Wesley Earl Craven (* 2. August 1939 in Cleveland, Ohio, USA) ist ein US-amerikanischer Regisseur und Drehbuchautor, vor allem bekannt für Horrorfilme, z. B. die Reihe der "Nightmare on Elm Street" und "Scream" Filme.
Seinen gradlinigen und oftmals verstörenden Stil setzte er in "The Hills have Eyes" 1977 fort. Die Geschichte einer Familie, die in der Einöde von einem Rudel mutierter Kannibalen gejagt und getötet wird, wurde ein noch größerer Erfolg als "Last House on the left side".
Mitte der achtziger Jahre gelang Craven der endgültige Durchbruch, als er mit dem Alptraummörder Freddy in "Nightmare on Elm Street" eine neue Dimension von Horror auf die Leinwand brachte. 1994 versuchte er mit "Freddys New Nightmare" die inzwischen durch zahlreiche Sequels verwässerte Story um den Schlitzer Freddy zu einem würdigen Ende zu bringen - ein Ansinnen, welches durch "Freddy vs. Jason" 2002 wieder relativiert wurde. Sein satirischer Vampirhorror "Vampire in Brooklyn" (1995) mit Eddie Murphy zieht genussvoll sowohl Rassen- als auch Gothic-Klischees buchstäblich durch den Kakao, entwickelte sich aber zu einem Flop an den Kinokassen.
Erst 1996 gelang es Craven mit "Scream" das totgeglaubte Schlitzer-Genre mit neuem Leben zu füllen - der Mörder in der Munch-Maske entwickelte sich sofort zur Pop-Ikone, die satirische Geschichte um eine Gruppe Jugendlicher, die - trotz ihrer Kenntnisse von Horrorfilmen - schließlich auf die gleiche Weise umkommen, wie in diesen Filmen dargestellt - wurde ein Kassenschlager und finanziell nur noch vom Nachfolger "Scream 2" übertroffen.
Neben seiner Arbeit an "Scream" drehte Craven außerdem "Music of the heart", die wahre Geschichte einer Musiklehrerin aus Brooklyn, mit der sich Craven aus dem bekannten Horrorterrain herauswagte. Meryl Streep konnte eine Oscarnominierung als beste Hauptdarstellerin verzeichnen. Nachdem Craven 2000 mit "Scream 3" die Scream-Trilogie beendet hatte, versuchte er sich zunächst am Werwolf-Genre, welches mit "Cursed" (2005) einen sowohl finanziellen als auch künstlerischen Flop markierte. Im selben Jahr konnte Craven allerdings mit "Red Eye", einem Thriller mit Rachel McAdams und Cillian Murphy zu alter Form zurückfinden.
Als Produzent ist Wes Craven zudem verantwortlich für die Reihe "Wes Craven presents".
Wes Cravens Filme und die darin dargestellte Gewalt sind prägend für das gegenwärtige amerikanische Horrorkino. Inhaltlich behandelt Craven immer wieder die Geschichte einer Gruppe, die - zumeist unschuldig - in die Fänge brutaler und sadistischer Mörder geraten. Die Irrationalität und Brutalität der Gewalt lässt sich vor allem in Cravens frühen Werken wieder finden, welche durch seine Medienerfahrung mit dem Umgang von Gewaltdarstellung im Vietnamkrieg geprägt sind. Erst mit "Scream" verlässt Craven die "reale" Welt des Horrors, um sich einer medienkritischen und bewussten Form von Gewalt zuzuwenden, die selbstreflexiv mit Horror-Klassikern wie "Halloween" und "Prom Night" umgeht. Cravens Visualisierung von Gewalt bleibt dabei stehts realistisch, er zeigt Gewalt und Folter als hässlichste Form der menschlichen Seele ohne jegliche Stilisierung und Glorifikation - eine Methode, die Craven grundlegend von Regisseuren, wie Quentin Tarantino und Robert Rodriguez unterscheidet. Gewalt und Horror sind somit bei Craven niemals ästhetisch oder reines Mittel zum Zweck, sie dienen zur klaren Abgrenzung zwischen Gut und Böse.
Wichtig ist in Cravens Filmen das Moment der Hoffnung, welcher - zumeist durch die weibliche Indentifikationsfigur verkörpert - den Film trägt und den Zuschauer auch in den brutalsten Sequenzen nicht alleine lässt. Die Bewältigung der Angst wird somit für Hauptdarstellerin und Zuschauer zum wichtigsten Aspekt eines Craven Film.
Setzte sich Craven mit der "Scream"-Trilogie noch medienkritisch mit einer abgestumpften Fernseh-Gesellschaft auseinander, folgen seine jüngsten Projekte dem neuen Trend im amerikanischen Horror-Film nach 9/11: Horror und Bedrohung werden - ähnlich wie in den siebziger Jahren - nicht länger als interner Teil unserer Gesellschaft verstanden, sondern kommen von außen, sei es der Terrorist in "Red Eye" oder die, jeglicher Menschlichkeit beraubter Kannibalen in dem Remake von "The Hills have Eyes", welches Craven als Produzent betreute.
Ähnliche Strukturen finden sich in den ebenfalls jüngst erschienen Horrorfilmen "Wrong Turn", "Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre","Hostel" und "Chaos"- einem Remake von "Last house on the left side", welches durch seine extreme Darstellung von sexueller und körperlicher Gewalt zu einer neuen Kontroverse in der amerikanischen Filmindustrie geführt hat. Mit "Red Eye" setzt Craven auf einen weniger blutrünstigen, dafür psychologischen Horror und signalisiert eine Abkehr vom Slasher-Genre.
Mann | US-Amerikaner | Regisseur | Geboren 1939
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