtheater.gif
- Im Kollektivvertrag werden die Rechte und Pflichten der Theatermitarbeiter (natürlich auch die der Schauspieler) genau geregelt. Ein wichtiger Punkt ist, dass man nicht länger als bis 23 Uhr spielen darf, was natürlich bei längeren Vorstellungen ein Problem darstellen kann, so musste z.B. für die Aufführung des Sportstücks eine unüblich frühe Beginnzeit angesetzt werden.
- Komparserie: Beim Burgtheater arbeiten keine Statisten – die Laiendarsteller werden ausschließlich als Komparsen bezeichnet. Der Leiter der Komparserie ist seit 1986 Wolfgang Janich, der selbst eine Schauspielausbildung absolvierte und in Notfall auch einspringt. Die Komparsen werden durch mehrstufige Castingverfahren sehr sorgfältig ausgewählt, und sogar die Begleiter der mitwirkenden Tiere werden Komparsen genannt. Peymann wollte die Komparserie abschaffen und die Komparsenrollen mit Schauspielern besetzen, was diese allerdings verweigerten.
- Leporello heißt das Buchgeschäft auf der linken Seite der Eingangshalle, das außer Büchern Geschenksgegenstände des Burgtheaters sowie signierte Szenenphotos führt. Die Buchhandlung sperrt in der Regel eine Stunde vor Vorstellungsbeginn auf und bleibt bis Vorstellungsende offen.
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- Probebühnen: Es gibt außer den schon erwähnten Probebühnen Lusterboden und Arsenal noch eine Probebühne in der Turnergasse im 15. Gemeindebezirk.
- Das aktuelle Programm des Burgtheaters wird auf Plakaten und einer roten Tafel links vom Haupteingang angekündigt. Früher – vor Bachlers Zeit – war es üblich, das Programm an die Fassade über dem Haupteingang zu hängen. Die Plakate werden jeden Tag mit der aktuellen Besetzung gedruckt und während der Vorstellung am Vorabend aufgehängt; sie enthalten auch die Namen der Komparsen (bei Mehrfachbesetzungen immer die aktuelle Besetzung).
- Die Programmhefte besaßen nach dem Zweiten Weltkrieg ein einheitliches Aussehen, das für alle Bundestheater galt: sie waren auf der Vorderseite durch eine Reihe eng gesetzter, brauner, senkrechter Linien gekennzeichnet, auf der unteren Mitte war in kursiver Schrift der Name des Theaters angegeben. In die Programmhefte wurden die Theaterzettel eingelegt. Die Programmhefte enthielten neben (kultur)historischen Texten und Informationen über Werk und Autor seit der Direktion Peymann auch zumeist den gesamten Text des aufgeführten Stückes, in dem die Änderungen, Kürzungen und Regieanweisungen markiert waren. Gelegentlich wurden auch Fotos von den Bühnenbildentwürfen oder -modellen sowie den Kostümfigurinen abgedruckt. Ältere Programmhefte haben einen Sammelwert und können an besonderen Tagen (z.B. am Tag der offenen Tür) im Burgtheater käuflich erworben werden. In der Peymann-Direktion wurde das Aussehen der Programmhefte von Karl-Ernst Herrmann neu gestaltet. Sie waren für das Burgtheater und das Akademietheater grundsätzlich ähnlich gehalten und unterschieden sich in den ersten Jahren nur durch eine andere Farbgebung (hellgrau für das Akademietheater, helles Beige für die Burg). Später wurde mit anderen Farbgebungen sowie unterschiedlichen Formaten experimentiert. Lediglich das Programmheft für André Hellers Sein und Schein unterschied sich komplett von den übrigen Programmheften und enthielt Illustrationen der an der Ausstattung beteiligten Künstler (z. B. Roy Lichtenstein oder Mimmo Paladino). Unter Bachlers Direktion erhielten die Programmhefte grundsätzlich individuelle Outfits und sie enthalten meistens assoziative Texte bzw. Bilder zum Stück, nur ganz selten den Text des Stückes. Die Plakate und die Programmhefte des Burgtheaters werden in der Druckerei agensketterl in Mauerbach (NÖ) hergestellt.
- Kontakt mit dem Publikum: Um einen direkten Kontakt mit dem Publikum aufrechtzuerhalten, veranstaltet das Burgtheater regelmäßig öffentliche Publikumsgespräche. Matinées und Lesungen bereiten wichtige Ereignisse vor, z. B. Premieren, und auf Einträge im Gästebuch der Homepage wird auch geantwortet.
- Repertorium war die Sammlung der seit 1821 angefertigten Dokumentation der Aufführungen am Burgtheater. In große Bücher wurden täglich die Aufführungen und bei Premieren die Besetzungen eingetragen. Alle Schauspieler, die später eine Rolle in dem jeweiligen Stück übernahmen, wurden ergänzt. Für Inszenierungen, die vor 1821 auf dem Spielplan standen und noch gespielt wurden, trug man die Besetzungen seit 1776 nach. Jene Stücke, die bis 1821 vom Spielplan verschwanden, blieben hingegen unberücksichtigt. Quellen hierzu sind Theater- und Programmzettel oder alte Theaterzeitschriften. Die Führung des Repertoriums wurde 1958 aufgegeben. Ihnen folgten die Vorstellungsplatten nach.
