| Wappen | Stadtteilkarte von Herten |
|---|---|
| Westerholt Stadtwappen WEB.jpg | Herten Stadtteilkarte Westerholt.jpg |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Münster |
| Kreis: | Recklinghausen |
| Gemeinde: | Stadt Herten |
| Geografische Lage: | |
| Einwohner: | 11.438 Stand: 31. Dezember 2005 |
| Postleitzahl: | 45701 |
| Vorwahl: | 0209 |
| Kfz-Kennzeichen: | RE |
| Website: | www.herten.de |
Westerholt ist ein Ort in Nordrhein-Westfalen, am nördlichen Rand des Ruhrgebietes, umgeben von Wäldern und Wiesen. Westerholt, das erst 1938 die eigenen Stadtrechte erhalten hatte, verlor im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform am 1. Januar 1975 die Selbständigkeit und gehört seither als Stadtteil zur Stadt Herten (Kreis Recklinghausen). Gemeinsam mit dem am selben Tag eingemeindeten Nachbarstadtteil Bertlich bildet Westerholt einen Stadtbezirk mit eigener Bezirksvertretung.
Es ist nicht genau datiert, wann Westholt zur "Freiheit" erhoben wurde, allerdings wurde die "Freiheit Westerholt" 1421 erstmals als solche erwähnt. 1454 lebten dort etwa 150 Einwohner in ca. 45 Häusern. Die damalige "Freiheit Westerholt" zeichnete sich aus durch die persönliche Freiheit der einzelnen Bewohner, die Vererblichkeit des Besitzes, durch regelmäßige Markttage, die Befestigung des Ortes sowie eine eigene Verwaltung.
Ur Wappen klein Westerholt Vest Recklinghausen WEB.jpg Ab dem 16. Jahrhundert hemmten Krieg, Besetzungen und die Pest die wirtschaftliche Entwicklung. In den Jahren 1582, 1591 und 1618 zerstörten Brände die Häuser in der Freiheit. Doch die Westerholter bewiesen großen Selbstbehauptungswillen. Sie bauten ihre Fachwerkhäuser, meist unter Verwendung der alten Holzbalken und Steine immer wieder auf. Sie restaurierten die Freiheitspforte und errichteten ein Armenhaus sowie eine Schule.
Viele Familien in Westerholt lebten von der Herstellung und dem Vertrieb von Woll- und Tuchartikeln. Verbreitete Berufe waren daher Tuchmacher, Weber und Flachsbauern. Viele Männer waren als "Kiepenkerle" im Münsterland und in Holland unterwegs, um dort die Westerholter Tuche zu verkaufen.
Nach dem großen Feuer vom 27. August 1808 wurden anstelle der im Alten Dorf abgebrannten Fachwerkhäuser an der "Brandstraße" große Steinhäuser errichtet.
1830 wurde das Schloss Westerholt in seiner heutigen Form erbaut. Die an der selben Stelle gestandene Vorgängerburg war abgebrannt.
1870 hatte Westerholt ca. 750 Einwohner mit ca. 105 Wohnhäusern und 32 Scheunen. In der Regel gehörte zu jedem Haus der "Alten Freiheit" ein großes Gartengrundstück auf der "Heide", das die jeweiligen Hausbesitzer bei der Aufteilung der gemeinsamen Weiden des Ortes als Privateigentum erhalten hatten.
Erst mit dem Einzug des Bergbaus - insbesondere dem Abteufen der eigenständigen Förderschachtanlage Westerholt 1/2 um 1907 - gelangte Westerholt wieder zu neuer Blüte. Die noch heute bestehende Zeche Westerholt wurde aufgebaut. Außerhalb der Tore der "Alten Freiheit" entstanden für die aus allen Teilen Deutschlands kommenden Bergleute erste Zechensiedlungen (Kolonie). Bereits 1905 zählte Westerholt 2.135 Einwohner.
Die Kaufleute und Handwerker aus dem Dorf erbauten auf der "Heide" - also außerhalb der Grenzen der Freiheit - auf den Flächen ihrer dort liegenden Gärten Wohn- und Geschäftshäuser. Die meisten von ihnen verkauften ihre im Dorf liegenden Fachwerkhäuser, zu denen nunmehr aber keine eigenen Gärten auf der Heide gehörten.
Die neuen Bewohner des Dorfes waren meist aus der Umgebung stammende Arbeiter, Handwerker, Gastwirte und kleine Gewerbetreibende, die durch die neu entstehenden Zechen und Siedlungen Broterwerb und ein Auskommen gefunden haben.
Den damaligen Bürgern im Alten Dorfes ist es zu verdanken, dass die Freiheit in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht einer Flächensanierung zum Opfer fiel; immerhin hatten die örtlichen Stadtplaner vor, das alte Dorf abzureißen und an dessen Stelle die damals in den Ruhrgebietsstädten modernen Betonzweckbauten erstellen zu lassen. Mit großem persönlichen und finanziellen Einsatz widersetzten die Eigentümer sich solchen Absichten. Nach der Eingemeindung durch die Stadt Herten, die ihre eigene Altstadt eben durch solche Bausünden verloren hatte, wurden die alten Häuser im Dorf durch das Land Nordrhein-Westfalen unter Denkmalschutz gestellt und die notwendigen Restaurierungen sogar zeitweise aus Mitteln der Stadt Herten gefördert. So blieben die historischen Strukturen erhalten. Die Häuser wurden ebenso wie das benachbarte Schloss inzwischen denkmalgerecht restauriert.
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"Westerholt (Nordrhein-Westfalen)".
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