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WienerBörse01.jpg Die Wiener Börse AG entstand in ihrer heutigen Form 1997 durch die Übernahme des operativen Geschäfts der Wiener Börsenkammer durch die ÖTOB (Österreichische Termin- und Optionenbörse). Seit dieser Verschmelzung zur neuen Wiener Börse AG sind Kassa- und Terminmarkt in einer Gesellschaft vereint.

Geschichte


Die Wiener Wertpapierbörse, eine der ältesten Börsen der Welt, nahm 1. September 1771 aufgrund des Börsepatents von Kaiserin Maria Theresia den Handel auf. Zunächst wurden nur Anleihen, Wechsel und Devisen gehandelt, der Aktienhandel wurde erst 1818 mit Namensaktien der Nationalbank aufgenommen. 1860 übersiedelte die Börse gemeinsam mit der Nationalbank in die Herrengasse 14, ins Palais Ferstel.

Hemmungslose Spekulationen in Erwartung der Wiener Weltausstellung lösten am 8. Mai 1873 einen Börsenkrach aus, der eine schwere Rezession zur Folge hatte. Dies führte zum Börsegesetz vom 1. April 1875 in dem ein Börsekommissar zur Überwachung des Handels festgelegt wurde. Nach wiederholtem Ortswechsel bezog die Wiener Börse das von Theophil von Hansen 1874-77 erbaute Gebäude am Ring.

Gegenwart


1997 kam es zur Gründung der Bundeswertpapieraufsicht (heute Finanzmarktaufsicht) als unabhängige Behörde, weiters wurde der Kassamarkt in die Terminbörse (ÖTOB) eingebracht und die so entstandene Gesellschaft in Wiener Börse AG umbenannt. Gleichzeitig wurde der Parketthandel eingestellt. In Folge wurde die Wiener Börsekammer aufgelöst. Die neue Gesellschaft firmierte zuerst in der Strauchgasse, seit dem Jahr 2000 in der Wallnerstrasse. Seit 1999 ist die Wiener Börse vollprivatisiert und im Besitz von mehr als 60 Teilhabern, die meisten davon sind Banken bzw. in Wien notierte Unternehmen.

Das Clearing und die Wertpapierabwicklung für die Wiener Börse wird von der Österreichischen Kontrollbank (ÖKB) durchgeführt, die ihrerseits 5.8 % an der Börse hält.

Nachdem die ÖTOB bereits ab 1991 ein vollelektronisches Handelssystem besaß, wurde im Jahr 1999 der Kassamarkt auf das XETRA-System der Deutschen Börse umgestellt und das erst 1996 eingeführte EQOS-System abgelöst.

Die Wiener Börse hält eine 30% Beteiligung an der neuen österreichischen Energiebörse EXAA ("Energy Exchange Austria"). Handelsstart an der EXAA war am 21. März 2002, gehandelt werden Energieprodukte, derzeit ausschließlich Strom.

Im Sommer 2004 wurde ein Mehrheitsanteil (ca. 68 %) an der Budapester Börse (BÉT) durch ein österreichisches Konsortium erworben. Die Wiener Börse selbst hält dabei 14 % an der Budapest Stock Exchange, eine weitergehende Zusammenarbeit wird angestrebt.

Im April 2005 kam es zum bisher größten IPO in Wien, die Emission von Aktien der Raiffeisen International mit einem Volumen von 1,1 Milliarden Euro.

Am Freitag, 17. Juni 2005 konnte der ATX erstmals über der "magischen" 3000 Punkte Marke bei 3020,66 schließen.

Den nächsten "magischen" Indexwert von 4000 Punkten schaffte der ATX am 30. Jänner 2006 mit dem Schlusskurs von 4002.64 Punkten.

größte Börsegänge


  1. 2005: Raiffeisen International, 1.113,8 Mio. €
  2. 2000: Telekom Austria, 1.008 Mio. €
  3. 2003: Bank Austria Creditanstalt, 957,9 Mio. €
  4. 1997: Austria Tabak, 399,6 Mio. €
  5. 2000: Head, 270,6 Mio. €

größte Kapitalerhöhungen

  1. 2006: Immoeast, 2.752 Mio. € (51% davon zeichnete die Mutter Immofinanz um ihren Anteil zu halten)
  2. 2006: Erste Bank, 2.653 Mio. €
  3. 2006: Immofinanz, ca. 923 Mio. €
  4. 2005: Wiener Städtische, 913,5 Mio. €
  5. 2004: OMV, 657 Mio. €
  6. 2002: Erste Bank, 641,9 Mio. €
  7. 2005: Immoeast, 613,7 Mio. €

Ausblick


Die Wiener Börse zeichnete sich in den letzten Jahren, besonders seit 2003, durch eine hervorragende Performance aus. Diese ist einerseits durch die jahrelange Unterbewertung und die gegenwärtige Ostphantasie zu erklären. Andererseits stellt sich die Frage, wieweit - auf die nächsten Jahrzehnte gesehen - kleine regionale bzw. nationale Börsen lebensfähig sind (bzw. bleiben). Dazu kommt, dass im internationalen Vergleich die Marktkapitalisierung relativ gering ist, die größten Unternehmen erreichen international gesehen nur die Ebene von Mid-Caps. Andererseits hätte Wien den Vorteil, durch das jahrelange Know-How im Bereich der Ost-Indices attraktive Produkte anbieten zu können, es stellt sich somit die Frage nach der strategischen Ausrichtung durch das Management und inwieweit Versuchen politischer Einflussnahmen begegnet werden kann.

Indices


Die Wiener Börse berechnet und verteilt eine Reihe von Indices, darunter auch auch mehrere Osteuropa-Indices (CEE) welche unter dem Namen "CECE Indices" bekannt sind.

Der wichtigste, von der Wiener Börse berechnete Index ist der Fliesshandelsindex ATX, der die (derzeit 22) liquidesten Wiener Werte umfasst.

CEE-Aktienindizes gibt es für Tschechien (CTX – Czech Traded Index), Ungarn (HTX – Hungarian Traded Index) und Polen (PTX – Polish Traded Index), sowie als Index für die gesamte Region (CECE Composite Index). Weiters bedeutsam ist der RTX – Russian Traded Index für russische Aktien. Der NTX New Europe Blue Chip Index ist ein neues Produkt.

Im Vorzug vor den größten Europäischen Börsen (Deutsche Börse, London, Zürich), erhielt die Wiener Börse den Auftrag (und die notwendigen Daten) in Europa den CNX realtime (02:30 bis 08:00 Uhr) zu berechnen und zu publizieren: CHINA TRADED INDEX® - CNX® Der China Traded Index (CNX) setzt sich aus den liquidesten Aktien aus der Kategorie der "A Shares", die an der Börse Shanghai gehandelt werden, zusammen. Der CNX ist ein kapitalisierungsgewichteter Preisindex. Dividendenzahlungen werden nicht berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt real-time in EUR, USD und Renminbi Yuan (RMB).

Weblinks


Literatur


  • Die Geschichte der Wiener Börse. Ein Viertel Jahrtausend Wertpapierhandel; Autor: Dr. Johann Schmit ISBN: 3-9500956-3-2

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Wiener Börse

 

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