- Sogenannte Schließtage zur ganztägigen Abhaltung von Bühnen-, Dekorations- und Beleuchtungsproben im Burgtheater sowie im Akademietheater wurden erstmals unter der Direktion Peymann eingeführt und sorgten einige Jahre lang für heftige Kontroversen, die zum Teil auf den Kultur- und Leserbriefseiten österreichischer Zeitungen ausgetragen wurden. Peymann wurde vorgeworfen, durch Schließtage die Einnahmen des Burgtheaters zu reduzieren.
- Spielzeiten: Das Burgtheater und seine Nebenbühnen werden von Mitte September bis zum 30. Juni theoretisch jeden Tag bespielt. Bis zur Direktion Bachler begann das Burgtheater jährlich am 1. September mit dem Spielbetrieb (nach einer zweimonatigen Sommerpause). Generell spielfrei sind nur der Karfreitag und der Heilige Abend, probebedingt kann es vorkommen, dass an einigen Abenden auf der einen oder der anderen Bühne keine Vorstellung stattfindet (siehe Schließtage).
- Stammsitze gab es von 1776 bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Sie berechtigten zum täglichen Besuch des Burgtheaters und zur Benutzung eines bestimmten Sitzes. Aufgrund der Stammsitze musste der Spielplan besonders abwechslungsreich sein. Oft wurden in einer einzigen Saison mehr als 100 verschiedene Werke gezeigt. Beliebte Stücke konnten Jahr für Jahr immer wieder einige Male angesetzt werden, teilweise über Jahrzehnte hinweg in der selben Inszenierung. Die Regie spielte jedoch damals eine deutlich untergeordnete Rolle. Um das Interesse an den Aufführungen zu erhöhen, fanden zudem häufige Umbesetzungen statt. Ein ähnliches System bietet das Burgtheater zur Zeit im Rahmen des Festabonnements an (Erklärung siehe Abonnement)
- Theaterzettel wurden täglich für die jeweiligen Vorstellungen gedruckt und enthielten u. a. Angaben zu Stück, Autor, Beginn, Ende und Besetzung. Nach dem Aufkommen der Programmhefte wurden sie in diese eingelegt. Dieses System wurde bis 1986 beibehalten. Mit dem Beginn der Direktion Peymann wurde dieses System nach und nach abgeschafft, die früher üblichen häufigen Umbesetzungen waren im Lauf der Jahre durch konstante Besetzungen abgelöst worden. Nunmehr war die jeweilige Besetzung fix im Programmheft abgedruckt. Eventuelle Änderungen werden durch eingelegte, kleinere Zettel bekanntgegeben (z. B. "In der heutigen Vorstellung spielt N. N. die Rolle XY").
- Verbeugungsordnung: Es gibt strikte Hausregeln, zum Beispiel solche, die die Verbeugung regeln (wer, wann und mit wem sich verbeugen soll, mit Sonderregeln für die Premiere). Eine solche Regel ist angeblich zum Beispiel, dass alle, die im zweiten Akt spielen, sich verbeugen müssen, diejenigen, die nur im ersten Akt auftreten, können es natürlich auch tun, müssen aber nicht. Bei der Premiere verbeugen sich in der Regel alle Mitwirkenden, auch die Komparsen und Kinderdarsteller.
- Vorstellungsplatten ersetzten das 1958 abgeschaffte Repertorium. Sie wurden von der Regiekanzlei für jede Inszenierung eines Stücks angelegt und enthielten die Aufführungsdaten, die Besetzungen sowie allfällige Umbesetzungen.
- Vorhangverbot: Ein ungeschriebenes Gesetz, das fast 200 Jahre eingehalten wurde. Es geht auf eine polizeiliche Theaterordnung vom 19. August 1798 zurück, die vorschrieb, dass sich vor dem Vorhang nur Gäste und Debütanten, aber keine Ensemblemitglieder verbeugen durften. Das Vorhangverbot, dessen Abschaffung im Lauf der Zeit immer wieder diskutiert wurde, das auch nicht lückenlos eingehalten wurde – etwa bei Aufführungen für Kinder – und nur für das Haupthaus (also z. B. nie für das Akademietheater) galt, wurde mit Beginn der Saison 1983/84 vom damaligen Unterrichtsminister Helmut Zilk aufgehoben.
Das Burgtheater in Film und Literatur
Bis 1918 gab es ein Verbot, nach dem Schauspielern des Burgtheaters das Mitwirken in Filmen in jeder Form untersagt war. Das Kino galt als Bedrohung für den Fortbestand der Schauspielbühnen, und so wollte man den Filmproduzenten nicht in die Hand spielen. Eine Entspannung dieser Situation begann erst ab 1913 mit den Produktionen des Theaterintendanten Max Reinhardt.
