Westfalia Van Conversion ist ein Unternehmen des Fahrzeugbaus in Rheda-Wiedenbrück.
Im Jahr 1927 bot die Firma Knöbel erstmalig einen offenen Kastenanhänger für PKW an und eröffnete damit eine Produktlinie, die für den Aufstieg des Unternehmens große Bedeutung erhielt. Zur Weiterentwicklung dieser Linie gehört auch die 1935 entwickelte und weltweit eingeführte Kugelkopf-Anhängerkupplung.
Bis 1950 wurden in den Fertigungshallen auch Feldküchen, Lastwagenkarosserien, Anhänger und Wohnmobile hergestellt. In dieses Jahr fällt der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit mit Volkswagen. Das erste Ergebnis dieser Zusammenarbeit war die "Camping-Box", eine Box für den VW-Bus, die diesen ferientauglich machte. Ab 1952 gab es auch ein Vorzelt dazu. Das Modell "Camping-Box" wird in den Jahren bis 1958 im Komfort verbessert, bis es schließlich durch komplett zu Wohnmobilen umgerüstete VW-Busse abgelöst wurde. 1959 konnte bereits der 1.000ste VW-Umbau gefeiert werden. Die Produktionszahlen nahmen von nun an am stetigen Wachstum des deutschen Wohlstands teil:
| Jahr | Anzahl Fahrzeuge (gesamt) |
|---|---|
| 1961 | 30.000 |
| 1969 | 50.000 |
| 1975 | 150.000 |
| 1977 | 175.000 |
| 1978 | 200.000 |
Querelen in der Eigentümer-Familie Knöbel trieben das Unternehmen 1994 fast in den Ruin. Der von der Firmenleitung angekündigte Konkurs führte in der Belegschaft zu heftigen Protesten. Auf Transparenten an der Autobahn A2 forderte sie die "Entlassung" der Familiengesellschafter. Zu diesem Zeitpunkt war die Firma Westfalia in Deutschland Marktführer für Anhängerkupplungen und die Belegschaft war von der Zukunft dieses Produkts und der damit verbundenen Arbeitsplätze überzeugt. Mehr aus regionalem Patriotismus als aus wirtschaftlichem Kalkül fanden sich drei Manager aus der Region Ostwestfalen (Gunther Berg, Werner Gehring und Mark Wössner), die das sinkende Unternehmen mit ihren Privatgeldern aufkauften. Die ehemaligen Familien-Eigentümer wurden durch Pensionszahlungen befriedigt. Die drei Geschäftsbereiche des Unternehmens wurden in jeweils eigenständige rechtliche Einheiten umgewandelt:
In das traditionell ertragsstarke Geschäft mit Anhängerkupplungen trat mit 85% Anteil die amerikanisch-britische Beteiligungsgesellschaft Granville Baird Capital Partners ein. Die restlichen 15% Kapitalanteile übernahm das neue fünfköpfige Management (2 Geschäftsführer und 3 Prokuristen) mit Unterstützung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Dieser Finanzierung lag das Laveraged-Buy-out-Schema (40% Eigenkapital und 60% Fremdkapital) zu Grunde. Das Investitionsvolumen von Granville Baird betrug im Jahr 2000 allein 11,7 Mio. Euro. Mit 385 Mitarbeitern wurden 110 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet. Die Ausrichtung der Investitionen hatte einen verstärkten Export zum Ziel um den bis dahin geringen Exportanteil von 10% der Produktion zu erhöhen.
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