| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wetzlarer_Wappen.jpg | Karte_wetzlar_in_deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Gießen |
| Landkreis: | Lahn-Dill-Kreis |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 148-401 m ü. NN |
| Fläche: | 75,67 km² |
| Einwohner: | 52.460 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 693 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 35521–35586 (alt: 6330) |
| Vorwahl: | 06441 |
| Kfz-Kennzeichen: | LDK (alt: L, WZ) |
| Gemeindeschlüssel: | 06 5 32 023 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Ernst-Leitz-Straße 30 35578 Wetzlar |
| Website: | www.wetzlar.de |
| Oberbürgermeister: | Wolfram Dette (FDP) |
Wetzlar liegt in meist hügeligem Terrain im Lahntal und erstreckt sich bis auf die Anhöhen beiderseits des Tals. Auf einem höhergelegenen Plateau im Zentrum steht der romanische Dom mit einem Hauptturm aus rotem Sandstein. Die historische Altstadt mit ihren behutsam restaurierten Fachwerkhäusern zieht sich mit Gassen und kleinen Plätzen terrassenförmig zur Lahn und zur alten Lahnbrücke hinab. Stellenweise ist noch eine gut erhaltene Stadtmauer zu sehen, deren Verlauf z.T. von breiten Grüngürteln und zahlreichen Parkanlagen gesäumt wird. Die historischen Stadtteile sind heute durch kleinteiligen Einzelhandel geprägt und weitgehend als Fußgängerzone ausgewiesen. Der neuere Teil Wetzlars, geprägt durch Anlagen des produzierenden Gewerbes, brachte auch im Wohnungsbau eine Reihe gutbürgerlicher Wohnhäuser und Villen hervor, vor allem während der Blütezeit Wetzlars als Leica-Stadt (Villen von Leitz, Kellner, Barnack) und als Buderus-Standort (Weiße Villa, u.a.), sowie eine Reihe für die damalige Zeit moderner Meisterhäuser und Arbeitersiedlungen.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die historische Altstadt, der Dom, die 750 Jahre alte Lahnbrücke, die Reichsburgruine Kalsmunt und eine Auswahl an bedeutenden Museen wie zum Beispiel das Lottehaus. Zu den interessantesten Kirchenbauten neben dem Dom zählen die Hospitalkirche, die Franziskanerkirche, die Michaeliskapelle und die Überreste der Theutbirg-Basilika.
Als kulturelle Höhepunkte sind zu nennen: die Wetzlarer Festspiele, die Stadthallen mit Theater, die Mittelhessen-Arena mit Konzerten, Sportveranstaltungen und Shows, die Phantastische Bibliothek oder die Phantastiktage. Der Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar ist ein Literaturpreis, der seit 1983 jährlich vergeben wird.
Wetzlar ist auch als Sportstadt mit vielen Sportstätten und -vereinen bekannt (darunter einige Bundesliga-Mannschaften). Panorama Wetzlar.jpg
Nachbarstädte Wetzlars sind Gießen (lahnaufwärts, von Zentrum zu Zentrum etwa 12 km), Koblenz 80 km lahnabwärts, Limburg an der Lahn 40 km westlich, Siegen 50 km nordwestlich, Dillenburg 30 km nördlich, Marburg 30 km nordöstlich sowie Frankfurt am Main 60 km südlich.
Wetzlar und Gießen sind die beiden Kerne des kleinen (etwa 200.000 Einwohner) mittelhessischen Ballungsgebiets, in den Tälern von Lahn (Osten und Westen) und Dill (Norden) grenzen dichtbebaute Nachbargemeinden an, deren Bebauung teilweise unmittelbar in die Wetzlars übergeht. Die Wetzlar im Nordwesten, Nordosten und Süden umgebenden Mittelgebirge sind dagegen waldreich und sehr dünn besiedelt.