1936 drehte Willi Forst den Spielfilm Burgtheater, der von einem alternden, sich noch einmal verliebenden Burgschauspieler – dargestellt von Werner Krauß – erzählt. Die Zeit der Handlung war 1897, die Personen – z. B. der „Burgdirektor“ Franz Herterich oder der Schauspieler Friedrich Mitterer, den Krauß verkörpert – waren fiktive Figuren, obwohl der Name Mitterer ein Anspielung auf den Namen des einst tatsächlich gefeierten Schauspielers Friedrich Mitterwurzer ist. Im Film werden Inszenierungen aus den letzten Jahren des 19. Jahrhundert aufgegriffen, die es tatsächlich gab, Szenen aus Don Carlos, Faust und Kabale und Liebe werden nachgespielt.
Ab 1956 finanzierte das Unterrichtsministerium eine Reihe von Aufzeichnungen von Theaterstücken des Burgtheaters. Die Aufnahmen sollten im Kino gezeigt werden, weshalb mit Alfred Stöger ein Filmregisseur beauftragt wurde. Auf Filmmaterial wurden interessant besetzte Inszenierungen wie „Wilhelm Tell“ (1956, mit Ewald Balser als „Wilhelm Tell“ und Albin Skoda als „Gessler“), „Einen Jux will er sich machen“ (1957, mit Josef Meinrad und Inge Konradi), „Don Carlos“ (1960, mit Walter Reyer), „Der Bauer als Millionär“ (1961, abermals mit Josef Meinrad) gebannt. Dennoch blieben die Kinoaufführungen spärlich besucht. Lediglich eine Generation von Schulkindern wurde damit zwangsbeglückt.
1982 thematisierte Elfriede Jelinek in ihrem Stück Burgtheater die Zeit der NS-Diktatur in der Geschichte des Burgtheaters. Das Stück wurde 1982 in Bonn uraufgeführt sowie in Österreich im Grazer Theater am Bahnhof erstaufgeführt und stieß auf kontroverse Kritiken, weil es ein negatives Bild der damaligen legendären Ensemblemitglieder zeichnete, z. B. von Paula Wessely und Attila Hörbiger, die in den Hauptfiguren klar erkennbar sind.
Thomas Bernhard beschäftigte sich in seinen Werken immer wieder mit dem Thema Burgtheater, etwa in seinem Roman Holzfällen (1984) – dort lässt er einen saturierten Burgschauspieler auftreten – oder Alte Meister (1985), wo einzelne, zwischen Bewunderung und Verachtung pendelnde Bemerkungen dem Burgtheater gelten. Er schrieb drei Dramolette, in denen Claus Peymann persönlich vorkommt, Claus Peymann verlässt Bochum und geht als Burgtheaterdirektor nach Wien, Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen und Claus Peymann und Hermann Beil auf der Sulzwiese, die 1990 erschienen.
Heute dient das Burgtheater oft als beliebte Kulisse für Fernsehfilme. In der Krimikomödie Wiener Blut von Dirk Regel mit Ottfried Fischer in der Hauptrolle wird ein Burgschauspieler (dargestellt von Markus Hering) ermordet. Die letzten zwanzig Minuten des österreichischen Kinderfilms Die drei Posträuber (Regie: Andreas Prochaska), der 1998 nach einem Buch von Christine Nöstlinger gedreht wurde, spielen auf der Bühne und im Requisitenlager des Burgtheaters.
Das Burgtheater im Fernsehen
Die interessantesten Produktionen des Burgtheaters werden vom ORF aufgezeichnet und meistens im ORF, im 3sat oder im ZDFtheaterkanal gezeigt. Die Dreharbeiten dauern nicht selten mehrere Tage und der Theaterfilm wird aus dem Live-Mitschnitt von mehreren Vorstellungen und aus Nahaufnahmen zusammengeschnitten. Manchmal leisten diese Filme gute Dienste, wie z.B. 2005 beim Berliner Theatertreffen, als Andrea Breth's Don Carlos-Inszenierung aus technischen Gründen nicht aufgeführt werden konnte, obwohl die Inszenierung eingeladen worden war. Einige Produktionen sind auch auf DVD erhältlich, wenn das Stück nicht mehr gespielt wird.
Durch Dokumentarfilme kann der Fernsehzuschauer ab und zu Einblick hinter die Kulissen gewinnen, wie z.B. im Film der ORF-Moderatorin Erna Cuesta (2005), Das Wiener Burgtheater - Vor und hinter den Kulissen einer Weltbühne.
