Wermelskirchen ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen südöstlich von Remscheid im
Rheinisch-Bergischen Kreis mit den Ortsteilen
Dhünn und Dabringhausen im Naturpark Bergisches Land.
In Teilen auf Wermelskirchener Stadtgebiet liegt die Große Dhünntalsperre, die größte Trinkwassertalsperre im Westen Deutschlands.
Die Entfernung zu Köln beträgt ca. 35 km, die zu Düsseldorf ca. 45 km. Die benachbarten Kommunen heißen Remscheid, Hückeswagen, Kürten, Odenthal, Burscheid und Solingen. Das Stadtbild wird geprägt durch altbergische Schiefer- und Fachwerkhäuser.
- Fläche: ca. 74,66 km2 (Wermelskirchen ca. 34,71 km2, Dabringhausen ca. 23,11 km2, Dhünn ca. 16,84 km2)
Geschichte
Die Siedlungsgeschichte Wermelskirchens beginnt mit der Aufsiedlung des
Bergischen Landes im Zuge der sächsischen und fränkischen Landnahmen vom 7. bis 10. Jahrhundert. Die -inghausen-Orte, von denen sich 19 im Wermelskirchener Stadtgebiet finden, werden der sächsischen Expansion des 8. und 9. Jahrhunderts zugerechnet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgt um das Jahr 1150 als
Werenboldeskirken. Um 1200 wird die
romanische Kirche
St. Bartholomäus mit der Michaeliskapelle im Turm errichtet. Ab dem Jahr 1360 gehört der Ort zum Amt Bornefeld in der Grafschaft Berg (später
Herzogtum Berg) und ist Gerichtssitz. Während der
Hansezeit erreicht Wermelskirchen einige Bedeutung im Warentransport über Land.
Seit dem 2. Juli
1873 besitzt Wermelskirchen die
Stadtrechte. 1938 wird das Amt Wermelskirchen mit der Stadt Wermelskirchen und den Gemeinden
Dabringhausen und
Dhünn gebildet.
Im Volksmund wird der Wermelskirchener auch als "Dellmann" bezeichnet, was auf einen Wermelskichener Pastor namens Gustav Dellmann zurückgeht (20.09.1849 - 28.10.1914). Dieser überaus tatkräftige Mann wirkte von 1881 bis 1910 in Wermelskirchen.
In den letzten Tagen des 2.Weltkrieges wird Wermelskirchen durch Bürgermeister Dr.Borcherding in Zusammenarbeit mit dem Unternehmer Flöring zur Lazarettstadt erklärt. Hierdurch kann die Stadt vor Bombenangriffen bewahrt werden.
Im Zuge der Kommunalgebietsreform 1975 werden Dabringhausen und Dhünn eingegliedert.
Nach rund fünfjähriger Bauzeit und über 40-jähriger Planung wird am 22. August 2005 die Umgehungsstraße B51n zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs eröffnet.
Am 17.Oktober 2005 kommt es zu einem spektakulären Brand in der Innenstand. Ein Linienbus der RVK geht, nach einer technischen Panne, in Flammen auf und brennt komplett aus, sowie eines der drei vom Feuer beschädigten Fachwerkhäuser.
Bevölkerungsentwicklung
Stadtteile
Altenhof - Arnzhäuschen - Belten -
Bergstadt -
Bollinghausen - Buchholzen -
Dabringhausen - Dahl -
Dhünn - Dhünn-Neuenhaus - Durholzen - Eipringhausen - Ellinghausen - Emminghausen - Friedenberg - Forthausen -
Großeledder - Grunewald - Haarbach -Haarhausen - Halzenberg - Hammesrostringhausen - Heidchen - Heister - Herrlinghausen - Hilfringhausen - Hinterhufe -
Hünger - Höferhof - Im Berg - Käfringhausen - Kallenberg -
Kenkhausen - Ketzberg - Ketzbergerhöhe - Kleineledder - Kolfhausen - Kovelsberg - Kreckersweg - Limmringhausen - Lindscheid - Linde - Löh - Lüdorf - Lüffringhausen -
Markusmühle - Mittelberg - Mittelhagen - Neuenhaus - Oberberg - Oberhagen - Oberpilghausen - Oberwinkelhausen - Osminghausen - Ostringhausen - Pantholz -
Preyersmühle -
Pohlhausen - Sellscheid - Stumpf - Süppelbach -
Tente - Töckelhausen - Unterberg - Unterhagen - Unterstraße - Unterwinkelhausen - Vorderhufe - Well - Wickhausen - Wöllersberg
Politik
Bürgermeister
Am 10. Oktober 2004 konnte sich der vom von den Wählergemeinschaften Bürgerforum, UWG und WNK sowie den Parteien
FDP und
Grünen unterstützte gebürtige Schwabe und FDP-Mitglied Erik Weik mit 70,1 % der Stimmen in der Stichwahl durchsetzen. 1. Stellvertretende Bürgermeisterin ist Christel Reetz (
SPD). Zum 2. Stellvertretender Bürgermeister wurde Horst Krüger vom
BürgerForum gewählt.
