Der Westcoast Hip Hop ist eine Strömung innerhalb des Hip Hop, der sich in den 1980er Jahren an der Westküste der USA entwickelte.
Er wurde in den Anfängen maßgeblich etabliert von den aus Los Angeles stammendem Musikern wie N.W.A. (Niggaz with Attitudes), Ice-T, Egyptian Lover und weiteren, die durch einen sehr eigenen Stil ein musikalisches Gegengewicht zum „klassischen“ Eastcoast Hip Hop aus New York City bildeten.Eine kleine Verbindung, aber auch Konkurrenz, gibt es zwischen dem West Coast und dem East Coast.
Der Hardcore Gangsta Rap aus Los Angeles wurde national bekannt durch erste Erfolge in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre, etwa das Album Batter (1985) von Toddy Lee oder 6'n da Mornin
1988 erschien N.W.As Erfolgsalbum Straight Outta Compton und damit der erste große Erfolg des Gangsta Rap von der Westcoast. Das Album zeichnete sich durch bis dahin unbekannte Hardcoreelemente aus, die stark beeinflusst waren von Ice-T, Latino und Cypress Hill, außerdem durch eingängige Musik im Stil von MC Hammer und Humoreinlagen wie bei Digital Underground. Die Mischung wurde ergänzt durch sparsame Beats und sehr offene und brutale Sozialkritik. Besonders der Song Fuck tha Police sorgte für Aufregung und Erfolg zugleich.
In den frühen 90ern zeichnete sich die amerikanische Hip-Hop-Szene durch eine starke Rivalität der Westcoast und des Eastcoast aus. N.W.A. trennten sich und drei der Mitglieder starteten erfolgreiche Solokarrieren. Ice Cube führte den aggressiven Stil weiter, beeinflusst durch Public Enemy. Dr. Dre entwickelte mit seinem auf den P-Funk aufbauendem G-Funk einen neuen Stil, der sich in der Westcoastszenen schnell durchsetzte. Sein Soloalbum The Chronic (1992) stellte den Karrierebeginn von späteren G-Funk-Künstlern wie Snoop Dogg und Warren G dar.
Der Hip-Hop-Krieg gipfelte in den Morden an den Rappern Tupac Shakur (Westcoast) und Notorious B.I.G. (Eastcoast). In der Folge wurde der Westcoast Hip Hop vor allem durch den Humor von Snoop Dogg, Coolio und anderen zunehmend bei weißen Zuhörern populär, an der Ostküste entstanden derweil der Wu-Tang Clan und Solokünstler wie Nas, die gegen die Pop-beeinflussten Erfolge von Puff Daddy und den Bad Boy Records ankämpften. Hip Hop entwickelte sich in den späten 1990ern auch zunehmend auch in anderen Städten wie Atlanta, St. Louis, Chicago und New Orleans, häufig mit sehr eigenen Sounds. Der Westcoast Hip Hop blieb zwar gegenüber Superstars der Ostküste wie Jay-Z ein wenig zurück, blieb jedoch vor allem durch Snoop Dogg und Dr. Dre sowie den von Dre beeinflussten weißen Rapper Eminem populär.
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