Wien_Westbhf_Europaplatz.JPG Der Westbahnhof in Wien bildet als Kopfbahnhof den östlichen Endpunkt der österreichischen Westbahn.
An das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs ist der Westbahnhof durch die U-Bahnlinien U3, die südostlich ins Stadtzentrum und weiter bis Simmering und nordwestlich bis Ottakring (16. Bezirk) führt, und U6, die - zum Teil entlang des Gürtels - eine halbkreisförmige Verbindung der nördlichen, westlichen und südwestlichen Gebiete von Floridsdorf (21. Bezirk) bis Siebenhirten (23. Bezirk: Liesing) bildet, angeschlossen. Am Europaplatz vor dem Bahnhof treffen weiters sechs Straßenbahnlinien zusammen, von denen allerdings keine ins Stadtzentrum führt. Daneben ist Westbahnhof Ausgangspunkt von Autobuslinien zum Flughafen Wien-Schwechat und nach Baden bei Wien.
Gleichzeitig ist der Westbahnhof Ausgangspunkt der regionalen Bahnlinien in den Westen von Wien, die in den Verkehrsverbund Ostregion eingebunden sind und teilweise zur Wiener S-Bahn gehören.
Mit der Errichtung des derzeit geplanten Wiener Zentralbahnhofs wird der Westbahnhof an Bedeutung verlieren, da internationale Fernzüge, vor allem solche, die nach Osteuropa weiterführen, dann durch einen Verbindungstunnel unter dem Lainzer Tiergarten, der bereits in Bau ist, direkt zum Zentralbahnhof geleitet werden sollen. Für diese Zeit wird mit einer Verkleinerung des Westbahnhofs gerechnet und es werden bereits Konzepte für die Verwertung der frei werdenden Flächen gesammelt.
Die Bahnhofshalle war 104 m lang und ursprünglich 27,2 m breit. Sie wurde durch ein eisernes Zeltdach mit Trägern gedeckt und bot Platz für vier Gleise. Ausgeprägte Zungenbahnsteige waren zunächst nicht vorhanden. Die Ausfahrt aus der Halle war von zwei Türmen flankiert. Im Osten schloss ein zweistöckiges Verwaltungsgebäude die Gleisanlage gegen den Gürtel hin ab.
Die Seitentrakte nahmen die Einrichtungen für Ab- und Anreise auf. Die nach Süden gelegene Abfahrtsseite bestand aus einem repräsentativen Portal mit Freitreppe und drei großen, von Säulen getragenen Bögen, die von Statuen gekrönt waren; Verbindungstrakte rechts und links davon stellten eine Verbindung zu je zwei zweistöckigen Bürogebäuden her. Durch das Portal erreichte man die Kassenhalle und den Bahnsteig für die Abfahrt. Auf leicht erhöhtem Terrain gelegen, bot die Abfahrtsseit von Südosten her die eindrucksvollste Ansicht des Bahnhofs. An der im Norden gelegenen Ankunftsseite wiederholte sich diese Gliederung; bedingt durch das Gelände entfiel hier aber der Gebäudesockel und das Portal war weniger hoch ausgeführt, dafür boten Arkaden Passagieren, die auf Fiaker oder Fuhrwerke warteten, Schutz vor der Witterung.
Um dem gestiegenen Fahrgastaufkommen Rechnung zu tragen, wurden bei einem von 1910 bis 1912 vorgenommenen Umbau die beiden Türme, die die Ausfahrt flankierten, entfernt, die Dachkonstruktion geändert und Platz für ein fünftes Gleis geschaffen. Zusätzlich wurden im Vorfeld der Hallengleise weitere überdachte Bahnsteige und Abfahrtsgleise angelegt.
Im April 1945 wurde der Bahnhof im Zuge der Kampfhandlungen am Ende des 2. Weltkriegs von Bomben getroffen und brannte aus; das Dach der Halle stürzte ein. Nach Kriegsende wurden die Gebäude zunächst notdürftig für den Bahnbetrieb adaptiert, man entschloss sich jedoch zu einem völligen Neubau, sodass der Bahnhof ab 1949 abgerissen wurde.
An den alten Bahnhof erinnert noch eine Statue der ursprünglichen Namensgeberin der Bahn Kaiserin Elisabeth, die sich früher an der Fassade des Bahnhofs befand und jetzt in der unteren Halle des neuen Westbahnhofs aufgestellt ist.
Im Zuge der Errichtung der U-Bahnlinie U3 entstand um 1993 im südlichen Bereich der Halle eine große Stahl-Glas-Konstruktion, in der in mehreren Ebenen Teile des Bahnhofsrestaurants und ein Café untergebracht sind. Von der unteren Ebene der Halle ist das unterirdische Verbindungsgeschoß zu den U-Bahn-Stationen erreichbar.
In beiden Ebenen der Bahnhofshalle sind verschiedene Geschäfte zur Versorgung der Reisenden (Supermarkt, Tabak- und Zeitschriftenläden, Internetcafé, Postamt, Kopiergeschäft, Imbissstuben, Blumenladen, Frisör etc.) angeordnet. Die ursprünglich vorhandene Polizeiinspektion wurde am 26. April 2006 behördlich gesperrt, da eine weitere Nutzung in Folge von Ungezieferbefall für die Beamten nicht zumutbar war. Eine Renovierung wurde seitens des Innenministeriums vorerst ausgeschlossen, und wird möglicherweise im Zuge einer Neugestaltung des gesamten Bahnhofes durchgeführt.
An der zum Gürtel (Europaplatz) hin gelegenen Außenseite bietet ein Vordach Schutz vor schlechtem Wetter beim Aus- und Einsteigen in Autos und Taxis. Die am Europlatz aufgestellten stählernen Flaggenmasten sind nicht benutzbar, da in Folge eines Konstruktionsfehlers sich dort gehisste Flaggen durch Luftverwirbelungen unweigerlich um die Masten wickeln würden.
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