Wetzlar gesamt hat 52.741 Einwohner (davon 21.946 männlich und 24.313 weiblich), davon entfallen 31.022 auf die Kernstadt. Auf die Stadtteile entfallen 21.719 Einwohner. Der Ausländeranteil liegt bei 12,3 % (6.482 Einwohner). Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Wetzlar (umfasst die Stadt Wetzlar und 12 umliegende Gemeinden) lag am 28. Februar 2006 bei 18,7 %, das sind 9.483 Personen.
Hauptartikel: Stadtgliederung (Wetzlar)
Der alte Kernstadtbereich von Wetzlar ist unterteilt in 12 Stadtbezirke. Des Weiteren gibt es 8 äußere Stadtteile. Sie sind, bis auf drei, bereits lange fest mit der Stadt verwachsen, kamen aber alle erst mit der Auflösung der Stadt Lahn 1979 zu Wetzlar.
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Wetzlar
Das Gründungsdatum der Stadt ist bisher nicht bekannt oder belegt. Es bestanden Römische Siedlungen unmittelbar an der westlichen und der östlichen Stadtgrenze, z. T. aus dem 5. Jahrhundert vor Christi für die Dauer von 1400 Jahren. Römische Siedlungen auf dem unmittelbaren Stadtgebiet werden im Westen der Stadt zur Zeit nachgewiesen. Ein altes römisches Wegenetz ist vorhanden. Die Stadt und deren Vorgängersiedlungen: Der Name "Wetzlar" entstand möglicherweise bis zum 3. Jh., die Endsilbe "-lar" weist darauf hin (s. Hauptartikel), nachweislich besteht die Stadt seit dem 8. Jahrhundert. Der Konradiner Gebhard, Graf in der Wetterau und ab 904 Herzog von Lothringen, ließ 897 eine Salvatorkirche (Erlöserkirche) weihen, welche frühere Bauten ersetzte. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts erfolgte die Gründung des Marienstiftes.
Der Hohenstaufenkaiser Friedrich I. Barbarossa schuf im Wetzlarer Gebiet eine Reichsvogtei und stellte 1180 die Bürger Wetzlars den Bürgern Frankfurts gleich. Wetzlar wurde Freie und Reichsstadt und blieb es bis 1803. Zum Schutz der Stadt, und um die Wetterau als Reichsland zu sichern, baute er hoch über Wetzlar die wahrscheinlich schon bestehende Reichsburg Kalsmunt weiter aus. Die Herkunft des Namens der Reichsburg Kalsmunt ist nicht eindeutig geklärt. Nicht ausgeschlossen werden kann die folgende Deutung: Kals- = Karls und -munt = Vasall, d. h. ein Lehnsmann des Fränkischen Hofes. Demnach handelte es sich um eine Anlage aus der Zeit Karls des Großen. Auf der Reichsburg Kalsmunt wurden die kaiserlichen Münzen für Wetzlar geprägt. Die Handelsstraße, die bei Wetzlar die Lahn durchquerte, die Wetzlarer Eisenerzeugnisse, von denen heute noch der Eisenmarkt (forum ferri) zeugt, Wollweberei und Lederverarbeitung erschienen als eine gute Basis für die weitere Entwicklung der Stadt.
Im Jahre 1285 kam der "falsche Kaiser" Dietrich Holzschuh genannt Tile Kolup, der sich als Friedrich II. ausgab (der tatsächlich schon 1250 in Italien gestorben war), nach Wetzlar. Er zog von Neuss kommend dem rechtmäßigen König Rudolf von Habsburg nach Frankfurt entgegen. Als der König daraufhin nach Wetzlar zog, nahmen die Stadtoberhäupter Tile Kolup fest und lieferten ihn aus. Er wurde als Zauberer, Ketzer und Gotteslästerer zum Flammentod verurteilt und am nächsten Tag in Wetzlar verbrannt.
