Der Wiener AF (ausgeschrieben Wiener Associationfootball-Club) war ein Fußballverein aus Wien in Österreich und existierte von 1910 bis 2004.
Gründungsgeschichte
Gegründet wurde der Fußballclub im September 1910 als fast die gesamte erste Mannschaft des
Wiener AC aus ihrem Klub austrat und mit dem "Wiener Associationfootball-Club" einen neuen Verein ins Leben rief. Die ehemaligen Spieler des Wiener AC wählten diesen Namen mit Bedacht aus, sollte doch die Abkürzung des neugegründeten Vereins in Konkurrenz zum alten Stammklub wieder WA
C ergeben. Die Journalisten und Anhänger des Klubs gliederten den Vereinsnamen jedoch in "Wiener Association Footballclub", woraus die später üblich gewordene Bezeichnung WA
F hervorging. Die Vereinsfarben des Vereins wurden mit
Blau und
Gelb festgelegt. Der WAF wurde am 21. September 1910 in die 1. Wiener Klasse aufgenommen und war damit in der Folgesaison
1911/12 eines der Gründungsmitglieder der ersten offiziellen Wiener (österreichischen) Fußballmeisterschaft.
Erfolge
Die größten Erfolge feierte der Wiener AF mit dem Gewinn der
Fußballmeisterschaft von 1914, als man den Meisterschaftsfavoriten
SK Rapid Wien bei Punktgleichheit nur aufgrund des besseren Torverhältnisses von der Tabellenspitze verdrängte. Ebenfalls Meilensteine in der Geschichte des Vereins waren die Vizemeistertitel von
1913 und
1915. Nach diesen drei so erfolgreichen Jahren musste der Wiener AF bis 1923 auf den nächsten Titel warten. Diesen holte er sich mit dem
Pokalsieg am 2. Juli
1922, wo im Finale auf der Hohen Warte der
Wiener Amateur-SV (später FK Austria Wien) durch Tore von Fischera und Klein mit 2:1 besiegt wurde.
Die Jahre in der 2. Liga
Der WAF hielt sich insgesamt bis
1924, also 13 Saisonen lang, in der 1. Wiener Klasse, der damals höchten österreichischen Fußballliga. Nach dem Abstieg in die 2. Klasse wurde der sofortige Wiederaufstieg in der Saison 1924/25 nur um drei Punkte versäumt. Auch in der Folgesaison spielte der WAF nur den dritten Rang heraus und fusionierte deshalb 1927 mit dem
SC International Wien zum
IAF Wien. Der neugegründete Verein ließ es aber an Spielstärke vermissen und so kam es bereits ein Jahr darauf, 1928 zu einer Spielgemeinschaft mit
SC Libertas Wien unter dem Namen
IAF-Libertas Wien. Die Spielgemeinschaft erreichte nur den enttäuschendenen 11. Rang und die Verantwortlichen lösten diese nach der Saison 1927/28 wieder auf.
Zwischen Unterliga und Wiener Liga
Mit dieser Auflösung wurde der WAF unter seinem Namen wiedergegründet und stieg in einer unteren Spielklasse wieder als eigener Verein ins Meisterschaftsgeschehen ein. Trotz seiner großartigen Vergangenheit gelang es dem Wiener AF nie mehr bis in die höchste Spielklasse aufzusteigen. Erst mit dem Meistertitel der Wiener Unterliga B in der Saison 1974/75 schnupperte der Verein wieder Luft in den oberen Ligen. Von 1975/76 bis 1992/93 hielt sich der WAF in der Wiener Liga, die damals zeitweise die dritte bzw. vierte Leistungsstufe im österreichischen Fußball darstellte. Nach dem Abstieg 1992/93 schaffte der Verein 1993/94 den sofortigen Wiederaufstieg, stieg als 16. in der Saison 1994/95 jedoch umgehend wieder in die Wiener Oberliga B ab. Dort verblieb der Wiener AF bis zu seiner Auflösung im Jahr 2004.
Die wechselvolle Namensgeschichte
In den Jahren zwischen 1973 und 2004 trat der WAF unter verschiedenen Namen in Erscheinung.
1973 kam es zu einer Fusion mit dem unterklassigen Klub Leopoldstadt und zum Namenswechsel in
WAF KL Leopoldstadt (Wien). Von 1977 bis 1981 gab es eine Spielgemeinschaft mit dem Verein Neuchrist unter dem Namen
WAFKL/Neuchrist Wien. Nach Lösung der Spielgemeinschaft trat der Verein von 1981 bis 1983 als
WAF Leopoldstadt an. Von 1984 bis 1993 spielte der WAF unter den Namen
FKL Wimmer Wien und
WAFKL Wimmer Wien in der Wiener Liga. 1994 kehrte man schließlich zum Vereinsamen
WAF Leopoldstadt (Wien) zurück, spielte jedoch auch als
WAF Procar in der Meisterschaft. Die letzten beiden Saisonen 2002-2004 spielte der Verein wieder unter der Bezeichnung WAF in der Wiener Oberliga B (5. Spielstufe), bevor sich der Verein am Ende der Saison 2003/04 aus der Meisterschaft zurückzog und den Spielbetrieb einstellte.
Bekannte Spieler
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