Die Westfälische Mühlenstraße ist eine Bezeichnung für ein Tourismuskonzept im Kreis Minden-Lübbecke, das 43 restaurierte Mühlen zu einer erfahrbaren Route verbindet.
Viele dieser Mühlen sind betriebsbereit und können an Tagen der offenen Tür, z. B. dem Deutschen Mühlentag (jeweils am Pfingstmontag) besichtigt werden. Außerdem gibt es in den Sommermonaten an jedem Wochenende Mahl- und Backtage, wobei jedes Wochenende eine andere Mühle zur Besichtigung bereit steht und zu einem besonderen Geschmackserlebnis einlädt.
Jedes Jahr findet im August der Kreismühlentag statt, an dem fast alle Mühlen mit Führungen und touristischem Programm beteiligt sind.
Die Mühlen werden von lokalen Mühlenvereinen unter Federführung des Mühlenbauhofes Petershagen betreut. Der Mühlenkreis beherbergt im Mühlenbauhof weiterhin die Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V. Die Jahrestagung der DGM findet 2006 im Mai an der Westfälischen Mühlenstraße statt.
Mühle_Eilhausen_2.jpg | Mühle Südhemmern.jpg
Geschichte
Ende der
1960er Jahre erkannte man um den Kreisheimatpfleger Wilhelm Brehpohl die Bedeutung der im Kreis vorhandenen Mühlenreste. Mit wenigen Getreuen machte er sich an die Erhaltung und Restaurierung der Mühlen und legte damit einen Grundstein für die Renaissance der Mühlen in den westlichen Bundesländern. Durch die frühe Entscheidung zum Erhalt der historischen Maschinen wurde der Mühlenkreis der Vorreiter im Erhaltungsprogramm der Wind- und Wassermühlen in Norddeutschland. Bald wurde dieses Vorhaben auch finanziell durch den Kreis und das Land
NRW unterstützt, Förderprogramme der EG und später der EU kamen hinzu. Bis heute hat der Kreis mit seinem Mühlenerhaltungsprogramm 43 – teilweise nur als Ruinen erhaltene - Mühlen restauriert. Darunter eine sonst nirgendwo erreichte Vielfalt (
Windmühlen,
Wassermühlen,
Rossmühlen und eine rekonstruierte
Schiffmühle auf der Weser), die zu einem einzigartigen
Freilichtmuseum arrangiert werden.
Konzept
Die im Kreis vorhandenen Mühlen werden langfristig angepachtet und anschließend einer örtlichen Mühlengruppe zur Betreuung übergeben. Die Aufgabe der Mühlengruppe liegt jedoch in erster Linie in der touristischen Betreuung der Mühlen und nicht in dem Arbeiten mit einem produzierenden Denkmal. Die bauliche Betreuung liegt dabei in den Händen des Mühlenbauhofs, der alle Planungen und Restaurierungsarbeiten durchführt.
Zeitweise gab es eine Konzeptidee einer Ausbildungsmühle um den Mühlengruppen vor Ort eine Einführung und Weiterbildung anhand eines produzierenden Denkmals zu ermöglichen. Diese Idee wurde jedoch nicht realisiert.
Mitte der 1980er Jahre wurde die Westfälische Mühlenstraße erfolgreich in ein Tourismuskonzept des Kreises Minden-Lübbecke eingebunden, die nicht nur den Erhalt der Technik sondern auch deren touristische Vermarktung als Schwerpunkt definierte. Dazu wurde zusätzlich die Mühlenroute geplant, die als Fernradweg die Mühlen erschließt. Die Übernachtungen stiegen, der Kreis wurde fest mit dem Begriff der Mühlen verbunden. Konsequenterweise trat der Kreis Minden-Lübbecke ab den 1990er Jahren in der Öffentlichkeit als Mühlenkreis auf und vermarktet auch landwirtschaftliche Produkte unter diesem Logo.
Mühlen der Westfälischen Mühlenstraße
Im folgenden werden die Mühlen im einzelnen vorgestellt. Zuvor eine kurze technische Einführung, genaueres unter Windmühle.
Bockwindmühlen
Bockwindmühlen bestehen aus einem Gebäude, das wie ein Kästen wirkt, das auf einem Bock aufgestellt sind. Die Drehebene ist demnach unter dem Kasten, alle Maschinen sind im Kasten untergebracht und müssen demnach mitgedreht werden. Daher können solche solche Mühlen nur eine begrenzte Anzahl von Maschinen aufnehmen.