Bis 1250 war der größte Teil der Stadtbefestigung, deren Reste man heute noch besichtigen kann, fertiggestellt. Bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts wird die Einwohnerzahl der Stadt auf 6.000 Einwohner geschätzt. Sie war damit für diese Zeit, im Vergleich zu anderen Städten in Deutschland, bereits eine Großstadt. Um 1350 war dann der Höhepunkt der mittelalterlichen Stadtentwicklung erreicht. Jahrzehntelange Fehden mit den Grafen von Solms, die versuchten Wetzlar zu einer solmsischen Landstadt zu machen, bedrohten die lebenswichtigen Handelsstraßen. Der Kaiser unterstützte die Stadt, jedoch vergeblich. Die Stadt verschuldete sich und fiel 1387 unter Zwangsverwaltung, wurde aber in den Rheinisch-Schwäbischen Städtebund aufgenommen. Der Niedergang der Stadt führte bis Ende des Dreißigjährigen Krieges zu einer Verringerung der Einwohnerzahl auf nur noch 1500.
Wetzlar Reichskammergericht 2003.jpg Ein Glücksfall für Wetzlar war die 1689 vollzogene Verlegung des höchsten Gerichtes des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, des Reichskammergerichts (RKG), nach Wetzlar. Im Sommer 1772 war Johann Wolfgang von Goethe als Praktikant am Reichskammergericht und machte allein dadurch Wetzlar weltweit bekannt. Mit der Auflösung des Reichs 1806 endete auch die Existenz des Reichskammergerichts. Das französisch besetzte Wetzlar verlor zudem bereits 1803 seine Reichsunmittelbarkeit im Zuge der Mediatisierung. Nach dem Wiener Kongress fiel das Gebiet 1815 an Preußen und 1822 wurde es Sitz des Landrates des neu geschaffenen Landkreises Wetzlar.
Die Industrialisierung begann mit der Schiffbarmachung der Lahn. Mit der Eröffnung zweier Eisenbahnlinien 1862/63 (Lahntalbahn mit der Strecke Wetzlar - Koblenz und Köln-Gießener Eisenbahn), die sich in Wetzlar trafen, fand die Stadt Anschluss an ferne Rohstoff- und Absatzmärkte und wurde Industriestandort. 1869 waren allein im Stadtgebiet 100 Erzbergwerke in Betrieb. Der erste Wetzlarer Hochofen der Gebrüder Buderus wurde 1872 in Betrieb genommen. Außerdem entstanden Unternehmen der optischen und feinmechanischen Industrie mit Weltruf wie Leitz (Leica), Hensoldt (Zeiss), Pfeiffer, Philips, Loh, Seibert, Hollmann und viele andere.
Über 100 Jahre lang wurde in der Sophienhütte das im Lahn-Dill-Gebiet gefundene Eisenerz (Roteisenstein) verarbeitet. Ab 1887 wurden nach und nach Erzbergwerke in Wetzlar stillgelegt, nur kurz unterbrochen durch den 1. Weltkrieg, weil ausländische Erze, die im Tagebau gewonnen wurden, auf dem Weltmarkt billiger angeboten wurden. 1926 kam der Wetzlarer Bergbau ganz zum Erliegen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Wetzlar zur Amerikanischen Besatzungszone und wurde im Rahmen der Neugliederung Deutschlands dem neu gegründeten Bundesland Hessen zugeordnet. Der gewaltige Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen führte zu einer Verdopplung der Einwohnerzahl auf über 30.000 zum Beginn der 50er Jahre.
Am 1. Januar 1977 wurde Wetzlar im Zuge der hessischen Kommunalreform mit der Nachbarstadt Gießen und 14 Umlandgemeinden zur neuen Stadt Lahn vereinigt. Die kreisfreie Stadt hatte ca. 156 000 Einwohner. Aufgrund scharfer Proteste, vor allem von Wetzlarer Seite, wurde Lahn zum 31. Juli 1979 wieder aufgelöst und Wetzlar wieder zur eigenständigen Stadt. Die Kommunalreform hatte sich für Wetzlar jedoch insofern "gelohnt", als dass die Stadt Wetzlar von Lahn acht neue Stadtteile hinzugewinnen konnte. So wurden Fläche und Einwohnerzahl gegenüber 1977 deutlich vergrößert. Zudem ist Wetzlar seither Sitz des neugeschaffenen Lahn-Dill-Kreises.
