Die Werrabahn ist eine eingleisige Hauptbahn von Eisenach über Meiningen nach Eisfeld und früher weiter nach Coburg, die meist entlang der Werra verläuft.
1841 schlossen das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und die Herzogtümer Sachsen-Coburg und Gotha sowie Sachsen-Meiningen einen Staatsvertrag zur Errichtung einer Bahnlinie von Eisenach nach Coburg. 1845 wurde mit dem Königreich Bayern die Vereinbarung über die Anbindung der Werrabahn an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn in Lichtenfels getroffen und schließlich erhielt 1855 die neu gegründete Werra-Eisenbahn-Gesellschaft die Konzession zum Bau und Betrieb der Strecke.
Am 18. Februar 1856 erfolgte bei Themar der erste Spatenstich. Schon am 1. November 1858 konnte die gesamte Strecke zwischen Eisenach und Coburg mit einer Länge von 130,1 km feierlich eingeweiht werden. Die restliche Strecke mit 30 km Länge bis Lichtenfels wurde im Januar 1859 in Betrieb genommen.
Sämtliche Kunstbauten waren von vornherein für den zweigleisigen Betrieb ausgelegt worden. Der zweigleisige Ausbau wurde aber nur 1910 auf der Strecke durch den Thüringer Wald von Eisenach nach Bad Salzungen (26,7 km), sowie zwischen Schwallungen und Wasungen (3,5 km), Meiningen und Grimmenthal (7,1 km) und Coburg und Creidlitz (4,6 km) durchgeführt.
Die gesamte Strecke bis Lichtenfels ging am 1. Oktober 1895 in preußisches Staatseigentum über. Bis 1945 gehörte sie zur Reichsbahndirektion Erfurt. Im Personen- und Güterverkehr hatte die Nebenfernstrecke insbesondere für Franken und Südthüringen eine große Bedeutung. Im Kursbuch der Deutschen Reichsbahngesellschaft hatte die Strecke die Nummer 165.
Durch die Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch auf dieser Bahnlinie zwischen den Bahnhöfen Eisfeld und Görsdorf 1945 der Betrieb eingestellt. Versuche zur Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs scheiterten zwischen 1947 und 1950. Am 1. Juli 1976 wurde der Gesamtverkehr zwischen Coburg und der Grenze eingestellt; anschließend wurden die Gleise abgebaut. Schon vor 1989 waren die Grundstücke verkauft worden und in Lautertal und Coburg teilweise bebaut worden, weshalb eine Wiederherstellung der Strecke nicht mehr möglich ist.
Auf der Teilstrecke Coburg–Lichtenfels wurde am 5. Oktober 1950 der elektrische Zugbetrieb aufgenommen. Es handelte sich um eines der ersten Elektrifizierungsvorhaben nach dem Krieg überhaupt. Es sollte die Verbundenheit zwischen dem Freistaat Bayern und dem 1920 mit ihm vereinigten Coburger Land demonstrieren.
1975 wurde die Elektrifizierung nach Neustadt bei Coburg verlängert und seit 1991 fahren die Züge mit Elektrolokomotiven nach Sonneberg (siehe Bahnstrecke Coburg–Sonneberg). Die Strecke Neustadt–Coburg–Lichtenfels hatte im Kursbuch der Deutschen Bundesbahn bis 1970 die Streckenummer 419b, danach bis heute die 830, während bei der Deutschen Reichsbahn die Strecke Eisenach - Meiningen - Eisfeld die Nummer 190 trug. 1968 wurde die Streckenummer auf 630 geändert, ab 1990 galt diese nur noch zwischen Eisenach und Meiningen und für den Abschnitt von Meiningen über Eisfeld nach Sonneberg die 633. Im heutigen Kursbuch der Deutschen Bahn AG hat die Strecke Eisenach - Meiningen die Nummer 575 und die Strecke Meiningen - Eisfeld - Sonneberg die Nummer 569.
