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Die Westsahara ist ein Territorium an der Atlantikküste Nordwestafrikas, das seit dem Abzug von Spanien im Jahr 1975 fast ausschließlich von Marokko verwaltet wird. Marokko erachtet das Gebiet als Teil seines Territoriums. Die POLISARIO kämpft für einen unabhängigen Staat Demokratische Arabische Republik Sahara in diesem Gebiet. Die Zukunft der Westsahara hängt laut internationalem Recht von einem Referendum ab, über dessen Abhaltung bisher keine Einigkeit erzielt werden konnte. Marokko lehnt die Idee eines Referendums als gescheitert ab und bietet eine Autonomie des Gebietes als Lösung an.

Geographie


Das Gebiet der Westsahara liegt im Norden Afrikas bei 24° 30′ Nord und 13° 00′ West. Es teilt sich in das nördliche Drittel Saguia el Hamra und das südliche Gebiet Río de Oro. Es handelt sich um ein heißes, trockenes Wüstengebiet, wobei Kies- und Geröllwüsten gegenüber Sandwüsten überwiegen. Nur im Süden und Nordosten wird die flache Landschaft durch Hügel aufgelockert. Wüstenklima herrscht vor, Regen ist selten und in Küstennähe kommt es häufig zu Nebelbildung. Vegetation ist nur in den Oasen zu finden. Man findet an den trockenen Lebensraum angepasste Tierarten, zum Beispiel Wüstenspringmäuse und Dornschwanz-Agamen.

Die größten Städte sind (Volkszählung 2. September 2004):

  1. El Aaiun: 183.691 Einwohner
  2. Dakhla: 58.104 Einwohner
  3. Smara: 40.347 Einwohner
  4. Cabo Bojador: 36.843 Einwohner
  5. El Marsa: 10.229 Einwohner

Siehe auch: Liste der Städte in Westsahara

Bevölkerung


Die Bevölkerung des Gebiets Westsahara von 373.008 Einwohnern (Stand Juli 2005) besteht vor allem aus Arabern und Berbern. Bei den ursprünglich das Gebiet besiedelnden Saharauis handelt es sich um arabische Nomaden, von denen jedoch ein Teil als Flüchtlinge in Algerien leben. Gesprochen wird überwiegend das marokkanische Arabisch, daneben auch Hassania, die regionale Form des Arabischen. Nahezu 100 % der Einwohner sind Muslime.

Geschichte


Phönizische Niederlassungen haben kaum Spuren hinterlassen und erst mit der Einführung des Kamels wurde das Gebiet als Karawanendurchgangsort bedeutend. Nach dem Vordringen des Islam entstanden auf dem Gebiet der heutigen Westsahara islamische Gruppen, die später als Almoraviden einen Großteil Nordafrikas und Südspaniens beherrschten.

1884 riefen die Spanier ein Protektorat über das Gebiet von Kap Bojador bis Kap Blanc aus, es wurde Río de Oro genannt. 1912 wurde es nach Norden hin erweitert. 1958 wurden die zuvor getrennten Protektorate Saguia el Hamra und Río de Oro zur Überseeprovinz Spanisch-Sahara vereinigt.

Nach dem Tod Francisco Francos verließ Spanien das Gebiet. 1975 zogen im so genannten Grünen Marsch etwa 350.000 Menschen aus ganz Marokko in die ehemalige Kolonie ein, um marokkanische Ansprüche auf das Gebiet geltend zu machen.

Am 27. Februar 1976 wurde von der POLISARIO die Demokratische Arabische Republik Sahara ausgerufen, die von Marokko nicht anerkannt wurde.

Marokko annektierte 1976 die nördlichen zwei Drittel des Westsahara-Gebietes und den Rest des Territoriums 1979, nachdem Mauretanien sich aus dem Gebiet zurückgezogen hatte.

Der endgültige Status des Gebietes ist bis heute ungeklärt, da die Entscheidung darüber von Jahr zu Jahr aufgeschoben wird.

1991 wurde eine Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Marokko und der Polisario geschlossen, doch bis heute leben etwa 100.000 Menschen in einem Flüchtlingslager nahe der Stadt Tindouf in der algerischen Sahara.

Ein vorgesehenes Unabhängigkeitsreferendum der UNO, von marokkanischer Seite mittlerweile abgelehnt, gilt als gescheitert. Die UNO ist mit einer ständigen Beobachtermission MINURSO im gesamten Gebiet der West-Sahara präsent.

Siehe auch den Hauptartikel Westsaharakonflikt.

Wirtschaft


Weite Teile des Landes sind wirtschaftlich noch unerschlossen, das Straßennetz ist dünn. Die wesentlichen Wirtschaftszweige sind die Fischerei, der Abbau von Bodenschätzen (besonders Phosphat, das Vorkommen gilt als eines der größten der Welt) und der Anbau von Dattelpalmen (Oasenwirtschaft). Der Westküste wird ein großes Potenzial für die Gewinnung von Windenergie zugeschrieben. Die gesamte Wirtschaft wird durch Steuermittel aus Marokko stark subventioniert und im Rahmen der Besiedelung durch Marokkaner kräftig ausgebaut.

Weblinks


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