Publikationen
Das Burgtheater hat ein Magazin, das vorspiel, das fünfmal jährlich erscheint. Es wird als Beilage der Tageszeitung Der Standard verbreitet, kann aber in den Spielstätten des Burgtheaters und in den größeren Theaterkassen gratis mitgenommen werden. Auf der Homepage findet man jedes vorspiel zum Downloaden.
Beim Verlag Deuticke erscheinen regelmäßig Bücher über wichtige Regisseure, Schauspieler und das Theater als „edition burgtheater“. Bis jetzt sind insgesamt 7 Bände erschienen.
Die Gesellschaft der Freunde des Burgtheaters
Die Gesellschaft der Freunde des Burgtheaters ist eine als eingetragener Verein wirkende Publikumsorganisation, die 1956 von ungefähr 200 Theaterliebhabern gegründet wurde und in der Goethegasse im 1. Bezirk Wiens ihren Sitz hat. Unter den Gründern waren auch berühmte Persönlichkeiten wie Friedrich Heer und Clemens Holzmeister. Seitdem erhöhte sich die Mitgliedschaft auf etwa 700 Personen. Der Gesellschaft steht ein eigenes Theaterkontigent mit fixen Plätzen für die erste Vorstellung nach jeder Premiere auf allen Spielstätten des Theaters zur Verfügung. Der Verein pflegt einen intensiven Kontakt zum Haus und zu den Schauspielern. Er organisiert u.a. Publikumstreffen, Lesungen, Buchpräsentationen und Informationsabende für seine Mitglieder, weiters versucht er auch das junge Publikum anzusprechen, indem er versucht, beliebte Nachwuchskünstler für diese Veranstaltungen zu engagieren. Die Gesellschaft unterstützt auch das Studium talentierter Jungschauspieler am Max-Reinhardt-Seminar und schreibt manchmal Schreibwettbewerbe aus.
Uraufführungen am Burgtheater (Auswahl)
- 1782, 16. Juli – Die Entführung aus dem Serail, Singspiel von Wolfgang Amadeus Mozart
- 1817, 31. Jänner – Die Ahnfrau, ein Trauerspiel in fünf Aufzügen von Franz Grillparzer
- 1818, 21. April – Sappho, ein Trauerspiel in fünf Akten von Franz Grillparzer
- 1889, 25. April – Gyges und sein Ring, eine Tragödie in fünf Akten des 1863 verstorbenen Friedrich Hebbel.
- 1895 – Liebelei von Arthur Schnitzler (mit Adele Sandrock u. a.)
- 1974 – 4. Mai: Die Jagdgesellschaft von Thomas Bernhard (Regie Claus Peymann, Bühnenbild und Kostüme Karl-Ernst Herrmann; mit Judith Holzmeister, Joachim Bissmeier, Werner Hinz, Rudolf Wessely u. a.; auch TV-Aufzeichnungen für den ORF)
- 1976 – 31. März: Magnetküsse von Wolfgang Bauer (Regie Fritz Zecha; Bühnenbild Thomas Richter-Forgach, Kostüme Alice-Maria Schlesinger; mit Gertraud Jesserer, Wolfgang Hübsch, Tom Krinzinger, Franz Morak, Ulli Fessl, Wolfgang Gasser, Gabriele Buch, Bibiana Zeller)
- 1976 – 26. Juni: Die Berühmten von Thomas Bernhard (zunächst im Theater an der Wien, dann im Akademietheater; Regie Peter Lotschak, Bühnenbild und Kostüme Gian Maurizio Fercioni; mit Horst Christian Beckmann, Franz Morak, Johanna Matz, Angelika Hauff, Wolfgang Gasser, Bibiana Zeller, Rudolf Wessely u. a.)