Sitzverteilung Stadtverordnetenversammlung Wetzlar 2006.png
| Parteien und Wählergemeinschaften | Anteil in % | Sitze | CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 36,0 | 21 | SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 39,1 | 23 | GRÜNE | BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN | 8,0 | 5 | FDP | Freie Demokratische Partei | 6,8 | 4 | FWG | Freie Wählergemeinschaft | 10,1 | 6 | gesamt | 100 | 59 |
Die Mehrheit im Stadtparlament und damit die Etathoheit hat eine Koalition der Fraktionen von CDU, FWG und FDP. Die Koalition hält wie in der vergangenen Legislaturperiode insgesamt 31 der 59 Sitze.
Der direkt gewählte Oberbürgermeister ist der FDP-Politiker Wolfram Dette, sein Stellvertreter Klaus Breidsprecher wird von der CDU gestellt.
Bedeutung: Der schwarze Reichsadler auf rotem Grund mit goldener Krone steht für die Reichsunmittelbarkeit als ehemalige Reichsstadt. Das silberne Tatzenkreuz steht für das ehemalige Münzrecht der Reichsstadt. Das Wappen blieb seit dem 12. Jahrhundert nahezu unverändert.
Eine Neugestalltung des Wappens sollte 2003 eingeführt werden, welche sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Schließlich blieb man bei dem "alten" Wappen. wetzlar_19092005.jpg | Gedenktafel_Ilmenau-Wetzlar.JPG
Patenschaften:
Das nahezu geschlossene Ensemble historischer Bauwerke und Wohnhäuser in der Altstadt mit Fachwerkhäusern und Steinbauten aus der Zeit der Romanik (Dom), der Gotik, aus Renaissance und Barock ist größtenteils in einem Zustand, wie es sich zum Ende des 18. Jahrhunderts darstellte, erhalten und weitgehend restauriert. So bestehen noch die Plätze Buttermarkt/Domplatz, Fischmarkt, Eisenmarkt, Kornmarkt und der ehemalige Franziskanerhof, jetzt Schillerplatz. Von den rd. 50 nennenswertesten Gebäuden sind hier beispielsweise aufgezählt: ein so genannter Wandständerbau aus dem Jahr 1356; die "Alte Münze" am Eisenmarkt; der Römische Kaiser (15. Jahrhundert), ein ehemaliges Theater- und Ballhaus; der ehem. Deutschordenshof, heute Städtisches Museum; das Lottehaus, Wohnhaus der Charlotte Buff; das Jerusalemhaus in dem sich K. W. Jerusalem erschoss und so eine traurige Berühmtheit als Werther erlangte; das fürstliche Palais Papius, in dem sich heute die Sammlung historischer Möbel, zusammengestellt von Dr. Irmgard Freiin von Lemmers-Danforth, befindet. Auch in den alten Vorstädten Langgasse und Neustadt, durch die Alte Lahnbrücke mit der Altstadt verbunden, sind noch einige sehenswerte historische Gebäude erhalten. Jedoch hat insbesondere die Neustadt infolge vierspuriger Straßenbauten des 20. Jahrhunderts ihren mittelalterlichen Charakter verloren.
Die steinerne Alte Lahnbrücke wurde im Jahre 1288 erstmals erwähnt. Ein in der Mitte des 14. Jahrhunderts als Rathaus errichtetes Gebäude wurde nach mehrfachem Umbau vom Reichskammergericht von 1689 bis 1806 als Sitz und Kanzlei genutzt. Ansehnliche Reste der Stadtbefestigung aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind noch erhalten, zum Beispiel ein als Schneiderturm oder Säuturm bekannter Befestigungsturm, die Kalsmuntpforte als Stadttor zur früheren Vorstadt Silhofen sowie große Teile der Stadtmauer.
Die beiden im 14. Jahrhundert auf zwei Höhen östlich und südlich der Stadt erbauten Türme der Landwehren, die Garbenheimer Warte (um 1900 zum Bismarckturm umgebaut) und die Brühlsbacher Warte, sind heute Aussichtstürme.
