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Wiedergeboren sein bedeutet im Christentum, dass jemand durch das Wirken Gottes eine grundlegende geistliche Erneuerung erlebt hat. (Dies sollte nicht verwechselt werden mit der Lehre von der Reinkarnation.)

Wiedergeburt in der christlichen Glaubenslehre


Die meisten christlichen Konfessionen lehren, dass ein Mensch wiedergeboren sein muss, um ein Christ zu sein, und dass jeder wirkliche Christ auch wiedergeboren ist. Dies geht aus Joh 3,3-5 hervor, wo Jesus im Gespräch mit Nikodemus erklärt:

Nach katholischer Lehre geschieht die Wiedergeburt durch die Taufe, wenngleich der Ausdruck unter Katholiken nicht oft benutzt wird; dies lehren auch die Orthodoxen Kirchen und andere Kirchen des Ostens, sowie Anglikaner, Lutheraner und andere christliche Traditionen.

Hauptsächlich wird der Begriff allerdings bei Evangelikalen und Pfingstlern verwendet, wo man oft eine intensive Erfahrung der Bekehrung, Erlösung und der persönlichen Begegnung mit Gottes Kraft damit verbindet. Viele, die sich in diesem Sinne als wiedergeborene Christen verstehen, halten diejenigen ohne solche Erfahrung für keine wirklichen Christen.

Die Idee des Wiedergeborenseins entspricht der Auffassung, dass ein Christ eine neue Schöpfung ist, der von Gott einen neuen Anfang ermöglicht bekommt, los von der sündigen Vergangenheit und, mit Christus durch den Heiligen Geist verbunden, zu einem neuen Leben befähigt. So schreibt Paulus in 2 Kor 5,17:

John Wesley und die frühen Methodisten bezeichneten diese Erfahrung als die Neue Geburt.

Weitere Bibelstellen, aus denen sich die Lehre der Wiedergeburt bezieht, sind: Tit 3,5 - Jak 1,18 - 1 Petr 1,23 - Hes 36,26.

Wiedergeborene Christen als Phänomen des 20. Jahrhunderts


Seit den späten 1960er Jahren wurde der Begriff wiedergeboren mit den evangelischen Erweckungsbewegungen in Verbindung gebracht, zunächst in den USA und dann weltweit. Möglicherweise von den Jesus People und der christlichen Gegenkultur ausgehend, wurde wiedergeboren sein zunehmend als intensive Bekehrungserfahrung verstanden und immer häufiger als Bezeichnung für strenggläubige Christen verwendet.

Um die Mitte der 1970er Jahre nahm man wiedergeborene Christen in den amerikanischen Medien als Teil einer Bewegung wahr. Das 1976 erschienene Buch des Watergate-Mitverschwörers Charles Colson mit dem Titel Wiedergeboren, in dem er die Erfahrung seines Scheiterns und seinen Weg zum Glauben beschreibt, trug dazu bei, das Wiedergeborensein zu einem gängigen Begriff im amerikanischen Denken zu machen.

(Bibelzitate aus der Lutherbibel 1912.)

Bis auf die Bibelzitate gibt es kaum Quellenangaben.

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