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Die Wiechert-Gutenberg-Diskontinuität ist eine heute nur noch selten gebräuchliche Bezeichnung für die Kern-Mantel-Grenze. Sie befindet sich global in einer Tiefe von etwa 2891 km. Dieser Übergang vom Erdmantel in den äußeren Erdkern ist gekennzeichnet von einer starken Änderung der seismischen Geschwindigkeiten, und kann daher in einem Seismogramm identifiziert werden.

Die seismische Grenzschicht wurde benannt nach Emil Wiechert und Beno Gutenberg, zwei der bedeutendensten deutschen Seismologen und Geophysikern. Wiechert schloss bereits Ende des 19. Jahrhunderts aus den Dimensionen der Erde, ihrer Gravitation und der Gravitationswirkung der Krustengesteine auf die Existenz eines Eisenkerns. Dessen Radius wurde im Jahre 1913 von Gutenberg aus seismologischen Messungen bestimmt. Seine Berechnung gilt bis heute als exakt.

Die Grenzschicht zwischen dem Erdmantel und dem äußeren Erdkern ist von allen Diskontinuitäten der Erde (siehe Überblick) am stärksten ausgeprägt. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der P-Welle nimmt hier abrupt von fast 14 km/s auf etwa 8 km/s ab, S-Wellen breiten sich im äußeren Erdkern hingegen gar nicht aus. Daraus folgt die Annahme, dass der äußere Kern flüssig sein muss.

Oberhalb der Wiechert-Gutenberg-Diskontinutität befindet sich die erst viel später entdeckte D"-Schicht, die per Definition bereits zum unteren Teil des Erdmantels zählt. Diese Übergangszone ist zwischen 200 und 300 km mächtig und zeichnet sich durch einen starken Temperaturgradienten aus.

Geophysik | Erde

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