- 1988 – Heldenplatz von Thomas Bernhard
- 1998 – Ein Sportstück von Elfriede Jelinek
- 2000 – Viridiana von Luis Buñuel (Regie: Dimiter Gotscheff)
- 2006 – Boulevard Sevastopol von Igor Bauersima, im Akademietheater
Direktoren des Burgtheaters
- Joseph Schreyvogel (von 1814 bis 1832)
- Heinrich Laube (von 1849 bis 1867)
- Franz Freiherr von Dingelstedt (von 1870 bis 1881)
- Adolf von Wilbrandt (von 1881 bis 1887)
- Adolf von Sonnenthal (von 1887 bis 1888)
- Max Burckhard (von 1890 bis 1898)
- Paul Schlenther (von 1898 bis 1910)
- Alfred Freiherr von Berger (1910 bis 1912)
- Hugo Thimig (1912 bis 1917)
- Albert Heine (von 1918 bis 1921)
- Anton Wildgans (von 1921 bis 1922)
- Anton Wildgans (von 1930 bis 1931)
- Hermann Röbbeling (von 1932 bis 12.3.1938)
- Mirko Jelusich (12.3.1938 bis August 1938 als kommissarischer Leiter)
- Lothar Müthel (von 1939 bis 1945)
- Raoul Aslan (von 1945 bis 1948)
- Josef Gielen (von 1948 bis 1954)
- Adolf Rott (von 1954 bis 1959)
- Ernst Haeussermann (von 1959 bis 1968)
- Paul Hoffmann (von 1968 bis 1971)
- Gerhard Klingenberg (1970 von Minister Leopold Gratz zum Direktor von September 1972 bis Juni 1977 bestellt; interimistisch nach Hoffmanns Rückzug bereits seit 1971/1972 amtierend; von 1972 bis 1976; löste seinen Vertrag nach der 1975 erfolgten Nominierung seines Nachfolgers): Klingenberg öffnete in seiner Direktionszeit das Burgtheater für wichtige europäische Regisseure und neue Theaterästhetik. Eine vergleichbare Bandbreite an visuellen Stilen und Prominenz der Regisseure wies damals kein anderes Sprechtheater Europas auf. Jean-Paul Roussillon inszenierte im Februar 1972 der Dame vom Maxim von Georges Feydeau (Bühnenbild, Kostüme: Jacques Le Marquet; mit Rudolf Wessely, Fred Liewehr, Alfred Balthoff, Jane Tilden u. a.), im November Der Geizige von Molière (Bühnenbild, Kostüme: Le Marquet; mit Achim Benning als Harpagon) und im Oktober 1975 zwei weitere Werke von Molière (Impromptu von Versailles, Georges Dandin); Bühnenbild, Kostüme: Le Marquet). Im März 1972 war Dieter Dorn erstmals im Akademietheater bei Zur Feier des Tages von David Storey tätig (Bühnenbild, Kostüme: John Gunter; mit Werner Hinz, Alma Seidler, Alexander Trojan, Wolfgang Gasser u. a.). Im selben Monat setzte Rudolf Steinboeck im Akademietheater Alle meine Söhne von Arthur Miller in Szene (Bühnenbild: Lois Egg). Für Christopher Marlowes Edward II. kam Konrad Swinarski ans Burgtheater (Bühnenbild, Kostüme: John Moore, Veniero Colasanti; mit Peter Arens in der Titelrolle). Peter Hall inszenierte im Juni 1972 Alte Zeiten von Harold Pinter mit Erika Pluhar und Maximilian Schell und Annemarie Düringer. Im Jänner 1973 war Jean-Pierre Ponnelle der Regisseur und Ausstatter von Alfred de Mussets Man spielt nicht mit der Liebe am Akademietheater (mit Paul Hoffmann, Michael Heltau, Paul Hörbiger u. a.). Unter der Leitung von Erwin Axer wiederholte Judith Holzmeister im Februar 1973 ihre Uraufführungsrolle in Thomas Bernhards Ein Fest für Boris (Bühnenbild, Kostüme: Ewa Starowieyska; außerdem mit Bruno Dallansky). Eine Dramatisierung von Voltaires Candide wurde im September 1972 von Roberto Guicciardini inszeniert (Bühnenbild, Kostüme: Lorenzo Ghiglia), der im Dezember 1973 Der schöne grüne Vogel nach Carlo Gozzi gestaltete (Bühnenbild, Kostüme: Ghiglia; mit Bibiana Zeller, Cornelia Froboess, Dorothea Neff u. a.). Jean-Louis Barrault führte im Februar 1973 Regie bei Der Bürger als Edelmann von Molière mit Josef Meinrad (Bühnenbild und Kostüme: Pace). Luca Ronconi entwickelte einen Antikenzyklus aus Euripides' Die Bakchen (Bühnenbild und Kostüme: Pier Luigi Pizzi; Juni 1973; mit Norbert Kappen, Ewald Balser, Judith Holzmeister, Joachim Bissmeier u. a.), Aristophanes' Die Vögel (Bühnenbild und Kostüme: Luciano Damiani, April 1975; mit Wolfgang Gasser, Alma Seidler u. a.) sowie Aischylos’ Orestie in zwei Teilen (Bühnenbild und Kostüme: Damiani, März 1976; mit Holzmeister, Gasser, Kappen, Bissmeier, Düringer, Hilde Krahl u. a.). Walter Felsenstein kehrte in seine Heimatstadt und ans Burgtheater zurück, um Kleists Das Käthchen von Heilbronn (Bühnenbild, Kostüme: Rudolf Heinrich; Jänner 1974) und Goethes Torquato Tasso (Bühnenbild, Kostüme: Andreas Reinhardt; Juni 1975; mit Bissmeier, Boysen, Düringer u. a.) zu inszenieren. Otto Schenk präsentierte noch einmal seine vielgelobte Aufführung von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald (Bühnenbild: Günther Schneider-Siemssen, Kostüme: Hill Reihs-Gromes; mit Wolfgang Hübsch als Alfred, Adrienne Gessner als Großmutter, Jane Tilden als Valerie, Heinrich Schweiger als Oskar, Karl Paryla als Zauberkönig, Gertraud Jesserer als Marianne, Fred Liewehr als Rittmeister u. a.). Schenk war auch für die Akademietheater-Inszenierung von Tschechows Drei Schwestern im Juni 1976 verantwortlich (Bühnenbild: Rolf Glittenberg, Kostüme: Silvia Strahammer). Claus Peymann gestaltete im Mai 1974 die Uraufführung – die erste dieses Autors am Burgtheater – von Thomas Bernhards Die Jagdgesellschaft (Bühnenbild und Kostüme: Karl-Ernst Herrmann; mit Holzmeister, Bissmeier, Werner Hinz u. a.). Giorgio Strehler inszenierte im November 1974 Carlo Goldonis Trilogie der Sommerfrische (Bühnenbild und Kostüme: Ezio Frigerio, Kostümmitarbeit: Franca Squarciapino; mit Michael Heltau, Susi Nicoletti u. a.) sowie im November 1975 Das Spiel der Mächtigen nach Shakespeares Königsdramen (Bühnenbild und Kostüme: Paolo Bregni; mit Heltau, Andrea Jonasson, Rolf Boysen u. a.). Roberto Guicciardini und Otomar Krejca, der 1976 die bislang letzte Burg-Inszenierung von Goethes Faust mit Rolf Boysen in der Titelrolle und Heinz Reincke als Mephistopheles herausbrachte.