Zur Westfälische Mühlenstraße gehören folgende Bockwindmühlen:
Bockwindmühle Neuenknick
Mühle Neuenknick.jpg
Die Bockwindmühle Neuenknick wurde 1747 in
Warmsen aufgebaut. Sie ist in ihrer ursprünglichen Bauart erhalten geblieben. Anfang 1899 wurde die Mühle für 600 Taler verkauft, zerlegt und auf Wagen nach Neuenknick gebracht. Neben einem großen Schrotgang wurden zwei weitere kleinere Mahlgänge eingerichtet, die durch einen
Rohölmotor oder Wind betrieben werden konnten. Die Mühle wurde nach einem Schaden zeitweise nur mit zwei Flügeln betrieben. Die Mahlgänge sind Anfang der
1980er Jahre ausgebaut worden.
Bockwindmühle Oppenwehe
Mühle Oppenwehe.jpg
Die
Bockwindmühle Oppenwehe hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie wurde 1705 als Gutsmühle des Rittergutes Hüffe erstmals erwähnt. 1868 wurde sie abgebaut und nach Oppenwehe transportiert. Wieder aufgebaut wurde sie am heutigen Standort im Jahre 1873. In den 70ern des vergangenen Jahrhunderts wurden alle Gebäude um die Mühle abgerissen und die Mühle selbst mit eingezogenen Stützen komplett stillgelegt und die Seitentaschen beseitigt. Ab 1991 wurden die
Sünden der 70er Jahre beseitigt, indem der Bock und das Mühlenhaus mit den Seitentaschen komplett neu gebaut wurde. Durch diesen Neubau erhielt man die Chance die ursprüngliche Technik wieder einzubauen und ein produzierendes Denkmal zu erhalten.
Bockwindmühle Wehe
Diese
Mühle ist nach bisherigen Erkenntnissen die älteste im
Kreis Minden-Lübbecke an einem Standort stehende Windmühle. Seit ungefähr 1370 stand hier eine Mühle. Als Bischofs-Mühle wurde sie in einem Urkundenbuch von 1370 erwähnt. Damit beginnt die Weher Mühlengeschichte.
Zu Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf dem
Kammrad ein zweites Rad angebaut um ein zweites
Getriebe installieren zu können, das über ein stehendes Vorgelege zwei Gänge und Maschinerie betrieb. Damit war die Mühle im Stande ohne große Umbaumaßnahmen
Energie für weitere Maschinen zur Verfügung zu stellen. Das Vorgelege wurde zusätzlich durch einen unter der Mühle angebrachten
Dieselmotor angetrieben, sodass der Windantrieb zeitweise gänzlich wegviel. 1982 wurde die Mühle restauriert und mit der einfachen technischen Ausstattung wieder aufgebaut.
Holländerwindmühlen
Bei
Holländerwindmühlen ist die Drehebene unter die Haube nach oben gewandert, das Gehäuse ist ein feststehendes Gebäude und kann viel mehr Maschinerie als die Bockwindmühle aufnehmen und höher in den Wind gebaut werden (bessere Energieausnutzung)
Zur Westfälischen Mühlenstraße gehören folgende Holländerwindmühlen:
Windmühle Bierde
Der
Wallholländer in
Bierde wurde
1802 erbaut. An dieser Mühle finden sich einige Sonderformen. Da ist zum einen der von der Erde bis unter die Kappe geradlinige hölzerne Achtkant. Eine einfachere Konstruktion als die ansonsten tallierten Mühenkörper, die den Wind besser ableiten und den Staudruck nach den Flügeln vermindern. Aber es geht auch so wie die Mühle in Bierde zeigt. Dann ist da die zum Windrosenbock verarbeitete Eichastgabeln. Und zum anderen ist die Mühle mit neuen Jalousieflügeln ausgerüstet, die nicht mit einer durchbohrten Flügelwelle angesteuert werden, sondern durch eine Hecht´sche Jalousieansteuerung, hinweis auf eine nachträgliche Änderung der Flügelart. Die Hecht´sche Jalousieansteuerung findet sich äußerst selten im Mühlenkreis. Leider ist das Getriebe der Mühle noch nicht funktionsfähig, so dass die Flügel sich ohne Last drehen.