Zur Burg Kalsmunt gehörte schon im späteren Mittelalter der Wirtschaftshof Magdalenenhausen, der seit 1324 auf der stadtabgewandten Seite des Kalsmunts bezeugt ist. Im Zuge des Verfalls der Burg durch häufige Besitzerwechsel und den letztendlichen Übergang an Hessen im 16. Jahrhundert kaufte Graf Bernhard III. von Solms-Braunfels das Hofgut. Der Name des Gutes geht auf die gegen Ende des 17. Jahrhunderts lebende Gräfin Magdalena von Solms-Braunfels zurück. Das heutige zweigeschossige, repräsentative Fachwerkhaus wurde im Jahre 1693 für die Gräfin errichtet. 1716 legte Graf Wilhelm Moritz um das Gut herum einen Tiergarten an, der aber schon um 1800 wieder aufgegeben wurde. Nach dem Tod der Gräfin Magdalena 1720 wohnte nur noch ein Förster und Verwalter auf dem Gut. 1810 erwarb der letzte Deutschordensamtmann Georg Buff aus Wetzlar das Anwesen. Seit dem 19. Jahrhundert dient das Haus als Gaststätte und Ausflugslokal.
Die Burg Hermannstein (1373-79), ist ein typ. Beispiel einer gotischen Wohnturmanlage nach französischem Vorbild. Sie wurde für den Landgrafen Hermann I. von Hessen zum Schutz der Stadt errichtet. Die Fürsten von Solms-Braunfels lagen immer wieder in Fehde mit Wetzlar.
Der Wetzlarer Dom ist eines der Wahrzeichen von Wetzlar. Baubeginn des heutigen Domes, der aber bis zum heutigen Tage nicht vollendet ist, war 1230. Er ist Nachfolger einer im Jahre 897 geweihten Salvatorkirche. Dom hieß die Stifts- und Pfarrkirche ab Ende des 17. Jh. Die Bezeichnung setzte sich in der Zeit des Reichskammergerichts (1693 – 1806) durch, als der Kur-Erzbischof von Trier immer Stiftspropst, der Dom also Bischofskirche war.
Das Bauwerk wirkt wie ein „steingewordenes Buch über mittelalterliche Baustilkunde“. Er bietet trotz seiner über die Jahrhunderte dauernden Bauzeit und trotz eines nicht fertig gestellten Turms heute ein geschlossenes Bild.
Theutbirg-Basilika, Überreste der Theutbirg-Basilika im Stadtteil Nauborn. Die Kirche der Teutbirg „in loco qui dicitur Nivora" wird erstmals 778 genannt. Sie ist deutlich vor 778 entstanden. Die Kirche wird nicht über die Wende zum 9. Jahrhundert hinaus bestanden haben. Die Mauerreste wurden erst 1927 entdeckt. Auf dem zugehörigen Friedhof wurden neben Knochen einige Gefäßscherben aus der Zeit zwischen 700 und 780, sowie eine Eisenaxt entdeckt.
Franziskanerkirche, Klostergründung 1263, Der Chor, als sog. Untere Stadtkirche, wird heute noch zu Gottesdiensten genutzt. Das Langhaus der Kirche ist profaniert.
Kloster Altenberg, ehemaliges Prämonstratenserinnen-Kloster etwa um 1260-1270 durch die selige Gertrud, die Tochter der heiligen Elisabeth, gegründete Anlage ist heute Gutshof und Königsberger-Diakonissen-Mutterhaus.
Hospitalkirche, in den Jahren 1755-64 von J. L. Splittdorf errichtete Kirche, mit sehenswertem Aufbau von Kanzel, Orgel über dem Altar und dreiseitigen Emporen.
Das Lottehaus ist eine Gedenkstätte für Charlotte Kestner geb. Buff als Erinnerung an die Zeit, in der Goethe hier oft Gast war. Dank aufwendiger denkmalpflegerischer Untersuchungen war es möglich, das frühere Deutschordenshaus in Wetzlar annähernd in jenem Zustand zu rekonstruieren, in dem Johann Wolfgang von Goethe es am Ende des 18. Jahrhunderts vorfand. Jährlich besuchen tausende „Werther“-Touristen aus aller Welt dieses Gebäude.