- Achim Benning (von 1976 bis 1986); brachte Uraufführungen von Autoren wie Václav Havel, Martin Walser und Klaus Pohl; es kamen neue Regisseure wie Dieter Dorn, Peter Wood, Adolf Dresen, Benno Besson, Erwin Axer, Thomas Langhoff, Armand Gatti, Jérôme Savary, Dieter Berner, Johannes Schaaf, Peter Palitzsch oder Angelika Hurwicz sowie Horst Zankl und Hans Hollmann; die österreichischen Regisseure Zankl und Hollmann sorgten für zunächst umstrittene Neubewertungen der Stücke von Ferdinand Raimund und Johann Nestroy; zahlreiche Inszenierungen verschiedener Regisseure galten den Arbeiten von Anton Tschechow und Arthur Schnitzler.
- Claus Peymann (von 1986 bis 1999); konnte mit zahlreichen Uraufführungen von Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, Peter Handke, Peter Turrini und George Tabori den Ruf des Theaters als eine der großen Sprechbühnen Europas festigen. In seiner Ära wirkten Regisseure wie Einar Schleef, Peter Zadek, Ruth Berghaus, Mathias Langhoff, Manfred Karge, Alfred Kirchner, Michael Haneke, Cesare Lievi, Achim Freyer, Dieter Giesing, Niels-Peter Rudolph sowie Tabori und noch einmal der Burg-Rückkehrer Strehler (Die Riesen vom Berge von Luigi Pirandello mit Andrea Jonasson und Michael Heltau; Bühnenbild: Frigerio, Kostüme: Franca Squarciapino; 1994). Allerdings mieden es in der Peymann-Zeit viele Schauspieler die Bühne des Hauses zu betreten.
- Klaus Bachler (seit 1999); zu seinem Konzept gehört es, ein vielfältiges Programm anzubieten, in dem von Nestroy über Klassiker bis zur Performancekunst alles Platz hat. Bei seinem Amtsantritt wurden auch äußerliche Änderungen am Haus eingeführt, das aktuelle Programm wird z. B. nicht mehr oben auf der Fassade, sondern neben dem Haus auf einer roten Tafel bekannt gegeben. Die Programmhefte wurden individuell gestaltet, im Gegensatz zu den älteren Programmheften, die immer einheitlich beigefarbig waren. Er hat im Mai 2005 erklärt, seinen Vertrag nicht über 2009 hinaus zu verlängern, wobei er ab 2008 auch als Intendant der Bayerischen Staatsoper in München amtieren will, somit ein Jahr lang parallel beide Posten zu besetzen beabsichtigt.
2006 erfolgte eine Ausschreibung zur Findung des nächsten Burg-Direktors ab der Saison 2009/2010. Ab 2009 wird Matthias Hartmann, der derzeitige Direktor des Schauspielhauses Zürich das Burgtheater leiten.
Schauspieler am Burgtheater
Derzeitige Ensemblemitglieder
Zu den bekanntesten Schauspielern der etwa 120 Mitglieder des Ensembles gehören:
Sven-Eric Bechtolf,
Patrick O. Beck,
Anne Bennent,
Gerd Böckmann,
Klaus Maria Brandauer,
Andrea Clausen,
Kirsten Dene,
Annemarie Düringer,
Regina Fritsch,
Bruno Ganz,
Karlheinz Hackl,
Sylvia Haider,
Dorothee Hartinger,
Sabine Haupt,
Urs Hefti,
Michael Heltau,
Markus Hering,
Daniel Jesch,
Gertraud Jesserer,
Andrea Jonasson,
Corinna Kirchhoff,
Ignaz Kirchner,
Roland Koch,
Johannes Krisch,
Jutta Lampe,
Susanne Lothar,
Michael Maertens,
Peter Matic,
Tamara Metelka,
Markus Meyer,
Robert Meyer,
Petra Morzé,
Cornelius Obonya,
Johann Adam Oest,
Nicholas Ofczarek,
Elisabeth Orth,
Caroline Peters,
Denis Petkovic,
Christiane von Poelnitz,
Klaus Pohl,
Branko Samarovski,
Udo Samel,
Martin Schwab,
Libgart Schwarz,
Heinrich Schweiger,
Peter Simonischek,
Johannes Terne,
Ulrich Tukur,
Gert Voss,
Johanna Wokalek,
Werner Wölbern,
Gusti Wolf,
Heinz Zuber.