Rat der Stadt
Dem Rat der Stadt gehören neben dem hauptamtlichen Bürgermeister 56 Mitglieder aus 7 Parteien an.
Wappen
Das
Wappen der
Stadt Wermelskirchen zeigt einen silbernen, dreigeteilten Schild.
In dem linken Feld befindet sich ein Eichbaum, das rechte Feld zeigt einen
Schwan
und im Mittelfeld ist eine
Kirche dargestellt. Die drei Felder stehen für die
drei ehemaligen
Honschaften aus denen Wermelskirchen entstanden ist:
das Kirchdorf, die Eich und der Schwanen. Über dem Schild befindet sich
eine dreitürmige Mauerkrone als
Symbol für den Status als Stadtgemeinde.
Städtepartnerschaften
Wermelskirchen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu folgenden Städten:
Verkehr
Die
Bundesstraße 51 führt durch Wermelskirchen. Zudem liegt Wermelskirchen an der Autobahn
A1 mit der Anschlussstelle 96,
Schloss Burg/Wermelskirchen.
Die Eisenbahnanbindung von Wermelskirchen ist seit 1983 stillgelegt.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Wermelskirchen hat folgenden Personen das
Ehrenbürgerrecht verliehen:
Söhne der Stadt
- 1804, 5. November, Dr. Carl Leverkus, † 4. Februar 1889, Chemieunternehmer und Namensgeber der Stadt Leverkusen.
- 1875, 21. Dezember, Otto Brass, † 13. November 1950 in Masserberg, deutscher Politiker (SPD, USPD, KPD), MdR
Wirtschaft
Früher galt Wermelskirchen als Zentrum der Schuhfabrikation. Die Unternehmer Kattwinkel, Siebel und Flöring errichteten große Fabriken, deren Produkte und Marken (z.B.: Roland-Schuhe) weltweit bekannt wurden. Heute ist die Stadt ein Zentrum der Metallverarbeitung (Räder & Rollen (
Tente Rollen,
Interroll,
Steinco), Schrauben & Bolzen (
Hugo Dürholt)),
sowie des Maschinen- und Werkzeugbaus.
Heute ist die Baumarktkette
Obi, die ihren Firmensitz in Wermelskirchen hat, der größte Arbeitgeber vor Ort.
Die Stadtsparkasse Wermelskirchen hat sechs Geschäftsstellen im Stadtgebiet.
Kultur
Für Kulturveranstaltungen sind die
Kattwinkelsche Fabrik und der
AJZ Bahndamm (Hardcore, Punk, Hip-Hop, Reggae, Dancehall, Ska, Heavy Metal) wichtige Anlaufstellen.
Sehenswürdigkeiten
Unterhalb des alten Rathauses steht eine kanadische Kiefer, die alljährlich zu einem der größten lebenden Weihnachtsbäume Europas geschmückt wird.
Viele unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild. Hervorzuheben ist das Häuserensemble "Am Markt" in der Nähe der evangelischen Stadtkirche. Hier ist auch die Konditorei & Cafe Wild - eine überreigional bekannte Konditorei - ansässig.
Zwar auf Solinger Stadtgebiet, aber nicht nur durch die gemeinsame Namensgebung der Autobahnabfahrt (Schloss-Burg/Wermelskirchen) eng mit Wermelskirchen verbunden ist
Schloss Burg, eine der größten wiederhergestellten Burganlagen Westdeutschlands.
Weblinks
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