Das Jerusalemhaus ist eine weitere Gedenkstätte für Johann Wolfgang von Goethes Roman „Die Leiden des jungen Werther“. In diesem Gebäude nahm sich sich einst Karl Wilhelm Jerusalem, vermutlich aus Liebeskummer, das Leben. Jerusalem war eines der realen Vorbilder des „Werther“. In der Gedenkstätte findet sich heute, wie im „Werther“ beschrieben, „Emilia Galotti auf dem Pulte aufgeschlagen“. Heute beherbergt der restaurierte Altbau neben der Wetzlarer Museumsverwaltung auch die bedeutende Goethe-Werther-Sammlung, eine Bibliothek, welche größtmögliche Vollständigkeit in der Dokumentation des „Werther“-Romans anstrebt und nicht nur wertvolle zeitgenössische deutsche Ausgaben des Romans bereithält, sondern auch Neuausgaben in jeder erdenklichen Sprache sammelt.
Sammlung Dr. Irmgard Freiin von Lemmers-Danforth: Europäische Wohnkultur aus Renaissance und Barock, zusammengestellt und öffentlich zugänglich gemacht von dieser Wetzlarer Kinderärztin im fürstlichen Palais, dem so genannten „Palais Papius“ (Joh. Her. Franz Freiherr von Pape, genannt Papius, Assessor am RKG). Sie gehört zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen historischer Möbel aus Renaissance und Barock. Der Bauherr des Gebäudes, Papius, war übrigens im 18. Jahrhundert als korrupt verschrieen, weshalb ihm Goethe in seinem „Götz von Berlichingen" ein fragwürdiges Denkmal als „Sapupi“ setzte.
Reichskammergerichtsmuseum: Das Museum des Reichskammergerichts ist bundesweit das einzige rechtsgeschichtliche Museum und nicht zuletzt deshalb ein Anziehungspunkt für Juristen und an der Geschichte des Rechts und der Justiz in Deutschland Interessierte. Getragen von der Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e. V. und der Stadt Wetzlar, präsentiert das RKG-Museum eine Reihe hochwertiger Exponate zur Verfassungsgeschichte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dem RKG-Museum ist außerdem eine Forschungsstelle des Max-Planck-Instituts für Rechtsgeschichte zugeordnet.
Weitere kleinere und private Museen sind:
Messingmuseum, Sammlung historischer Mikroskope Ernst Leitz (im Neuen Rathaus), Wetzlarer Spielzeug- und Puppenmuseum, Landwirtschaftliches Museum, Heimatmuseen und Dorfstuben in den Stadtteilen.
Besucherbergwerk Grube Fortuna mit Grubenbahnmuseum.
„Patenschaft für das ostdeutsche Lied“: 1962 gegründete wissenschaftliche Sammelstelle und Bibliothek für Liedgut der ehemaligen deutschen Ostgebiete.
Phantastische Bibliothek Wetzlar: Die 1989 eröffnete Bibliothek entwickelte sich zur weltweit größten öffentlich zugänglichen Sammlung phantastischer Literatur.
Die Stadtbibliothek verfügt über Bestand von derzeit ca. 45.000 Medien. Aus der zugehörigen "Artothek" können über 200 Bilder, meist Originale (hauptsächlich von einheimischen Künstlern) und Skulpturen ausgeliehen werden.
Das Historische Archiv verfügt u.a. über eine außergewöhnlich große Urkundensammlung sie ist mit über 4400 Originalen eine der größten in Hessen.
Galerien:
Gemeinsam ist diesen Gruppen das Bemühen, Bräuche zu erhalten, Geschichte und Geschichten erlebbar zu machen und kulturelle Vielfalt zu schaffen.