Neben der Windmühle ist in einem Gebäude die Dampfmühle untergebracht. Das Gebäude bot viel mehr Platz und konnte durch die neue Energie Dampf angetrieben werden. Diese Mühle hat bis 1990, zum Schluss im Eigenbedarf, gearbeitet.
Windmühle Destel
Der Anfang des 19. Jahrhunderts erbaute, auf verputztem Bruchsteingeschoss stehende,
Galerieholländer hat mit seinem verbretterten und geschindelten
Achtkant nach des Restaurierung mit Kappe, Stert und windgängigen Segelflügeln wieder sein ursprüngliches Äußeres erhalten.
Die Galerie ist kaum sichtbar, da sie von niedrig gehaltenen Bäumen umgeben ist.
Windmühle Dützen
Mühle Dützen.jpg
Ein genaues Baudatum der "Hummelbecker Windmühle², wie die Dützer
Mühle nach dem ältesten Dützer Ortsteil schon immer genannt wurde, steht nicht fest. Aussagen des Bölhorster Müllers aus der damaligen Zeit lassen den Schluss zu, dass die Mühle zwischen 1808 und 1813 errichtet wurde. Seit der Restaurierung besitzt der
Wallholländer mit seiner hohen Durchfahrt wieder eine Haube, eine Windrosenanlage und windgängige Segelflügel.
In den 30er Jahren wurde die Mühle zu einer
Motormühle umgerüstet. Die Flügel blieben zunächst erhalten, als sie vergammelt waren wurde die Mühle mit einer Betonplatte abgedeckt. Erst im Rahmen der Mühlenerhaltungsmaßnahmen des Mühlenkreises wurde wieder eine Haube mit Flügeln auf die Mühle gesetzt. Eine Funktion haben sie nicht.
Windmühle Eickhorst
Mühle Eickhorst.jpg
Der
Wallholländer wurde 1848 erbaut. Der konische
Mühlenturm wurde aus
Bruchsteinen gemauert. An der Wetterseite wurde er verputzt. Der Mühlenturm ist von einem Erdwall umgeben. Dieser Wall wurde ebenfalls aus Bruchsteinen ummauert. Auch diese Mühle hat zur Unterstützung einen Motor, der seit 1909 die Mühle mit antreibt. Zusätzlich wurden an der Flügelanlage die Feldruten (das ist das Flügelpaar das vor den Hausruten zum Feld liegt), durch Jalousienflügel ersetzt, die einfacher zu bedienen waren.
Windmühle Eilhausen, Königsmühle
Der Galerieholländer wurde 1748 erbaut und hat einen aus Sandsteinen gemauerten runden Mühlenturm. Die Mühle hat eine funktionierende Windrosenanlage und windgängige Flügel. Neben der Mühle befinden sich ein Fachwerkgebäude und ein offener Schuppen für die Gästebetreuung.
Bild:Mühle Eilhausen2.jpg|Windmühle Eilhausen
Bild:Mühle Eilhausen Fachwerkgebäude.jpg|Fachwerkgebäude an der Windmühle Eilhausen
Bild:Mühle_Eilhausen_2.jpg|Windmühle Eilhausen
Bild:
Windmühle Eisbergen
Windmuehle eisbergen.jpg |
Mühle_Eisbergen.jpg
Der Erdholländer wurde um 1855 errichtet und 1989/92 an den jetzigen Standort am Rande von Eisbergen umgesetzt. Die untere Hälfte der Mühle wurde aus Bruchsteinen und die obere Hälfte aus sorgfältig bearbeiteten Sandsteinen gemauert. Der Mühlenturm ist nur leicht konisch und trägt wieder eine Windrosenanlage und Jalousie-Flügel.
Windmühle Großenheerse
Mühle_Großenheerse.jpg
Der 8-eckige Mühlenturm, aus Backsteinen gemauert und voll verputzt, des Wall-Holländers von 1863 mit seinen bis unter die Mühlenhaube reichenden Ecklisenen eine einmalige Bauform im Bereich der Westfälischen Mühlenstraße. Die Segelflügel und der Stert sind nie modernisiert worden. In den
1990er Jahren gab es ein Konzept, diese Mühle als technische Ausbildungsmühle für die anderen Mühlen zu definieren, um in Schulungen dem örtlichen, meist ehrenamtlich arbeitenenden Personal das Handwerk des Windmüllern beizubringen. Leider ist das Konzept nicht umgesetzt worden.
Im Müllerhaus befindet sich ein Cafe-Restaurant mit Übernachtungsmöglichkeiten.
