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Der Begriff Werttheorie bezeichnet diejenigen Wirtschaftstheorien, die davon ausgehen, dass den Preisen der gehandelten Waren ein prinzipiell objektiver (Tausch-)Wert zugrundeliegt. Dabei bemessen sich Preise nicht unbedingt nach diesem Wert, da sie im Spiel von Angebot und Nachfrage entstehen, jedoch haben sie eine Tendenz dazu, grundsätzlich auf diesen Wert zurückzufallen.

Bekannte Vertreter von Werttheorien sind David Ricardo und Karl Marx, insbesondere in seinem Hauptwerk Das Kapital.

Philosophische Werttheorie


In der Philosophie wird unter Werttheorie einerseits die Diskussion der Funktion von Werten im Leben und ihr Vergleich innerhalb kultureller Systeme, vor allem aber auch die Begründung von Werten hinsichtlich ihrer Seinsweise verstanden. Werte können z. B. als subjektiv oder objektiv, als individuell oder allgemeingültig aufgefasst werden.

Im naiven Wertrealismus werden Dinge, Eigenschaften und Funktionen mit Werten gleichgesetzt.

Der Neukantianismus versteht Werte als Sollensforderungen (Wilhelm Windelband 1848 – 1915) und (Heinrich Rickert 1863 - 1936). Für Rickert sind "Werte (...) keine Wirklichkeiten, weder physische noch psychische. Ihr Wesen besteht in ihrer Geltung, nicht in ihrer Tatsächlichkeit."

Im Wertidealismus (Max Schelers (1874 – 1928) und Nicolai Hartmanns (1852 – 1950) werden Werte als "ideales Ansichsein" verstanden, das ebenso wahre und allgemeingültige Aussagen erfasst wie mathematische und logische Wahrheiten.

Der Wertpsychologismus versteht Werte als gedankliche Einstellungen, die sich an den Bedürfnissen des Menschen orientieren.

Der Hedonismus fasst Werte als durch Fühlen ("Lust") bedingt auf.

Neuere Konzepte innerhalb der Psychologie und Philosophie der Emotionalen Intelligenz (Peter Schmidt 2005) sehen umfassender als im Hedonismus Fühlen als das an, was letztlich Werte begründet, da sich nur in der Evidenz von Angenehm- und Unangenehmsein (vergl. Emotion, Wert, Wertvorstellung) Wertvollsein zeigt, das nicht mehr zum unendlichen Regress des Hinterfragens führt, warum etwas ein Wert ist. Werte, die nicht auf Fühlen beruhen, sind dagegen lediglich so genannte "Nützlichkeitswerte", also Werte als Mittel (wie z.B. Geld, Werkzeuge, Medikamente, Politik, Gesetze), die am Ende immer zum Endwert des Fühlens führen müssen, da ihr Wert auf diesen Endwert hin relativ ist. Selbst Demokratie ist demnach nur dann ein Wert, wenn sie innerhalb des emotionalen Systems, in dem Menschen miteinander leben, auch tatsächlich zu mehr Positivität des Fühlens führt. Werte, die sich nicht am gefühlten Endwert orientieren, drohen leicht in Zwang und Unfreiheit, autoritäres Verhalten und Despotismus abzugleiten. Viele historische Fehlentwicklungen sind auf falsch verstandene Werte zurückzuführen.

Die Seinsweise der Werte wird seit den Anfängen der Philosophie überwiegend in der Ethik diskutiert.

Siehe auch


Literatur


  • Hare, Richard M.: Moralisches Denken. Frankfurt 1992.
  • Hartmann, Nicolai: Ethik. Berlin 1962.
  • Kraft, Victor: Die Grundlagen einer wissenschaftlichen Wertlehre. Wien 1951.
  • Scheler, Max: Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik. Bern 1966.
  • Schmidt, Peter: Die Kraft der positiven Gefühle. München 2001.
  • Schmidt, Peter: Scanning. Herten 2005.

Volkswirtschaftslehre | Ethische Theorie

 

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