Schmierchelskuche (= Schmandkuchen?): eine Art Kartoffelkuchen mit Zwiebelbelag und süsser Abdeckung (Marmelade, Sahne o. ä.). Wein aus Wetzlar gibt es zwar nicht mehr, dennoch: der Rebbau an den Ufern der Lahn breitete sich bis zum 14. Jahrhundert vom Rhein-Main-Gebiet unter dem Einfluss des Zisterzienserklosters Eberbach (Rheingau) aus. Erst die Einführung des Terrassenweinbaus im 10./11. Jahrhundert ermöglichte auch den Weinbau im sehr engen unteren Lahntal. Urkundlich erwähnt wird der Rebbau an der Lahn erstmals im 12. Jahrhundert, und zwar für Nassau (1159). Weitere Ersterwähnungen für Weinberge sind z.B.: Kloster Arnstein (um 1200), Wetzlar (1242), Laurenburg (1275). Viele Hügel- und Straßennamen in und um Wetzlar verraten noch heute den einstigen Weinanbau. Das Lahntal war jahrhundertelang für seine vorzüglichen Rotweine bekannt. Witterungseinflüsse, z.B. Frostschäden, Rebkrankheiten und -schädlinge führten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer weiteren Verringerung der Rebflächen und zum Niedergang des Weinbaus. Der Lahnwein hat kein heute eigenes Anbaugebiet mehr, sondern gehört zum Weinbaugebiet Mittelrhein. Heute gibt es hier nur noch zwei Weinorte: Obernhof und Weinähr im Gelbachtal. (aus "Bibliographie zum Weinbau an der Lahn")
Wetzlar ist immer wieder Standort nationaler und internationaler Sportveranstaltungen von Rang. Die Stadt gehört u.a. zu den offiziellen Ausrichtungsorten der Handball-Weltmeisterschaft 2007. Seit 2005 wird unter internationaler Beteiligung jährlich der Wetzlar Marathon ausgetragen. Seit 2006 findet jährlich im Februar die sog. Gaudi-Olympiade im „Finsterloh“ - u.U. mit künstlichem Schnee - statt .
Bereits im Mittelalter war die Verbindung nach Wetzlar ausreichend; u.a. lag Wetzlar an der "Hohen Straße", einem bedeutenden Handelsweg, welcher von Köln über Wetzlar nach Frankfurt am Main führte.
Der öffentliche Nahverkehr ist heutzutage dem Rhein-Main-Verkehrsverbund angeschlossen.
A 480 Die Autobahn sollte eigentlich von der luxemburgischen Grenze bei Trier durch den Westerwald bis zum Hattenbacher Dreieck führen. Diese Strecke war als A 48 geplant. Aus Kostengründen wurde sie nie vollständig realisiert. Den Verkehr zwischen Koblenz und Gießen soll nun die B 49 aufnehmen. Heute heißt sie A 480 und führt nur von der Abfahrt Wetzlar Nord/Aßlar bis zum Wetzlarer Kreuz und darüber hinaus bis zum derzeitigen Autobahnende mit der Behelfsausfahrt nach Wetzlar-Blasbach. Einige Kilometer nordöstlich Gießens geht der bisher ausgebaute Teil weiter und führt von Heuchelheim-Nord bis zum Reiskirchener Dreieck an der A 5. Die Strecke von dort bis zum Hattenbacher Dreieck ist heute auch weiterhin die A 5.
Wetzlar liegt an den Bundesstraßen B 49 (Trier-Wetzlar-Alsfeld) als Ost-West- und B 277 (Siegen-Dillenburg-Wetzlar) als Nord-Süd-Verbindung. Zwischen Wetzlar und Limburg hat an der B 49 der mehrjährige, vierspurige Ausbau in 13 Bauabschnitten begonnen.
Ebenfalls beachtens- und besuchenswert sind die vielen kleinen Einzelhandelsgeschäfte, Boutiquen und Shops aller Branchen, sowie Cafes und Gaststätten etc. der Wetzlarer Altstadt, die in ca. 5-10 Minuten Fußweg vom Bahnhofsbereich aus, oder bequemer mit Citybus, zu erreichen ist.