Windmühle Hartum
Der Wall-Holländer wurde 1877 errichtet. Mit seinem mächtigen, aus Sandbruchsteinen gemauerten konischen Mühlenturm und der neuen Mühlenhaube mit Segelflügeln und Windrose erhielt die Windmühle ihr Ortsbild prägendes aussehen zurück. Der Erdwall wurde im Laufe der Zeit durch ein gemauertes Erdgeschoss ersetzt.
Bauherr der Mühle war die Gemeinde Hartum, sie war ein zeitgemäßer Ersatz für die nicht mehr betriebsbereite Bockwindmühle. Der Gedenkstein im Turm enthält einen Sinnspruch sowie die Namen des Mühlenbauers, des Gemeindevorstandes und der Gemeindeverordneten.
Windmühle Heimsen
Mühle Heimsen.jpg
1873 wurde der
Wallholländer als Nachfolger einer
Schiffmühle und einer Bockwindmühle gebaut. Der Mühlenturm wurde aus gemauerten und verputzten Backsteinen auf einem Bruchsteinsockel errichtet.
Windmühle Hille "Auf der Höchte"
Der
Erdholländer wurde
1733 erbaut. Der bauchig-konische
Mühlenturm wurde im unteren Drittel aus
Schieferbruchsteinen und darüber aus
Feldbrandsteinen gemauert und war damit die zweite Mühle neben einer abgebauten Bockwindmühle im Ort. Heute ist er wetterseitig verputzt. Bis 1951 wurde die Mühle mit Flügeln betrieben, dann brach im Sturm ein Flügel ab und die Mühle wurde mit einem neben dem Gebäude stehenden Motor angetrieben. Bis 1956 auch ein Getriebeteil am Motorgang zerbrach und der Mühlenbetrieb gänzlich eingestellt wurde. Nach der Restaurierung hat die Mühle wieder windgängige "rechtsdrehende" Segelflügel, eine Besonderheit im
Windmühlenbau, drehen sich doch sonst fast alle Flügel anders herum. Sowie eine Windrosenanlage mit zusätzlichem "Ziehrad".
Windmühle Holzhausen a.d.Porta
Bereits in alten Katasterunterlagen aus dem Jahre 1837 ist am Standort der heutigen Mühle eine Windmühle eingezeichnet. Ob dies die heutige Mühle ist, steht nicht fest. Bis zum heutigen Tage ist das Baudatum des Wall-Holländers mit seinem verputzten konischen Bruchsteinturm nicht bekannt.
Windmühle Levern "Kolthoffsche Mühle"
Der Galerie-Holländer von 1922 steht auf einem massiven Bruchsteingeschoss. Sein verbretteter und geschindelter hölzerner "Sechskant" ist im Kreis Minden-Lübbecke einmalig. Mit dem altertümlichen Stert und den windgängigen Segelflügeln dokumentiert er alte Windmühlentradition.
Windmühle Meißen
Der
Wallholländer stammt von
1869 und ist nach der Restaurierung mit
Segelgatterflügeln und einer
Windrose ausgestattet. Seit den 1930er Jahren wurde die Mühle mit einem Motor angetrieben, deshalb wurde die Windanlage nach einem Sturmschaden
1941 komplett abgebaut und erst mit der Aufnahme in das Mühlenprogramm des Kreises wieder angebaut. Die Technik ist bis auf einem elektrisch angetriebenen
Steinschrotgang nicht mehr vorhanden, die Mühle hat einen stählerne
Flügelwelle und ein
Rollenlager als Halslager, das ansonsten selten im Denkmalschutz eingesetzt wird.
Windmühle Meßlingen
Mühle Meßlingen.jpg
Die Mühle wurde etwa im Jahre
1843 errichtet. Es handelt sich um einen achteckigen
Galerieholländer aus
Holzfachwerk auf massivem Backsteinunterbau. Die Haube wird durch eine an der Westfälischen Mühlenstraße einmalige doppelte Windrose in den Wind gedreht. An gleicher Stelle hat eine
1766 von der Preußischen
Regierung genehmigte Bockwindmühle gestanden. Die Windmühle
Meßlingen war eine der ersten Mühlen im Kreisgebiet, die vor dem Abriss gerettet und restauriert wurden. An der technischen Einrichtung wird weiter restauriert, die Mühle ist nur bedingt funktionsfähig.
