| Wermut | ||||||||||||
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| Artemisia-absinthium.JPG | ||||||||||||
| : | Asternartige (Asterales) |
| : | Korbblütengewächse (Asteraceae) |
| : | Asteroideae |
| : | Anthemideae |
| : | Artemisia |
| : | Wermut |
Wermut wird zur Herstellung von Absinth und Weinaperitifs (Vermouth) verwendet. In der Vergangenheit nahm man an, dass exzessiver Absinth-Missbrauch zu Abhängigkeit führte, was auf das im Absinth enthaltene Nervengift Thujon, das in hohen Dosen oder über längere Zeit eingenommen zu irreversiblen Nerven- und Gehirnschädigungen führt, zurückgeführt wurde. In neuerer Zeit werden die entsprechenden Studien aus der Zeit um 1900 aber zunehmend angezweifelt und die Wirkung zum Teil einfach auf den sehr hohen Alkoholgehalt des Absinths, typischerweise 45% bis 74%, zurückgeführt. Außerdem waren in weit verbreiteten billigen Absinthen Chemikalien wie Methanol, Kupfersulfat und Zinksulfat enthalten, um das Aussehen aufzubessern. Sie könnten ebenso zu den Schädigungen geführt haben.
Medizinisch wird Wermut unter anderem zur Anregung der Magenfunktion gebraucht. In der Volksmedizin findet der Wermut als Purgation auch Verwendung als gynäkologisches Mittel (zur Abtreibung und zur Einleitung der Geburt). Wermut-Tee wird bei Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden, Erbrechen und Durchfall verwendet, ist jedoch besonders für Frauen im gebärfähigen Alter nicht empfohlen, da es bei bestehender Schwangerschaft zur Abstoßung oder zur Schädigung des Fötus führen kann. Allerdings wird der Wermut-Tee von Gynäkologen schwangeren Frauen bei einem bestehenden Magengeschwür verordnet. 1/2 Liter Tee pro Tag, ohne irgendwelche Süßungsmittel und schluckweise zu trinken.
Der englische Name "wormwood" (wörtl. "Wurmholz") ist eine volksetymologische Umdeutung des altenglischen Namens "wermod" und deutet darauf hin, dass man dem Wermut anti-parasitäre Eigenschaften zuschreibt. Vgl. H. Marzell, "Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen", s.v. Artemisia Absinthium L.: "die Pflanze *." target="_blank" >Andere [Namens-Formen wiederum sind an "warm" angelehnt wegen der "wärmenden" Eigenschafts des Wermutabsudes." Diese Eigenschaft macht es nicht verwunderlich, dass Wermut auch schon zu biblischen Zeiten weit bekannt war. Wermut gehört zu den bittersten unter den bekannten Kräutern. In symbolischer oder poetischer Sprache steht der Name oft auch für Bitterkeit und Trauer (Wermutstropfen). Dass dessen Bitterkeit bekannt war, lässt schließen, dass Wermutzubereitungen trotzdem ´genossen´ wurden und man sich irgendeine positive Wirkung davon versprach. Der Name Wermut - Erhalter der Sinne - deutet auf die Anwendung als Mittel zur Stärkung der Geisteskraft, obgleich der übermäßige Genuss zu Schwindelerscheinungen führt. Im Mittelalter bezeichnete Hildegard von Bingen Wermut daher als den Meister über alle Erschöpfungen.
Dem Wermut werden darüber hinaus visionsfördernde (halluzinogene) Eigenschaften zugesprochen. Diese Annahme geht vermutlich auf homöopathische Arzneimittelprüfungen zurück, die Halluzinationen, schreckliche Visionen, Kleptomanie, Gedächtnisverlust und andere Persönlichkeitsveränderungen ergeben haben. Als homöopathisches Mittel wird Absinthium denn auch in Potenzen von der Urtinktur bis zur D12 bzw. in der C1 bis zur C6 bei Erregungszuständen und Krampfleiden sowie bei Magenschleimhautentzündungen angewendet. Die Anwendung in Schwangerschaft, Stillzeit und bei kleinen Kindern ist wegen der zuvor beschriebenen Wirkungen nicht angebracht. (Aussagen zur Homöopathie nach William Boericke und Monografie der Kommission D)
Als Pflanzenbestandteile werden für homöopathische Zubereitungen die Blätter und Blüten, sowie die basalen Laubblätter verwendet.
Siehe auch: Liste der Küchenkräuter und Gewürze, Wermutjauche
Der Ausdruck „Wermutstropfen“ spielt auf die Bitterkeit des Wermuts an und beschreibt Dinge oder Erfahrungen, die eine Spur von Bitterkeit (als Synonym für Schmerz oder Unangenehmes) in an sich Schönes bringen, so wie ein Tropfen Wermut auch einem süßen Getränk eine Spur Bitterkeit verleiht.
Wermut ist dagegen ein westgermanisches Wort unbekannter Herkunft: *wermoda-; ahd. wer(i)muota, wer(i)muot, ae. wermod as. wermoda
lat.-griechisch: absinthium, Lehnwort zu persisch sipand.
Korbblütengewächse | Heilpflanze
Обикновен пелин | Have-Malurt | Absinth Wormwood | Koirohi | Koiruoho | Absinthe | Absintio | Apróbojtorján | Artemisia absinthium | Aels (absint-alsem) | Pelynas | Absintalsem | Bylica piołun | Malört | Pelinotu | Полин гіркий
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