| Wissenschaftlicher Name
|
| Potos flavus
|
| (Schreber, 1774)
|
Der
Wickelbär, manchmal auch
Honigbär genannt, (
Potos flavus) ist eine in
Mittel- und
Südamerika lebende
Art der
Kleinbären (Procyonidae). Von allen anderen Kleinbären unterscheidet er sich durch einen langen, greiffähigen Schwanz.
Merkmale
Ein Wickelbär erreicht eine Kopfrumpflänge von rund 41 bis 76 Zentimeter, wozu noch 39 bis 57 Zentimeter Schwanz kommen, und ein Gewicht von 1,4 bis 4,6 Kilogramm, wobei die Männchen größer als die Weibchen werden. Sein kurzes, wolliges Fell ist an der Oberseite rötlichbraun gefärbt, die Unterseite ist heller, gelblich oder hellbraun. Sein Kopf ist rundlich und trägt kurze Ohren und relativ große Augen. Charakteristisch ist die schmale, weit herausstreckbare Zunge. Die Beine sind recht kurz und tragen am Ende gekrümmte Krallen.
Verbreitungsgebiet und Lebensraum
Wickelbären sind Bewohner
tropischer Regenwälder zwischen dem äußersten Süden
Mexikos und dem Süden
Brasiliens. Sie halten sich in der Wipfelregion der Bäume auf und steigen freiwillig nie auf den Boden herab. Da sie zusätzlich auch noch nachtaktiv sind, bekommt man sie so gut wie nie zu Gesicht.
Lebensweise
Mit ihrem Greifschwanz erinnern Wickelbären eher an Affen als an
Bären. Tatsächlich nehmen sie im
amazonischen Regenwald in etwa dieselbe
ökologische Nische ein wie bei Tage die
Kapuzineraffen. Tagsüber schlafen sie in Baumhöhlen, um in der Nacht auf Nahrungssuche zu gehen. Wenn sie über die Äste laufen, strecken sie den Schwanz gerade nach hinten aus, um die Balance zu halten. Wenn sie an Stämmen aufwärts oder abwärts klettern, wickeln sie den Schwanz zur Absicherung um die Zweige. Sie stellen sich dabei sehr geschickt an und hängen manchmal auch kopfüber von einem Ast, an dem sie sich mit Hinterbeinen und Greifschwanz festhalten. Anders als bei Affen wird der Schwanz aber nicht zum Festhalten von Gegenständen genutzt.
Wickelbären leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch und sind territoriale Tiere. Die Reviergröße beträgt bei Weibchen rund 16 Hektar und bei Männchen 27 bis 40 Hektar, es wird mit Duftdrüsensekret markiert. Während das Territorium eines Männchens das mehrerer Weibchen überlappen kann, zeigen Wickelbären gegenüber Geschlechtsgenossen ein ausgesprochen aggressives Verhalten.
Nahrung
Die Nahrung der Wickelbären ist hauptsächlich pflanzlich.
Mangos,
Feigen,
Avocados und
Guaven werden vor allem gefressen. Mit der schmalen Zunge leckt er aus Blüten den
Nektar und aus Bienennestern den
Honig. Außerdem ernährt sich der Wickelbär von
Insekten, aber zu einem sehr geringen Anteil.
Fortpflanzung
Nach einer rund 100- bis 120-tägigen Tragzeit bringt das Weibchen meist ein einzelnes Jungtier zur Welt, Zwillinge sind selten. Die Geschlechtsreife tritt mit rund 1,5 Jahren (bei Männchen) beziehungsweise 2,25 Jahren (Weibchen) ein. Das Höchstalter eines Tieres in menschlicher Obhut betrug 32 Jahre.
Wickelbären und Menschen
Wickelbären werden manchmal als Jungtiere gefangengenommen und gezähmt, wegen ihres Felles und ihres angeblich wohlschmeckendes Fleisches werden sie auch manchmal gejagt. Aufgrund ihres großen Verbreitungsgebietes gelten sie aber noch nicht als bedroht.
Literatur
- Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0801857899
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