Windmühle Nordhemmern "Greftmühle"
Mühle Nordhemmern.jpg
Der konische Turm des Wallholländer wurde 1938 aus groben Sandsteinen gemauert. Im Rahmen der Restaurierung erhielt die Mühle wieder windgängige Segelflügel. Ebenfalls wurde die alte 9-blättrige Windrose, die einzige im Kreisgebiet, wieder hergestellt.
Die Mühle steht auf einem äußerst windgünstigen Platz. Zeitweise gab es hier eine
Bokemühle und eine
Ölmühle. Technisch wurde sie zum Schluss als
Motormühle gefahren, leider ist die Technik unvollständig, die Mühle kann somit nicht betrieben werden.
Windmühle "Büsching'sche Mühle" Petershagen
Die Mühle wurde 1810 errichtet. Der
Wallholländer ist verbrettert und geschindelt. Der Achtkant steht auf steinernem Unterbau. Die
Windrose ist funktionsfähig und dreht die Haube ständig in den Wind.
In den letzten Jahren wurde die Mühle umfassend wieder hergestellt, die
Müllereimaschinen sind leider nur teilweise funktionsfähig. Sehenswert ist das alte
Lokomobil im Keller, das über einen Riemen die
Königswelle von unten antreiben kann.
Bild:Mühle Petershagen Büsching.jpg|Büsching'sche Mühle Petershagen
Bild:Mühle Petershagen Büsching2.jpg|Büsching'sche Mühle
Bild:Mühle Pottmühle Petershagen.jpg|Pottmühle Petershagen
Windmühle Petershagen, Pottmühle
Die Pottmühle ist der jüngste
Galerieholländerwindmühle im Kreis Minden-Lübbecke. Der 18 m hohe, leicht konische Bruchsteinturm wurde 1938 errichtet. Bereits im Jahre 1745 wurde an diesem Standort eine
Königsmühle erbaut. Der Name Pottmühle soll entstanden sein, weil der Turm mit der aufgesetzten Kappe wie eine Kaffeekanne aussieht.
Die Mühle war technisch gut ausgerüstet: Zwei
Schrotgänge, einen
Mahlgang, einen
Walzenstuhl mit zweigängigen
Plansichter und eine Reinigung fürs Getreide konnten sowohl mit Wind als auch mit Motor angetrieben werden. Doch leider wurde die Mühle leergeräumt und als Lager benutzt.
Windmühle Rodenbeck "Rodenbecker Mühle"
Die
Rodenbecker Mühle wurde 1821 als
Galerieholländer erbaut. Sie ist durch ihren massigen, gedrungenen und konischen Mühlenturm geprägt. Die 24eckige Galerie verstärkt diesen Eindruck. Hierdurch wirkt die größte Mühlenhaube im Kreisgebiet relativ klein. Der sumpfige Untergrund (Feuchtgebiet
Bastauniederung) setzte eine ordentliche Gründung mit Eichenpfählen voraus.
Bild:Windmühle Rodenbeck.jpg|Windmühle Rodenbeck
Bild:Mühle_Seelenfeld.jpg|Königsmühle Seelenfeld
Windmühle Seelenfeld, Königsmühle
Die Königsmühle
Seelenfeld steht auf der höchsten Erhebung 74 m ü. NN) der alten Bauerschaft Seelenfeld. Über der engen Eingangstür der Mühle ist die Steintafel mit der eingemeißelten Inschrift
FWR 1731 zu sehen. FWR sind die Anfangsbuchstaben der Wörter Fridericus Wilhelmus Rex. Der König von Preußen ließ diese Mühle erbauen.
Windmühle Stemmer
Der Wallholländer von 1860 hat einen an der Wetterseite verputzten konischen Ziegelsteinturm. 1997 erhielt er wieder windgängige Jalousieflügel. Ein unverwechselbares Aussehen geben der Mühle die in den Farben des Dorfes weiß-grün-gelb gestrichenen Windrosenblätter. Die Mühle wird als Lager genutzt und ist nur bedingt funktionsfähig.
