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Wenzel_Anton_Graf_Kaunitz.JPG Wenzel Anton Graf Kaunitz (* 2. Februar 1711 in Wien; † 27. Juni 1794 Mariahilf bei Wien), seit 1764 Reichsfürst von Kaunitz-Rietberg, war österreichischer Staatsmann des aufgeklärten Absolutismus, Reichshofrat und Diplomat.

Wenzel Anton Graf Kaunitz studierte in Wien, Leipzig und Leyden. Er war seit 1735 im österreichischen Staatsdienst. 1737 war er Reichshofrat und 1744 Minister in der Regierung der österreichischen Niederlande. Von 1750 bis 1753 war er als österreichischer Botschafter in Paris tätig.

Seit 1753 war er als Haus-, Hof- und Staatskanzler für die österreichische Außenpolitik unter Maria Theresia verantwortlich (Abschied 19. August 1792). Er forcierte eine antibritische Außenpolitik - eine deutliche Kursänderung im Gegensatz zu seinem Vorgänger Freiherr von Bartenstein, den er ausgebootet hatte. 1756 brachte er zur Wiedergewinnung Schlesiens ein Defensivbündnis mit Frankreich zustande (auch bekannt als »Wechsel der Allianzen«), welches nach Kriegsausbruch in ein Offensivbündnis verwandelt wurde.

Er wurde 1761 in Schweidnitz Freimaurer sowie Mitglied der Wiener Loge 'Zu den drei Kanonen'. In den Illuminatenorden wurde er unter dem Namen 'Caesar' aufgenommen, wobei der Zeitpunkt der Aufnahme sowie der Ordensname nicht als gesichert gelten.

Als Berater und Mitarbeiter der Reformen Joseph II. setzte er gegen Maria Theresia den Erwerb Galiziens in der ersten Teilung Polens durch. Er warnte vor einem Bündnis mit Preußen und Krieg gegen das revolutionäre Frankreich sowie vor der zweiten Teilung Polens. Im März 1792 nannte er die französischen Minister »Jakobiner«.

Literatur


  • Alfred von Arneth: Biographie des Fürsten Kaunitz : Ein Fragment. – In: AÖG 88, 1900, S. 1-202
  • Georg Küntzel: Fürst Kaunitz-Rittberg als Staatsmann. – Frankfurt: Diesterwerg, 1923
  • Alexander Novotny: Staatskanzler Kaunitz als geistige Persönlichkeit. – Wien: Hollinek, 1947
  • Friedrich Walter: Männer um Maria Theresia. – Wien: Holzhausen, 1951
  • Grete Klingenstein: Der Aufstieg des Hauses Kaunitz: Studien zur Herkunft und Bildung des Statskanzlers Wenzel Anton. – Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1975
  • Tibor Simanyi: Kaunitz oder Die diplomatische Revolution: Staatskanzler Maria Theresias. – Wien: Amalthea, 1984
  • Lothar Schilling: Kaunitz und das Renversement des alliances. Studien zur außenpolitischen Konzeption Wenzel Antons von Kaunitz. Historische Forschungen 50. – Berlin: Duncker & Humblot 1994.
  • Klingenstein, G.; Szabo, F. A. J. (Hrsg.): Staatskanzler Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg 1711–1794. Neue Perspektiven zu Politik und Kultur der europäischen Aufklärung. – Graz u. a. 1996.

Mann | Österreicher | Botschafter | Politiker (Österreich) | Geboren 1711 | Gestorben 1794 | Freimaurer (18. Jh.) | Illuminat

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