Ehemalige Ensemblemitglieder
Berühmte ehemalige Ensemblemitglieder: Wolf Albach-Retty,
Rosa Albach-Retty,
Raoul Aslan,
Ewald Balser,
Joachim Bissmeier,
Hedwig Bleibtreu,
Marcus Bluhm,
Uwe Bohm,
Markus Boysen,
Rolf Boysen,
Marion Breckwoldt,
Traugott Buhre,
Horst Caspar,
Bruno Dallansky,
Theodor Danegger,
Max Devrient,
Birgit Doll,
Käthe Dorsch,
Margarethe Dux,
Maria Eis,
Christine Enghaus,
Richard Eybner,
O. W. Fischer,
Peter Fitz,
Ludwig Gabillon,
Zerline Gabillon,
Wolfgang Gasser,
Alexander Girardi,
Boy Gobert,
Käthe Gold,
Carla Hagen,
Amalie Haizinger,
Heidemarie Hatheyer,
Jürgen Hentsch,
Thomas Holtzmann,
Judith Holzmeister,
Attila Hörbiger,
Paul Hörbiger,
Gusti Huber,
Wolfgang Hübsch,
Curd Jürgens,
Josef Kainz,
Ida Krottendorf,
Josef Lewinsky,
Pavel Landovsky,
Hugo Lindinger,
Robert Lindner,
Theo Lingen,
Ferdinand Maierhofer,
Leslie Malton,
Paulus Manker,
Johanna Matz,
Josef Meinrad,
Birgit Minichmayr ,
Heinz Moog,
Hans Moser,
Ulrich Mühe,
Fritz Muliar,
Alfred Neugebauer,
Dorothea Neff,
Susi Nicoletti,
Hanns Obonya,
Max Ophüls,
Erika Pluhar,
Will Quadflieg,
Charles Régnier,
Heinz Reincke,
Ulrich Reinthaller,
Walther Reyer,
Heinz Rühmann,
Adele Sandrock,
Fritz Schediwy,
Joseph Schreyvogel,
Albin Skoda,
Adolf von Sonnenthal,
Lena Stolze,
Curth Anatol Tichy,
Jane Tilden,
Hans Thimig,
Helene Thimig,
Hermann Thimig,
Hugo Thimig,
Martha Wallner,
Peter Weck,
Oskar Werner,
Paula Wessely,
Charlotte Wolter,
Klausjürgen Wussow,
Eleonore Zetzsche
Gastschauspieler
Als Gäste für einzelne Rollen kamen u. a.
Meriam Abbas,
Barbara Auer,
Bibiana Beglau,
Senta Berger,
Josef Bierbichler,
Hans-Christian Blech,
Pinkas Braun,
Margit Carstensen,
Ingrid Caven,
August Diehl,
Karoline Eichhorn,
Veronika Fitz,
Cornelia Froboess,
Olivia Grigolli,
Matthias Habich,
Corinna Harfouch,
O. E. Hasse,
Hannelore Hoger,
Marianne Hoppe,
Christine Kaufmann,
Klaus Kinski,
Jutta Lampe,
Hermann Lause,
Helmuth Lohner,
Susanne Lothar,
Eva Mattes,
Sunnyi Melles,
Kurt Meisel,
Karl Merkatz,
Bernhard Minetti,
Tobias Moretti,
Hans Michael Rehberg,
Martin Reinke,
Hans Christian Rudolph,
Ilse Ritter,
Sophie Rois,
Otto Sander,
Maximilian Schell,
Otto Schenk,
Christoph Schlingensief,
Walter Schmidinger,
Robert Stadlober,
Tilda Swinton,
Susanne Tremper,
Ulrich Tukur,
Angela Winkler,
Ulrich Wildgruber,
Gisela Uhlen,
Hans Dieter Zeidler
Ehrenmitglieder sind u. a. Annemarie Düringer, Wolfgang Gasser, Heinrich Schweiger, Prof. Gusti Wolf, Michael Heltau.