Wetzlar ist neben Jena und Oberkochen ein deutsches Zentrum der Optik sowie der bedeutendste deutsche Standort für die feinmechanische Industrie. Wetzlarer Industrieprodukte brachten es zu Weltruf, allen voran die Mikroskope und die Kameras, Leica der Firma Ernst Leitz, die in ihren Spitzenzeiten in der Stadt über 7000 Beschäftigte hatte. Die Kleinbildfotografie wurde in Wetzlar erfunden. Außerdem sind Kameras der Firmen Leidolf und Minox, die Ferngläser und Fernrohre der Firma Hensoldt AG, Carl Zeiss-Gruppe (mit in Spitzenzeiten über 2.000 Beschäftigten), die Mikroskope der Firma Seibert, der Wilhelm Loh Optikmaschinenbau, die Hollmann-Werke (Leitz), die Helmut Hund GmbH und eine Vielzahl weiterer mittelständischer optischer Unternehmen zu nennen.
Andere bekannte Unternehmen sind die Philips* Automotive Playback Modules AG (* mit seinerzeit rd. 1.200 beschäftigten) oder Siemens und Siemens VDO, die (inzwischen im benachbarten Aßlar ansässige) Arthur Pfeiffer Vakuumtechnik (u.a. mit einem geänderten Kreiselkompass, durch den eine Nutzung in Raketen, diese kontrolliert steuerbar und damit die Raumfahrt erst möglich wurden) oder die Sancura BKK, eine überregionale Krankenversicherung.
Der Gewerbepark Spilburg, eine ehemalige Kaserne, ist für eine Reihe innovativer Unternehmen, vor allem aus den Bereichen Optik/Feinmechanik, Informationstechnologie und Dienstleistungen, ein überwiegend positiv bewerteter Standort geworden. Außerdem sind für die Ansiedlung weiterer, neuer Gewerbe verkehrstechnisch gut erschlossene Gebiete im Westend sowie das Hörnsheimer Eck und das Dillfeld vorhanden.
Hochschule
Am Zentrum Dualer Hochschulstudien (ZDH) wird seit dem 25. April 2001 das StudiumPlus angeboten, ein duales Hochschulstudium mit internationalen Hochschulabschlüssen (Bachelor und Master). Die Zusammenarbeit der Fachhochschule Gießen-Friedberg mit der Industrie- und Handelskammer und Unternehmen der Region ermöglicht ein hochwertiges und praxisnahes Studium. Es werden zur Zeit 12 Fachrichtungen in 4 Studiengängen (Wirtschaftsingenieurwesen, Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen/Mikrosystemtechnik und der Masterstudiengang - Prozessmanagement) angeboten, weitere wie z.B der neuartige Studiengang Frühpädagogik sind in Vorbereitung.
Schulen
Alle Schultypen, hauptsächlich jedoch Gesamtschulen (Klassen 5-10) und drei Oberstufenschulen (Klasse 11-13), Gymnasien, Fachgymnasien, Berufsschulen mit Technikerausbildung, Hessenkolleg (Erwachsenenabitur), Zivildienstschule, Krankenpflegeschule, Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der hessischen Handwerkskammern, Volkshochschule und Musikschulen.
Naturschutzzentrum Hessen
Das Naturschutz-Zentrum Hessen / Naturschutz-Akademie Hessen wird getragen von hessischen Verbänden des Natur- und Umweltschutzes, vom Land Hessen, dem Lahn-Dill-Kreis und der Stadt Wetzlar. Die NZH-Akademie ist auf dem Gebiet der Umweltbildung tätig und ist der hessische Vertreter im "Bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz" (BANU).
Zentrum für Mathematik Wetzlar
Das Zentrum für Mathematik organisiert Kurse und Wettbewerbe für mathematisch interessierte und begabte Kinder und Jugendliche. Zum "MatheTreff3456" sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 6 eingeladen, die "Samstagsakademie" besuchen Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 13. Außerdem veranstaltet das Zentrum Fortbildungen für Mathematiklehrer.
Wetzlar | Ort in Hessen | Reichsstadt | Rheinischer Städtebund
Wetzlar | Wetzlar | Вецлар | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Βέτσλαρ | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | ヴェッツラー | Wetzlar | Wetzlar | Veclaras | Veclāra | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Ветцлар | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Wetzlar | Weslår | 韦茨拉尔