Bild:Mühle_Stemmer.jpg|Windmühle Stemmer
Bild:Windmühle_Struckhof_farbe.jpg|Holländerwindmühle Struckhof
Bild:Muehle_Struckhof_Huellhorst2.jpg|Mühle Struckhof in Hüllhorst
Bild:Muehle_Struckhof_Huellhorst.jpg|Mühle Struckhof
Windmühle Struckhof, Hüllhorst
Der Wall-Holländer wurde 1883 errichtet. Die Mühle wurde erst 1987 in das Mühlenerhaltungsprogramm aufgenommen. Mit ihr besaß die Gemeinde Hüllhorst als einzige Gemeinde bzw. Stadt im Kreis Minden-Lübbecke alle Arten (Wind, Wasser, Tiere/Rösser) der Naturkraftmühlen.
Windmühle Südhemmern
Der Wallholländer soll nach einer Inschrift im Jahre 1880 erbaut worden sein. Der stark konische, an der Wetterseite verputzte, Mühlenturm aus Backsteinen ist von weither zu sehen. Diese Mühle wurde als erste im Rahmen des Kreismühlenerhaltungsprogramms renoviert. Bereits 1980 konnte die Mühle wieder "in Betrieb" gehen.
Bild:Mühle Südhemmern.jpg|Windmühle Südhemmern
Bild:Mühle Südhemmern2.jpg|Fachwerkgebäude an der Windmühle Südhemmern
Bild:Mühle Südhemmer3.jpg|Mühle Südhemmern
Windmühle Todtenhausen, Großenheider Königsmühle
Die Großenheider Königsmühle in
Todtenhausen ist ein um 1731 gebauter Wall-Holländer mit einem leicht konischen Bruchsteinturm und einem kleinen Erdwall. 1972 erhielt die Mühle wieder Flügel. Diese Flügel sind den letzten Jalousieflügeln nachgebildet. Die Windrosenanlage wurde 1985 durch den ursprünglichen Stert ersetzt.
Bild:Mühle Großenheide.jpg|Großenheider Königsmühle
Bild:Valentinsmühle.jpg|Valentinsmühle in Todtenhausen
Bild:Mühle Tonnenheide.jpg|Mühle Tonnenheide
Bild:Mühle Tonnenheide Haus.jpg|Fachwerkhaus an der Mühle Tonnenheide
Windmühle Todtenhausen, Valentinsmühle
Die Valentinmühle in Todtenhausen ist ein um 1858 erbauter Erd-Holländer, der mit seinem konischen, an der Wetterseite verputzten Backsteinturm seit der Restaurierung 1991 wieder eine Mühlenhaube mit windgängigen Segelgatterflügeln und einer Windrosenanlage hat. Mühle ist funktionsfähig wird aber selten in Betrieb gesetzt. In der Weihnachtszeit strahlt die Mühle, erleuchtet durch Hunderte von Birnen, weit über das Wesertal.
Windmühle Tonnenheide
Der Galerie-Holländer wurde 1878 erbaut. Sein verputzter "steinerner Achtkant" auf dem ebenfalls 8-eckigen 2-geschossigen Unterbau ist äußerst auffällig. Die windgängigen Segelflügel und der Stert machen diese weithin sichtbare Windmühle zu einem begehrten Fotoobjekt.
Die Mühle wurde aus ca. 150.000 Ziegelsteinen, die im Feldbrand in
Tonnenheide hergestellt wurden, erbaut.
Neuerdings ist die Tonnenheider Mühle einer weiteren Nutzung zugeführt: Im zweiten Obergeschoss befindet sich ein Standesamt. Hier kann man sich, fernab von allen Amtsstuben, das "Ja-Wort" geben; dies dürfte für viele ein unvergessliches Erlebnis sein. In dem neben der Mühle errichteten Fachwerkgebäude besteht die Möglichkeit einen Umtrunk, eine Sektfrühstück oder ein kleines Buffet einzunehmen.
Windmühle Veltheim
Die Windmühle wurde 1903 als Ersatz für einen 1870 errichteten Erdholländer gebaut. Der jetzige Wallholländer hat einen verputzten konischen Ziegelsteinturm. Von der 1870 errichteten Mühle ist bekannt, dass die Flügel so tief hingen, dass der 12jährige Sohn des Müllers von ihnen beim Drehen tödlich verletzt wurde; wegen eines Blitzschlages musste diese Mühle abgerissen werden.
Bild:Mühle_Veltheim.jpg|Windmühle Veltheim
Bild:Mühle Wegholm.jpg|Windmühle Wegholm
Windmühle Wegholm
Als Ersatz für eine in schlechtem Bauzustand befindliche Hofmahlmühle wurde 1861 der Wallholländer mit seinem verputzten konischen Mühlenturm errichtet. 1899 wurde der ursprüngliche Stert durch eine Windrosenanlage ersetzt.
