Der Westdeutsche Rundfunk Köln (WDR) ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts (Landesrundfunkanstalt) für das Land Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Köln. Zudem ist er Mitglied der ARD und deren größte Sendeanstalt sowie einer der größten Sender Europas. 2006 feiert der WDR sein 50jähriges Bestehen. Er entstand 1956 durch die Spaltung des NWDR in den NDR und den WDR.
Der WDR sendet alleine oder in Zusammenarbeit mit anderen Rundfunk- bzw. Fernsehanstalten derzeit folgende Fernseh- und Hörfunkprogramme:
Der WDR liefert dem Ersten Fernsehprogramm unter anderem Sendungen wie Die Sendung mit der Maus, Harald Schmidt, das ARD-Morgenmagazin, die Sportschau, den Tatort oder Soaps wie Lindenstraße, Verbotene Liebe und Marienhof zu. Auch große Fernsehspiele wie Die Manns, Speer und Er oder auch Jahrestage nach Uwe Johnson kommen aus der NRW-Sendeanstalt.
Das WDR Fernsehen ist das sogenannte dritte Fernsehprogramm im Deutschen Fernsehen für Nordrhein-Westfalen. Der Name entstammt der Zeit, als es in Deutschland nur ARD und ZDF als Vollprogramme gab und die nur regional ausgestrahlten Fernsehprogramme in ihrem Verbreitungsgebiet jeweils die dritten Programme waren.
Nur über DAB (Digital Radio) sowie ADR (Astra Digital Radio) ausgestrahlt werden:
Die größten Produktionskapazitäten besitzt der WDR in Köln. Die verschiedenen Häuser und Anlagen des Senders sind auf die Innenstadt (Hörfunk und Fernsehen) und den Vorort Bocklemünd (Fernsehen) verteilt.
Zusätzlich gibt es Regionalstudios, die lokale Programme für Fernsehen und Hörfunk produzieren und senden (Lokalzeit aus …). Das wichtigste Regionalstudio liegt in Düsseldorf. Dort werden nicht nur die landesweiten Fernsehsendungen wie z.B. WDR aktuell, daheim und unterwegs, Aktuelle Stunde, Westpol, etc. hergestellt, auch die Leitung des Programmbereichs Regionalprogramme ist dort angesiedelt. Dortmund ist als Standort ebenfalls von hervorgehobener Bedeutung, da dort neben den regionalen Sendungen auch einzelne Sendestrecken für das Fernsehprogramm und für die Hörfunkwelle WDR2 sowie die Verkehrsnachrichten im Hörfunk hergestellt werden. Gleichzeitig dient das Dortmunder Hörfunkstudio auch als Ersatzstudio für die so genannte "Leitwelle" WDR 2. Außerdem wird in Dortmund auch die 20-minütige Lokalfernsehsendung „PunktDortmund“ hergestellt, ähnlich wie in Köln die Sendung „PunktKöln“. Weitere Regionalstudios des WDR sind Regio Aachen (Aachen), OWL aktuell (Bielefeld), Ruhr (Essen), Münsterland (Münster, Westf.), Südwestfalen (Siegen) und Bergisches Land (Wuppertal). Weitere Regionalstudios sind in Bonn, Duisburg und Paderborn geplant. Zudem besitzt der WDR Regionalbüros in Kleve, Detmold und Bonn. Regionalkorrespondenten sitzen in Krefeld, Duisburg, Paderborn, Minden, Ahaus, Rheine, Arnsberg und Monschau.
Die bundespolitische Berichterstattung des WDR wird von seinem Hörfunkstudio in Berlin, einem WDR-Fernsehkorrespondenten für das 3. Fernsehprogramm und von der Fernsehgemeinschaftsredaktion des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin wahrgenommen.
Außerdem betreibt der WDR in folgenden Städten der Welt Auslandsstudios, zum Teil in Kooperation mit dem NDR: Washington (USA), Brüssel (Belgien), Paris (Frankreich), Moskau (Russland), New York (USA), Nairobi (Kenia), Warschau (Polen).
Der Sendebetrieb wurde nach Langenberg verlegt, wo auch heute noch der WDR einen Großsender für MW, UKW und TV betreibt. 1934 wurde die WERAG verstaatlicht und ein Jahr später als „Reichssender Köln“ Teil des späteren Großdeutschen Rundfunks. Im gleichen Jahr zerstörte eine Windhose den Sendeturm in Langenberg. Der „Reichssender Köln“ sendete bis 1942, dann musste das Programm wegen Zerstörung des Funkhauses eingestellt werden.
Im Nachkriegsdeutschland gründete die britische Besatzungsmacht in ihrem Gebiet 1945 zunächst „Radio Hamburg“, das im Herbst 1945 als „Nordwestdeutscher Rundfunk“ (NWDR) gemeinsame Rundfunkanstalt für die gesamte britische Zone einschließlich Berlin wurde. Hauptsenderstandort war Hamburg. In Köln befand sich ein weiteres Funkhaus. Der NWDR wurde 1948 in deutsche Hände übergeben und eine „Anstalt des öffentlichen Rechts“ für die Bundesländer Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Berlin.