- bgcolor="#FFDEAD" | Betriebspunkt | Kilometer | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Kbs bhf.png Eisenach | | Kbs abzweig.png Erfurt-Bebra |
| Kbs bhf.png Bk Höpfen | | |
| AB-Tunnel.svg Förthaer Tunnel | | Länge: 549m |
| Kbs bhf.png Förtha (bis 1946 Epichnellen) | | Kbs abzweig.png Gerstungen 1962 - 1993 |
| Kbs bhf.png Marksuhl | | Kbs abzweig.png Gerstungen 1962 - 1967, nochmals kurzzeitig |
| Kbs bhf.png Ettenhausen | | |
| Kbs bhf.png Oberrohn | | Kbs abzweig.png Vacha bis 1992 |
| Kbs bhf.png Bad Salzungen | | Kbs abzweig.png Vacha bis 2001 |
| Kbs bhf.png Immelborn | | Kbs abzweig.png Liebensteiner Bahn bis 1973, Anschluss noch bis km 1,1 |
| Kbs bhf.png Breitungen (Werra) | | |
| Kbs bhf.png Wernshausen | | Trusebahn bis 1969, Kbs abzweig.pngSchmalkalden |
| Kbs bhf.png Schwallungen | | |
| Kbs bhf.png Wasungen | | |
| Kbs bhf.png Walldorf (Werra) | | |
| Kbs bhf.png Meiningen | | Kbs abzweig.png Ritschenhausen und weiter auf Erfurt-Schweinfurt |
| Kbs bhf.png Untermaßfeld | | |
| Kbs bhf.png Grimmenthal | | Kbs abzweig.png Erfurt-Schweinfurt |
| Kbs bhf.png Vachdorf | | |
| Kbs bhf.png Themar | | Kbs abzweig.png Rennsteigbahn (Schleusingen) 1998-2004 stillgelegt, jetzt privat |
| Kbs bhf.png Reurieth | | |
| Kbs bhf.png Hildburghausen | | Lindenau bis 1946 |
| Kbs bhf.png Veilsdorf | | |
| Kbs bhf.png Harras | | |
| Kbs bhf.png Eisfeld | | Schönbrunn bis 1973,Kbs abzweig.png Hinterlandbahn (Sonneberg), |
| KBS exBHF.png Görsdorf | | Strecke abgebaut |
| KBS exBHF.png Tiefenlauter | | Strecke abgebaut |
| KBS exBHF.png Esbach (Kreuzungsstation) | | Strecke abgebaut |
| Kbs bhf.png Coburg Pbf | | Kbs abzweig.png Coburg–Bad Rodach, Kbs abzweig.png Coburg–Sonneberg |
| Kbs bhf.png Coburg Gbf | | |
| Kbs bhf.png Creidlitz | | Kbs abzweig.png Itzgrundbahn bis 2001 |
| Kbs abzweig.png ABS/NBS Nürnberg-Erfurt geplant | ||
| Kbs bhf.png Grub am Forst | | |
| Kbs bhf.png Ebersdorf bei Coburg | | Kbs abzweig.png Steinachtalbahn bis 2000 |
| Kbs bhf.png Seehof (Kreuzungsstation) | | |
| Kbs bhf.png Schney | | |
| Kbs bhf.png Lichtenfels | | Kbs abzweig.png Frankenwaldbahn, Kulmbach, Bamberg |
1858 benötigten die Personenzüge für die 130 km zwischen Eisenach und Coburg ungefähr vier Stunden, der Schnellzug Eger-Bayreuth-Lichtenfels-Eisenach 1934 zwei Stunden und zehn Minuten. 1939 befuhren werktags ein Schnellzug, zwei Eilzüge und fünf Personenzüge die Strecke. Heute fährt die Süd-Thüringen-Bahn GmbH im Stunden-Takt mit dem Triebwagen von Eisenach in zwei Stunden nach Eisfeld, 1990 dauerte dies mindestens 2 ¾ Stunden und 1934 eine Stunde und 50 Minuten, bei 108 km Fahrdistanz. Zwischen Lichtenfels und Coburg, weiter nach Sonneberg, fahren Regionalbahnen und Regionalexpresse der DB AG, meist von Nürnberg kommend, alternierend im Zwei-Stunden-Takt.
Der Ausfahrt in Eisenach folgt eine bis zu 1:50 steile Rampe in den Thüringer Wald, welche mit dem 549 m langen Förthaer Tunnel (ehemals Epichnellen) nach ungefähr 100 Meter Höhenunterschied endet. Danach fällt die Strecke langsam ins Werratal und folgt ab Bad-Salzungen der Werra bis Eisfeld. Hinter Eisfeld, auf einer Höhe von 437 m über NN, durchquert die Strecke die Langen Berge, ehe Coburg auf 295 m Höhe erreicht ist, dieser Abschnitt mit 22 km Länge ist nicht mehr in Betrieb.
Bahnstrecke in Thüringen | Bahnstrecke in Bayern | Eisenach | Wartburgkreis | Landkreis Hildburghausen | Coburg | Schmalkalden-Meiningen
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