Wassermühlen
Wassermühlen befinden sich überall da, wo genug Gefälle für ein Bach besteht, um ihn Energie zu entnehmen. Das ist entlang der Westfälischen Mühlenstraße meist an den Wiehen- und Wesergebirge und dem bergigen Ravensberger Land der Fall.
Zur Westfälischen Mühlenstraße gehören folgende Wassermühlen:
Wassermühle am Osterbach, Siekertal Bad Oeynhausen
Die Wassermühle wurde 1722 erbaut. Sie wurde bis 1952 auf dem früheren Meierhof in Bünde-Herringhausen betrieben und steht nun auf dem Museumshof der Stadt Bad Oeynhausen.
Das mittelschächtige Wasserrad aus Holz mit einem Durchmesser von 2,4 m wurde 1985 wieder in Betrieb genommen. Sie ist typisch für viele an kleinen Bachläufen vorhandene Mühlenanlagen.
Wassermühle Bergkirchen "Schönen Mühle"
Sie ist schön, hat diesen Namen aber nach dem Namen des Eigentümers. Wann die Mühle erbaut ist, steht nicht fest. Erzählt wird, dass sie während des 30jährigen Krieges gebaut worden sein soll. Das Mühlengebäude ist aus Bruch- und Ziegelsteinen errichtet. Ein oberschlächtiges Wasserrad (3,8 m Durchmesser) treibt die Mühleneinrichtung an.
Wassermühle Döhren, "Plaggen Mühle"
Bild:Mühle Döhren.jpg|Wassermühle Döhren
Bild:Mühle Döhren2.jpg|Wasserrad an der Mühle Döhren
Bild:Mühle Döhren3.jpg|Wasserrad von oben an der Wassermühle Döhren
Bild:Mühle Wasser Eilhausen.jpg|Wassermühle Eilhausen
Bild:Mühle_Wasser_Eilhausen2.jpg|Wassermühle in Lübbecke-Eilhausen
Bild:Wassermühle Eilhausen3.jpg|Wasserrad der Wassermühle Eilhausen
Wassermühle Eilhausen
Der kleine eingeschossige Bruchsteinbau mit Fachwerkgiebeln könnte nach einer eingemeißelten Jahreszahl 1698 erbaut worden sein. Das oberschlächtige Wasserrad hat einen Durchmesser von 2,6 Metern. Im 19. Jahrhundert hat es am Nordhang des Wiehengebirges eine Vielzahl derartiger Mühlen gegeben.
Wassermühle Fiestel, "Ellerburger Mühle"
Bereits zwischen 1566 und 1570 wurde die Ellerburger Mühle erstmalig erwähnt. Nähere Einzelheiten wurden jedoch erst wesentlich später bekannt. Nach dem Verkauf des Wasserrechtes verschwindet der ca. 1900 m² große Mühlenteich. Die
Große Aue wurde in ihr heutiges Bett umgelegt.
Wassermühle Hüllhorst "Husenmühle"
Bereits 1646 wurde die Husenmühle im Nachtigallental erwähnt. Sie besitzt ein oberschlächtiges Wassserrad mit einem Durchmesser von 4 Metern. In dem auf den alten, erhaltenen Grundmauern nachgebauten Gebäude wird ein Cafe-Restaurant betrieben.
Bild:Wassermühle Kleinenbremen1.jpg|Wassermühle Kleinenbremen
Bild:Wassermühle Kleinenbremen2.jpg|Wasserrad an der Wassermühle Kleinenbremen
Wassermühle Kleinenbremen, "Hartings Mühle"
Die Mühle wurde erstmalig 1809 erwähnt. Sie hat den Namen von dem damaligen Eigentümer und war eine von damals sechs Mühlen in
Kleinenbremen. Das Wasserrad aus Holz hat einen Durchmesser von 3,8 m. Das heutige Mühlengebäude wurde um 1900 errichtet.
In dem Mühlengebäude befindet sich im Dachgeschoss ein kleines Dorfmuseum.
Guts-Wassermühle Hudenbeck
Die Guts-Wassermühle wird von einem
Wasserrad (Durchmesser 3,10 m, Breite 1 m) aus Stahl mit dem Wasser der
Großen Aue angetrieben. Das zweigeschossige Fachwerkgebäude wurde 1888 errichtet.