Der NWDR strahlte zunächst nur ein Programm (später NWDR 1) aus. Ab 1950 folgten auf UKW zwei regionale Hörfunkprogramme, NWDR Nord (später NDR 2) und NWDR West (später WDR 2). Im gleichen Jahr war der NWDR Gründungsmitglied der ARD. Zwei Jahre später (1952) war der NWDR maßgeblich für den Wiederbeginn des Fernsehens in Deutschland verantwortlich.
Zum 1. Juni 1954 schied der neu gegründete Sender Freies Berlin (SFB) aus dem NWDR aus, um für das Land Berlin eigenständige Programme auszustrahlen. Im gleichen Jahr startete das gemeinsame Fernsehprogramm der ARD.
Im Februar 1955 regelten die Bundesländer Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen den Rundfunk in ihren Ländern neu. Infolgedessen wurde der NWDR in zwei eigenständige Rundfunkanstalten aufgeteilt, der „Norddeutsche Rundfunk“ mit Sitz in Hamburg sollte künftig für die Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein und der „Westdeutsche Rundfunk Köln“ mit Sitz in Köln für das Land Nordrhein-Westfalen Rundfunksendungen veranstalten. Am 1. Januar 1956 starteten die beiden neuen Sendeanstalten mit ihren eigenen Radiosendungen. Den Fernsehbereich übernahm ab 1. April 1956 zunächst noch der „Nord- und Westdeutsche Rundfunkverband“ (NWRV) bis 1961. Dann waren beide Sendeanstalten auch im Fernsehbereich für ihr jeweiliges Sendegebiet verantwortlich.
Der WDR sendete somit ab 1956 zunächst 2 Hörfunkprogramme, WDR 1 und WDR 2, und lieferte seinen Anteil zum ARD-Gemeinschaftsprogramm des Deutschen Fernsehens. Das 1. Hörfunkprogramm (WDR 1) wurde bis 1986 zum Teil gemeinsam mit dem NDR betrieben, danach wurde es Zug um Zug zur Welle für 14 bis 29-Jährige ausgebaut.
Am 30. April 1964 startete der WDR sein 3. Hörfunkprogramm WDR 3.
Am 17. Dezember 1965 (offizieller Start des Regelbetriebs 1967) startete der WDR mit der Ausstrahlung eines eigenen „Dritten Fernsehprogramms“, zunächst als „Westdeutsches Fernsehen“ (WDF, ab 1988 West 3), das ab 1991 zu einem Vollprogramm ausgebaut wurde und zwischenzeitlich auch über Satellit in nahezu ganz Europa zu empfangen ist. Seit 1994 wird es als WDR-Fernsehen geführt.
Zwischen 1965 und 1970 wurde für den Mittelwellensender in Langenberg eine neue Frequenz am oberen Bereichsende (bis 1978 1586kHz, ab 1978 1593kHz) festgelegt und seine Leistung auf 800 Kilowatt erhöht, was diese Station zu einer der markantesten Sender im Mittelwellenbereich machte. 1980 ging noch ein zweiter – bis 1995 wegen Auflagen des Genfer Wellenplans nur tagsüber betriebener – Mittelwellensender in Langenberg in Betrieb. Am 3. Januar 1983 startete der WDR auf dem Unterträger des Fernsehprogramms West 3 sein regionales Videotext-Angebot WDR-Text. Es war das erste regionale Videotext-Angebot einer ARD-Anstalt.
Am 1. Januar 1984 startete der WDR sein 4. Hörfunkprogramm WDR 4 mit vorwiegend deutscher Unterhaltungsmusik, das seit 1. Januar 1985 ein Vollprogramm ist. Gleichzeitig starten im Hörfunk 5 Regionalprogramme aus Bielefeld, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster. Die Regionalisierung wurde später weiter ausgebaut und auch auf den Fernsehbereich ausgedehnt („Lokalzeit“).
Am 10. Januar 1985 brach der Sendemast auf den Bielstein in Folge von Vereisung zusammen. Am 7. Oktober 1991 startete der WDR die Nordrhein-Westfalen-Welle WDR Radio 5 auf der Senderkette von WDR 1, das auf eine neue fünfte UKW-Senderkette wechselte.
Ende 1993 wurde der weitreichende Mittelwellensender für die Frequenz 1593 kHz, der jeden DXer bekannt war, wegen PCB in den Kondensatoren und anderen Bauteilen stillgelegt. Am 1. April 1995 wurde das Programm WDR 1 vollständig neu konzipiert als Rock- und Popwelle und trägt nunmehr die Bezeichnung Eins Live.
Am 2. September 1996 stürzte bei Wartungsarbeiten ein 160 Meter hoher Sendemast in Langenberg ein. Am 30. August 1998 startete der WDR sein Programm Funkhaus Europa als integratives Angebot für Hörer ausländischer Herkunft und interessierte Deutsche in Nordrhein-Westfalen. An diesem Programm ist Radio Bremen mitbeteiligt und man arbeitet mit radiomultikulti vom RBB zusammen.
Der WDR produziert beim Weltjugendtag 2005 in Köln das internationale Bild für TV-Stationen in aller Welt. Intendant Pleitgen sagte, die größte WDR-Produktion seit 15 Jahren habe „olympische Ausmaße“ gehabt. Allein für den Papstbesuch waren 700 Mitarbeiter beschäftigt und weit über 120 Kameras im Einsatz.
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