Regisseure am Burgtheater
- Direktion Röbbeling: Josef Gielen, Ernst Lothar, Otto Preminger, Herbert Waniek
- Direktion Gielen: Axel von Ambesser, Raoul Aslan, Ewald Balser, Ulrich Bettac, Walter Davy, Leon Epp, Walter Felsenstein, Josef Gielen, Joseph Glücksmann, Curd Jürgens, Leopold Lindtberg, Theo Lingen, Ernst Lothar, Charles Regnier, Adolf Rott, Oscar Fritz Schuh, Hans Thimig, Berthold Viertel, Eduard Volters, Herbert Waniek, Oskar Wälterlin, Philipp Zeska
- Direktion Rott: Josef Gielen, Adolf Rott
- Direktion Haeusserman: Fritz Kortner, Gustav Rudolf Sellner, Rudolf Steinboeck
- Direktion Klingenberg: Peter Arens, Erich Auer, Erwin Axer, Jean-Louis Barrault, Achim Benning, Edward Bond, Pinkas Braun, Kazimierz Dejmek, Dieter Dorn, Jaroslav Dudek, Bruno Felix, Walter Felsenstein, Karl Fruchtmann, Wolfgang Glück, Roberto Guicciardini, Peter Hall, Dietrich Haugk, Gerd Heinz, Gerhard F. Hering, Michael Kehlmann, Gerhard Klingenberg, Otomar Krejca, Wolfgang Liebeneiner, Leopold Lindtberg, Peter Lotschak, Conny Hannes Meyer, Mario Missiroli, Claus Peymann, Jean-Pierre Ponnelle, Adolf Rott, Jean-Paul Roussillon, Luca Ronconi, Otto Schenk, Hans Schweikart, Rudolf Steinboeck, Giorgio Strehler, Konrad Swinarski, Otto Tausig, Ernst Wendt, Rudolf Wessely, Herbert Wochinz, Peter Wood, Fritz Zecha
- Direktion Benning: Erwin Axer, Achim Benning, Dieter Berner, Benno Besson, Adolf Dresen, Karl Fruchtmann, Armand Gatti, Dieter Giesing, Terry Hands, Hans Hollmann, Angelika Hurwicz, Gerhard Klingenberg, Thomas Langhoff, Leopold Lindtberg, Juri Ljubimow, Jonathan Miller, Jerome Savary, Johannes Schaaf, Otto Schenk, Peter Wood, Horst Zankl
- Direktion Peymann: Einar Schleef, Ruth Berghaus, Luc Bondy, Dieter Giesing, Michael Haneke, Matthias Hartmann, Leander Haußmann, Karin Henkel, Uwe Jens Jensen, Alfred Kirchner, Konstanze Lauterbach, Cesare Lievi, Paulus Manker, Wilfried Minks, Claus Peymann, Niels-Peter Rudolph, Giorgio Strehler, Peter Zadek
- Direktion Bachler: Tamás Ascher, Stefan Bachmann, Igor Bauersima, Karin Beier, Andrea Breth, Barbara Frey, Klaus Michael Grüber, Sebastian Hartmann, Niklaus Helbling, Friederike Heller, Grzegorz Jarzyna, Stephan Kimmig, Martin Kušej, Thomas Langhoff, Carolin Pienkos, Christiane Pohle, Silviu Purcarete, Árpád Schilling, Christoph Schlingensief, Nicolas Stemann, Peter Zadek
Literatur
- Helene Bettelheim-Gabillon: Im Zeichen des alten Burgtheaters. Wiener Literarische Anstalt, Wien u. a. 1921
- Heinz Kindermann: Das Burgtheater. Erbe und Sendung eines Nationaltheaters. Luser, Wien und Leipzig 1939
- Ernst Hauessermann: Das Wiener Burgtheater. Molden, Wien u. a. 1975, ISBN 3-217-00517-1
- Minna von Alth und Gertrude Obzyna: Burgtheater 1776–1976. Aufführungen und Besetzungen von 200 Jahren. 2 Bände. Ueberreuter, Wien 1979
- Elisabeth Großegger: Das Burgtheater und sein Publikum. 2 Bände. Verlag der ÖAW, Wien 1989, ISBN 3-7001-1616-0
- Hermann Beil (Hrsg.): Weltkomödie Österreich. 13 Jahre Burgtheater. 1986–1999. 3 Bände. Zsolnay, Wien 1999, ISBN 3-552-04946-0
- Franz Severin Berger, Christiane Holler: Das Burgtheater. Ein Führer um und durch das Haus am Ring. LinkDachs-Verlag, Wien 2000, ISBN 3-85191-236-5
- Klaus Dermutz: Das Burgtheater 1955–2005, mit einem Essay von Klaus Bachler. Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien 2005, ISBN 3-552-06022-7
- Claudia Kaufmann-Freßner: Das Burgtheater. Architektur, Geschichte und Geschichten. FOLIO VerlagsgesmbH, Wien 2005, ISBN 3-852-56328-3
Weblinks
Theater (Wien) | Historistisches Bauwerk
Burgtheater | ბურგთეატრი | Burgtheater