Erstmals wurde hier 1556 urkundlich eine Mühle erwähnt. Die Geschichte dieser Mühle ist eng mit der Geschichte des Rittergutes Holzhausen verbunden. Das Herrenhaus von 1558 ist heute
Haus des Gastes in
Preußisch Oldendorf - Holzhausen.
Die zerstörte Mühle wird 1983 wieder neu aufgebaut, das Wasserrad kommt aus dem
Siegerland, die
Mühleneinrichtung wird von einer Mühle bei Bünde zur Verfügung gestellt.
Bild:Wassermühle Holzhausen Gut Hudenbeck1.jpg|Gutswassermühle Hudenbeck
Bild:Wassermühle Holzhausen Gut Hudenbeck2.jpg|Wasserrad Gutswassermühle Hudenbeck
Bild:Pr.Oldendorf1.jpg|Haus des Gastes in Pr. Oldendorf-Holzhausen
Wassermühle Volmerdingsen
Die Wassermühle Volmerdingsen ist als vorläufig letzte Mühle in das Ensemble der Westfälischen Mühlenstraße aufgenommen worden. Es ist eine Wassermühle mit oberschlächtigem Wasserrad an einem neu angelegtem Stauteich.
Kombinierte Wind- und Wassermühle
Wind- und Wassermühle Lahde "Klostermühle"
Als Besonderheit in der Westfälischen Mühlenstraße gibt es die kombinierte Wind- und Wassermühle in
Lahde.
Dort kann die nötige Energie sowohl mit den Flügeln der Windmühle aus dem Wind als auch mit einer Turbine aus dem Wasser gewonnen werden. Von diesem Typ gibt es nur noch eine weitere funktionierende Mühle in Deutschland.
Die "Klostermühle" steht an einem bereits 1292 erwähnten Mühlenstandort. 1876 wurde der zweistöckige Galerie-Holländer errichtet. Das aus Backsteinen errichtete Mühlengebäude ist an der Wetterseite verputzt. Das Mühlengebäude hat einen großen Unterbau für den Wasserradantrieb.
Bild:Wind- und Wassermühle Petershagen-Lahde (Wind).jpg|Windmühle Lahde
Bild:Wind- und Wassermühle Petershagen-Lahde (Wasser).jpg|Wassermühle Lahde
Schiffmühlen
Schiffmühle Minden
Die nachgebaute
Schiffmühle wurde 1998 in Betrieb genommen und ist von zwei Bootsrümpfen getragen. Sie wird von einem unterschlächtigen zehnarmigen Schaufelrad, mit einem Durchmesser und einer Breite von je 5 Metern, angetrieben. Sie repräsentiert damit neben einer Handvoll anderer funktionierender Schiffsmühlen in Europa eine längst vergangene Handwerkstradition.
Bild:Mühle_Schiffmühle_Minden.jpg|Schiffmühle Minden
Bild:Schiffsmuehle.jpg|Schiffmühle Minden
Bild:Schiffmühle Minden2.jpg|Mühle vom Fußweg aus
Rossmühlen
Rossmühlen oder Göpelmühlen sind von Tieren angetriebene Mühlen, meist sind sie in einer großen Scheune untergebracht.
In der Westfälischen Mühlenstraße befinden sich folgende Rossmühlen:
Rossmühle Oberbauerschaft
Die Rossmühle wurde 1797 erbaut. Wegen ihrer Größe, Ausstattung und der erhaltenen Originalsubstanz ist diese Mühle ein über die Grenze Westfalens hinaus einzigartiges technisches Kulturdenkmal. Die Mühle wurde auf der Hofanlage Meyer zu Kniedorf errichtet. Auch die anderen Gebäude der Hofanlage sind Zeuge einer langen Hofentwicklung.
Rossmühle Rahden
Die Rossmühle Rahden steht im Museumshof in Rahden-Kleinendorf. Die um 1860 erbaute Roßmühle stand ursprünglich in Tonnenheide-Hahnenkamp. Typisch für diese Mühlen sind der quadratische Fachwerkbau.
Siehe auch
Literatur
- Mühlenverein im Kreis Minden Lübbecke e.V., Wolfgang Kuhlmann: Die Westfälische Mühlenstraße. Minden 2000, ISBN 3-9806058-3-3.
Weblinks
Mühle | Mühlenanlage | Kulturdenkmal (Nordrhein-Westfalen) | Kreis Minden-Lübbecke