Werner Eduard Fritz von Blomberg (* 2. September 1878, Stargard (Pommern); † 22. März 1946 in Nürnberg) war unter Adolf Hitler Reichswehrminister und der erste Generalfeldmarschall der Wehrmacht.
Nach dem Krieg ist Blomberg von 1919 bis 1921 als Referent im Reichswehrministerium tätig. 1920 zum Oberstleutnant befördert, ist er 1921 bis 1924 Stabschef beim Wehrkreiskommando V in Stuttgart berufen und wird in dieser Funktion 1923 zum Oberst befördert. 1925 avanciert Blomberg zum Chef des Heeresausbildungswesens. 1927 übernimmt er die Leitung des Truppenausbildungsamtes beim Reichswehrministerium und wird im folgenden Jahr zum Generalmajor befördert. 1929 bis 1933 Kommandeur des Wehrkreises I (Ostpreußen), wird Blomberg 1932 Leiter der deutschen Militärdelegation auf der Genfer Abrüstungskonferenz. Im selben Jahr stirbt seine 1904 geborene Ehefrau Charlotte (geb. Hellmich), mit der er fünf Kinder hatte.
Wenige Stunden vor der Ernennung Adolf Hitlers zum neuen Reichskanzler ernennt Reichspräsident Paul von Hindenburg Blomberg am 30. Januar 1933 zum Reichswehrminister und befördert ihn gleichzeitig zum General der Infanterie: Blomberg soll zur konservativen "Einrahmung" Hitlers beitragen. Die Ernennung Blombergs zum Reichswehrminister ist jedoch verfassungswidrig, da Minister nur auf Vorschlag des Regierungschefs ernannt werden dürfen.
Während des so genannten "Röhm-Putsches" im August 1934 verhält sich Blomberg passiv - trotz der Ermordung zweier ehemaliger Generäle der Reichswehr, Kurt von Schleicher und Ferdinand von Bredow. Proteste innerhalb des Offizierskorps gegen die Entfernung jüdischer Kameraden unterdrückte Blomberg.
Nach dem Tod Hindenburgs am 2. August 1934 veranlasst Blomberg aus eigenem Antrieb die Vereidigung der Reichswehrsoldaten auf Hitler. Für seine Loyalität dankt ihm Hitler 1935 mit der Übertragung des Oberbefehls über die gesamte Wehrmacht (Heer, Marine, seit 1936 auch über die neu aufgestellte Luftwaffe) und ernennt ihn ein Jahr später - als ersten Soldaten der Wehrmacht überhaupt - zum Generalfeldmarschall. Am 30. Januar 1937 erhält Blomberg das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP.
Am 5. November 1937 nimmt er an einem Geheimtreffen mit Hitler teil, an dem außerdem die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile (Werner Freiherr von Fritsch (Heer), Erich Raeder (Kriegsmarine), Hermann Göring (Luftwaffe)) sowie der Reichsaußenminister Konstantin Freiherr von Neurath teilnehmen. Thema des in der berühmten "Hoßbach-Niederschrift" festgehaltenen Gesprächs sind Hitlers Pläne für einen Angriffskrieg gegen Deutschlands Nachbarstaaten. Zwar befürwortet Blomberg diese Pläne, warnt aber, gemeinsam mit von Fritsch, vor den Risiken eines zu frühen Kriegsausbruchs, da die Wehrmacht noch nicht kriegsbereit sei.
Die Eheschließung mit der ehemaligen Prostituierten Erna Gruhn im Januar 1938 wird zum Politikum: Blomberg übertritt die von ihm selbst verschärften Heiratsvorschriften für Wehrmachtsangehörige und kompromittiert sich so in einer Weise, dass er am 27. Januar 1938 sein Ministeramt niederlegen muss und aus der Wehrmacht ausscheidet. In einem letzten Akt der Loyalitätsbekundung schlägt er bei seinem Abschiedsbesuch in der Reichskanzlei Hitler als neuen Oberbefehlshaber der Wehrmacht vor.
In dieser Funktion ersetzt Hitler das Kriegsministerium durch das neu geschaffene Oberkommando der Wehrmacht (OKW) mit General Wilhelm Keitel an der Spitze.
Im Zweiten Weltkrieg ohne militärische Verwendung, wird Blomberg 1945 von den Alliierten verhaftet; im Hauptkriegsverbrecherprozess in Nürnberg (1945/46) wird Blomberg als Zeuge vor das Internationale Militärtribunal zitiert.
Am 22. März 1946 stirbt Werner von Blomberg in Nürnberg in einem amerikanischen Militärlazarett.
Mann | Deutscher | Geboren 1878 | Gestorben 1946 | Reichswehrminister (Deutschland) | Militärperson (3. Reich, Heer) | Pour le Mérite (Militärorden)
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